Milch, Schweine und die Marktwirtschaft

Heiner Flassbeck am 27.05.2016, Wirtschaftswissenschaftler, von 1998 bis 1999 Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen und von Januar 2003 bis Ende 2012 Chef-Volkswirt bei der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf; Artikel bei www.makroskop.eu,; Ausschnitte

Sinkende Preise bringen die Bauern in Bedrängnis. Doch nicht sie, sondern Politik und Ökonomen müssen umdenken. Der Preis für einen Liter Milch fällt von 40 auf 20 Cent. Auch der Preis für Schweinefleisch fällt dramatisch und folgt offenbar dem Gesetz, das man einst den Schweinezyklus nannte. Niemand stellt die grundsätzliche Frage, um die es geht. Die Frage nämlich, ob man im Bereich der Landwirtschaft überhaupt mit marktwirtschaftlichen Regeln arbeiten kann. Die Antwort ist einfach: Nein!
Die Preise für Milch und Schweine – wie die der meisten agrarischen Produkte – verhalten sich wie Rohstoffe und schwanken in der Tat stark. Das liegt daran, dass in diesen Märkten die sogenannte Preiselastizität der Nachfrage gering ist. Die Produkte sind homogen und die Verbraucher verbrauchen immer ähnlich viel Milch, ganz gleich, ob der Preis zwanzig oder vierzig Cent pro Liter beträgt.

Die geringe Elastizität der Nachfrage führt bei vielen Nahrungsmitteln dazu, dass schon kleine Schwankungen des Angebots große Auswirkungen auf den Preis haben können. Genau umgekehrt ist das in einem Markt, wo die Nachfrage extrem elastisch ist: Da wird jedes angebotene Produkt verkauft, wenn es weniger kostet. Aus der geringen Nachfrageelastizität entsteht der Schweinezyklus. Die Bauern produzieren viele Schweine, wenn es gerade günstig erscheint, weil nämlich der Preis hoch ist. Sie investieren also in Stallanlagen, um noch mehr Schweine zu produzieren. Dann aber kommt der Punkt, wo das große Angebot an Schweinen auf einen Markt drückt, der nicht viel mehr Schweinefleisch aufnehmen kann, weil die Verbraucher einfach nicht mehr Schwein essen, weil viel billiges Schweinefleisch da ist. Dann sinkt der Preis dramatisch schnell, weil das Produkt nicht lagerbar ist, und die Bauern sitzen in ihren übergroßen Ställen und können die Schweine nicht mehr loswerden. Die Folgen sind bankrotte Betriebe und der Beginn eines neuen verrückten Zyklus. Denn nun werden systematisch zu wenige Schweine produziert, so dass der Preis wieder übermäßig steigt und der Schweinezyklus beginnt von vorne.

Milch bleibt letztlich Milch
Die Landwirtschaft kann in der Regel nur wenig differenzieren. Sie versucht es zwar über „Bio“ als Qualitätssiegel oder über Direktvermarktung von Milchprodukten. Doch Milch bleibt letztlich Milch und ist für die Masse der Kunden weder klar unterscheidbar noch lagerbar. Bei all dem muss die Landwirtschaft immer kapitalintensiver werden, was große Investitionen verlangt, das Endprodukt aber praktisch nicht verändert.

Das eigentliche Problem liegt folglich in der Frage, wer in einem Markt mit solchen Grundbedingungen viel Geld investiert und neben der eigentlichen Produktion auch noch Nahrungsmittelverordnungen, Umwelt- und Tierschutzauflagen und anderen landwirtschaftlichen Verordnungen Genüge tun muss. Die Antwort ist auch hier einfach: Kein vernünftiger Mensch. Jedenfalls keiner, für den die Landwirtschaft wirklich den Lebensunterhalt garantieren soll und nicht nur ein Nebenprodukt oder ein Hobby ist. Folglich bekommt die Gesellschaft all das, was sie sich von ihrer Landwirtschaft erhofft, genau dann nicht, wenn sie die Marktwirtschaft walten und schalten lässt. Dann bekommt sie vielleicht riesige Agrarfabriken, die auch solche Preisschwankungen durchhalten, weil sie tausend verschiedene Produkte produzieren, aber man bekommt keine bäuerliche Landwirtschaft, die auch noch Landschaftspflege betreibt.

