Toastbrote im Test – ausgerechnet zwei Bio-Sorten fallen durch

Wir Förderer von Bio-Produkten verkünden immer gerne: Bio-Produkte sind besser als die konventionellen. Das wird durch viele Tests immer wieder bestätigt. Selten wird nachgewiesen, dass auch Bio-Produkte mit Schadstoffen belastet sind. Das trifft jetzt leider für zwei Bio-Toastbrot-Sorten zu. Die Hersteller selber ahnten nicht, dass Spuren von Maschinenfett in den Teig gelangt waren …

Öko-Test hat 20 Toastbrote getestet – davon sieben in Bio-Qualität. „Das Backhaus Bioland Vollkorn Toast“ wird mit mangelhaft und das „Ammerländer Bio Vollkorn Sandwich“ von Stöhr-Brot mit ungenügend bewertet. Warum? Der Geschmack und die Sensorik (das Mundgefühl) beider Sorten wurden als  „sehr gut“ empfunden, die Inhaltsstoffe nicht. Beide enthalten erhöhte oder stark erhöhte Mineralölbestandteile. Das Stöhr-Brot ist zusätzlich noch mit Mineralölkohlenwasserstoffspuren und zu viel Salz belastet. Das Backhaus kam nach einer Analyse zu dem Ergebnis, dass technische Weißöle, die als Schmierfett im Teigteiler verwendet werden, Ursache für die Verunreinigung sein müssen. Spuren von Maschinenfett in ihren Produkten wurden allen Toastbrotanbietern nachgewiesen. In den beiden durchgefallenen Produkten wurde der Anteil aber als zu hoch angesehen. Der Testsieger bei den Bio-Produkten, mit der Note „sehr gut“, war „Beumer & Lutum Bio Toastbrot Weizenvollkorn“. Drei der anderen getesten Bio-Toasts erhielten die Note „befriedigend“, eines „ausreichend“.

Quelle: Öko-Test Magazin 1/2021

Für die Höfe, Tiere und das Klima

Unser Partner „Meine Landwirtschaft" gibt ein Feedback von der Protestveranstaltung „Wir haben es satt!" zur Grünen Woche in Berlin.

So viele tolle Fußabdrücke mit Forderungen für gute Landwirtschaft und gutes Essen haben uns erreicht. Tausend Dank an alle, die mitgemacht haben! Der Protest hat unsere Erwartungen übertroffen: Es sind mehr Fußabdrücke angekommen, als wir erwartet hätten. Das Bild im Regierungsviertel war wirklich eindrucksvoll und das Medienecho kann sich sehen lassen, obwohl es dieses Mal keine Großdemo gab. Unser Kampf für Höfe, Tiere und das Klima findet auch zu Pandemiezeiten Gehör – sehr gut!

 

Mehr Fotos in voller Auflösung

Greening the Desert – das SEKEM-Wahat-Projekt

Unser Mitglied und Partner SEKEM in Ägypten macht die Wüste lebendig

Nahe der Oase Bahariyya in der westlichen Wüste Ägyptens geschieht zurzeit Gewaltiges. Mehrere Tausend Hektar Wüste werden belebt und beseelt. Was auf rund 200 Hektar mit der Pflanzung von Sträuchern und kleinen Bäumen begann, weitet sich jetzt durch die Initiative „Greening the Desert“ auf bald 600 Hektar aus. Neue Bewässerungsanlagen (Schwenkbewässerungssysteme) und solargetriebene Pumpen helfen, Wüstenland zurückzugewinnen. Bisher wurde eine Vielzahl von Kulturen angebaut: Kamille, Baumwolle, Zitronengras, Majoran und Knoblauch.

Seit dem Graben des ersten Brunnens auf der Hofanlage im SEKEM-Wahat stand die Betreuung der Menschen und deren Wohlbefinden an erster Stelle. Als der erste Arbeiter in Sicht war, dachten wir darüber nach, wie wir eine notwendige Gesundheitsversorgung anbieten können. Wir suchten Ärzte und Krankenschwestern aus der Umgebung für regelmäßige Kontrollen. Jetzt freuen wir uns, unsere hauptamtliche Bewohnerin Daniela zu haben, die die Einrichtung des SEKEM-Wahat-Basiszentrums leitet. Daniela bietet den Arbeitern nicht nur eine notwendige medizinische Versorgung an, sondern fördert auch ein gesundes Ernährungskonzept und kümmert sich um einen ganzheitlichen Gesundheitsansatz.

