Am 09. November fand die 56. Demeter Herbsttagung in Nürnberg statt, diesmal unter dem Motto „Wirksensorik – Lebensmittel und ihre Qualität erfahren“. Zunächst begrüßte das Organisationsteam die circa 40 Teilnehmenden und führte in das diesjährige Thema ein: Welche seelisch-körperlichen Wirkungen können Lebensmittel auf uns haben und wie stehen diese in Zusammenhang mit der Produktqualität? Um sich diesen Fragen zu nähern, gab es zwei Vorträge sowie eine praktische Schulung in Form einer Verkostung.
Zunächst stellte sich das Demeter Weingut Hell aus dem unterfränkischen Wiesenbronn vor: Der 1768 erstmalig urkundlich erwähnte Familienbetrieb baut acht verschiedene Rebsorten an, darunter auch die pilzwiderstandsfähigen Beeren Helios, Cabernet Blanc und Regent. Dies ist Betriebsleiter Anton Hell wichtig, da er weitestgehend auf Pflanzenschutz verzichten und im bestmöglichsten Einklang mit der Natur wirtschaften möchte. Als Mitbegründer des Öko-Winzer-Verbandes EcoVin, welcher sich seit 1985 für den biologischen Weinbau einsetzt, verfügt Familie Hell über einen reichen Erfahrungsschatz im Anbau und der Verarbeitung von Öko-Weinen und betreibt diese mit großem Enthusiasmus. Seit 19?? wirtschaftet der Betrieb bio-dynamisch und ist seit 2014 Mitglied beim Demeter-Verband. Von der Qualität und Wirkung dieser Weine konnten sich die Besucher bei einer Weinprobe in der Mittagspause selbst überzeugen.
Als Zweites gab es einen Vortrag der Ökotrophologin und zertifizierten Wirksensorik-Trainerin Dr. Jasmin Peschke. Sie beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit der Qualität von Lebensmitteln – auch weit über die stoffliche bzw. ernährungsphysiologische Ebene hinaus. Denn neben den physischen Aspekten unserer Nahrung gibt es weitere Qualitätsfaktoren, die sie anschaulich beleuchtete: Welche Lebendigkeit enthält das Produkt? Wie regt es unsere Seele an? Wie authentisch und wesenhaft ist es? Unter welchen ökologischen sowie sozialen Bedingungen wurde es erzeugt? Die Wirksensorik stellte sie als einen Weg vor, um diese verschiedenen Ebenen erlebbar zu machen und einen tieferen Zugang zu unserer Nahrung und uns selbst zu ermöglichen. Die Methode wurde von Dr. Uwe Geier vom Forschungsring entwickelt und mittlerweile in zahlreichen Ländern angewandt. Am Nachmittag ging es dann auch an praktische Übungen zur Wirksensorik: Die Teilnehmenden durften in mehreren Runden verschiedene Lebensmittel testen und ihre Wirkung auf Körper und Seele erspüren. Frau Peschke sammelte anschließend immer die Impressionen der Anwesenden und es zeigte sich, dass es viele Überschneidungen in der Wahrnehmung der Produkte gab. Die Demeter-Varianten schnitten dabei durchgehend sehr gut ab und wurden als besonders authentisch sowie charakteristisch erlebt.
