Brotaufstriche selbst gemacht

Während der Woche der Nachhaltigkeit haben Bio-Berater des Bio-Verbraucher e.V. mit drei Schulklassen auf AEG in Nürnberg Bio-Brotaufstriche und Bio-Säfte hergestellt. Uns ging es darum, Lehrerinnen und Schülern/Schülerinnen die Freude und den Genuss an selbst verarbeitetem, saisonalem Obst und Gemüse erleben zu lassen. Wir danken der Bio-Marktkette ebl herzlich für die Bereitstellung von Lebensmitteln zu dieser Aktion. Hier die Rezepte:

Karottenbutter
125 g Butter, 100 g Karotten, 2 EL fein gehackte Kräuter: Basilikum, Schnittlauch, verschiedene Blütenblätter, z.B. Löwenzahnblüten, Gänseblumenblüten, Rosenblüten, Kapuzinerkresse, Kräutersalz, Paprikapulver, frischer Pfeffer aus der Mühle

Die Butter schaumig rühren. Die Karotten putzen, waschen und auf einer Küchenreibe fein raspeln. Butter mit Karottenraspeln, Küchenkräutern, Pfeffer und Paprikapulver abschmecken.

Paprika-Aufstrich
1 rote Paprika, 1 Zwiebel, 1 EL Olivenöl, 50 g Cashewkerne, 200 g Frischkäse, 1 Knoblauchzehe zerdrückt, Steinsalz, 1 Prise Chilipulver, 2 EL Basilikum gehackt oder 2 EL Schnittlauch gehackt

Paprika und Zwiebel fein würfeln, im Öl andünsten und abkühlen lassen. Cashewnüsse grob mahlen und in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten, abkühlen lassen. Frischkäse mit den Gewürzen verrühren, Paprika, Zwiebel, Cashewnüsse und Kräuter unterrühren und pikant abschmecken.
Obst-Gemüse Saft
Äpfel, Karotten und Rote Bete entsaften, mit einem TL Rapsöl verfeinern. Ein Glas Saft jeden Tag schützt vor Erkältungen in der nasskalten Jahreszeit.

Bio-Landwirtschaft in Malawi erfolgreich

Bericht von Wolfgang Ritter

Vor 10 Jahren berichtete mein Freund und damaliger Vorstand im Bio-Verbraucher e.V., Georg Modlmayer, an dieser Stelle von einer kleinen Initiative in Malawi unter dem Titel „Biologischer Landbau – die Chance gegen Hunger in Malawi“ (Juli 2007, nachzulesen bei: www.bio-verbraucher.de/ Info-Briefe/ Alle Info-Briefe/ Info-Brief 11). Im Mai 2007 hatten mein Freund und ich eine gemeinsame Reise durch Malawi gemacht und anschließend den Entschluss gefasst dort zu helfen, wo nie ein Cent staatlicher Subventionen oder Subventionen großer Hilfsorganisationen ankommt – im Busch. Unsere Prinzipien waren:
1. Die Einheimischen müssen Entwicklung selbst wollen und machen; wir wollen nur Hilfe zur Selbsthilfe geben.
2. Die Menschen sollen durch unsere Hilfe eine Lebensperspektive gewinnen.
3. Jeder Cent eingehender Spendengelder soll die Ärmsten der Armen erreichen; alle in Deutschland anfallenden Verwaltungskosten eines zu gründenden Vereins wollen wir selber tragen.
Bald nach unserer Rückkehr aus Malawi wurden zwei Vereine gegründet:
• Hoffnung für Misanjo (HfM), ganz im Süden Malawis, in der Nähe der Stadt Mulanje; er kümmert sich um arme (Waisen-)Kinder in 10 Dörfern.
• Freunde der Malawi-Waisen e.V. (FMW) in Deutschland; er fördert das Projekt.

