Sa 11. und So 12. Juli 2026, 10-18.00 Uhr: Hoffest St. Michaelshof/ Allgäu

Großes Festprogramm mit Hofführungen, Vorträgen, Essen und Trinken, Spaß für Groß und Klein, Shuttle-Service für Bahnanreisende an beiden Tagen jeweils um 11.20 und 13.20 Uhr von Bahnhof Aichstetten, www.st-michaelshof.de, Tel. 07565 – 940030

Porridge

Rezept von Michaela Schwab, Demeter-Hafer und -Braunhirse werden selbst erzeugt, die Flocken selbst hergestellt

Zutaten

6 EL Haferflocken, 1 EL Braunhirse, 500 ml Milch oder pflanzliche Alternative, 50 g gestiftelte oder gehobelte Mandeln, Zimt oder Kurkuma zum verfeinern

Zubereitung

Die Flocken und Braunhirse in die Milch bzw. den Pflanzendrink einrühren und aufkochen lassen. Unter Rühren ca. 2 min köcheln lassen, dabei die Mandeln dazugeben. (Bei Bedarf können diese vorher zerkleinert werden.) Noch ca. 10 min nachquellen lassen. Bei Bedarf süßen oder frisches Obst dazugeben.

Guten Appetit wünscht Michaela Schwab vom Naturhof Schwab GmbH & Co. KG, Suddersdorf 25, 91575 Windsbach, Hofladen: Mi u. Fr 9.00 -18.00 Uhr, Online-Shop, www.naturhof-schwab.de, Tel. 09871-477, info@naturhof-schwab.de

Naturwiederherstellung: Ökolandbau ausbauen!  

Bio-Branche empfiehlt Stärkung des ersten nationalen Wiederherstellungsplans

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) fordert Bund und Länder auf, im Zuge der Umsetzung des ersten Nationalen Wiederherstellungsplans für die Natur in Deutschland (NWP), den Ökolandbau als wirksame und bewährte Maßnahme konsequent auszubauen.

Thomas Lang, Vorstand Landwirtschaft beim Bio-Spitzenverband, kommentiert:

„Bund und Länder haben mit dem NWP den ersten Schritt getan, um intakte Ökosysteme und Biodiversität in Agrarlandschaften wieder aufzubauen. Gut so! Der Öko-Landbau ist eine Win-Win-Maßnahme für die Umsetzung: Bio vereint nachhaltige Ernährungssicherung mit Natur-, Wasser-, Arten- und Klimaschutz. Die Forschung weist immer wieder nach, dass ökologische Bewirtschaftung messbaren Mehrwert für Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit, Wasserqualität und Klimaanpassung liefert: zentrale Zielsetzungen der EU-Wiederherstellungsverordnung.

Klar ist: Es gibt praktikable Lösungen. Auch deshalb darf keinesfalls der Forderung der Unionsfraktion nachgegeben werden, die Wiederherstellungsverordnung abzuschaffen. Viele Instrumente zur Naturwiederherstellung, darunter Extensivierungsmaßnahmen, laufen in vielen Bundesländern bereits erfolgreich. Sie sollten im NWP gezielt weiterentwickelt, ausfinanziert und langfristig abgesichert werden. Nur so entsteht die notwendige Planungssicherheit für landwirtschaftliche Betriebe, um Verantwortung für Natur und Klima übernehmen zu können.

Die Bio-Branche ruft Politik und Verwaltung dazu auf, den laufenden Beteiligungsprozess zu nutzen und den NWP gemeinsam mit der Praxis zu konkretisieren. Der Schlüssel liegt darin, Bestehendes zu stärken, statt Neues kompliziert einzuführen. Öko-Landbau ist eine etablierte Praxis, die bereits heute großflächig für mehr Kräuter, Insekten und Vögeln in Agrarlandschaften sorgt.”

