Mistkäfer und Manati – Artenschutz im Zoo

Wir waren eingeladen zu einer Veranstaltung des Tiergartens Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem Tiergartenrestaurant – beide bio-zertifiziert. Ort: die zauberhafte Atmosphäre  des Blauen Salon im Delphinarium. Zeit: Donnerstagabend (12. Mai 2022), 18-22.30 Uhr.

Wir erlebten u.a. aufschlussreiche Kurzvorträge des Tiergartendirektors, Dag Encke, zur Aufgabe der Tiergärten im Rahmen weltweiter Artenschutzprogramme. Erkenntnis: Alles, was der Zoo tut, ist für die Artenvielfalt von Bedeutung – vom Mistkäfer bis zum Manati.

Wir genossen ein leckeres 4-Gänge-Bio-Menü mit Bio-Wein. Erfahrung: Helga und Peter Noventa vom Tiergartenrestaurant verstehen es mit ihrem Team ihre Gäste kulinarisch zu begeistern. Davon kann sich jeder Zoo-Besucher selber überzeugen – tagsüber im Tiergartenrestaurant Waldschänke, abends beim Culinartheater im Tiergarten (Programm siehe: culinartheater.de, Tel. 0911 – 54 30 120.

 

 

Bio-Lebensmittel sind gesünder – Langzeitstudien beweisen es – 5 Die wichtigsten Regeln der Bio-Landwirtschaft  

  • Artgerechte und begrenzte Tierhaltung, angepasst an die Betriebsfläche
  • Einsatz bewährter Kultursorten und Zuchtrassen, besonders im Hinblick auf Schädlingsresistenz und Tiergesundheit
  • Verbot von Gentechnik bei Produktion und Verarbeitung
  • Kein Kunstdünger und keine chemisch-synthetische Schädlingsbekämpfung
  • Futter vom eigenen Bio-Hof, Zukauf nur von anderen Bio-Betrieben
  • Kurze Wege zum Schlachthof, um tierquälerische Transporte zu vermeiden
  • Verbot der Bestrahlung von Lebensmitteln zur Haltbarmachung
  • Förderung der Bodenfruchtbarkeit und der Abwehrkräfte von Pflanzen und Tieren gegen Krankheiten und Schädlinge
  • Keine Grundwasserbelastung durch Nitrat, Pestizidrückstände und Antibiotika

Bio-Betriebe werden ein- bis zweimal jährlich geprüft. Wer die Regeln bricht, wird im ersten Schritt bestraft (Geldstrafe); bei Wiederholung verliert er die Konzession.

Quelle: Andrea Flemmer, Dipl.-Biologin und Ernährungswissenschaftlerin: Bio Lebensmittel – Nachhaltig einkaufen, gesund leben, Humboldt Verlag 2021

Das nächste Mal berichten wir zu den Bio-Siegeln.

Bio-Lebensmittel sind gesünder – Langzeitstudien beweisen es, Teil 4: artgerechte Tierhaltung

Billiges Fleisch, billige Milch und Milchprodukte und billige Eier sind nur möglich durch Massentierhaltung.  Massentierhaltung ist nur möglich durch vorsorgliche Antibiotika-Gaben, weil die Tiere auf engstem Raum artfremd mit Kraftfutter gehalten werden. Massentierhaltung bedeutet Tierquälerei, Umweltbelastung und Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier.

Artgerechte Tierhaltung bedeutet: mehr Platz, natürliches Futter und natürliche Einstreu, weniger Medikamente, weniger Stress auf dem Weg zum Schlachthof und bei der Schlachtung. Dadurch sind Bio-Tierprodukte weniger belastet, gesünder und schmackhafter. Sie enthalten mehr lebenswichtige Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.

