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Bio-Ernte durchwachsen: Weizen durchschnittlich, Hafer und Gemüse schwierig

1,6 Mrd Euro Umsatz über Hofläden/ „Jeder Cent in Bio eine Investition in Resilienz“
Berlin, 18. August 2026. Die Bio-Getreideernte 2026 fiel bei Winterungen wie Winterweizen, Rogge und Gerste durchschnittlich aus, bei Sommerungen dagegen unterdurchschnittlich. Laut Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) bereitet der Branche insbesondere Hafer Sorgen. Hitze und Trockenheit haben die Körner teilweise verkümmern lassen, so dass Erträge und Qualitäten vor allem auf leichten Standorten laut Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) hinter den Vorjahreswerten zurückbleiben. Die kleinere Getreideernte trifft auf einen noch gut versorgten Markt aus der reichlichen Ernte 2025, so dass die Akteure insbesondere bei den Sommerungen noch eine Weile von Altbeständen zehren dürften.
Bei den Winterungen fallen die Ertragsergebnisse im Mittel durchschnittlich aus, wobei es in Bayern und den ostdeutschen Bundesländern regional zu Gewitter- oder Hagelschäden kam. Die Backqualitäten beim Bio-Weizen fallen laut AMI insgesamt besser aus als erwartet, mit Ausreißern nach unten durch Trockenstress an einigen Standorten.
Beim Bio-Körnermais rechnet die AMI mit Ertragseinbußen, wiewohl er sich in Regionen mit ausreichend Regen überwiegend gut entwickelt habe. Sommergetreide, Leguminosen und spät gedrillte Kulturen wie Sojabohnen haben ähnlich wie Mais unter der Witterung gelitten.
Die Kartoffelknollen fielen durch Hitze und Trockenheit kleiner aus, was die Ernte dezimiert hat. Seit Juni leidet der Bio-Gemüsemarkt stark unter dem Einfluss des wärmsten Sommers seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Kombination aus Hitze, Trockenheit und Unwettern brachte viele Bio-Gemüseerzeuger an ihre Belastungsgrenze. Die wechselnden Wetterextreme beeinträchtigten dabei nicht nur deutsche Erzeuger: Auch Bio-Obst- und Gemüse-Anbaugebiete in Spanien, Italien und Frankreich litten unter Dürre, Hitze, Starkregen und Hagel.
Die deutsche Bio-Apfelernte wird deutlich kleiner als zuvor erwartet. Im Gegensatz zum Gemüse, wo eine reduzierte Verfügbarkeit auf eine stabile bis steigende Nachfrage trifft, gibt es noch ungewöhnlich lange Bio-Äpfel auf Lager aus der alten Ernte.
Tina Andres, Vorsitzende des Bio-Spitzenverbands BÖLW, kommentiert:
„Der Klimawandel macht vor Bio nicht Halt. Für Bio-Bäuerinnen und -Bauern ist jetzt wichtig, dass ihre Kundschaft ihnen angesichts der klimatischen Herausforderungen die Treue hält. Allein über ihre Direktvermarktung erwirtschafteten Bio-Höfe zuletzt mehr als 1,6 Milliarden Euro Jahresumsatz: Das ist eine tolle Leistung! Sie ist nur zu halten, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher die frischen, gesunden Lebensmittel ihrer regionalen Höfe weiterhin wertschätzen.
 
Jeder Cent für ein Bio-Lebensmittel ist dabei eine Investition in Artenvielfalt, in sauberes Wasser und in eine resiliente Landwirtschaft, die nicht abhängig ist von fossil erzeugten Düngern aus Staaten wie Russland und die so vielfältig und regional angepasst arbeitet, dass sie bestmöglich aufgestellt ist unter den harschen Bedingungen des Klimawandels.“
Quelle: PRESSEMITTEILUNG des BÖLW, Pressekontakt: Annette Bruhns, presse@boelw.de, +49 30 28482 308. Alle Pressemitteilungen finden Sie auf unserer Website.