Wir sind gerade dabei, unser "Desert Research Center" in SEKEM-Wahat zu etablieren. Mit einem derart lebendigen Lernzentrum sind wir nicht nur eine „Demonstrationsstätte“ für ökologische und biologische Aktivitäten, sondern wir engagieren auch Studenten unseres Partners, der Heliopolis University of Sustainable Development, für echt gemeinschaftsbasierte Lernaktivitäten. Sie haben jetzt die Chance, sich an der ökologischen Landwirtschaft, der nachhaltigen Energie- oder Heilpflanzenforschung und Feldforschung zu beteiligen.

Mehr Info und mehr Bilder: https://pivot.sekem.com/updates/

Neuerscheinung „The Great Reset“

Neuerscheinung: Klaus Schwab und Thierry Malleret „The Great Reset“, deutscher Titel  „Covid-19: Der große Umbruch“,  ISBN 978-2-940631-19-3, 2020

Zusammenfassung auf einer Seite durch Wolfgang Ritter, Januar 2021

 

1 Makro-Umbruch

Die Pandemie bietet die Chance, die Volkswirtschaft in eine gerechtere, grüne Zukunft zu führen. Geht die Tyrannei des ständigen BIP-Wachstums zu Ende? Werden andere Kommunen und Länder dem Beispiel Amsterdams folgen? Die Stadt hat sich verpflichtet, nach der Pandemie die Wirtschaft auf einem Niveau zu halten, das die Bedürfnisse deckt, aber auch die planetarischen Grenzen achtet (Doughnut-Vorstellung: innerer Ring = notwendige Produktion zur Deckung der Bedürfnisse, äußerer Ring = mögliche Produktion unter Beachtung der ökologischen Grenzen). Grüne Wirtschaft bedeutet z. B. umweltfreundliche Energien, Kreislaufwirtschaft, Ökotourismus, längere Nutzungsdauer, Reparatur, Recycling, Degrowth, Downscaling. Die Pandemie bedeutet wahrscheinlich den Tod des Neo-Liberalismus, eine Umverteilung von Reich zu Arm, Abnahme des BIP um 20–30 Prozent, Anstieg der Arbeitslosigkeit um 20–30 Prozent, soziale Unruhen, zerstörerisches Handeln. Wohlfahrtsstaaten werden sich an die Herausforderungen von heute anpassen müssen und einen faireren Gesellschaftsvertrag zu erarbeiten haben. Für alle Staaten gilt: 1. einen breiteren Zugang zu Sozialhilfe, Sozialversicherung, Gesundheitsversorgung und hochwertiger Grundversorgung zu ermöglichen und 2. für einen besseren Arbeitnehmerschutz zu sorgen. Die beiden bedeutendsten Umweltrisiken sind Klimawandel und Zusammenbruch des Ökosystems. Ein Neustart bringt klimapolitisch nur etwas, wenn wir Gewohnheiten ändern, z. B. mehr Homeoffice statt Pendeln, mehr Rad fahren und zu Fuß gehen, mehr Urlaub in der Nähe. Staaten dürfen nicht durch Wirtschaftsförderung aufholen wollen, was an Produktion versäumt wurde, sondern müssen, wenn überhaupt, neue, umweltfreundliche Produktionsmethoden unterstützen. Maßnahmen wie Green Deal, Green Recovery, Green New Deal müssen konsequent umgesetzt werden. Kurzfristig könnte der Einsatz von 250 Mrd. Dollar an Fördermitteln 37 Millionen umweltfreundliche Arbeitsplätze schaffen.

 

2 Mikro-Umbruch

Umwelt-, Sozial- und Governance (ESG)-Kriterien werden für eine nachhaltige Wertschöpfung im Stakeholder-Kapitalismus immer relevanter werden. (Stakeholder-Kapitalismus berücksichtigt alle am Wertschöpfungsprozess Beteiligten.) Eine Ausrichtung nur auf Gewinnmaximierung, um die Kapitalgeber zu befriedigen, wird künftig von Verbrauchern, Mitarbeitern und Aktivisten zunehmend bestraft werden. Bildung und andere Branchen werden teilweise virtuell werden. Homeoffice und Resilienz (das Durchstehen von Krisensituationen) wird zum „Muss“. Big Tech, Gesundheit und Wellness sind Branchen, die durch den Covid-19-Schock begünstigt wurden. Banken, Versicherungen und der Automobilbereich müssen größere Resilienz aufbauen. Die Reisebranche, der Flugzeugbau, die Autovermieter, das Hotel- und Gaststättengewerbe wurden hart getroffen. Themen, wie Luftverschmutzung, Wassermanagement, Wahrung der Artenvielfalt werden an erster Stelle stehen. „Sauber“ zu produzieren wird das Gebot der Industrie sein, weil es der Verbraucher erzwingen wird. „In der Welt nach Corona werden präzise Informationen über unsere CO2-Fußabdrücke, unsere Auswirkungen auf die Biodiversität, die Toxizität aller Inhaltsstoffe, die wir konsumieren, und die Umgebungen oder räumlichen Kontexte, in denen wir uns bewegen, bedeutende Fortschritte unseres Bewusstseins für das kollektive und individuelle Wohlbefinden bewirken. Die Industrie wird dies zur Kenntnis nehmen müssen.“ (S. 244) Der Energiesektor zeigt sich in der Krise resilient, kann nach der Krise die Energiewende beschleunigen. Eine fortschrittliche Energie-Infrastruktur hat das Potential den wirtschaftlichen Aufschwung zu unterstützen und die Resilienz zu erhöhen.