Von diesen Anfängen berichtete ich damals in der Zeitschrift Das Goetheanum. (Dieser Artikel ist auch enthalten in: Wolfgang Ritter, Initiativen, die die Welt verändern, Verlag Ch. Möllmann 2013.) Die Schwedin Elisabet Sjöborg las damals meinen Bericht und hat uns mit Mitteln versorgt, um dort helfen zu können, wo Hilfe dringend Not tut. Durch sie haben wir mehr erreicht, als wir ursprünglich zu träumen gewagt hatten.

10-Dörfer-Projekt
Bisher wurden in den Dörfern Mulanje, Ekhamunu und Wasi Häuser als Tagesstätten für die Kinder gemietet, erworben und gebaut, in denen etwa 175 Kinder betreut und erzogen werden und täglich eine warme Mahlzeit erhalten. 2018 will man dort etwa 270 Kinder versorgen. Land wurde für Kartoffel- und Gemüseanbau gekauft und ein Brunnen gebohrt. Jedes der 10 Dörfer bestellt ein Feld für die Waisen mit Getreide. Mehrmals war ein staatlicher Berater jeweils für mehrere Wochen im Projekt, um die Menschen mit biologischen Landbaumethoden vertraut zu machen. Amos Chikaonda, ein Einheimischer, ist seit fast 10 Jahren Projektleiter.

Bio-Musterfarm Mother Elisabet Organic Farming (MEOF)
Im Norden Malawis haben wir mit Spendengeldern den Aufbau einer Musterfarm ermöglicht, auf der Patrick Mhone, studierter malawischer Bio-Landwirt, mit einigen Mitarbeitern Kleinstlandwirte in mehrmonatigen Kursen in biologische und biologisch-dynamische (bd) Landbaumethoden einweist, damit sie ohne Kunstdünger bessere Erträge erzielen können. Patrick ist der erste bd-Multiplikator in Malawi.

Damit das Projekt künftig unabhängig wird, wurden vier schöne Touristen-Hütten mit fließendem Wasser und WC gebaut, die jetzt von Besuchern gebucht werden können. Info und Buchungen über: www.malawi-lodge.jimdo.com

Biologisch-dynamisches Musterdorf Mhone Village
Bei seiner zweiten bd-Schulung in SEKEM/ Ägypten im Frühjahr 2016 wurde Patrick von seinem Bruder Duncan begleitet. Duncan will jetzt sein Heimatdorf zu einem bd-Musterdorf machen, denn die ersten Ernten haben ihn überzeugt. Er schreibt: „Wir haben das Wunder der bd-Landbau-Methoden erlebt. Die Pflanzen gedeihen prächtig; wir haben gute Ernten erzielt. Trockenperioden überleben die Pflanzen jetzt besser. 200 Familien in der Umgebung möchten jetzt auch diese Methoden anwenden. Könnt ihr uns dabei unterstützen, Mhone Village zu einem Schulungszentrum zu machen, wie MEOF eines ist?“

Wir haben sofort reagiert und Geld für die Anschaffung von Saatgut, Gartengeräten, Rindern und einen Ochsenkarren geschickt. Um mehr investieren zu können, bräuchten wir Unterstützung.
Info und Kontakt: www.malawi-waisen.de, freunde@malawi-waisen.de, Tel. Georg Modlmayr 0049-(0)9544-5843, Konto: IBAN: DE87 7705 0000 0300 8551 60, BIC: BYLADEM1SKB

 

Über uns

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Einige Gründungsmitglieder

Wie kam es zur Gründung des Bio-Verbraucher e.V.?

Rückblick von Wolfgang Ritter, Vorstandsvorsitzender Bio-Verbraucher e.V. im Mai 2012

Einige Persönlichkeiten unseres Vereins hatten durch Erfahrungen positiver und auch negativer Art die Einsicht gewonnen, dass sich eine Gesundung des Wirtschaftslebens nur vollziehen kann, wenn die am Wirtschaftsprozess Beteiligten, also Produzenten, Händler, Dienstleister und Konsumenten, zusammenarbeiten würden. Sie müssten sich füreinander interessieren, Möglichkeiten, Wünsche, Arbeitsbedingungen usw. voneinander erfahren.


