• Kaltgepresste Demeter-Speiseöle aus regionalen Ölsaaten, Mehle, Hanf, Proteine, Die Ölfreunde,  88631 Beuron-Thiergarten, Tel. 07570 – 666, www.dieoelfreunde.de
  • Confiserie, Fruchtkugeln, Fruchtriegel, Marzipan, Süßwaren aus Lübeck, Lubs GmbH, 23560 Lübeck, T. 0451 – 58 60 67 28, www.lubs.de, Fabrikverkauf, Online-Shop
  • Energieriegel, Nuss-Frucht-Riegel, Raw Bite, Organic Friends & Sports GmbH, 22607 Hamburg, Tel. 040 – 38 69 92 30, organicfriends.de, Online-Shop
  • Produkte aus 100% gekeimtem Demeter-Getreide (Dinkel, Roggen und Buchweizen) Bettinas Kleinbackstube, 83349 Palling,T. 08629–9879555, lebenskeimbrot.de, Online-Shop
  • Burger, Falafel, Fertigmischungen, Frühlingsrollen, Teigtaschen, Tiefkühl-Fritten u. -Obst vegan, vegetarisch, organic veggie food GmbH, 83093 Bad Endorf, T. 08053-79520-0, soto.de
  • Bio-Waschsalon in Nürnberg eröffnet; Waschen, Bügeln, Mangeln, Sonett-Reinigungsmittel, Lavendel Waschen, Marilena Pal, Johannisstr. 107, 90419 Nürnberg, Tel.: 0152.29918053
  • BBQ, Feinkost, Senf für Händler u. Verbraucher in München, Fürstenfeldbruck, Münchner Kindl Senf GmbH, 82256 Fürstenfeldbruck, T. 08141-3637, www.muenchner-kindl-senf.de, Online-Shop

Kohlrabi-Blätter gebraten, eine Delikatesse …

Burger an Gemüsechips und Kohlrabi-Blättern
Zubereitungszeit: 30 Min. So geht’s (für 2  Personen)

Zwei kleine Kohlrabis von den Blättern befreien und schälen. Zwei mittlere Möhren putzen und halbieren. Kohlrabi und Möhren zu Chips stifteln. Ich habe dazu ein Küchengerät, das zur Herstellung von Kartoffelchips gedacht ist (siehe Bild). Gemüsechips und entstielte, gewaschene Kohlrabi-Blätter 10 Minuten in kochender  Gemüse-Brühe blanchieren. Blanchierte Kohlrabi-Blätter in der Pfanne mit Öl, Knoblauch und Zwiebeln anbraten. Nach etwa fünf Minuten etwas von der Brühe zum „Löschen“ der Blätter in die Pfanne geben, mit Pfeffer abschmecken. Weitere 15 Minuten bei geschlossenem Pfannendeckel dünsten. Fertig-Burger oder Back-Camembert oder beides in der Bratröhre grillen; nach einiger Zeit wenden.

„Ein Serviervorschlag aus der einfachen, schnellen, regionalen Bio-Küche!“

Guten Appetit wünscht Wolfgang Ritter

Anmerkungen zum Corona-Syndrom

Ausschnitte aus einem mehrseitigen Skript von Dr. med. Thomas Hardtmuth, per Email erhalten am 09.05.2020

Überall, wo der Mensch zerstörerisch in Naturräume eindrang, die über Jahrmillionen der Evolution entstanden sind und in denen sich höchst komplexe, ökologische Gleichgewichtssysteme gebildet haben, wurden Viren frei, die zu menschlichen Pathogenen wurden. Beispiele: Als belgische Kolonialherren im Kongo Eisenbahnen bauten und Städte in den Urwald hineintrieben, haben sich die in den dort lebenden Affen (Makaken) sesshaften Lentiviren langsam an den Menschen angepasst. Daraus entstanden später die Erreger der AIDS-Erkrankung, die HI-Viren. Als die Britische Ostindien-Kompanie im 19. Jahrhundert große Flächen rodete, um Reisanbau zu betreiben, kamen immer mehr Menschen in Kontakt mit dem Brackwasser und mit den darin lebenden Mikroorganismen – daraus ging die erste von insgesamt sieben großen Cholera-Pandemien hervor. Auch beim Ebolavirus, welches eine hochfieberhafte, hämorrhagische Infektion auslöst, an der die allermeisten Patienten versterben (2014 gab es 11.000 Tote in Westafrika), sind Flughunde das natürliche Reservoir. Über Schweine und Affen als Zwischenwirte, in denen die Viren weiter mutieren, gelangen sie in den Menschen. In den amerikanischen Massentierhaltungen sind über 50% der Masttiere mit EHEC infiziert, Keime, die für den Menschen, aber nicht für die Tiere schädlich sind. Durch die industriellen Großbetriebe fallen riesige Mengen an Exkrementen an, die gar nicht mehr auf die Felder ausgebracht werden können und deshalb in großen Jauchegruben abgelagert werden – der ideale Nährboden für EHEC-Erreger. Über das Trinkwasser gelangen sie in die menschlichen Nahrungskreisläufe und sorgen in den USA für etwa 90.000 EHEC-Erkrankungen pro Jahr.