Das Umdenken, das man so gern den Bauern abverlangt, muss man deswegen der Politik und den Ökonomen abverlangen. Wer eine vernünftig strukturierte Agrarproduktion mit einer artgerechten Tierhaltung, hoher Produktqualität und einer gesunden Umwelt will, muss die Marktwirtschaft in diesem Bereich endgültig zu den Akten legen. Entweder man kehrt zu den alten Agrarmarktordnungen mit Milchseen und Butterbergen zurück, was weit weniger schlimm ist als Bauern, die an Bäumen hängen, oder man setzt auf eine weitgehende staatliche Ordnung, bei der die Bauern für die Landschaftspflege entschädigt werden und versprechen müssen, mit der Natur schonend umzugehen. Mindestpreise sind jedoch das Mindeste, was die Landwirte von der Gesellschaft verlangen können, weil auch sonst niemand in einer Marktwirtschaft investiert, wenn er bei der Preisentwicklung seines Endprodukts Überraschungen nicht ausschließen kann, die innerhalb von Monaten seine wirtschaftliche Existenz vernichten können.

Preis der Stadt Nürnberg für unser Mitglied Bernd Hausmann
Wir freuen uns mit Bernd Hausmann, Glore-Handels-GmbH, über den „Preis für diskriminierungsfreie Unternehmenskultur“ der Stadt Nürnberg. Das Unternehmen verkauft ausschließlich Bio-Bekleidung aus fairem Handel, und Bernd Hausmann kennt alle Lieferanten persönlich. Glore steht für globally responsible fashion (Mode mit weltweiter Verantwortung). Verkauf in Nürnberg (Karl-Grillenberger-Straße 24), Hamburg, Stuttgart, Augsburg und Luzern (Schweiz) sowie über Online-Shop www.glore.de, Tel. 49 (0) 911 – 27 74 53 77

Preisfindungsstellen – eine Alternative zur Marktpreisbildung, Teil 3

Auszüge aus Otto Jachmann: Beobachtungen und Gedanken zu Wirtschaft und Gesellschaft, Borchen 2008; die Teile 1 und 2 erschienen in den letzten beiden Info-Briefen

Die Ferkelnotierung
Eine Preisfindung für Ferkel mag für den Sachfremden abgelegen erscheinen. Sie ist es nicht. Ferkel sind der Ausgangspunkt des Schweinezyklus. Mit den Sauenzulassungen beginnt die Produktionsperiode für Schlachtschweine und umfasst die Tragezeit der Muttersauen, die Ferkelaufzucht- und die Mastzeit. Wenn die Ferkelerzeuger ihre Muttersauen decken lassen, entscheiden sie darüber, wieviel Schlachtschweine in etwa einem Jahr auf den Markt kommen. Es ist also sinnvoll, bei den Ferkelpreisen anzusetzen, um den Schweinezyklus in geordnete Bahnen zu lenken. Die Preisfindung für Ferkel folgt den gleichen Grundsätzen wie die für die Kernobstnotierung, muss aber anders organisiert werden, weil die Marktbedingungen verschieden sind:
Es gibt zwar regionale Schwerpunkte der Muttersauenhaltung, in Baden-Württemberg z.B. Hohenlohe und Oberschwaben, dennoch ist die Ferkelerzeugung viel mehr in der Fläche verteilt als der Erwerbsobstbau. Muttersauen kann man überall halten.
Obsterträge und -erzeugungsmengen hängen vom Jahrgang ab, die Mengen erzeugter Ferkel jedoch von menschlichem Ermessen, d.h. von den Entscheidungen der Sauenhalter. Die Ferkel- und Schlachtschweinepreise richten sich ausschließlich nach dem Marktgeschehen. Es gibt keine EU-Marktordnung für Schweine.

