Bruderhähne dürfen leben

Hühnerhalter wollen entweder viel Fleisch oder viele Eier. Um das zu erreichen, wurden zwei Zuchtlinien entwickelt. Fleisch ansetzende und Eier legende. Bei Fleisch ansetzenden Rassen werden beide Geschlechter aufgezogen und als Hähnchen vermarktet. Bei Eier legenden Rassen kann man mit den männlichen Tieren nichts anfangen; sie werden sofort nach dem Schlüpfen getötet. Das gilt für konventionelle wie Bio-Betriebe. Nicht aber für Peter Schubert in Igensdorf. Er hat ein Zwei-Nutzungshuhn entwickelt – eine Rasse, die sowohl Eier legt aber auch Fleisch ansetzt – nur langsamer. Er ist einer von zwei Züchtern in Deutschland, die männliche Küken nicht sofort töten (In Deutschland werden sie vergast im Ausland auch geschreddert.)

Am 3. Oktober 2017 haben wir den Demeter-Geflügelhof Schubert besucht. Peter Schubert hat uns persönlich durch seinen Betrieb geführt, uns sein Vermarktungskonzept erläutert und uns seine Gockel-Bratwurst kosten lassen. Danach konnte wir im Hofladen einkaufen.

Schubert verkauft Küken aus der Zwei-Nutzungsrasse an Züchter in Deutschland und zieht selber im Rahmen seines Bruderhahn-Projektes Junghennen und Junggockel auf.  Alles, was seine Hühner zu fressen bekommen wächst rund um den Geflügelhof – Futterzukauf ist nicht nötig.  Der „stolze Gockel“ erreicht sein Schlachtgewicht erst nach vier bis fünf Monaten (Mastrassen in der Intensivmast schon nach einem Monat). Er wird zu verschiedenen Bio-Delikatessen verarbeitet, z.B. Gockel-Fleisch, Gockel-Bolognese, Gockel-Suppe, Gockel-Frikassee.

Da mehr Getreide wächst als gebraucht wird, hat Schubert sich eine eigene Nudelproduktion aufgebaut. Dazu wurde ein Rundwanderweg mit Beschriftungen angelegt, um die vielfältigen Getreidesorten kennenlernen zu können. Der Geflügelhof bietet auch Führungen für Schulklassen  an.

Demeter-Geflügelhof Schubert, Peter Schubert, 91338 Igensdorf-Unterrüsselbach, Ebacher Str. 1, Tel. 09192 – 8303, www.gefluegelhof-schubert.com, info@gefluegelhof-schubert.de

 

Demeter-Beerenobstanbau und Verarbeitung aus Leidenschaft

Am Sonntag, 11. Juni 2017, ging unser Bio-Ausflug zu den Beerenbauern in Ebermannstadt. Hier wird Beerenobst nach den Demeter-Richtlinien angebaut, zugekauft und schonend zu Fruchtaufstrichen verarbeitet. Man verwendet so wenig Zucker wie möglich; der Fruchtanteil beträgt 70 Prozent.

Wir konnten bei der Erdbeerernte zusehen, vier verschiedene Erdbeersorten probieren, wurden durch die Fruchtmanufaktur geführt. Jeder der Ausflugsteilnehmer nahm die Gelegenheit wahr, frische Demeter-Erdbeeren und Demeter-Fruchtaufstriche zu kaufen.

Bei der Führung auf den Feldern und im Manufakturbetrieb durch die Eigentümer, Familie Betelshofer, konnten wir spüren: Man arbeitet mit viel Leidenschaft an der Erzeugung hochwertiger Lebensmittel.

Die Beerenbauern, Demeter-Beerenobstanbau und Fruchtaufstrich-Manufaktur GmbH & Co. KG, 91320 Ebermannstadt-Niedermirsberg, Wiesengrundstraße 6, Tel. 09194-5109052

Reine Biere – gibt’s das noch?

Wirklich reine Biere – geht das? Wir waren am Samstag, 27. Mai 2017, zu Besuch beim Riedenburger Brauhaus. Uns wurde der 144 m tiefe Brunnen gezeigt, aus dem das Wasser für die Spezialbiere geschöpft wird.  Dazu erklärt der Chef, Michael Krieger, man verwende nur biologische, naturbelassene, regionale Grundstoffe, nämlich die Urgetreide Dinkel, Emmer, Einkorn. Das Getreide wird von fair bezahlten Bauern der Region bezogen. Und natürlich Hopfen, überwiegend aus der Holledau.