Auf den sogenannten Wet-Markets in Asien, v.a. in China, werden lebende Tiere angeboten, die dann unmittelbar vor dem Verkauf geschlachtet werden. Die Tiere stehen hier oft aufgestapelt in engen Käfigen und erleiden einen maximalen Stress, wodurch zahlreiche Viren freigesetzt bzw. zwischen Tieren und Menschen ausgetauscht werden. Als primärer Infektionsort der gegenwärtigen Coronavirus-Epidemie wird der „Wuhan Huanan Großhandelsmarkt für Fische und Meeresfrüchte“ in China angenommen. Auch die Erreger von SARS, Vogelgrippe und anderen neuen Seuchen stammen aus solch beschämenden Verhältnissen bzw. aus der Massentierhaltung.

Wir müssen uns die grundsätzliche Frage stellen, ob wir durch unseren rücksichtslosen Umgang mit der Natur nicht letztlich einen für uns selbst tödlichen Preis bezahlen, was ja auf immer mehr Ebenen immer deutlicher wird. Mit einer verhängnisvollen Ahnungslosigkeit für systemische Naturzusammenhänge agiert die globale Lebensmittelindustrie nach dem Motto „Langfristige Katastrophen für kurzfristigen Profit“. Durch riesige Monokulturen werden die Populationsgrößen von einzelnen Arten massiv verändert, was zu ökologischen Gesamt-Dysbiosen und damit zu Krankheitsdispositionen in unüberschaubaren Ausmaßen führt.

Die Ära Maly ist vorbei, der Beauftragte für das Netzwerk Biometropole bleibt

Dr. Werner Ebert im Interview mit Wolfgang Ritter

  1. Die Ära Maly (Oberbürgermeister)/ Pluschke (Umweltreferent) geht nun zu Ende, du wirst die Arge BioMetropole Nürnberg weiter führen. Wie kam es zur Gründung? Waren Maly und Pluschke damals schon im Amt?

Ulrich Maly war gerade ein Jahr Oberbürgermeister. Peter Pluschke war noch Leiter der Stadtentwässerung und Umweltanalytik; er wurde 2008 zum Umweltreferenten gewählt. Der Start von Bio in Nürnberg ist wirklich schon lange her. Der erste Stadtratsbeschluss war 2003. Gefordert wurde er von aktiven Unternehmern, wie z.B. Hubert Rottner, dem Gründer der BioFach Messe. Initiiert wurde der Beschluss von Stadträtinnen der CSU und Bündnis90/Die Grünen, die SPD schloß sich dem an. Ein sehr wichtiger Hintergrund war, dass zu der Zeit Renate Künast Landwirtschaftsministerin war und erstmals in großem Stile deutschlandweit den Ökolandbau und die Bio-Branche gefördert wurde. Dies motivierte seitdem Städte und Landkreise selbst aktiv zu werden. Seitdem ist ja Bio richtig kommunal und regional geworden.

2. Wie hast du die Zeit mit diesen beiden Politikern erlebt? Anregend, unterstützend, abwägend, bremsend?

Oberbürgermeister und Umweltreferent sind natürlich zentrale Personen, wenn es um die Förderung einer Wirtschaftsbranche und um den Einsatz von gesunden Bio-Lebensmitteln geht. Beide haben wichtige Türen für Bio geöffnet, etwa auf Ebene der EU, des italienischen Netzwerkes „Cittá del Bio“, im deutschen Städtetag oder über die deutschen Bio-Städte. Beide haben auch den Kongress StadtLandBio, der parallel zur BioFach stattfindet, mit befördert. Überhaupt ist die BioFach natürlich ein wichtiges Aushängeschild für Nürnberg; beide waren auf der Messe immer als Vertreter Nürnbergs sichtbar. Klar, kann man immer mehr tun. Bei den Veranstaltungen und Empfängen des Oberbürgermeisters hätte ich mir mehr Bio gewünscht. Damit würde zwar nicht der Markt verändert, es hätte jedoch eine hohe Symbolwirkung. Ob Lebensmittel mit viel Chemie oder Konservierungsstoffen produziert werden, hat ja unmittelbaren Einfluss auf unsere Gesundheit. Ich kann mir für die Arbeit im Referat für Umwelt und Gesundheit sehr gut vorstellen, diesen Zusammenhang noch stärker herauszustellen.

3. Von wem gingen üblicherweise die Ideen und Initiativen in der Arge aus – von diesen beiden Vorgesetzten, von anderen Ämtern, von dir selbst, von den anderen Mitgliedern der Arge (Unternehmer und zivilgesellschaftliche Organisationen)?