Eine solche Zusammenarbeit, so war schnell klar, konnte in einem gemeinnützigen Verein erfolgen. Fernziel, das war auch klar, müsse die Zusammenarbeit in Branchen-Assoziationen sein, in denen Vertreter von Erzeugern, Händlern und Verbrauchern sich gegenseitig wahrnehmen könnten und sich möglichst über Quantitäten, Qualitäten und Preise im voraus verständigten. Das Heilsame dieses Gedankens, der auf eine Empfehlung von Rudolf Steiner (1861 – 1925) zurückgeht, läge in der Verbindlichkeit von Absprachen, die vor dem Produktionsprozess getroffen würden. Man würde dadurch den Marktprinzipien die so wichtige Komponente der Verlässlichkeit hinzufügen.

Folgende konkrete Erfahrungen, führten zur Idee der Vereinsgründung:

Im Winter 2004 erfuhren wir davon, dass ein Landwirt in unserer Nähe seine Bio-Produkte nicht als solche vermarkten konnte und dadurch seinen erhöhten Aufwand nicht vergütet bekam. Unsere Reaktion war: Hätten die Konsumenten in seiner Umgebung Kenntnis von seinem Angebot, würden sie doch leicht seine Kartoffelernte aufkaufen können. Aber wie könnten sie von seinem Angebot erfahren?

Zur gleichen Zeit hörten wir von einer Katastrophe, die sich vor einigen Jahren für eine indische Initiative abgespielt hatte. Von heute auf morgen sagte ein deutscher Importeur die Abnahme der Bio-Fruchternte ab; 29 indische Farmer gerieten dadurch an den Rand des Ruins. Bei vorherigen verbindlichen Verabredungen hätte diese Katastrophe vermieden werden können. Und: Hätten Firmen und Konsumenten in Europa von dem plötzlichen Fruchtangebot Kenntnis gehabt, sie hätten leicht die 18 t Bio-Trockenfrüchte aufnehmen können. Wen hätten die Inder in Deutschland ansprechen können? Gab es ein Netzwerk der am Bio-Wirtschaftsprozess Beteiligten?

Im Frühjahr 2004 folgte die Europäische Union den Forderungen der Welthandelsorganisation (WTO), den Anbau von genmanipulierten Feldfrüchten und die Verwendung von genmanipulierten Futtermitteln und Rohstoffen für menschliche Nahrungsmittel zuzulassen. Hätte ein starker Bio-Verbraucherverband in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Bio-Erzeuger und anderer Gegner der grünen Gentechnik das verhindern können?

Die Bio-Bauern, die verarbeitende Bio-Industrie, der Bio-Handel, sie alle haben Verbände; die Bio-Verbraucher, so unsere Nachforschungen, waren kaum organisiert. Jetzt wussten wir, was zu tun war: Eine Interessenvertretung für Bio-Verbraucher war zu schaffen.

Der gemeinnützige Bio-Verbraucher e.V. vernetzt Bio-Produzenten, -Händlern, -Dienstleister und –Konsumenten und arbeitet zusammen mit allen Verbänden, denen der Gedanke der Nachhaltigkeit ebenfalls ein Anliegen ist Er bringt die Adressen und Angebote von Firmenmitgliedern, Vereinen und Verbänden unter der Rubrik Bio-Adressen auf seine Internetseiten. Seine neuen Internetadressen sind www.netz.bio und www.sei.bio.

Im vierteljährlich erscheinenden Info-Brief werden aktuelle Berichte und Recherchen veröffentlicht. Auch die Wünsche und Anregungen von Bio-Verbrauchern erscheinen dort, wenn sie von allgemeinem Interesse sind. Die assoziative Zusammenarbeit auf regionaler und nationaler Ebene hat begonnen. Der Bio-Verbraucher e.V. vertritt in diesen Gesprächen die Bio-Verbraucher ebenso wie durch Eingaben an Politiker.