Zahlreiche Ferkel werden in den Erzeugerbetrieben gemästet oder unmittelbar an Schweinemäster verkauft. Ein anderer Teil wird indessen überregional über den genossenschaftlichen oder privaten Ferkelhandel vermarktet und an Schweinemäster in ganz Europa verteilt. Ferkelhändler sind Viehhändler und folgen Viehhandelsgebräuchen. Sie kaufen und verkaufen auf eigene Rechnung und eigenes Risiko. Ferkel sind empfindliche Tiere und müssen nach wenigen Tagen, am besten sogleich, wieder unter regelmäßige Fürsorge in den Mastställen kommen. Unter diesen Bedingungen kann die Notierungskommission für Ferkel nicht allein aus Händlern bestehen. Diese verfolgen ausschließlich ihre eigenen Geschäftsinteressen. Sie möchten billig einkaufen und teuer verkaufen. Als Gegengewicht muss ihnen das Interesse der Ferkelerzeuger gegenübergestellt werden, die für ihre Tiere einen möglichst hohen Preis erzielen wollen. Dann besteht die Chance eines fairen Interessenausgleichs, der zu einer ausgewogenen Preisfindung führt. Die Notierungskommission setzt sich hier also aus vier bis fünf Händlern und einer ebenso großen Zahl von Ferkelerzeugern zusammen. Die paritätische Besetzung sorgt dafür, dass die Händler bei der Preisfindung ihre Marktmacht nicht über Gebühr ausspielen können, die sie beim realen Einkauf den Landwirten gegenüber zweifellos haben. Denn es gibt nur wenige Ferkelhändler aber eine Vielzahl von Ferkelerzeugern, die auf die Dienste der Vermarkter angewiesen sind.
Wie beim Kernobst wird auch die Ferkelnotierung von einem neutralen Fachmann bei der staatlichen Marktberichts- und Studienstelle betreut. Er hat vergleichbare Aufgaben:
Laufend den Ferkel- und Schlachtschweinemarkt beobachten und Marktinformationen sammeln.

Montagvormittags die über das Wochenende eingegangenen Umsatz- und Preismeldungen der Ferkelhändler für die Vorwoche zusammenfassen und Durchschnittspreise und Preisspannen errechnen. Am Montagnachmittag von seinem Schreibtisch aus die Notierung leiten, die als Telefonkonferenz stattfindet. Unmittelbar danach die Notierungsergebnisse zum Abruf in die Informationsmedien einstellen und an die regionalen Tageszeitungen senden, die sie im Marktteil ihrer Dienstagsausgaben abdrucken.

Der neutrale Fachmann eröffnet die Konferenz und gibt nach seinem Kenntnisstand einen Überblick über die Marklage für Ferkel und Schlachtschweine zu Beginn der neuen Woche. Den anschließenden Gesprächsaustausch nutzen die Händler, um Informationen aus ihrem Geschäftsgang einzubringen, in der Regel zum eigenen Vorteil. Die Landwirte antworten darauf entsprechend und bringen ihre Gegenargumente vor; man kennt sich. Dann folgt die Preisfindung. Der Berichterstatter gibt zunächst die Ergebnisse der Händlermeldungen für die Vorwoche bekannt: Ferkelumsätze und vor allem Durchschnittspreis und Preisspanne in vollen Euro für ein Ferkel in Standardqualität als Teil einer marktüblichen Handelsmenge. Dann wird jedes Kommissionsmitglied, immer zwischen Erzeuger und Vermarkter wechselnd, einzeln aufgerufen, seine Einschätzung über die Preistendenz des Tages im Vergleich zum Vorwochenpreis abzugeben: ,plus 1, 2, 3 …. ‚ ,minus 1, 2, 3 ….. ‚ oder ,gleichbleibend. Der Notierungsleiter errechnet ,blitzschnell‘ den Durchschnitt der genannten Zu- oder Abschläge und gibt ihn bekannt. In Verbindung mit dem Vorwochenpreis ergibt das die Notierung.

Im Laufe der Zeit stellt sich bei den Mitgliedern der Notierungskommission ein gewisses Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Gemeinschaft ein. Sie wollen der Allgemeinheit dienen, so gut sie es vermögen, ohne allerdings ganz ,aus ihren Schuhen schlüpfen‘ zu können. Das ergibt genau die richtige Mischung für eine Preisfindung: die eigenen Interessen vertreten, aber das Gemeinwohl mit einbeziehen.