Für mich ist nicht wichtig, von wem die Ideen ausgehen. Wichtig ist mir ein Umfeld zu haben, in dem Ideen gedeihen und das Menschen mit Ideen anzieht. So ging der Anstoß, Bio erleben durchzuführen, ja von den Bio-Verbrauchern aus.  Die essbare Stadt haben der Ernährungsrat bzw. Bluepingu in Nürnberg auf den Egidien-Platz und den Platz vor der Jakobskirche gestellt. Natürlich gingen auch wichtige Initiativen von uns aus, wie z.B. die Einrichtung der Öko-Modellregion, Förderprojekte zum Urgetreide Emmer oder das Netzwerk „Bildung. Ernährung. Ökolandbau“. Die Aufgabe von Oberbürgermeister und Referent ist dabei oft, politische Unterstützung vor allem im Stadtrat, aber auch durch Landes- und Bundesregierung zu organisieren. Hier konnte ich mich auf beide immer verlassen.

4. Wenn du nun auf über die 17-jährige Arbeit der Arge BioMetropole Nürnberg zurückblickst: Was waren Ereignisse, an die du dich gerne erinnerst, was waren große Herausforderungen, Pleiten und Erfolge?

In der alltäglichen Arbeit erscheinen Maßnahmen oft schwierig, es geht nur zäh vorwärts. Wenn ich jedoch  innehalte und auf diesen längeren Zeitraum schaue, staune ich aber dann doch, was wir alle zusammen erreicht haben. Im Jahr 2003 gab es so gut wie kein Bio-Essen in den Einrichtungen und bei Veranstaltungen der Stadt. Bei den Kitas liegt der Bio-Anteil mittlerweile bei 75%.  Auf dem Christkindlesmarkt gibt es zu Bratwurst, Glühwein und Lebkuchen immer eine Bio-Alternative. In der Rathauskantine ist eines von vier Gerichten bio. Die Berufsschulen für Ernährung und Versorgungsmanagement sowie die Berufsschule für Köche, Bäcker, Metzger sind (und das deutschlandweit einmalig) bio-zertifiziert. Die Projekte und Erfolge der Öko-Modellregion sind da noch gar nicht mitgezählt.

Am Anfang haben uns viele mit dem Bio-Thema auch nicht ernst genommen. Mittlerweile haben wir viel Rückenwind und offene Türen. Vor allem die Bayerische Staatsregierung fördert den Ökolandbau und vor allem auch die Öko-Modellregionen auf beachtlichem Niveau. Das Ziel 30% Ökolandbau bis 2030 ist ambitioniert, aber auch erforderlich. Auf Bundesebene gibt es die Zukunftsstrategie Ökolandbau. Und sogar auf EU Ebene passieren aktuell interessante Dinge. So soll es eine EU weite Ernährungsstrategie geben und im Rahmen des Green Deal der EU soll die Förderung des Ökolandbaus ein wichtiges Ziel innerhalb der EU sein.

5. Wie sieht die Zukunft der Arge BioMetropole Nürnberg aus? Welche Ziele hast du dir gesetzt? Welche Unterstützung erhoffst du dir?

Der Stadtrat hat im Oktober ja noch neue Ziele bis zum Jahr 2026 beschlossen. Das ist unser Arbeitsauftrag. Es muss sich aber auch noch zeigen, wie der neue Oberbürgermeister Marcus König und der neue Stadtrat sich beim Thema Bio positionieren. Vor dem Hintergrund von Bayern bioregio 2030, der Bio-Initiative der Staatsregierung, und der verbesserten Förderung durch das Bundesprogramm Ökolandbau erwarte ich weiter Unterstützung. Britta Walthelm, die neue Referentin für Umwelt und Gesundheit, wird das Thema Bio sicher genauso aufgreifen wie Dr. Pluschke. Ich erhoffe mir, dass die Unterstützung durch Initiativen, Vereine, Verbände und Unternehmen in Nürnberg weiter zunimmt und wir Bio noch mehr zum Markenzeichen für Nürnberg machen können. Über die Erarbeitung einer Ernährungsstrategie, so der Stadtratsbeschluss im Oktober, versuchen wir ab dem nächsten Jahr auch besondere Beteiligungsmöglichkeiten zu bieten. Insofern sprechen wir mittlerweile nicht mehr von der Arge, sondern vom Netzwerk Biometropole. Dies soll zum Ausdruck bringen, dass Bio nicht nur ein Projekt der Stadt ist, sondern in Nürnberg und in der Region breit verankert und durch das Engagement vieler Menschen getragen ist.

Kontakt: Dr. Werner Ebert, Stadt Nürnberg, Referat für Umwelt und Gesundheit, Hauptmarkt 18, 90403 Nürnberg, Tel: 0049 911 231 4189, werner.ebert@stadt.nuernberg.de

Großer Erfolg: Keine Patente auf Pflanzen und Tiere

Das Europäische Patentamt stimmt der restriktiven Auslegung des Patentrechtes zu

Patente auf Pflanzen und Tiere aus konventioneller Züchtung können in Europa vollständig verboten werden. Das geht aus einem Urteil der Großen Beschwerdekammer hervor, dem höchsten rechtlichen Gremium des Europäischen Patentamtes (EPA). Die Kammer entschied, dass Pflanzen und Tiere aus ‚im Wesentlichen biologischen‘ Züchtungsverfahren nicht patentierbar sind. Ausgenommen davon sind Patentanträge, die vor Juli 2017 eingereicht wurden. Keine Patente auf Saatgut! begrüßt dieses Urteil, fordert aber weitere politische Entscheidungen, um bestehende rechtliche Schlupflöcher zu schließen. Der Zugang zur biologischen Vielfalt, die für die Züchtung benötigt wird, darf nicht durch Patentinhaber kontrolliert, behindert oder blockiert werden.