Quelle: Pressemitteilung vom 29. April 2026, presse@boelw.de, 030-28482 308

Öko-Modellregion Nürnberg, Nürnberger Land, Roth lebt weiter

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Feierabendmarkt Foto Stadt Nürnberg, Umweltamt

Bericht von Ulrich Hirschmüller, Projektmanager Öko-Modellregion, Stadt Nürnberg, Telefon 0911/231-10624, ulrich.hirschmueller@stadt.nuernberg.de, www.nuernberg.de

Nürnberg beschließt ÖMR-Verlängerung

In seiner Sitzung am 29.04. hat der Umweltausschuss der Stadt Nürnberg der weiteren Finanzierung der Öko-Modellregion (ÖMR) Nürnberg, Nürnberger Land, Roth bis 2030 zugestimmt. Damit wird ein zentraler Baustein für regionale Ernährungssouveränität, ökologische Landwirtschaft und nachhaltige Wertschöpfung langfristig gesichert. Die Öko-Modellregion – seit 2015 aktiv und die größte in Bayern – verbindet die Stadt Nürnberg mit den Landkreisen Nürnberger Land und Roth. Der Beschluss ermöglicht es, die erfolgreiche Arbeit fortzuführen und drei neue Hauptprojekte umzusetzen, die regionale Schwerpunkte setzen, aber Wertschöpfung für die gesamte Region erzeugen. Nach dem positiven Beschluss in Nürnberg müssen für die Fortführung der Öko-Modellregion nun noch die Entscheidungsgremien in den Landkreisen Roth und Nürnberger Land zustimmen.

Hochkarätige Teilnehmende bei Speed-Dating Veranstaltung „Küche trifft Franken“

Rund 25 Teilnehmende fanden sich letzte Woche bei unserer Speed-Dating-Veranstaltung zwischen Erzeugerbetrieben in der beruflichen Schule 7 in Nürnberg ein – mit dem Ziel, konkrete Lieferbeziehungen einzugehen. Erzeugende, großteils kleinbäuerlicher Betriebe mit einem breit vertretenen Sortiment an Erzeugnissen und Akteure des Lebensmittelhandels, tauschten sich angeregt mit Gastronomien aus. Vom Inhaber*innen-geführten Café bis zur Kantine eines Großkonzerns, von der Bäder-Gastronomie bis zur Klinikküche, vom Kita-Caterer bis zum Partyservice war alles vertreten. Die Anzahl, Vielfältigkeit und hochkarätige Besetzung der Speed-Dating-Teilnehmenden setzt ein starkes Signal für die weiterhin bestehende Relevanz des Themas BioRegio in der Außer- Haus-Verpflegung und des Arbeitsauftrags der Öko-Modellregion und Biostadt. Die ÖMR und der Co-Veranstaltende ECOZept sowie die Kooperationspartner AELF Fürth-Uffenheim (Sachgebiet Gemeinschaftsverpflegung) und GerTi nehmen die positiven Impulse aus der Veranstaltung mit und bleiben mit den Zielgruppen weiter in Kontakt.

Premiere am Z-Bau – Bilanz des Feierabendmarktes am 27. Mai

Mit dem Wocheneinkauf in den Feierabend starten? Der Z-Bau und die Öko-Modellregion Nürnberg, Nürnberger Land, Roth machten es am 27.5 in der Nürnberger Südstadt möglich. Bei sommerlichen Temperaturen konnten sich Besuchende bei Biergartenstimmung und Musik mit frischen Bio-Produkten direkt aus der Region versorgen, und anschließend den Abend mit einem kühlen Getränk ausklingen lassen. Die Frühlingsedition wartete mit Gemüse, Brot, Eiern und Milchprodukten vom Biohof Tristan, Jungpflanzen der alternativen Landwirtschaft Am Hof, Käse vom Biohof Scheuerlein und handgemachtem Eis vom Biohof Enzenhöfer auf. Alle Beteiligte bezeichneten den Markt als Erfolg, der Z-Bau und das Projektmanagement der Öko-Modellregion möchten die Kooperation fortführen: Im Spätsommer ist ein weiterer Feierabendmarkt geplant, außerdem soll im Dezember eine Weihnachtsedition stattfinden.