Jedes vierte tierische Lebensmittel stammt von einem kranken Tier

Letzten Monat hat die Bundesregierung erschreckende Zahlen zu staatlichen Tierschutz-Kontrollen in deutschen Tierhaltungsbetrieben veröffentlicht: Sie werden nicht nur selten, sondern im Durchschnitt nur alle 17 (!) Jahre kontrolliert. Im Durchschnitt heißt, manchmal auch noch seltener. So in Bayern: Da finden Tierschutz-Kontrollen nur etwa alle 50 Jahre statt. Das bedeutet, dass manche Tierhalter ihr ganzes Berufsleben lang nicht kontrolliert werden!

Wir finden, dass diese Zahlen für sich sprechen und offizielle Äußerungen über das angeblich hohe Tierschutzniveau in Deutschlands Ställen als dreiste Ammen-Märchen entlarven. Zumal heutzutage eigentlich jeder weiß, dass es den Nutztieren in unserem wohlhabenden Land verzweifelt schlecht geht. Wir spüren, dass es einem Tier nicht wirklich gut gehen kann, wenn es auf kleinstem Raum gehalten wird und in vielen Fällen niemals das Tageslicht sieht, das täglich „Höchstleistungen“ zu bringen hat und Eier oder Milch in Rekordmengen abliefern muss. Oder „einfach nur“ so schnell wie möglich zu wachsen hat, damit es nach möglichst kurzer Zeit getötet werden kann.

Wir haben bei foodwatch tausende Daten aus zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten zusammengetragen und das Ergebnis ist niederschmetternd: Etwa jedes vierte (!) Nutztier in Deutschland ist krank. In manchen Betrieben sieht es noch viel schlimmer aus, in manchen besser. Doch im Durchschnitt bedeutet das, dass jedes vierte tierische Produkt, das wir kaufen und verzehren von einem kranken Tier stammt. Und sehr, sehr oft sind diese Krankheiten, die Schmerzen und die Leiden vermeidbar.

Um welche Krankheiten handelt es sich?
Kühe: Die häufigste Erkrankung von Kühen ist die extrem schmerzhafte Euterentzündung. Statistisch gesehen, stammt jeder vierte Liter Milch von einer Kuh mit Euterentzündung. Klauenerkrankungen, Gelenkveränderungen, Lahmheiten und Stoffwechselstörungen sind ebenfalls an der Tagesordnung.
Schweine: Sie leiden in vielen Fällen unter Klauen- und Gelenkentzündungen, blutigem Durchfall, nässenden Ekzemen, Gebärmutter- und Lungenentzündungen sowie eitrigem Augenausfluss, trockenem Brüllhusten und vielem mehr.
Hühner: Fast alle Masthühner sind auf maximalen Fleischansatz der Brustmuskulatur gezüchtet. Der Körperschwerpunkt ist in der Folge verlagert. Dadurch sind Hüften, Gelenke, Beine deformiert und sie humpeln und lahmen. Fußballenentzündungen sind die Regel. Jede zweite Legehenne leidet unter Knochenweiche und Knochenbrüchen. Eine Folge der hohen Legeleistung: Das für die Eierschalenbildung notwendige Kalzium wird den Knochen entzogen.

foodwatch setzt sich dafür ein, dass die Tiergesundheit in Zukunft DAS entscheidende Kriterium beim Nutztier-Schutz wird. Quelle: Matthias Wolfschmidt, foodwatch e.V., aktuell@foodwatch.de vom 03.08.2018, Ausschnitt

30 Jahre individueller Möbelbau aus regionalem Holz

Zum 30-jährigen Jubiläum habe ich, Wolfgang Ritter, „Die Möbelmacher“ in Kirchensittenbach bei Hersbruck in Franken besucht und bei einem Rundgang durch den Betrieb erfahren, welche Prozesse für die Einzelanfertigung von Möbeln aus regionalem Holz notwendig sind.

Gegen Ende des Jahres werden die Baumstämme aus der Umgebung von Hersbruck angeliefert, von Fremdfirmen entrindet und zu Brettern gesägt. Man kann auch eigene Stämme oder eigenes Holz anliefern. Nun müssen die Bretter zwei bis drei Jahre lagern, bevor sie in die Trockenkammer kommen, wo ihnen die Restfeuchtigkeit bis auf 10 Prozent entzogen wird. Der Kunde, der sich eine Küche, eine Wohn- oder Schlafzimmereinrichtung fertigen lassen möchte, kann unter verschiedenen Holzarten wählen. Dann werden während der nächsten zwei bis drei Monate seine Möbel nach seinen Angaben für ihn individuell gefertigt, geliefert und aufgestellt/ eingebaut. Die Holzabfälle liefern die notwendige Energie für den gesamten Fertigungsprozess, für Heizung und Warmwasser – auch für die Trockenkammer.