„Das aktuelle Urteil kann dazu beitragen, ein Jahrzehnt voller rechtlicher Absurditäten und chaotischer Entscheidungen am EPA zu beenden. Es gibt aber immer noch ein großes Risiko, dass große Konzerne wie Bayer, ehemals Monsanto, das Patentrecht dazu missbrauchen, um die Kontrolle über Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zu erhalten”, sagt Katherine Dolan vom Verein ARCHE NOAH. „Das Problem ist noch nicht gelöst. Weitere politische Entscheidungen sind notwendig, um die bestehenden Schlupflöcher zu schließen.“

Tatsächlich gibt es nach wie vor Gründe, besorgt zu sein. Wie ein aktueller Bericht von Keine Patente auf Saatgut! zeigt, müssen die Unterschiede zwischen technischen Erfindungen und den Methoden der konventionellen Züchtung klar definiert werden, um die bestehenden Verbote wirksam zu machen. Ansonsten können ‚technische Garnierungen‘ wie die Beschreibung von zufälligen Mutationen dazu missbraucht werden, um Pflanzen und Tiere als ‚Erfindungen‘ zu beanspruchen.

Quelle: Keine Patente auf Saatgut! e.V., Ausschnitte einer Info v. 14.05.2020, www.no-patents-on-seeds.org

Mineralöl im Müsli-Riegel

Beitrag von Wolfgang Ritter

Diesen Titel benutzt die Zeitschrift ÖKO-Test/ April 2020 als Aufmacher für die Frontseite des Magazins. Man hatte 20 Müsli-Riegel gekauft und testen lassen; neun davon sind mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durchgefallen. Warum? Sie sind mit Mineralöl, Glyphosat oder anderen Pestiziden belastet. Besonders tat sich in dieser Beziehung der Riegel von Seitenbacher  hervor; er enthielt gleich einen Mix aus 10 Giften. Darunter die bienengiftigen Substanzen Cyhalothrin und Indoxacarb. Seitenbacher wirbt für sein Produkt mit „Lecker, lecker, lecker“. ÖKO-Test kommentiert: „Igitt, igitt, igitt“. Negativ wurde auch bewertet, wenn die Riegel zu viel Zucker oder zugesetzte Aromen enthielten  oder wenn die Produkte werbeaussagen trugen, die die Verbraucher täuschen.

Die gute Nachricht ist: Alle vier getesteten Bio-Produkte sind frei von Mineralölrückständen, Pestiziden und künstlichen Aromen. Drei davon erhielten die Note „sehr gut“: Allos Hafer Flapjack Nuss, Alnatura Müsli Ahorn-Dattel, Rapunzel Müsli Snack Kokos-Amaranth. Mymuesli Müsli-Riegel Cranberry Pistazie enthält mehr Zucker als die drei anderen und die Nährwertdeklaration auf der Verpackung ist kaum lesbar klein geschrieben. Deshalb nur Note „befriedigend“. Er ist zugleich der teuerste getestete Riegel: 35 g = 2,71 Euro.

Die Bienenweide

Beitrag (Ausschnitte) von Marc Schüller

Honig-Bienen sind auf die Blütensituation ihrer Umgebung angewiesen. Sie beweiden in ihrem etwa 3-Kilometer-Radius alle Blüten, die sogenannten Trachtpflanzen. Sie sammeln aus ihnen Pollen und Nektar, in kleinen Mengen Propolis. Dies ist zum einen der eiweißreiche Blütenstaub, den sie insbesondere zur Fütterung ihrer Larven benötigen, zum anderen ist Nektar der zuckerhaltige Blütensaft Grundlage des Honigs. Propolis sind Blüten- und Pflanzenharze, die im Bienenvolk antibakteriell wirken und das Volk vor Krankheiten schützt.

Dieses Anfliegen der Blüten und permanente Sammeln stellt die momentane Versorgung sicher, ist  aber auch der spätere Grundstock für die eingelagerten Wintervorräte. Nebenbei bestäuben sie die angeflogenen Pflanzen, verstärkt durch ihre hohe Präsenz im Frühjahr und ihrer Fähigkeit der Kommunikation. Sie bewirkt, dass sich ein Bienenvolk einig wird, von welcher Pflanzenart in diesem Moment gesammelt wird. Diese Blütenstetigkeit macht die Honigbiene besonders bei den Kulturpflanzen zum zentralen Bestäuber.