Interessant: Der Brauerei-Abfall, der Treber, wird als Futtermittel an Bauern geliefert. Durch „Kaltschöpfung“ entstehen viele Düfte, die an Zitrone, Mandarine, Mango, Nelke erinnern. Um alkoholfreies Bier zu gewinnen, wird dem ausgegorenen Bier nicht durch Erhitzung der Alkohol entzogen (er verdampft bei Erhitzung) und dann Kohlensäure und etwas Bier wegen des Geschmacks zugesetzt, sondern der Gärvorgang wird bei einem Alkoholgehalt von 0,5% gestoppt; die Restsüße bleibt im Bier.

Wir erfahren auch: Bier verdirbt nicht, auch wenn es säuerlich schmeckt, ist es nicht gesundheitsgefährdend. Wenn der Schaum feinporig ist, handelt es sich um frisches Bier guter Qualität. 24 Biersorten verkauft die Brauerei in Deutschland und etwa 20 weiteren Ländern.

Wir konnten uns bei der anschließenden Verkostung von der ausgezeichneten Qualität und dem hervorragenden Geschmack verschiedener Biere überzeugen und im schattigen Biergarten einen Bio-Imbiss einnehmen. Hochwertige Bio-Qualität und verwöhnender Genuss im Einklang mit der Natur, Herzensangelegenheit von Michael Krieger, ist machbar. Das Riedenburger Brauhaus ist nach den strengen Richtlinien von Bioland zertifiziert.

Riedenburger Brauhaus, Michael Krieger GmbH & Co. KG, 93339 Riedenburg, Hammerweg 5, www.riedenburger.de, Tel. 09442 – 9916-0
Brauereiführung, Getränke-Verkostung, Einkauf, Imbiss (bei schönem Wetter im Biergarten)

Demeter-Weine aus Franken

Winzer Anton Hells Anliegen: Auf gesundem Boden soll reiner Wein wachsen. Damit das geschieht, folgt Hell den Demeter-Richtlinien. Wir haben ihn am 3. Oktober 2016 besucht. Die reifen roten Trauben beim Gang durch den Weinberg schmeckten vorzüglich. Die Weinprobe am Hof überzeugte.

Demeter-Winzer Hell, 7355 Wiesenbronn, Klingenstr. 16, www.weingut-hell.de, Tel. 09325 – 90 909

Bio-Ausflug nach Neumarkt/ Oberpfalz

Im Mai 2015 besuchten wir unsere Mitglieder Neumarkter Lammsbräu und Berggasthof Sammüller.

Der Brauerei ist es ein jahrzehntelanges Anliegen reine Biere und Limonaden mit Wasser aus eigenem bio-zertifizierten Brunnen zu erzeugen und zu vertreiben und  faire Verträge mit ihren Zulieferern abzuschließen. Der Berggasthof möchte seine Gäste mit gesunden Speisen und Getränken zufrieden stellen.

Unser Urteil: Die Getränke der Brauerei schmeckten ausgezeichnet; das Abendessen im Berggasthof war vorzüglich. Der Berggasthof hat eine sehr große Terrasse; sie bietet einen herrlichen Ausblick über Neumarkt und die Umgebung.

Neumarkter Lammsbräu, 92318 Neumarkt, Amberger Str. 1, www.lammsbraeu.de, Tel. 09181 – 404-0

Berggasthof Sammüller, 92318 Neumarkt, Schafhofstr. 25,  www.sammueller.de, Tel. 09181 – 40570

Wozu braucht die Kuh das Horn? Hörner tragende Rinder gefährdet

Die Richtlinien des ältesten Bio-Verbandes verbieten die Enthornung und die Züchtung genetisch hornloser Tiere. Für die Mitglieder des Demeter-Verbands steht der Respekt vor dem Lebewesen an erster Stelle. Sie passen ihre Tiere nicht einfach den „Produktionsbedingungen“ an, sondern bauen Ställe, die groß genug sind für die Bedürfnisse ganzer Kühe, zu denen die Hörner einfach dazu gehören. Die Bauern nehmen sich Zeit für aufmerksames Beobachten und bauen eine vertrauensvolle Beziehung auf, um angemessen auf die Herde einwirken zu können. So minimieren sie das Verletzungsrisiko.