EU-Parlament kapituliert vor Konzerninteressen bei neuer Gentechnik

Bei ihrer Abstimmung am 17. Juni 2026 opferten die EU-Abgeordneten den Verbraucher-Willen den Industrie-Interessen und begehen damit offenbar Rechtsbruch. Der BÖLW nimmt dazu wie folgt Stellung:

Heute stimmte eine Mehrheit der Abgeordneten im Europäischen Parlament für die im Trilog geeinte sogenannte „NGT-Verordnung“. Die Verordnung schafft für Organismen, die mit neuen Gentechniken wie CrisprCAS geschaffen wurden und für die weitere Bedingungen erfüllt sind, die gesetzliche Pflicht zur Risikoprüfung und zur Kennzeichnung ab. Nur noch Saatgut, das durch diese NGT-Techniken geschaffen wurde, soll künftig gekennzeichnet werden. Der BÖLW hat die Verordnung begutachten lassen. Die Juristen haben in einem 60-seitigen Gutachten dargelegt, warum sie die Verordnung für rechtswidrig halten.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) kritisiert die heutige Entscheidung des Europäischen Parlaments für die Verordnung zu Neuen Genomischen Techniken (NGT) als Bruch mit dem Prinzip der Vorsorge. Bio wird weiterhin weder mit NGT noch mit sonstigen Gentechniken arbeiten.

 Bio arbeitet weiter mit der Natur

Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des Bio-Spitzenverbands, zur heutigen Entscheidung:

„Bio bleibt sich und seiner Kundschaft treu: Wir arbeiten weiter ohne Gentechnik! Weil wir auf die Natur setzen – und damit eine Lebensmittelwirtschaft betreiben, die für Resilienz sorgt. Gegenüber dem Klimawandel, weil lebendige Bio-Böden viel Wasser aufnehmen und speichern können. Gegenüber dem Artenschwund, weil Bio-Äcker Lebensraum für Honigbienen, Feldhasen und Lerchen sind. In der Züchtung, weil Öko-Züchter unter Praxisbedingungen die Widerstandsfähigkeit von Anbausystemen verbessern statt im Labor. Darüber hinaus ist Bio auch gegenüber geopolitischen Verwerfungen resilienter: durch die Unabhängigkeit von fossilen Düngemitteln, chemisch-synthetischen Pestiziden und Importfutter aus Übersee. Das ist die gute Botschaft. Die heutige Entscheidung des EU-Parlaments zur Deregulierung der Gentechnik, halten wir dagegen für falsch und rechtsbrechend: Die NGT-Verordnung tritt das Vorsorgeprinzip, zu dem sich die EU-Mitgliedstaaten vertraglich verpflichtet haben, mit Füßen.

Wir halten die NGT-Verordnung auch aus anderen Gründen für einen Fehler

  • Sie öffnet Tür und Tor für neue Patente auf Pflanzen und auf natürliche Pflanzeneigenschaften, durch die der Saatgutmarkt in die Hände weniger globaler Konzerne gelangen kann. Davor haben deutsche Landwirtschafts- und Züchterverbände immer wieder gewarnt!  Diese Konzentration verstärkt Europas Abhängigkeit von Patente-Inhabern in China oder in den USA, bedroht den starken züchterischen Mittelstand und gefährdet unser aller Nahrungsgrundlage. Förderung von Saatgutvielfalt ist angesichts des Klimawandels das Gebot der Stunde.
  • Zum ersten Mal in der Geschichte der EU sorgt eine Verordnung im Nahrungsmittelbereich für weniger statt für mehr Transparenz! Koexistenz funktioniert nur mit Transparenz. Verbraucherinnen und Verbraucher haben zudem ein Recht zu wissen, was in dem steckt, was sie essen und trinken.
  • Gentechnik fördert ein falsches Agrarsystem mit mehr Monokulturen und dadurch höherem Schädlingsdruck. Das führt zu noch mehr statt weniger chemisch-synthetischen Pestiziden. Die NGT-Verordnung ist eine Gefahr für die Biodiversität!“

Quelle: Pressemitteilung des BÖLW vom 17.06.2026, presse@boelw.de, +49 30 28482 308.