Das Angebot der Möbelmacher umfasst alle Möbel, aber auch Bettenroste und Matratzen, Holzfußböden und Lampen. Man kann selbstverständlich auch einzelne Möbelstücke ordern.

Kontakt: Die Möbelmacher, Geschäftsführer Herwig Danzer, 91241 Kirchensittenbach, Untertrumbach 39, www.die-moebelmacher.de, info@die-moebelmacher.de, Tel. 09151 – 86 29 99

Vinessio Weinmesse Fürth – viel Bio im Weinglas

Auch wenn konventionelle Produkte nach wie vor dominieren: Freunde des Bio-Weins finden heute fast überall einige gute Tröpfchen. Das zeigte auch die Vinessio Weinmesse, die am 10. und 11. November 2018 im fränkischen Fürth zum Probieren einlud. Wir haben dort neben anderen Produzenten auch unser Firmenmitglied Demeter-Weingut Hell getroffen, über welches erst im September 2018 der BR im Fernsehen berichtete: https://www.youtube.com/watch?v=1pea30J8FMc&feature=share. Auch in unserem Blog-Archiv findet sich ein Bericht über die Weinbauern aus Wiesenbronn: http://netz.bio/2018/05/13/demeter-weine-aus-franken/.
Auf der Messe haben wir den Helios trocken und den Chardonnay – beide 2017 – probiert und waren sehr angetan von der sensorischen Qualität.

Im Weinbau ist übrigens bio nicht gleich bio: Wer mehr zu den unterschiedlichen Standards und Herangehensweisen an dieses spannende Thema lesen möchte, kann sich bei Wikipedia einlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologischer_Weinbau
Hier erfährt man zum Beispiel die Unterschiede von organisch-biologischem und biologisch-dynamischem Weinbau (Demeter). Auch die historische Entwicklung ist interessant. So begann man in den mediterranen Weinbauländern bereits in den 1950er Jahren langsam wieder mit einer biologischen Bewirtschaftung.

50. Demeter-Herbsttagung für Erzeuger, Händler, Verbraucher

Vorträge, Gespräche, Bio-Essen, Musik

Sonntag, 4. November 2018, 10-16.00 Uhr

Themen und Referenten

Benedikt Haerlin: „Der Weltacker – 2000 m² für alle!“ Das menschliche Maß für die Herausforderungen der Welternährung

Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel/ Akademie  des Glücks: „Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug – Erkenntnisse der Glücksforschung“

Adresse
90419 Nürnberg, Rieterstr. 20, Eintritt frei, Verpfl. 10 €

Imker aus Faszination für die Bienen

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Im Juni haben wir „Die Bienenhüter“ in ihrem Garten in Nürnberg am Max-Morlock-Stadion besucht. Wir wurden durch den Garten geführt, um die Nahrungspflanzen der Bienen kennenzulernen. Wir konnten Einblick in einen Bienenstock nehmen und selber Honig schleudern und in Gläser abfüllen. Den selbst geschleuderten Honig konnten wir dann kaufen.

„Die Bienenhüter“ gehören dem Anbauverband „Biokreis“ an. Marc Schüller hat dort die Richtlinienverantwortung.
Kontakt: „Die Bienenhüter“, Blumenthalstr. 9, 90429 Nürnberg, Tel. 0911 – 264431, www.die-bienenhueter.de

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Charta für Assoziatives Wirtschaften im Biohandel

Ende 2017 kamen Vertreter von Bio-Erzeugern, -Händlern und –Verbrauchern in Alfter/Deutschland zusammen, um Grundsätze für eine assoziative Zusammenarbeit im Biohandel zu besprechen. Der Bio-Verbraucher e.V. war als Verbraucher-Vertreter dabei. Das Ergebnis: eine „Charta für Assoziativer Wirtschaften im Biohandel“.