So ist es ihnen möglich, anhand der Körperhaltung anderer Kühe deren Stimmung und Absicht zu erkennen. Dies ist für das Zusammenleben in einer Herde sehr wichtig. Zu jeder Zeit ist die Rangordnung untereinander bedeutend und das Verhalten hochrangiger Majestätinnen und übergeordneter Artgenossen müssen rasch erkannt werden. Die Silhouette der Hörner hebt sich vom kompakten Körperbau ab und erleichtert den Kühen so das Erkennen. Mit Hörnern gelingt die Kommunikation untereinander optimal. Selbst kleine und feine Bewegungen reichen aus, um den eigenen Rang und einen Anspruch einer Artgenossin gegenüber deutlich zu machen. Gestik und Kommunikation der Kühe untereinander wird durch die Hörner unterstützt. So zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass es in enthornten Herden mehr körperliche Rangordnungs-Auseinandersetzungen und Kopfstöße unter den Kühen gibt als in horntragenden Herden.

Sehr feinfühlig werden die Hornspitzen übrigens auch zu anderen angenehmen Dingen eingesetzt. Beim gezielten Fellkratzen an entlegenen, nicht mit der Zunge erreichbaren Körperstellen sind sie sehr praktisch einsetzbar. Und das darf sogar manchmal die Freundin genießen.

Doch das Horn wächst nicht nur äußerlich – auch im Inneren passiert jede Menge! Denn die Hornzapfen sind innen hohl und dort unmittelbar mit den Stirn- und Nasennebenhöhlen verbunden. Zu Beginn eines Kuhlebens ragt die Stirnhöhle erst ein klein wenig in das Horn hinein. Im Laufe der Jahre breitet sie sich jedoch aus – nimmt immer mehr Volumen ein, bis schließlich fast der komplette Hornzapfen „ausgehöhlt“ ist. Wie beim Menschen sind die Stirnhöhlen auch bei der Kuh durchlüftet und mit dem Rachenbereich verbunden, in den beim Wiederkäuen auch Gase aus dem Pansen gelangen. So ist nachvollziehbar, dass die Kuh beim Wiederkauen ihre Verdauung selbst in der äußersten Hornspitze wahrnimmt – bedingt durch die Verbindung zu den Nasennebenhöhlen.

Auffällig ist, dass die Hörner von Kühen, die in heißen Klimazonen leben, viel größer sind als die von Kühen in gemäßigten Zonen. Die Hornscheide dieser Kühe ist auch wesentlich dünner. Deswegen geht man davon aus, dass Hörner grundsätzlich wie eine Klimaanlage funktionieren. Die Körperwärme kann über die stark durchbluteten Hörner an die Umgebung abgegeben werden. Insbesondere in heißen Klimazonen und bei Weidetieren im Sommer trägt das Horn dadurch zum Wohlbefinden der Tiere bei.

Milchqualität
Die Milchqualität wird von vielen Faktoren und ganz besonders von der Fütterung beeinflusst. Derzeit gibt es keinen wissenschaftlich anerkannten Beweis zum Einfluss der Hörner auf die Milchqualität. Dennoch berichten relativ viele Menschen mit Milchunverträglichkeiten darüber, dass sie die Milch von Kühen mit Hörnern besser vertragen als die von Kühen ohne Hörner. Was diese gute Wirkung verursacht, müsste durch weitere, sehr aufwändige Forschungen ermittelt werden. Verschiedene ganzheitliche Untersuchungsmethoden konnten bereits Unterschiede zwischen der Milch von horntragenden und enthornten Kühen aufzeigen.

Ausschnitt aus: www.demeter.de/kuehe-haben-hoerner

Keine Ausreden mehr – Bienenkiller müssen jetzt vom Acker

Ende Februar 2018 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine lang erwartete neue Studie zur Risikoeinschätzung der drei Pestizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam. Das Ergebnis: Jegliche Nutzung dieser Neonikotinoide stellt ein Risiko für Bienen dar. Damit ist es amtlich: Es gibt keine “sichere” Nutzung dieser Ackergifte. Die Bienenkiller müssen jetzt verboten werden. Jede weitere Verzögerung hat katastrophale Auswirkungen auf die noch verbleibenden Wildbienenvölker und unsere Ökosysteme.