 

Drei Vollkornmehlarten getestet

Dinkelvollkornmehl

Die gute Nachricht: Von 27 getesteten Dinkelvollkornmehlen schneiden 20 mit „sehr gut“ ab, davon 13 in Bio-Qualität. Darstellung jeweils Anbieter/ Euro pro 1000 g

„sehr gut“: Antersdorfer Mühle 2,99, Lidl Belbake/ Bio-Mühle Göddenstedt   1,35, Netto 1,35, Aldi Nord/ Frießinger Mühle 1,35, Bohlsener Mühle 3,29, Dennree/ Vogtland Bio-Mühlen 1,99, Dm 1,25, Donath Mühle 4,49, Rossmann Ener Bio 1,25, Penny/ Frießinger Mühle 1,25, Aldi Süd/ Scheller Mühle 1,35, Rewe/ Frießinger Mühle 1,29, Spielberger, Demeter 3,99

Die schlechte Nachricht: Ausgerechnet sechs der restlichen sieben Mehle sind Bio-Produkte:

  • „gut“: Campo Verde, Demeter 3,99, Kaufland/ Scheller Mühle 1,25
  • „befriedigend“: Alnatura 2,29, Edeka 1,35
  • „ausreichend“: Küchenmeister/ Frießinger Mühle 1,99
  • „ungenügend“: Norma Bio Sonne/ Frießinger Mühle 1,2

Man fragt sich, wie es kommt, dass die Produkte der Frießinger Mühle so unterschiedlich abschneiden: Aldi Nord, Penny und Rewe verkaufen „sehr gute“ Produkte dieser Mühle; das eigene Produkt erreicht nur ein „ausreichend“, das bei Norma ist sogar „ungenügend“. Im „Küchenmeister“ fand man „erhöhte Nickel“-Werte und bei Norma „erhöhte Nickel“- und „erhöhte Cadmium“-Werte. Mögliche Ursache: Die Mühle verarbeitet Getreide aus Deutschland; das Mehl bekommen Aldi Nord, Penny und Rewe. Aber auch Getreide aus anderen EU-Staaten; das nimmt man für die eigene Marke „Küchenmeister“, um sie billig anbieten zu können, und für Norma.                                                              

Weizenvollkornmehl

Es gibt nur „sehr gute“ und „befriedigende“ Bio-Vollkorn-Weizenmehle. Nur ein Nicht-Bio-Mehl ist „mangelhaft“, das von Aurora Mühlen.

  • „sehr gut“ in Euro pro 1000 g

Alnatura 1,29, Bauck         1,99, Dennree/ Vogtland BioMühlen 1,29, Dm 0,85, Kaufland/ Scheller Mühle 0,85, Rewe/ Frießinger Mühle 0,99

  • „befriedigend“ in Euro pro 1000 g      

Norma Sonne/ Ulmer Nahrungsmittel 0,85, Aldi Nord u. Aldi Süd/ Frießinger Mühle 0.85, Edeka 0,85, Spielberger Mühle, Demeter  2,29

Roggenvollkornmehl

Es gibt nur „sehr gute“ Bio-Vollkorn-Roggenmehle. Acht Mehle wurden getestet, davon 6 Bio-Mehle: Alnatura 1,59, Bauck 1,99, Dennree/ Vogtland BioMühlen 1,49, Dm 1,35, Donath Mühle 2,99, Rewe/ Frießinger Mühle 1,39 (jeweils in Euro pro 1000 g)

Quelle: Öko-Test 4.2026

Willkommen im Knoblauchsland

Bericht von Wolfgang Ritter

Gleich zweimal kurz hintereinander wurde in den Nürnberger Nachrichten (NN) über unser Firmenmitglied Rudolf Dworschak berichtet. Wahrscheinlich deshalb, weil er in den Stadtrat gewählt wurde. Damit ist der Bio-Verbraucher e.V. mit drei Mitgliedern im Stadtrat vertreten. Inga Hager und Marc Schüller sind die beiden anderen. Wir bringen Inhalte aus dem zweiten Interview und stellen bei dieser Gelegenheit unsere Bio-Gärtner im Knoblauchsland Nürnberg vor.

„Wissen, wo was wächst“ (NN vom 29. April)

Vor 30 Jahren hat Rudolf Dworschaks Vater mit Bioland-Gemüse-Anbau begonnen, stellte aber bald auf Kräuter um. Der Sohn hat jetzt wieder Tomaten und Gurken ins Sortiment aufgenommen und gibt Hinweise zu deren Kultivierung.

Tomaten werden erst im Januar im beheizten Gewächshaus gepflanzt, die ersten sind dann im April/ Mai reif und werden bis November geerntet. „Geerntet werden sie erst, wenn alle Tomaten (an einer Pflanze) reif sind. Gepflückt wird einmal die Woche.“ Von November bis Januar wachsen Winterroggen, Ackerbohnen und Senf im Gewächshaus, die als Gründüngung dienen. „Das genügt, damit der Boden belebt bleibt.“ Wenn man mit dem Spaten in die Erde sticht, kommen Regenwürmer zum Vorschein; sie helfen beim Belüften und Düngen.

„Bio-Tomaten müssen im Erdboden wachsen“, im Unterschied zu konventionellen. Eine weitere Besonderheit ist die Einhaltung einer Fruchtfolge: „Wir schauen, dass wir alle drei Jahre Gurken auf die Fläche kriegen.“

Die meisten Gemüsegärtner im Knoblauchsland haben in den vergangenen Jahren gewaltig in beheizbare Gewächshäuser investiert und vermarkten die riesigen Erntemengen über den Großhandel oder haben Lieferverträge mit großen Einzelhandelsketten, wie Edeka, Kaufland, Rewe, Netto abgeschlossen. Ihnen machen die Billigimporte zu schaffen. Dworschak könnte z.B. den ganzen Winter über die Region mit frischem Schnittlauch versorgen. Aber mit den Preisen afrikanischer Betriebe, in denen die Mitarbeiter 3,50 €/ Stunde verdienen, kann und will er nicht mithalten. Er ist stolz, viele Menschen ganzjährig zu fairen Bedingungen beschäftigen zu können. Wichtig sind deshalb bewusste Verbraucher, die regionale Ware nachfragen.

Unsere Bio-Gemüsegärtner im Knoblauchsland

Überwindung von Ertragslücken im organischen und biodynamischen Weinbau – Erkenntnisse aus einem 18-jährigen Feldversuch

Die Bekämpfung von Umweltzerstörung und die Förderung der landwirtschaftlichen Nachhaltigkeit sind zentrale Herausforderungen des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Agroökologische Praktiken wie biologische und biodynamische Landwirtschaft sind entscheidend, um die Landwirtschaft zu transformieren und die Ökosystemdienstleistungen zu verbessern, indem synthetische Betriebsmittel vermieden werden. Obwohl sie oft für geringere Erträge kritisiert werden, ist wenig darüber bekannt, wie sich diese Systeme über längere Zeiträume unter unterschiedlichen Klimabedingungen anpassen und funktionieren, insbesondere bei mehrjährigen Kulturen wie Weinreben. Dies stellt eine große Wissenslücke dar, da das Verständnis ihrer langfristigen Anpassungsfähigkeit unerlässlich ist, um widerstandsfähige und nachhaltige Produktionssysteme unter dem Klimawandel zu gestalten. Diese 18-jährige Feldstudie in Geisenheim, Deutschland, adressiert diese Lücke, indem sie die langfristigen Auswirkungen organischer, biodynamischer und integrierter Behandlungen auf Vitis vinifera cv. Riesling bewertet.

Sie stellt die einzige Langzeitstudie zu mehrjährigen Kulturen dar, die systematisch die Auswirkungen dieser Systeme auf agronomische Parameter, Pflanzenleistung und Traubenqualität vergleicht, wobei deren Entwicklung nach der Umwandlung und ihre Reaktion auf klimatische Variabilität beobachtet werden. Anfangs zeigten organische (−17 %) und biodynamische (−14 %) Systeme geringere Erträge und eine geringere Rebenvitalität im Vergleich zur integrierten Bewirtschaftung. Allerdings verringerten sich die Ertragslücken nach etwa einem Jahrzehnt deutlich.

Die Change-Point-Analyse zeigte verbesserte relative Erträge in organischen und biodynamischen Flächen 8–9 Jahre nach der Umwandlung, begleitet von stabilen oder verbesserten Ravaz-Indexwerten. Bemerkenswert ist, dass in heißen, trockenen Jahrgängen organische und biodynamische Systeme erhöhte Ertragseffekte (+2,3 % bzw. +9,0 %) sowie einen erhöhten verfügbaren Hefestickstoff aufwiesen. Im Gegensatz dazu blieben Ertragslücken in kühleren, feuchteren Jahrgängen bestehen, wahrscheinlich aufgrund pathogenbedingter Verluste. Nährstoffmängel waren nicht die Hauptursache für anfängliche Ertragsrückgänge, und die Traubenqualitätsparameter zeigten minimale Unterschiede in der Behandlung. Diese Langzeitergebnisse zeigen, dass organischer und biodynamischer Weinbau anfängliche Ertragsdefizite überwinden und unter zunehmend wärmeren, trockenen Bedingungen möglicherweise eine integrierte Bewirtschaftung übertreffen kann. Die Ergebnisse heben die Anpassungsfähigkeit und Klimawiderstandsfähigkeit agroökologischer Systeme hervor und bieten einen nachhaltigen Weg für die zukünftige mehrjährige Landwirtschaft.

Quelle: Newsletter des Forschungsring e.V. vom 26.05.2026; Überwindung von Ertragslücken im organischen und biodynamischen Weinbau: Erkenntnisse aus einem 18-jährigen Feldversuch | Agronomie für nachhaltige Entwicklung | Springer Nature Link

Landwirte und Verbraucher tun sich zusammen zu „Ernteteilern“

Bericht von Wolfgang Ritter

Unter dem Titel „Alternative zum eigenen Garten“ berichteten die Nürnberger Nachrichten (NN) am 9. April 2026 über eines unserer ältesten Firmen-Mitglieder, den Biolandbetrieb Karl Dollinger, heute Biohof Höps. Der Biohof wurde über viele Jahre von Karl Dollinger aufgebaut und geprägt, der als Pionier des ökologischen Landbaus in der Region galt. Gemeinsam mit engagierten Verbraucherinnen und Verbrauchern entwickelte er 2014 die Grundlagen für die heutige solidarische Landwirtschaft auf dem Hof. Nach seinem Tod im Mai 2021 wird der Betrieb von seiner Frau, Claudia Höps, weitergeführt – in seinem Sinne und auf Basis der gemeinsam entwickelten Idee. Der Hof trägt heute den Namen Biohof Höps, auch mit Blick auf die nächste Generation: Die Kinder, die den Hof übernehmen sollen, tragen diesen Namen bereits weiter.

Antworten Claudia Höps‘ im Interview mit NN vom 9. April 2026 und weitere Details

  • „Wer keine Möglichkeit hat, selbst Lebensmittel zu erzeugen, kann Teil unserer Erntegemeinschaft werden.“
  • „Was wächst, wird verteilt. So kann man auch Sachen probieren, die man sonst nicht kaufen würde.“
  • „Wir sind eine Erntegemeinschaft.“
  • „Wir bauen ursprüngliche Lebensmittel an, die schmecken so gut wie aus dem eigenen Garten.“
  • „Wer billiges oder makelloses Biogemüse will, der muss woanders hin.“
  • „Die Leute kommen oft gestresst, wenn sie dann eine Stunde bei uns sind, kann man sehen, wie der Stress abfällt.“

Der Hof bietet eine große Vielfalt: Gemüse, Kräuter, Urgetreide, Eier, Milch- und Fleisch. Verbraucher, die sich der SoLaWi-Gemeinschaft anschließen, bekommen wöchentlich, was der Hof gerade bietet, evtl. ergänzt mit Produkten benachbarter Biohöfe. Sie können ihren Ernteanteil an verschiedenen Depots in der Region abholen, u.a. in Roth, Fürth und Nürnberg. Man kann nur vegetarische Produkte wählen oder das volle Programm mit Fleisch und zahlt zwischen 160 und 200 Euro im Monat.

Die Bio-Landwirtin wünscht sich „Ernteteiler“, die ihr Konzept verstehen und mittragen. Viele beteiligen sich nicht nur wegen des Ernteanteils, den sie bekommen, sondern weil sie die Verbindung zum Hof schätzen. Sie wollen ihren Kindern das Hofleben nahebringen, die Tiere erleben und selber mitmachen: pflanzen, hacken, ernten. Der Hof bietet regelmäßig Mitmachmöglichkeiten an, in diesem Jahr 10 Aktionen.

Ergänzende Informationen zum Biohof Höps

Der Hof ist seit 7 Jahren Demeter zertifiziert. Man kann eine Erntekiste abonnieren, es gibt einen Hofladen, der dienstags bis samstags von 7.00 bis 19.00 Uhr geöffnet ist und einen Online-Shop. Ganz außergewöhnlich ist der Bauernhof-Kindergarten – auch mit Ganztagsbetreuung.

Kontakt: 91177 << 24, Tel. 09173-78897,https://www.biohofhoeps.de

Mehr zur Hofgeschichte: https://www.biohofhoeps.de/hof-und-haltung/geschichte/

Mehr zum Kindergarten: https://www.bauernhofkiga-hoeps.de/

Unser Partner Essen mit Zukunft e.V. hat eine Vision: Gesundes Essen für alle – gerecht für die Menschen und tragfähig für unseren Planeten. Wir setzen uns ein für faire Preise, stärken Agrarökologie und Ernährungssouveränität und fördern eine pflanzenbasierte, saisonale und regionale Ernährung. Mehr Info: http://www.essen-mit-zukunft.de/, T. 040-392526

Schlafen und Bio-Essen günstig in Hamburg: Schanzenstern Hotel, Einzel-, Doppel-, Mehrbettzimmer, Apartments, Bio-Frühstücksbuffet, Bio-Mittagstisch – auch vegetarisch vegan und glutenfrei, Bio-Catering, www.schanzenstern.com, Tel. 040-39903030

Eiscafé in 91448 Emskirchen, Erlanger Str. 3: natürliches Eis mit vielen Bio-Zutaten aus der Region, eigene Eismanufaktur, Chefin ist Glacière (Eismacherin), Mi-Sa 14-18.30, So 13-18.30 Uhr, Tel. 09104-8249982 www.eislie.de, wenige Minuten vom Bahnhof Emskirchen

Naturhof Schwab, Suddersdorf 25, 91575 Windsbach, stellt selber her: Müsli, Öle, Mehle, Flocken; Hofladen: Mi u. Fr 9.00-18.00 Uhr, T. 09871-477, Online-Shop, www.naturhof-schwab.de

Günter Sippel, ältester Bioland-Gärtner in Nürnberg, bewirtschaftet seinen Betrieb wieder selber; Verkauf: Hofladen, Alte Parlerstr. 3, 90425 Nürnberg: Mi u. Fr 12-14 Uhr, Hauptmarkt: Fr 7-10 Uhr, Langwasser, Heinrich-Böll-Platz: Sa 7-10 Uhr, Tel.: 0911-332206

Bio-Liköre: Kräuterlikör, Salbeilikör, Zitronello Bavarese von Salbeyer GmbH & Co KG 82194 Gröbenzell, www.salbeyer.de, info@salbeyer.de, Tel. 08803-63 97 26, Internet-Shop