Wie bei anderen Weidetieren auch, ist die Qualität und die Vielfalt ihrer Nahrung Grundlage für eine gesunde Entwicklung, sowohl der einzelnen Bienen wie auch die des ganzen Volkes. Einseitige Ernährung, gar belastet mit Rückständen aus der Landwirtschaft, macht Bienen wie andere Lebewesen anfällig und letztlich krank. Die Trachtsituation ist stark von äußeren Einflüssen abhängig. Trockenheit, geringe Temperaturen und Wetterkapriolen insgesamt können trotz Vollblüte eine stete Versorgung der Bienen verhindern. Gerade der Klimawandel mit langen Hitze- und Trockenphasen schafft in Verbindung mit sandigen Böden eine Wasser-Not bei Trachtpflanzen, so dass sie ihre Produktion von Nektar einstellen.

In Landschaften, die von Monokulturen und Artenarmut geprägt sind, haben Bienen wie andere Insekten inzwischen große Probleme dauerhaft und gesund zu überleben. Die Blühphase jeder einzelnen Pflanze ist unterschiedlich. Insgesamt gesehen reicht sie in unseren Breiten von Februar bis in den November, in Städten und an geschützten Stellen zunehmend durchgehend. Die Hauptblühphase, die sogenannten Massentrachten, beschränken sich meist auf das Frühjahr und den Frühsommer. In erster Linie ist dies abhängig von der Dominanz einer einzelnen Pflanze oder einer Baumart. Klassische Trachtpflanzen sind der Löwenzahn, der Raps und Bäume wie die Robinie und die verschiedenen Lindenarten.

In der Regel handelt es sich bei Massentrachten oft um Kulturpflanzen, bei landwirtschaftlichen meist um die aus der konventionellen Bewirtschaftung. Daneben kann auch, wie die Imker sagen, der Wald „honigen“. Hier steht den Bienen, durchaus auch in großen Mengen, der sogenannte Honigtau, meist ein Baumsekret der Nadelbäume, zur Verfügung. Diese Zeiten des Überflusses stellen für die Bienen ihren Hauptarbeitseinsatz, ihren Leistungshöhepunkt dar. Dazwischen kümmern sie sich verstärkt um die Honigreifung, aber auch um sich selbst. In diesen Phasen ist die Bedeutung der vielen unterschiedlichen Wildblüten entscheidend, damit eine weitere, stete und qualitative Versorgung möglich ist. Gute Standorte zeichnen sich insbesondere durch diese Nahrungsmöglichkeiten zwischendurch, imkerlich genannt Läppertrachten, aus. Sie finden sich in naturbelassenen und naturnahen Landschaften, jedoch oftmals auch in Städten.

Die Bienen produzieren durch dieses System in der Regel erheblich mehr, zudem reine Sortenhonige, die sich geschmacklich, damit auch preislich deutlich von den Standorthonigen unterscheiden. Allerdings geht dies durch den deutlich erhöhten Durchsatz an Nektar und Bienen, der Arbeitsintensität ohne Verschnaufpausen, der regelmäßigen Transporte zu neuen Standorten und letztendlich auch der imkerlichen Praxis auf Kosten der Bienengesundheit, ja des Tierwohls. Unsere Honigbienen sind ein Teil der Landschaft, ob sie kulturell gepflegt wird oder naturbelassen ist. Sie sind ein wichtiger und unverzichtbarer Motor im gesamten ökologischen Kreislauf. Diese gegenseitige Abhängigkeit bedarf einer guten Balance zwischen der Insektenwelt insgesamt und deren Nahrung auf der Weide, den Blühpflanzen.

Quelle: Marc Schüller (eigene Zuschrift); Der Autor ist Imker-Berater beim Anbauverband  Biokreis e.V. (Dort erschien der Beitrag in den Bio-Nachrichten, Ausgabe 02/ April 2020, Mitglied im  Bio-Verbraucher e.V. und seit Mai 2020 Stadtrat in Nürnberg

Sieben Prinzipien der Hof-Idee

Ausschnitte aus einer Nachschrift eines Vortrages von Ueli Hurter

Ich will zurückkommen auf den Hof als der mittleren Ebene zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos. Wie das funktionieren könnte, habe ich mir in meiner Werkstatt etwas zurechtgelegt und komme dabei auf sieben Prinzipien, die den Hof darstellen.

Erstes Prinzip: Der Boden – Verlebendigung der Erde

Der Boden scheidet Oben und Unten. Wir haben eine obere Lichtwelt und eine untere Finsterniswelt, die polar aufeinander bezogen sind. Dort, wo sie sich treffen, ist der Boden. Wir haben das Zwerchfell als Bild für den Boden angesprochen. Der Boden soll nach unseren Idealvorstellungen ein atmendes Zwerchfell sein und nicht einfach eine gerade Linie, wo beide Sphären aufeinanderprallen. Es ist die Grundgeste der bodenbürtigen Landwirtschaft, das Untere in das Obere und das Obere in das Untere zu tragen. Diese Grundpolarität, die sich ausdrückt im fruchtbaren Boden, ist für die Landwirtschaft konstitutiv. An der Grenze, wo Unteres und Oberes sich durchdringen, sind wir tätig.