  • Bio-Rinderhaltung: mehr Platz in Laufställen mit Zugang zum Freigelände, häufiger Weidegang
  • Bio-Schweinehaltung: mehr Platz im Stall mit Auslauf ins Freie und Möglichkeit zum Suhlen, maximal 10 – 14 Schweine pro Hektar Anbaufläche
  • Bio-Hühnerhaltung: vier Quadratmeter Platz für jede Legehenne bei Tageslicht im Stall, Grünflächenauslauf, maximal 3000 Hennen pro Stall

Die Fotos (von Wolfgang Ritter) sind entstanden beim Besuch des Geflügelzüchters Peter Schubert in 91338 Igensdorf.

Das nächste Mal berichten wir zu den wichtigsten Regeln der Bio-Landwirtschaft.

Quelle: Andrea Flemmer, Dipl.-Biologin und Ernährungswissenschaftlerin: Bio Lebensmittel - Nachhaltig einkaufen, gesund leben, Humboldt Verlag 2021

Bio-Lebensmittel sind gesünder – Langzeitstudien beweisen es

3 Pestizide und Schwermetalle –

Mehrere Studien zeigen, Bio-Lebensmittel enthalten weniger Pestizide und Schwermetalle, die Luft, Boden und Grundwasser belasten, die Artenvielfalt reduzieren, der tierischen und menschlichen Gesundheit schaden.

  • In der Luft fand man fast überall Pestizidrückstände, in 75 % der Proben mindestens fünf verschiedene, an besonders belasteten Standorten sogar 30.
  • In der Umgebung von Landwirten, die Pestizide zum Pflanzenschutz ausbringen, war das Grundwasser um das Zehnfache höher belastet als vermutet.
  • Zwei Millionen Tonnen Pestizide werden weltweit jährlich gespritzt. Glyphosat, ein Totalherbizid, wird auf circa 40 % aller Ackerflächen in Deutschland ausgebracht. Es gilt als „möglicherweise krebserregend“.
  • Innerhalb von 30 Jahren hat sich der Bestand von Fluginsekten um mehr als 75 % verringert. Insekten sind Nahrung vieler Tiere und Bestäuber unserer Nutzpflanzen. 75 % davon werden von Bienen bestäubt.

Bio-Landwirte arbeiten ohne Pestizide und setzen nur geringe Mengen Schwermetalle (z. B. Kupfer im Weinbau) ein. Ihre Lebensmittel sind am wenigsten belastet.

Das nächste Mal berichten wir zu artgerechter Tierhaltung.

Quelle: Andrea Flemmer, Dipl.-Biologin und Ernährungswissenschaftlerin: Bio Lebensmittel – Nachhaltig einkaufen, gesund leben, Humboldt Verlag 2021

Un pranzo italiano

Bericht von Wolfgang Ritter:

Ein italienischer Landwirt (San Lorenzo) hatte uns ein Paket mit seinen Erzeugnissen geschickt, die er im Direktvertrieb vermarktet. Wir haben das Paket behalten, Freunde eingeladen und ein italienisches Mittagessen bereitet. Es begann mit dem Testen des italienischen Olivenöls. Dazu wurden Dinkel-Baguette-Stücke ins Öl getaucht. Das schmeckte allen. Dann folgte das Menü:

Antipasti

Um die „zerdrückten grünen Oliven nach Bauernart in Olivenöl“ aufzutischen, gab es zwei Vorspeisenplatten:

  • Mozzarella mit Tomatenscheiben, garniert mit frischen Basilikumblättern und Oliven, beträufelt mit Olivenöl und dem gelieferten Weißweinessig
  • Schinkenröllchen mit Datteln gefüllt und ebenfalls mit Oliven garniert

Den teilnehmenden Damen waren die Oliven zu säuerlich, für die Herren hat’s gepasst.

Pasti

Die San-Lorenzo-Nudeln mit San Lorenzo-Tomatensauce und Streukäse haben allen geschmeckt.

Dolce

Zum Nachtisch gab es selbst gebackenen Kuchen, Eis und von dem mitgelieferten caffè. Auch das hat allen geschmeckt.