1 Präambel
Eine zukunftsfähige Gesellschaft benötigt eine Wirtschaft, die eine ganzheitliche Entwicklung der kommenden Generationen ermöglicht, die Erde als lebendigen Organismus berücksichtigt und die tatsächlichen Bedürfnisse aller Menschen erfüllt. Der Wirtschaftskreis an der Sektion für Landwirtschaft ist Erkenntnis-, Innovations- und Forschungsorgan für die gesamte biodynamische Bewegung und nicht an eine Demeter-Markennutzung gekoppelt.

2 Das Prinzip der Assoziation
In der Assoziation treffen sich alle Beteiligten der Wertschöpfungskette, vom Erzeuger und Züchter bis zum Konsumenten, wobei die gegenseitige Wahrnehmung und der gemeinsame Interessensausgleich das Motiv aller Beteiligten ist. Dafür wird ein verbindlicher Raum für regelmäßige Assoziationsgespräche in Form von runden Tischen oder Betriebsentwicklungsgesprächen geschaffen. Auch gemeinsame Weiterbildungsveranstaltungen zu relevanten sachlichen und sozialen Themen gehören zu den Aktivitäten einer Assoziation. Mitwirkende des assoziativen Prozesses im Sinne dieser Charta sind in erster Linie Akteure des regionalen, nationalen und internationalen Biohandels.

3 Themen der Assoziation
Im Assoziationsgespräch wird über die Produkte und Produktionsverfahren in Mengen, Preis und deren Qualität gesprochen mit dem Ziel einer Vereinbarung über die gemeinsam besprochenen Themen. Eine möglichst transparente Gesamtkalkulation über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg dient als wesentlicher Richtungsweiser im Assoziationsgespräch.

Im Fokus steht die gemeinsame Bildgestaltung über
a) Produkte und Produktionsverfahren,
b) die beteiligten Menschen und ihre Unternehmen, sowie ihre Lebensverhältnisse,
c) den Sinn und die Verantwortung für das Gelingen des gemeinsamen Tuns.

Über die Produkte hinaus kann die Assoziation auch Investitionen, Kredite und freiwillige Unterstützungen behandeln und beschließen. Der einzelne Akteur entscheidet eigenständig und frei über seinen Eintritt in eine vertragliche assoziative Einbindung. Den Rahmen bilden die rechtlichen Vorgaben, insbesondere diejenigen des Wettbewerbs- und Kartellrechts, an die die Beteiligten gebunden sind.

4 Formale Regelungen in der Assoziation
Eine assoziative Interaktion zwischen Erzeugung, Handel und Konsum wird als freie Initiative unter den direkt Beteiligten angestoßen. Es gibt keine äußere kontrollierende Instanz. Es gilt das Prinzip der Selbstdeklaration.
Die assoziative Vereinbarung wird dokumentiert zur Information und Sichtbarmachung für alle direkten Partner und für die Charta-Gemeinschaft.  Der Wirtschaftskreis ist vorläufig der Ort der Begegnung und des Berichts. Der Wirtschaftskreis führt ein Büro für die Charta-Gemeinschaft, das die assoziativen Projekte koordiniert und unterstützt. Die Gemeinschaft und das Thema werden im IBDC vertreten.

5 Kommunikation der Assoziation
Die assoziative Qualität kann und soll kommuniziert werden. Kommunikation, die auf die Charta abstützt, wird in der Gemeinschaft mit voller Transparenz im Voraus offengelegt. In Luxemburg ist ein entsprechendes Label für Produkte schon angemeldet und in Gebrauch. Die Verwendung dieses Logos steht der Charta-Gemeinschaft perspektivisch frei, ohne dass dessen Weiterentwicklung oder die Entwicklung eines anderen Logos ausgeschlossen sind.

6 Die Charta
Diese Charta formuliert den Rahmen und die Grundsätze für die Mitglieder der Charta-Gemeinschaft. Die Realisierung vor Ort ist individuell. Die Charta-Gemeinschaft ist der Zusammenschluss der eigenständigen assoziativen Projekte.