 

3 Persönlicher Neustart

Wird in Zukunft mehr auf das Gemeinwohl geachtet? Wird die Preistreiberei für notwendige Güter aufhören? Werden wir die Engel in uns ans Licht holen? Wir haben keine andere Wahl! Introspektion, Selbstreflexion, Fragen, wie „Was zählt wirklich? Was wollen wir als Individuum und als Gesellschaft?“ werden zu einer Prioritätenverschiebung, zu neuen Formen der individuellen und gesellschaftlichen Organisation führen. Wir werden in den nächsten Jahren eine Explosion der Kreativität, auch von Start-ups erleben. Wir werden uns der Folgen unserer Entscheidungen und Gewohnheiten stärker bewusst werden. Werden wir beschließen, unseren Konsum zu reduzieren oder „Rachekonsum“ (Rückkehr zum Konsum vor der Pandemie) üben? Auffälliger Konsum könnte in Ungnade fallen,  von nicht mehr angesagt bis obszön. Die Japaner pflegen seit dem Platzen einer Spekulationsblase in den späten 1980er Jahren einen genügsamen Lebensstil. Die Natur wird während der Pandemie als essentiell für das Wohlbefinden erfahren. Das könnte dazu führen, sie erhalten zu wollen, umweltschonend zu produzieren und zu konsumieren. Bewegung, Natur, unverarbeitete Nahrungsmittel stärken das Immunsystem, hemmen Entzündungen. Der Trend scheint klar: weniger Umweltzerstörung, mehr Nachhaltigkeit.

Unser Weihnachtsbaum ist bio

Auch Christbäume gibt’s in Bio-Qualität. Wir haben unseren bei unserem Nürnberger Partner und Firmenmitglied noris inklusion erworben. Es gibt unregelmäßig gewachsene günstiger. Wie kommt man hin? Man fährt von der Kilianstraße in die Großreuther Straße und dann rechts in die Braillestraße. Links kommt dann bald die Erlebnisgärtnerei von noris inklusion mit dem Christbaumverkauf. Wir wünschen Euch frohe Feiertage.

https://www.noris-inklusion.de/

Buchtipp: „Agrarwende? Lieber heute als morgen!“

Unsere Mitglieder lesen gerne. Vor kurzem hat unser Vorstandsvorsitzender Wolfgang Ritter das Buch „Agrarwende? Lieber heute als morgen!“ von Sebastian Leinert unter die Lupe genommen.  Sein Urteil: absolut lesenswert!

Unglaubliche Missstände in der Massentierhaltung

Wir wissen von der Verschwendung von Lebensmitteln (siehe z. B. die Aktion „Zu gut für die Tonne“, unser Blog vom 30.09.2020). Wusstest Du auch, dass Millionen von Tieren in der Massentierhaltung verenden oder notgeschlachtet werden müssen, weil sie erkranken oder den Transport zum Schlachthof nicht überstehen? Sebastian Leinert trägt in seinem Buch zusammen, worüber die Presse in den letzten Jahren berichtete – allerdings ohne Folgen für das System. Zum Beispiel verenden vor dem Schlachttermin alleine in Deutschland 13,7 Millionen Schweine jährlich (S. 122). Regelmäßige Kontrolle? Fehlanzeige! „In Bayern kommt nur alle 48 Jahre ein Kontrolleur vorbei.“ (S. 119). Tierärzte und Veterinäre, die Missstände aufzeigen, bekommen Morddrohungen oder werden versetzt: „Wer Ärger macht, bekommt Ärger“ (S. 121). Urteile zu gemeldeten Missständen? In Niedersachsen gab es nur ein einziges Urteil in den letzten 40 Jahren (S.119). Leinert zeigt auch Auswege auf. Zwei Beispiele: Würde die Tierhaltung per Gesetz an die zur Verfügung stehende Agrarfläche gebunden, so wie es die Vorschriften der Bio-Verbände vorsehen, würde die Massentierhaltung schlagartig zu einem Ende kommen (S. 88). Oder: Mehrwertsteuersatz für Produkte aus Massentierhaltung erhöhen von 7 % auf 19 % (S. 132).

Auf die Umwelt hören: Podcasts

Podcasts, also Audiobeiträge, sind optimal, um sich ganz nebenbei über interessante Themen zu informieren. Egal ob zu Hause, im Auto, im Zug oder an vielen anderen Orten. Auch zum Thema Nachhaltigkeit ist das Angebot riesig. Unser Mitglied Neumarkter Lammsbräu ist ein gutes Beispiel hierfür.

„Im Sudhaus“ heißt die Reihe, die ganz bequem über die Homepage des Unternehmens abgerufen werden kann. Themen sind etwa „Wasser ist nicht gleich Wasser“, „Erfolgreicher Artenschutz im Ökolandbau“ oder „Gesunder Boden ist wichtig fürs Wasser“. Ihr seht, es geht nicht – oder nur am Rande – ums Bier. Einfach mal reinhören, es lohnt sich. Die Beiträge dauern in der Regel 15 Minuten oder weniger.

Hier geht es direkt zur Übersicht:

https://www.lammsbraeu.de/im-sudhaus-podcast?hsCtaTracking=a94eab91-3094-4175-b4cf-06b78c794317%7C25dbab4f-e89d-4b30-8cbb-6b31b8742c1e

20 Jahre Zukunftsstiftung Landwirtschaft – eine starke Initiative

Der Bio-Verbraucher e.V. arbeitet mit kleineren und größeren Partnern zusammen. Einer unserer größeren Partner wurde jetzt 20 Jahre alt und hat immer wieder neue Initiativen ins Leben gerufen oder sich an ihnen wesentlich beteiligt. Beispiele: Save Our Seeds, Informationsdienst Gentechnik, Aktion Bantam-Mais, Meine Landwirtschaft , 2000 m² Weltacker, Bildungsfonds Landwirtschaft.   Mehr Info: www.zukunftsstiftung-landwirtschaft.de

In der EU-Landwirtschaft soll alles beim alten bleiben: Agrar-Mogelpackung im EU-Parlament verhindern!

Was aus Brüssel zu uns dringt, macht uns fassungslos. Am Mittwoch, 21. Oktober 2020, wird über die Neuverteilung der Agrar-Subventionen im EU-Parlament abgestimmt. Unterhändler*innen der drei größten Fraktionen – Konservative, Liberale und Sozialdemokratie – haben dafür einen faulen Kompromiss erarbeitet:

Mindestens 60 Prozent der Gelder sollen demnach weiter als pauschale Flächensubventionen ausgezahlt werden. Gleichzeitig wollen sie die Zahlungen deckeln, mit denen die Bäuerinnen und Bauern für Umweltschutz belohnt werden. Wir wenden uns in Appellen an die Politiker.

Hier kannst Du eine Petition unterschreiben: https://act.wemove.eu/campaigns/stop-subventionen-fuer-intensive-landwirtschaft?utm_source=partner_diverse

Leckeres Bio-Essen in Italien

Essen spielt in Italien eine größere Rolle als gewöhnlich in Deutschland. Ein Cena (Abendessen) ist ein Ereignis, besteht immer aus mehreren Gängen und zieht sich mindestens über zwei Stunden hin. Wer etwas ganz Ursprüngliches und mit Liebe Zubereitetes genießen möchte, sollte einmal im Leben ein Cena in einem Agriturismo-Betrieb buchen - Bauernhöfe oder Winzereien mit angeschlossenem Restaurant.

Wir waren zu viert bei Agriturismo Bel di Bertussi in Raffa bei San Felice am Gardasee, einem Bio-Betrieb. Nach einem Aperitivo mit herrlichem Blick über den Gardasee ging es zum Schmaus ins Restaurant. Zuerst werden Wein aus eigenem Anbau oder andere Getränke serviert. Dann gibt es Antipasti: Schinken, Salami, Käse, Gedünstetes und gebratenes Gemüse, es folgen vier verschiedene Sorten Pasta, danach mehrere Sorten Fleisch und Fisch und schließlich das Dessert: selbst gebackener Kuchen, Tiramisu, Panna cota, Eistorte. Zum Abschluss ein Café.

Vieles kommt aus der eigenen Produktion (Wein, Fleisch, Wurst, Käse, Gemüse) und wird meisterlich frisch verarbeitet und serviert. "Barbaren" können natürlich auch nur Nudeln bestellen.

Bio-Restaurant

Der Bio-Gemüsegarten

Die Bio-Weingärten

Unterwegs zum Aperitif

Blick auf den Gardasee