Es liegt in der menschlichen Natur sich zu freuen, wenn man etwas günstig erwerben kann.
„Schau“, so prahlt man dann gerne, „die Hose habe ich für nur 20 Euro bekommen, den Pulli für 15 Euro und das Hemd für nur 10 Euro.“ Diese Freude am billigen Einkauf wird unterstützt durch Aktionstage, wie Black Friday und einer Flut von Billigangeboten aus Fernost.
Man sieht Paketzusteller oft mit Bergen von Paketen jonglieren. Nach einer Befragung von Input Consulting im Auftrag der Gewerkschaft Verdi hatten 89 Prozent von 1900 befragten Paketzustellern den Eindruck innerhalb der vergangenen 12 Monate mehr Arbeit in der gleichen Zeit schaffen und an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gehen zu müssen – bei schlechter Bezahlung. Bei den Herstellern der Billigware in Fernost herrschen noch schlechtere Arbeitsbedingungen.
Noch bedenklicher wird der Online-Einkauf, wenn man erfährt, dass jede vierte Online-Bestellung zurückgegeben wird und bis zu 30 Prozent der Retouren vernichtet werden, weil Auspacken, Einlagern und erneuter Verkauf dieser Neuware mehr kostet als man mit ihr verdient. In diesem Jahr rechnet man mit 550 Millionen Retouren.
So entsteht eine maßlose Verschwendung von Ressourcen, Energie und Arbeitszeit. Es lohnt sich also sein eigenes Kaufverhalten zu hinterfragen: Brauche ich das Produkt wirklich? Habe ich etwas Altes, das repariert werden kann? Kann ich ein ähnliches Produkt nicht auch im regionalen Einzelhandel erwerben?
Bewusste Verbraucher werden sich ihrer Macht bewusst und treffen bewusste Kaufentscheidungen. Sie unterstützen Hersteller, die verantwortungsbewusst und nachhaltig produzieren. Ihre Produkte garantieren durch gute Qualität meist auch eine längere Nutzungsdauer als Billigware.
Quellen:
Nürnberger Nachrichten vom 26.11.2025, S. 19: Paketboten müssen noch mehr schuften als zuvor und Nürnberger Nachrichten vom 28.11.2025, S. 17: Zahl der Retouren steigt auf Rekordwert
WWF-Info vom 22.11.2025, info@wwf.de, www.wwf.de, Black Friday – Schnäppchen auf Kosten des Planeten
Das Motto des Bio-Verbraucher e.V.: So viel wie möglich regional und saisonal einkaufen. Und natürlich in Bio-Qualität.