Zweites Prinzip: Die Pflanzen – Beziehung zwischen Erde und Kosmos

Die Pflanze wächst vertikal, von unten nach oben, und von oben nach unten. Sie manifestiert in ihrem Lebensvollzug die Vertikale. Da die Erde nicht eine Fläche ist, sondern eine Kugel, wächst jede Pflanze mit ihrer Wurzel zum Erdmittelpunkt. Radial wachsen alle Pflanzen hinaus in den Umkreis zur Sonne. Diese Senkrechte ist das eigentlich lebendig Verbindende zwischen Oberem und Unterem. Die sehr verschiedenen Pflanzen zeigen einen vielfältigen Ausdruck des Vertikalprinzips. Die Pflanzen können physiologisch das Licht verstofflichen, hinuntertragen und durch die Wurzelexsudate in den Boden bringen. In der umgekehrten Richtung geht die wässerig gelöste Mineralität der Erde nach oben und bildet in Stängel und Blättern substantiell die grüne Pflanze. Der Süßwasserstrom fließt von oben nach unten, der Salzwasserstrom strömt von unten nach oben.

Drittes Prinzip: Die Tiere – Bildung des Hoforganismus

Als nächster Schritt kommen die Tiere dazu. Ich zeichne hier eine Kuh, und die frisst fast alles, was während eines Jahreslaufes auf dem Hof wächst. Sie gibt Milch und Mist. Die Milch verkaufen wir, den Mist behalten wir. Den Mist können wir anrotten oder kompostieren, und damit düngen wir den Boden. Damit haben wir jetzt einen Substanzstrom, der zum ersten Mal in der Kuh, zum zweiten Mal im Komposthaufen und zum dritten Mal im Boden verdaut wird, und so schließt sich dieser Kreislauf. Und weil diese Involutionen in dem Kreislauf sind, ist das in sich fruchtbar und trägt über die Zeit. Und damit haben wir eigentlich den landwirtschaftlichen Organismus gebildet, dieser seelisch konstituierte Raum ist jetzt vorhanden. Das ist ja einer der großen Inhalte dieser Hofidee –agronomisch gesprochen –, dass der Substanzkreislauf geschlossen ist. Jetzt muss man sich innewerden, dass dieses Schließen des Substanzkreislaufes nicht ein Ziel in sich ist, sondern die Grundlage dafür, dass der Organismus sich neu öffnen kann, was das vierte Prinzip ist.

Viertes Prinzip: Die Präparate – Weckung der Hofindividualität

Die Hand voll Mist im Kuhhorn bringt das Ganze auf den Punkt. Wenn ich das herstelle, rühre und ausbringe, dann öffne ich den Hof gegen unten, prinzipiell gesehen bis zum Erdmittelpunkt. Der scheinbar geschlossene Betrieb wird jetzt durch mein Wirken gegen unten in die Erdentiefen geöffnet. Polar dazu, mit dem Kieselpräparat, öffne ich den Hof gegen oben, prinzipiell gesehen bis zur Sonne. Mein Betrieb ist nicht mehr nur 40 Hektar groß, sondern er ist auch 10 Kilometer hoch und einige hundert Meter tief. Es ist eine Geste des Aufwachens in eine neue Dimension der Vertikalität, die ich mit den Spritzpräparaten bewirke. Mit den Kompostpräparaten – Schafgarbe, Kamille, Brennnessel, Eichenrinde, Löwenzahn, Baldrian – wirke ich mehr in einer Ausweitung in horizontaler Richtung. Die Fähigkeitsbildung durch die Kompostpräparate, die mit dem Mist und dem Kompost im ganzen Betrieb ausgebracht werden, bedeutet eigentlich, dass der Betrieb sich so vernetzen kann, dass, selbst wenn eine Substanz hier nicht vorkommt, sie an dem Ort wirkt, wo sie nötig ist.

Fünftes Prinzip: Landschaftsgestaltung – Pflege der Natur

Und jetzt könnte man sagen, wir sind landwirtschaftlich zu Ende, damit haben wir die Biodynamik. Aber, von diesem Punkt aus, von dieser Individualität aus, geht es weiter zu Prinzip fünf, zum Wirken über den Hof hinaus: Landschaftsgestaltung, Klimagestaltung bis hin zum Grundwassermanagement. Von so einem Ort aus kann jetzt in die umgebende große Natur hinein gestaltet werden. Das ist groß gesprochen, aber ich glaube, es gibt Beispiele, die alle auch bei sich beobachten können, eine Art Ausstrahlen von einem Kraft-Ort.

Sechstes Prinzip: Nahrung vom Hof für die Menschen

Das zweite Ausstrahlende ist, dass Nahrungsmittel entstehen, die sich aus dem landwirtschaftlichen Produktionsprozess ablösen und in den sozialen Organismus gehen können für alle die Menschen, die nicht (mehr) in der Landwirtschaft arbeiten. Der Hof ist eine produktive Einheit. Ich sähe 200 kg/ha Weizen und ernte 4.000 kg/ha und entsprechend bei allem Anderen. Das ist eine unwahrscheinlich hohe Produktivität. Der Weizen muss den Hof verlassen, damit der Hof nicht  erstickt. 4.000 kg/ha kann man nicht säen, aber ernten sehr wohl. Lediglich ein Zwanzigstel des Geernteten muss zurückbehalten werden – 200 kg. Das beinhaltet die ganze Frage der Nahrungsmittelproduktion, der Qualität und der Konsumtion.

Siebtes Prinzip: Soziale Transformation

Das dritte Ausstrahlende ist, dass eine Art Basis dadurch entsteht, dass jetzt Sozialgestaltung realiter möglich ist. An vielen biodynamischen Orten ist ein anfänglich keimhaftes, aber reell existierendes Experimentieren und Prototypisieren einer anfänglichen dreigliedrigen Sozialgestaltung möglich und auch Realität. Das gehört mit zur Hofidee dazu.

Quelle: Demeter Bayern | Rundbrief Nr. 146, März 2020

Neuer Standard: „Wirtschaft der Liebe“

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Foto: SEKEM

„Economy of Love“ (EoL), deutsch „Wirtschaft der Liebe“, wurde von der EBDA (Egyptian Biodynamic Association) entwickelt, wird vom COAE (Center for Organic Agriculture in Egypt) zertifiziert und ist stark von der ganzheitlichen Vision SEKEMs inspiriert. Das ist auch der erste Unterschied zu anderen Standards. Während die einen den Umgang mit der Umwelt beurteilen, konzentrieren sich andere auf faire Vergütung und Arbeitsbedingungen. EoL will beides abdecken und noch mehr: „Der kulturelle Aspekt, also die Frage danach, wie ein Produkt sowohl die Potentialentfaltung der Verbraucher als auch der Produzenten beeinflusst, berücksichtigt bisher kein anderes Label“, weiß Helmy Abouleish, der als Geschäftsführer der SEKEM Initiative die Entwicklung der Standards eng begleitet hat. „EoL soll ein multidimensionaler Standard für eine ganzheitliche nachhaltige Entwicklung sein.“ So müssen die Produzenten beispielsweise immer Zugang zu regelmäßigen kulturellen Aktivitäten und Bildungsangeboten haben, die lokale Kultur muss berücksichtigt und eingebunden werden und lebenslanges Lernen garantiert sein. Des weiteren gilt bei den Kultur-Kriterien, dass nur solche Produkte EoL-zertifiziert werden, die auch zur Potentialentwicklung der Verbraucher sinnvoll beitragen. Die Zertifizierten müssen also nicht nur den Anforderungen der biologisch-dynamischen Landwirtschaft oder des fairen Handelns nachkommen, sondern weitaus mehr: Die insgesamt 20 Grundkriterien betreffen die vier Dimensionen Kultur, Soziales, Umwelt und Wirtschaft gleichermaßen.

Die Notwendigkeit eines weiteren Standards sehen die Entwickler auch

netz.bio, sei.bio, Netz, Bio, Bioverbraucher, Bio-Verbraucher, Netzwerk, Suchmaschine, Liste, Bio-Reisen, Reisen, Bio-Adressen, Adressen, Bio-Anbieter, Anbieter, Bio-Erzeuger, Erzeuger, Bio-Dienstleister, Dienstleistungen, Bio-Berater, Bio-Beratung, Bio-Produzenten, Produzenten, Bio-Händler, Händler, Laden, Läden, Bio-Produkte, Bio-Erzeugnisse, Bio-Blog, Info-Brief, Bio-Nachrichten, Assoziative Zusammenarbeit, Bio-Angebote, Bio-Termine, Bio-Ausflüge, Bio-Landwirtschaft, Landwirtschaft und Handel, Wissenschaft/Forschung, Qualitäts- und Preisrecherchen, Grüne Gentechnik, BioMetropole Nürnberg, Biometropole, Bio Metropole, Verbrauchermeinung, Rezept des Monats, Rezepte, Online-Shops, Online Shop, Demeter, Bioland, Naturland, Biokreis, Bio-Kreis, Bio-Siegel, EG Öko Siegel, Siegel, Bio-Kochen, Bio-Gerichte, Bio-Rezepte, Bio-Einkaufen, Bio-Essen, Bio-Nachrichten, Bio-Veranstaltungen, Bio-Netz, Bio-Literatur, Bio-Angebote, Bio-Gesuche, Angebote und Gesuche, Bio-Berichte, Bio-Bilder, Mode, Urlaub, Reisen, Ausflug, Wein, Milch, Fleisch, Getreide, nachhaltig, fair, fair gehandelt, fair trade, Bauern, Winzer, Olivenöl, Öle, Massage, Wellness, Aktiv Urlaub, Reiterhof, Aktionen, Wolfgang Ritter, Deutschland, Bayern, Franken, Hessen, Baden Württemberg, Österreich, Italien, Griechenland, Frankreich, Dominikanische Republik, Malawi, Bio-Musterfarm, BioFach
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Foto: SEKEM

darin, dass keines der momentan vorhandenen Labels die gesamte Wertschöpfungskette abdecken und transparent darstellen kann. „Wenn die Verbraucher die Möglichkeit hätten, die Herkunft und den Weg eines Produktes nachzuvollziehen, würden sie ein anderes Kaufverhalten an den Tag legen, davon sind wir überzeugt“, so Justus Harm, der das Label mit der EBDA hauptverantwortlich entwickelt hat. „Wir wollen den gesamten Wertschöpfungskreislauf darstellen, um die Anonymität zwischen Konsumenten und Produzenten aufzuheben. Die verlorengegangene Beziehung zum Ursprung eines Produkts hat stark zu dem enormen Wertverlust von Waren und Arbeit beigetragen.“ Und zu dieser Transparenz gehört viel mehr als ausschließlich die Rückverfolgung der Haupt-Rohware, die nur einen bestimmten Teil des gesamten Produkts ausmacht; EoL berücksichtigt auch die Herkunft der Verpackungsmaterialien, die Transportwege, die Verarbeitung und die tatsächlichen Kosten, die bei der Produktion verursacht werden. Dabei wird auf Studien und praktische Erfahrung mit der „True Cost Accounting Methode“ zurückgegriffen, in denen die externalisierten Kosten der Herstellung wie beispielsweise Wasser-Verbrauch, Umweltbelastungen oder CO2-Ausstoß in den Produktpreis mit einkalkuliert werden. Zertifizierte müssen diese Kosten offenlegen, um Teil des EoL-Netzwerkes zu sein.

Das „impacTrace“-Tool ermöglicht die komplette Rückverfolgung eines Produktes. Hier können Verbraucher Informationen über die Bauern, über Transport, Verpackung, Verarbeitung oder den ökologischen Fußabdruck einholen.

Die „Economy of Love“-Zertifizierung kann ab sofort von Bauern und Verarbeitern in Ägypten bei der COAE beantragt werden. Unterstützt wird das neue EoL-Label auch auf internationaler Ebene von Akteuren aus der Bio- und Fairtrade-Branche. „Nicht nur SEKEM hat erkannt, dass Bio-Zertifizierungen oder faire Wirtschaftssiegel nicht mehr ausreichen. Wir müssen ganzheitlich denken und agieren, um die Branche wirklich nachhaltig verändern zu können“, so Helmy Abouleish. „Deshalb sind wir dabei unsere SEKEM-Farmen und alle unsere über 400 Vertragsbauern im Land EoL zertifizieren zu lassen. Wir sehen in dem Ansatz einen grundlegenden Schritt für die Entwicklung der Landwirtschaft als auch der Menschen entlang der Wertschöpfungskette.“

Quelle: SEKEMNews-40Years-2, SEKEMs Newsletter für nachhaltige Wirtschaft, Ökologie, Kultur und Gesellschaft in Ägypten!, Kairo, den 26. Juni 2020; siehe auch: Wolfgang Ritter, Wirtschaft der Liebe – Elemente einer künftigen Wirtschaftsordnung, Borchen, 2. Auflage 2016

Farm-to-Fork-Strategie: 25 % Ökolandbau, 50 % weniger Pestizide bis 2030

Liebe Leserinnen und Leser,

die Corona-Pandemie zeigt: die Weltwirtschaft ist verletzlich. Glücklicherweise konnte die Versorgung mit Nahrungsmitteln aufrechterhalten werden. Aber auch der Lebensmittelsektor könnte künftig einmal betroffen sein. Deshalb fordert der Bundesverband der Regionalbewegung eine verstärkte Regionalisierung der Ernährungswirtschaft. Man solle die Verarbeiter von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wie Mühlen, Brauereien, Schlachthöfe, Verarbeiter von Gemüse zu Nahversorgungszentren ausbauen, denn sie könnten Stabilitätsfaktoren in Krisenzeiten sein. Der Verband bietet der Zukunftskommission Landwirtschaft der Bundesregierung seine aktive Mithilfe an und empfiehlt ein „Bundesprogramm Regionale Wertschöpfung“.

Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 4. Mai 2020

Am 20. Mai verkündete die EU-Kommission die Farm-to-Fork-Strategie (F2F), deutsch: „Vom Hof auf den Teller“. Die Strategie ist ein Kern-Baustein des „Europäischen Green Deal“. Bis 2030 sollen in Europa im Schnitt mindestens 25 % der Flächen ökologisch bewirtschaftet und 50 % weniger Pestizide ausgebracht werden. Das ist mal ein sehr positives Signal aus Brüssel, denn das verringert die Umweltbelastung durch Mineraldünger und Gifte erheblich. Wichtig ist nun, dass F2F so umgesetzt wird, dass nicht nur die großen Agrarfabriken profitieren, sondern jedes kleinere und mittlere, familiengeführte Unternehmen. Die Existenz regionaler Bio-Betriebe gilt es zu sichern. Und bisher konventionell arbeitende Landwirte müssen Lust auf Bio bekommen. Durch sie wird der Arten-, Umwelt- und Klimaschutz gefördert, sie betreiben keine tierquälerische Massentierhaltung, mit ihnen werden die Regionen gestärkt, die in Krisenzeiten die Versorgung mit dem Lebensnotwendigen sichern.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Wolfgang Ritter