7 Inkrafttreten
Die Liste der Erstunterzeichner aus der Versammlung vom 25. November 2017 in Luxemburg bezeugt das Inkrafttreten zu diesem Datum.
Quelle: Wirtschaftskreis der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum/ Schweiz, Version 2.2 vom 26.03.2018

Ökolandbau hat Werkzeuge, dem Klimawandel zu begegnen

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Sommer werden wir nicht vergessen; die Rekordhitze führte zu einem Dürresommer mit besonders hohen Ernteausfällen. Nach Expertenmeinung wird die Heftigkeit von Wetterextremen in Zukunft noch zunehmen.

Die Landwirtschaft ist aber nicht nur Opfer, sondern auch mitverantwortlich für einen wichtigen Teil der Treibhausgas-Emissionen. Um die Folgen des Klimawandels zu minimieren und die Ernährungssicherheit langfristig zu sichern, muss sie jetzt die Treibhausgase reduzieren. Die Klima-Allianz Deutschland fordert eine Umkehr. (Die Klima-Allianz Deutschland ist ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis mit 115 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Kirche, Entwicklung, Bildung, Kultur, Verbraucherschutz, Jugend und Gewerkschaften. Es setzt sich für eine ambitionierte Klimapolitik und eine erfolgreiche Energiewende auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene ein. Ihre Mitgliedsorganisationen repräsentieren zusammen rund 20 Millionen Menschen.) Landwirte müssen aktiv auf den unvermeidbaren Klimawandel vorbereitet werden. Der Ökolandbau hat Werkzeuge dafür; er ist ein Modell für den Ausbau einer klimafreundlichen und anpassungsfähigen Landwirtschaft.

Was kann die Landwirtschaft tun?
Gerald Wehde, Leiter Agrarpolitik von Bioland e.V.: „Der ökologische Landbau muss vorangetrieben werden. Je mehr Betriebe auf nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden zurückgreifen, desto besser ist das für unser Klima. Maßnahmen sind hier eine an die Fläche angepasste Zahl von Tieren und vielfältige Fruchtfolgen auf dem Acker. Denn durch einen häufigen Wechsel der angebauten Pflanzen bleibt die Fruchtbarkeit der Böden besser erhalten. Es geht außerdem um die Rückbindung von CO2 in den Böden, das gelingt über den Humusaufbau. All dies hat den positiven Nebeneffekt, dass die Böden aufnahmefähiger für Wasser sind und dieses entsprechend länger speichern können. So sind die Pflanzen besser versorgt und es kommt zu weniger Überschwemmungen in Folge von Starkregen.“

Die Politik muss endlich handeln
“Nicht nur wegen der Dürre wird immer deutlicher, dass wir dringend eine Agrarwende brauchen. Weg von instabilen und anfälligen Hochleistungssystemen hin zu agrarökologischen Anbaumethoden, die Bäuerinnen und Bauern eine Zukunft bieten und unsere Ernährung sichern“, sagt Antje von Broock vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND). „Die Bundesregierung ist jetzt dringend gefordert, die Weichen in die richtige Richtung zu stellen und der Landwirtschaft zu helfen, ihre Bewirtschaftungssysteme nachhaltig und grundlegend zu verändern. Der Ruf nach kurzfristigen Finanzhilfen darf nicht davon ablenken, dass wir einen mittelfristigen Umbau benötigen. Mit den Milliarden der EU-Agrarpolitik könnte bereits ab 2021 mit dem Umbau begonnen werden.“

Industrielle Tierhaltung größtes Problem für Klima und Regenwald
„Die industrielle Tierhaltung ist für den Großteil der Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft verantwortlich“, ergänzt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Sie setzt die Treibhausgase einerseits direkt frei, aber vor allem indirekt über Regenwaldabholzungen für Sojaimporte aus Südamerika. Es ist unverantwortlich, wie viel Landfläche Deutschland in Entwicklungsländern für solche Futtermittelimporte belegt. Die deutsche Landwirtschaftspolitik sollte aufhören, auf Exporte von Fleisch und Milchprodukten in alle Welt zu setzen. Sie schädigt damit das Klima und setzt die bäuerlichen Betriebe hier einem ruinösen Preiswettbewerb gegen Billiganbieter in aller Welt aus.“
Quelle: Presseabteilung Bioland e.V. vom 16.08.18

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter