Stärkung der Wertschöpfungsketten für Bio-Gemüse in der Region Nürnberg

GemüseWert & Franken-Gemüse werden die Wertschöpfungsketten für Bio-Gemüse in der Region stärken

GemüseWert
Neu eingesetzt und speziell durch das Bundesprogramm Ökolandbau gefördert ist Felix Schmidling als Bio-Wertschöpfungsketten-Manager. Er hat die Aufgabe, die Kooperation zwischen Bio-Betrieben und umstellungsinteressierten Betrieben im Knoblauchsland, sowie aus der Öko-Modellregion Nürnberg, Nürnberger Land und Roth zu intensivieren. Aber auch die Zusammenarbeit und Positionierung bei Einzelhandel und Außerhausverpflegung (Großküchen) soll er verbessern. Die Frankengemüse eG strebt dabei an, den Anteil der genossenschaftlichen Vermarktung im Biobereich idealerweise zu verdoppeln. Dafür findet zunächst eine fundierte Analyse der Marktsituation statt. Dies übernehmen Prof. Jan Niessen und Studierende der TH Nürnberg.

Es werden Absatz- und Bezugssituation und -engpässe ermittelt, relevante potenzielle Marktpartner identifiziert, Hemmnisse und Erfolgsfaktoren für eine tragfähige und kooperative Vermarktung von Bio-Gemüse herausgearbeitet. Die Projektpartner führen zudem Weiterbildungen für Betriebe der Wertschöpfungskette und Kooperationspartner durch.

Franken-Gemüse
Unsere Kompetenz liegt in der Bündelung und Vermarktung von regionalem & bio-regionalem Gemüse für etwa 40 Knoblauchsländer Betriebe, mit denen wir meist langjährige & partnerschaftliche Beziehungen seit der Gründung der Genossenschaft 1972 pflegen. Wir bieten stets erntefrische Salate und Gemüse nach Saison und sind in den Wintermonaten ein leistungsfähiger Partner für europäische Importwaren. Unsere Abnehmer sind regional und überregional tätige Großhändler sowie Zentrallager des LEH vor allem im süddeutschen Raum.

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Neue Studien entlarven Gentechnik-Mythen

Ein herbizidresistenter Mais ist die erste mit neuer Gentechnik veränderte Pflanze, für die in der Europäischen Union (EU) die Zulassung beantragt wurde. Darauf wiesen mehrere gentechnikkritische Organisationen heute bei der Vorstellung einer Studie zu „Produkten und Profiteuren“ neuer Verfahren wie Crispr/Cas hin. Diese und eine weitere internationale Studie stellen gängige Behauptungen über angeblichen Nutzen des sogenannten Genome Editing wissenschaftlich begründet in Frage.

Der Mais DP915635, der auch ein Gift des Baumfarns gegen den Schädling Maiswurzelbohrer produzieren kann, wurde vom amerikanischen Saatgutunternehmen Corteva entwickelt. Wie die Organisation Testbiotech bereits kürzlich erläuterte, kombinierte Corteva dabei alte und neue Gentechnik (Crispr/Cas). „Das mehrstufige Verfahren kann viele ungewollte Veränderungen im Erbgut auslösen, die mit Risiken einhergehen“, warnte Geschäftsführer Christoph Then. „Die Eigenschaften der Gentechnik-Pflanzen bringen keine echten Vorteile für die Umwelt.“

Ähnlich ist auch ein Fazit der Studie „Neue Gentechnik: Produkte und Profiteure, Leere Versprechen für eine bäuerliche Landwirtschaft und das Klima“ der österreichischen Organisation Global 2000 und der deutschen Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut). Herbizidresistenz sei immer noch ein Hauptziel des Genome Editing. „Das Versprechen der Unternehmen: ‚weniger Pestizideinsatz dank neuer Gentechnik‘ lässt sich damit nicht erreichen“, konstatierte Studienautorin Eva Gelinsky. „Auch beim Kampf gegen die Klimakrise helfen solche Pflanzen nicht.“ Zwar habe Corteva im Labor einen trockenheitstoleranten Mais entwickelt. Wie der sich aber in der Umwelt verhalte, sei bislang nicht bekannt. „Viele angekündigte Pflanzen verschwinden wieder“, so die Erfahrung der Agrarwissenschaftlerin, die die Entwicklung genomeditierte Pflanzen seit 2016 beobachtet. Sie rechnet nicht damit, dass in den nächsten Jahren klimaresistente Exemplare auf den Markt kommen werden. „Wir brauchen eine große Reform des Agrarsystems und nicht punktuelle technische Lösungen“, pflichtete ihr die Biobäuerin Maria Vogt bei.

Widerlegt sieht die Studie die Behauptung, die Crispr-Technologie mache die Pflanzenzüchtung preiswerter und ermögliche sie damit auch mittelständischen Unternehmen. Denn allein Corteva habe einen Patentpool von 48 grundlegenden, teils unentbehrlichen Patenten erworben, für die jeder Nutzer eine Lizenz kaufen müsse. „Das Unternehmen kann den Pool nutzen, um Wettbewerber zu kontrollieren und die eigene marktbeherrschende Stellung abzusichern“, heißt in der Studie. Allein die hohe Anzahl von insgesamt mehreren Hundert Grundlagenpatenten zeige, „dass die mittelständischen Züchter bereits in diesem frühen Stadium der Technologieentwicklung weitgehend abgehängt sind.“ Im Blick auf aktuelle Deregulierungsdiskussionen in der EU verlangten die Studienautorinnen von der Politik, dass alle gentechnisch veränderten Pflanzen in Europa auch künftig auf Risiken geprüft und gekennzeichnet werden müssten.

Die geltenden EU-Regeln nicht nur beizubehalten, sondern sogar zu verschärfen, fordert eine neue Studie des europäischen Wissenschaftlernetzwerks Ensser im Auftrag der grünen Fraktion im Europaparlament. Sie wendet sich gegen eine Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die vom European Academies Science Advisory Council (EASAC) unterstützt worden war. Die Leopoldina hatte die europäische Politik im Dezember 2019 aufgefordert, genomeditierte Organismen vom Gentechnikrecht auszunehmen, wenn „keine artfremde genetische Information ins Genom eingefügt ist und/oder eine Kombination von genetischer Information vorliegt, die sich ebenso auf natürliche Weise oder mittels konventioneller Züchtungsverfahren ergeben kann“. Wie die Ensser-Studie kritisiert, habe die Leopoldina dabei nur eine begrenzte Zahl von Publikationen berücksichtigt, und die Ergebnisse von mindestens 200 hochrelevanten veröffentlichten wissenschaftlichen Studien außer Acht gelassen. Diese belegten, dass sich die durch Genome Editing verursachten genetischen Veränderungen, anders als von der Leopoldina behauptet, grundlegend von natürlich vorkommenden Mutationen unterschieden. Dass Pflanzen mittels Gentechnik präziser und damit sicherer verändert werden könnten, sei wissenschaftlich nicht evident – auch nicht bei neuen gentechnischen Verfahren. Und schließlich gebe es keine Belege dafür, dass die Gentechnik die Erträge als solche erhöht oder gar den Hunger reduziert habe.
Quelle:https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/34302/ vom 26.04.21

Pizza Martha

Selbst gemachte Pizza schmeckt doch am besten, denn du kannst alles drauf tun, was du gerade zu Hause hast und dir schmeckt. Es geht ganz einfach. Ich habe assistiert, als Martha, eines unserer jüngeren und neueren Mitglieder, sie zubereitete. Übrigens wir haben zeitgleich drei Pizzen gebacken, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden: vegetarisch, vegan (mit veganem Käse) und glutenfrei. Für die glutenfreie kauft man eine Backmischung mit Rezept zur Teigherstellung auf der Packung.

Zutaten (für ein Blech)
Für den Teig: 300 g Mehl, 1 EL Olivenöl, ½ TL Salz, 7 g Trockenhefe oder anderes Triebmittel
Auf den Teig gehören: etwas Tomatenmark, Tomatensauce, Tomatenstückchen, frisch oder/ und aus der Dose, Streukäse, etwas Kräutersalz und Olivenöl
Unser Belag: Broccoli, Zucchini, Zwiebeln, Oliven, Mozzarella, frische Kräuter (Basilikum, Oregano, Salbei)

Zubereitung
Mehl mit 150 ml lauwarmem Wasser mit Hefe, Olivenöl und Salz zu einem Teig kneten. Den Teig so lange wie möglich an einem warmen Ort gehen lassen, wenn Zeit ist, sogar über Nacht. Dann den Teig ausziehen oder auf Backpapier und Backblech ausrollen. Zunächst Tomatenmark und Tomatensauce mit Kräutersalz und Olivenöl verrühren und auf dem Teig verteilen. Dann die geschnittenen Gemüse- und Mozzarella-Stückchen, die Oliven, die klein geschnittenen frischen Kräuter und den Streukäse aufbringen. Im vorgeheizten Ofen bei 220 Grad etwa 20 Minuten backen.
Guten Appetit wünschen Martha Bücker und Wolfgang Ritter

Veggie-Burger – Alternative zu Rindfleisch-Patties

Die Stiftung Warentest hat 18 Veggie-Bratlinge untersucht – ungekühlte, gekühlte und tiefgekühlte. Sieben getestete Bio-Produkte schneiden gut bzw. befriedigend ab, ebenso 10 konventionelle. Der Green Cuisine Vegetarische Burger von Iglo fiel durch (mangelhaft). Die Schadstoffbelastung war zu hoch und er schmeckte den Testern auch nicht. Die Preise liegen bei konventionellen Produkten zwischen 0,87 € und 1,83 € pro 100 g und zwischen 1,63 € und 2,22 € je 100 g bei Bio-Erzeugnissen.

Veggie-Patties sind nahrhaft, einige liefern sogar mehr Kalorien als Rindfleisch-Burger. Etliche enthalten gesunde Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffe – natürlich aus Pflanzen gewonnen. Die meisten Produkte kann man rasch in der Pfanne wärmen. Den Testern haben zwei Burger besonders gut geschmeckt: der von Beyond Meat auf Erbsenbasis (tiefgekühlt) und der von The Vegetarian Butcher (gekühlt). Aber da die ernährungsphysiologische Qualität und andere Kriterien nur „befriedigend“ ausfielen, wurden beide Produkte nur mit „gut“ bewertet. Übrigens, die Hersteller basteln weiter an ihren Rezepten; sieben Anbieter teilten der Stiftung Warentest mit, dass ihre Produkte seit dem Einkauf im Herbst 2020 überarbeitet worden seien.

Hier die Ergebnisse der Bio-Burger:

Hersteller/ Produkt/ gekühlt (G) oder ungekühlt (U)/ Inhaltsstoffe/ Preis pro 100 g

gut
Lotao, Jackfruit Burger (U), Jackfrucht, Kichererbsen, Haferflocken, 2,08 €
Rossmann, EnerBio Jackfruit Burger (U), Jackfrucht, Kichererbsen, Haferflocken, 1,94 €
Wheaty, The Vegan Way – Vegan Super Hero Burger (G), Seitan, Weizeneiweißtexturat, 1,63 €

befriedigend
Alnatura, Black-Bean-Cashew-Burger (G), Bohnen, Kartoffeln, Paniermehl, Cashewkerne, 1,74 €
Nu3, Bio Jackfruit Burger (U), Jackfrucht, Kichererbsen, Haferflocken, 2,22 €
Soto, Burger Cashew Black Bean (G), Bohnen, Kartoffeln, Paniermehl, Cashewkerne, 1,87 €
Vantastic Foods, Bio Burger (U), Gemüse, Sojakleie, Hirse, Brösel, Haferflocken, 1,37 €
Quelle: test 5/2021

EU-Agrarförderung rückwärtsgewand – Da mache ich nicht mit!

Zuschrift von Martin Kaiser, Geschäftsführender Vorstand Greenpeace e.V., vom 2. April 2021

Am Freitag, den 19. März 2021, habe ich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schriftlich mitgeteilt, dass ich mein Mandat in der Zukunftskommission Landwirtschaft mit sofortiger Wirkung niederlege. Das Ziel von Greenpeace in dieser Kommission war es, einen ernsthaften Dialog über die Zukunft der Landwirtschaft zu führen. Neben dem Schutz des Klimas, der Arten und der natürlichen Lebensgrundlagen, ist uns dabei auch die Sicherung der Einkommen der Landwirt*innen wichtig.

Als ich im September in die Kommission eingestiegen bin, war das Mandat daher klar. Bei der anstehenden Entscheidung über die EU-Agrarförderung geht es um eine wichtige Zukunftsfrage für die Landwirtschaft: Wie werden die Milliarden an EU-Fördergeldern sinnvoll eingesetzt? Mit dieser Entscheidung werden die Weichen für die Agrarpolitik der kommenden sieben Jahre gestellt. Deshalb muss die Empfehlung der Zukunftskommission dazu berücksichtigt werden. Doch während wir in der Kommission hart an guten Lösungen gearbeitet haben, peitschte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ihr rückwärtsgewandtes Konzept zur Verteilung der EU-Agrargelder in Deutschland durch. Statt verstärkt Arten- und Klimaschutz in der Landwirtschaft zu fördern, will Frau Klöckner die eh schon zu geringen EU-Mittel für Umweltmaßnahmen ab 2023 um jährlich eine halbe Milliarde Euro kürzen. Eine Stellungnahme der Kommission dazu will sie nicht abwarten. Nach dem Treffen der Kommission mit der Kanzlerin am 16. März war klar, dass Angela Merkel (CDU) der Kommission kein Gehör verschaffen wird und die Ministerin mit ihrer Politik von gestern gewähren lässt.

Mit unserem Austritt wollten wir ein klares Zeichen setzen. Für so ein Täuschungsmanöver steht Greenpeace nicht zur Verfügung. Wir werden uns daher ab jetzt außerhalb der Kommission umso deutlicher mit klaren Forderungen und konstruktiven Vorschlägen für einen echten Umbau der Landwirtschaft einbringen. Dazu braucht es externes Expertenwissen, viel Recherche und Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung. Wie bei dem 2019 veranstalteten Barcamp in Hamburg, werden wir auch weiterhin versuchen, alle betroffenen Parteien – Landwirt*innen, Vertreter*innen des Handels und Verbraucher*innen – an einen Tisch zu bekommen. Wir werden zudem immer wieder das Versagen der Politik aufzeigen, wie beispielsweise bei der Agrarminister*innen-Konferenz in Berlin am 17. März.

Was wir brauchen sind
• faire und langfristige Verträge für Landwirt*innen mit Supermarktketten und weiteren Abnehmern, damit sie den Umbau der Landwirtschaft mitgestalten können
• starke Gesetze, um den Einsatz von Pestiziden herunterzufahren und so die Artenvielfalt auf dem Land zu erhalten
• eine gerechte Verteilung von EU-Fördermitteln, sodass gezielt Landwirt*innen gefördert werden, die unsere Umwelt, die Arten und das Klima schützen

Mein Versprechen an Sie – wir bleiben dran! Mit herzlichen Grüßen Martin Kaiser