Bio-Lebensmittel sind gesünder – Langzeitstudien beweisen es

2. Primäre und sekundäre Pflanzenstoffe

Mehrere Studien zeigen: Bio-Lebensmittel enthalten mehr primäre (Kohlenhydrate, Fett, Eiweiß) und sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Flavonoide, Karotinoide Phenole). Beispiele:

  • Gemüse enthielt 23 % mehr Trockensubstanz, 18 % mehr Eiweiß und 23 % mehr Methionin (ein Eiweißbaustein)
  • Paprikasorten waren reicher an Phenolen und Karotinoiden
  • Äpfel enthielten 18 % mehr Phenole und 22 % mehr Flavonoide
  • Tomaten enthielten 79 % mehr Quercetin und 97 % mehr Kampferol

Sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien (Vitamine C und E) schützen vor verschiedenen Zivilisationskrankheiten, indem sie freie Radikale „einfangen“.

Das nächste Mal berichten wir zu Pestiziden und Schwermetallen.

Quelle: Andrea Flemmer, Dipl.-Biologin und Ernährungswissenschaftlerin: Bio Lebensmittel – Nachhaltig einkaufen, gesund leben, Humboldt Verlag 2021

Schluss mit der Lebensmittelverschwendung

Die Stadtratsfraktion von B‘90/ Die Grünen in Nürnberg setzt sich für ein Ende der Lebensmittelverschwendung ein. Sie hat Antrag gestellt, ein Konzept zur Eindämmung von Lebensmittelverschwendung zu erarbeiten – in den eigenen Einrichtungen, den Tochterunternehmen, bei öffentlichen Veranstaltungen und den Bürgern. Marc Schüller, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Bio-Verbraucher e.V. ergänzt: „Zudem schlagen wir vor, dass die Stadt mit Discountern und Supermarktketten in Kontakt tritt, um eine Verwendung für abgelaufene Waren zu finden. Es darf nicht sein, dass die Menge an Essen, die jährlich in Europa weggeworfen wird, zweimal ausreichen würde, um alle Hungernden auf der Erde zu ernähren.“

Rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel landen laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft alleine in Deutschland jährlich im Müll. Die Ursachen hierfür sind vielfältig – das Entsorgen beginnt bereits auf dem Feld und endet bei den Verbraucher*innen, unter anderem weil der Anspruch an eine breite und optische Auswahl sehr hoch ist. Zudem setzt ein Großteil der Bevölkerung das Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Wegwerfdatum gleich.

Quelle: Pressemitteilung BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 28. Februar 2022,

https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittelverschwendung/studie-lebensmittelabfaelle-deutschland.html, Ausschnitt

Gemüseackergruppe des BUND Naturschutz sucht noch junge Gärtner


Auch dieses Jahr können Kinder von 6 bis 12 Jahren von April
bis Oktober auf einem Acker wieder ihr eigenes Gemüse an-
bauen.

Der Acker befindet sich auf dem Biokreishof der Familie Hofmann in Nürn-
berg-Schnepfenreuth (Knoblauchsland).

Ziel dieses Projekts ist es, Kindern einen Einblick zu geben, woher ihre
Lebensmittel kommen, welcher Arbeit es bedarf, um gesundes Essen zu
produzieren und ihnen zugleich eine höhere Wertschätzung dafür zu vermitteln.

Der Anbau ist rein biologisch. Es werden bewusst alte Sorten und Samen
eingesetzt, wie z.B. Ochsenherztomaten, Bamberger Hörnchen (Kartoffeln)
und Bischofsmützen (Kürbisse). Damit soll Kindern die Vielfalt an Gemüse
gezeigt werden.

Vom Samenkorn bis zur Frucht erleben die Kinder den ganzen Wachstumszyklus und erhalten grundlegendes, praktisches Wissen über den Gemüseanbau.

Beim gemeinsamen Säen, Ernten und Essen vor Ort können die Kinder
Zusammenhänge leicht begreifen und erhalten einen persönlichen Bezug
zu den Pflanzen.

Mit spielerisch-kreativen Methoden wird das Gelernte vertieft und ein größerer Zusammenhang hergestellt: Acker als Lebensraum für viele Tiere
und Pflanzen, nützliche und schädliche Tiere, Klima/Wetter/Boden, etc.

Abschluss der Saison ist das Erntedankfest für Eltern und Kinder, bei dem
gemeinsam ein leckerer Eintopf am Feuer gekocht wird. Ein witzig-freches
Gemüsetheater, das die Kinder selbst aufführen, sorgt für einen gelungenen Höhepunkt.

Die Gruppe trifft sich 14-tägig am Donnerstag, 16.00 – 18.00 Uhr.

Projektleitung: Cornelia Rotter (Dipl.-Soz.päd.), c.rotter@bund-naturschutz-nbg.de

Anmeldung bis 25.3. bei der Jugendorganisation BUND Naturschutz Nürnberg unter Tel: 0911 / 45 76 06

Bio-Lebensmittel sind gesünder – Langzeitstudien beweisen es

Unser Mitglied, Dr. Andrea Flemmer, Dipl.-Biologin und Ernährungswissenschaftlerin, hat recherchiert. Wir bringen an dieser Stelle in loser Folge Auszüge aus ihrem neuen Buch: Bio Lebensmittel – Nachhaltig einkaufen, gesund leben, Humboldt Verlag 2021

Heute: Bioaktive Wirkstoffe/ Antioxidantien (Vitamin C und E)

Wissenschaftliche Vergleichstests haben ergeben: Bio-Obst und Bio-Gemüse enthalten mehr Vitamine und Mineralstoffe als konventionelle Produkte.

Beispiele: Im zwölfjährigen Durchschnitt enthielten Bio-Obst und Gemüse

  • 28% mehr Vitamin C, genannt werden Bio-Äpfel, -Weißkraut, -Tomaten, -Paprika, -Mangold, -Kohl und –Grüne Bohnen
  • 18% mehr Kalium, 10% mehr Kalzium, 77% mehr Eisen und Magnesium; Zwiebeln enthielten deutlich mehr Kalzium, Magnesium, Bor, Bismut und Selen, Kartoffeln deutlich mehr Phosphor, Magnesium, Mangan, Kobalt, Zink, Selen und Nickel

Das nächste Mal berichten wir zu: Primäre und sekundäre Pflanzenstoffe.

 

 

Rezept für Zerzabelshofer Apfelkuchen

Wir hatten im Februar noch etwa 2 kg Boskop von der Streuobstwiese, die mürbe geworden waren. Harte Äpfel würden wir für den Kuchen grob reiben.

Zutaten

Für den Teig: 500 g Dinkel-Vollkornmehl, 200 g Vollrohrzucker, 250 g Butter, 3 Eier, Saft einer Zitrone und die abgeriebene Schale der Zitrone, 1 TL Backpulver, Zimt, Orangensaft, Puderzucker, Salz

Für die Streusel: 1–2 Tassen Mehl, 150 g Butter, 150 g Rohrzucker

Zubereitung

Eier, Zucker und Butter schaumig rühren, Zitronensaft und geriebene Zitronenschale dazu geben und das Mehl einsieben. Backpulver einstreuen und alles verkneten. Nach Bedarf Orangensaft (oder Wasser), Zimt und eine Prise Salz dazu geben und den Teig erneut kneten und auf ein gefettetes oder mit Backpapier belegtes Blech ausrollen oder in eine Springform geben. Nun die geschälten und geschnittenen Apfelscheiben dicht nebeneinander auf den Teig drücken. Die Zutaten für die Streusel mit den Händen gut vermischen und auf die Äpfel verteilen. Streusel leicht andrücken und mit Puderzucker betreuen. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad 45 Minuten backen. Mit Sahne servieren.

Guten Appetit wünschen Gabriele und Wolfgang Ritter