Der Bio-Verbraucher e.V. hat sofort gehandelt und der Bundesumweltministerin und dem Präsidenten der Europäischen Kommission folgende Email geschickt:

Sehr geehrte Frau Bundesumweltministerin, sehr geehrter Herr Kommissionspräsident,

jetzt müssen Sie sofort handeln und ein sofortiges Verbot der Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam erlassen.

Die neue Efsa-Einschätzung belegt, dass diese Mittel extrem gefährlich für unsere Umwelt sind. Sie treffen nicht nur Schadinsekten, sondern sind auch tödlich für Wildbienen und Honigbienen. Sie sind also mitverantwortlich für den Artenschwund unter Insekten und in der Folge auch unter Vögeln.

Um den Artenschwund zu bekämpfen, müssen Sie dafür sorgen, dass diese Gifte sofort vom Markt verschwinden. Es reicht nicht aus, nur die eine oder andere Anwendung zu untersagen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Ritter/ Vorstandsvorsitzender Bio-Verbraucher e.V.

Quelle: Petition „Keine Ausrede“ gestartet am 28.02.2018, www.change.org

Kann Bio die Welt ernähren?

Diese Frage wurde wieder einmal vor und während der BioFach 2018 erörtert.  Wir wissen bereits: Bio-Landwirtschaft ist gut für die Umwelt, wirkt der Klimaerwärmung entgegen, ist gesünder für Mensch und Tier. Könnte sie auch die Welt ernähren? Eine neueste Gemeinschaftsstudie (Fibl, FAO, Universitäten  Klagenfurt und Aberdeen) kommt zusammengefasst zum Ergebnis: Ja, es geht. Es muss gehen, denn mit der konventionellen Landwirtschaft wird es künftig nicht gelingen, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.

Die Nürnberger  Nachrichten führen in ihrem Artikel „Warum – Bio alleine nicht reicht“ (14.02.2018, S. 2) folgende Argumente und Bedingungen der Wissenschaftler an, wenn 2050 weltweit nur noch Bio angebaut würde:

  • Artenvielfalt würde erhalten
  • Bauern lebten gesünder
  • 19 – 27 Prozent Energie würde gespart
  • Treibhausgase würden um 3 – 7 Prozent verringert

Voraussetzungen wären allerdings:

  • geringerer Fleischkonsum weltweit
  • kein Wegwerfen von Lebensmitteln mehr
  • erhöhte Forschungsanstrengungen, um Schädlinge mit natürlichen Methoden in Schach halten zu können
  • Ernährungsbildung, die verantwortungsvolles Konsumverhalten unterstützt

Fibl-Langzeitstudien zeigen: Kleinbauern in Ländern wie Indien, Kenia und Bolivien geht es mit Bio besser; sie können sich von dem ernähren, was sie erzeugen und erwirtschaften ein höheres Einkommen.

Die Voraussetzungen, die die Wissenschaftler für 100 Prozent Bio fordern, unterstützt der Bio-Verbraucher e.V. Seine Mitglieder essen weniger oder gar kein Fleisch, verschwenden keine Lebensmittel und konsumieren verantwortungsvoll. Erhöhte Forschungsanstrengungen im Bio-Bereich ist uns ein wichtiges Anliegen, damit auf Pestizideinsatz – auch im konventionellen Anbau – verzichtet werden kann. Hier muss die Politik die finanziellen Mittel umlenken von der massiven agrar-chemischen Forschungsförderung zur Förderung der Forschung der biologischen Schädlingsbekämpfung.

Wolfgang Ritter/ Bio-Verbraucher e.V.

Klassische Hühnersuppe

Unter dem Titel „Was Oma noch wusste“ wird in den Nürnberger Nachrichten vom 10./11. März 2018 unter anderem Hühnersuppe als gutes Schnupfenmittel genannt. Sie enthalte große Mengen an Zink und Proteinen. Zink dämpfe die Vermehrung der Schnupfen-Viren, der Eiweiß-Baustein Cystein bringe entzündete Schleimhäute zum Abschwellen. Wir haben Hühnersuppe nach Omas Rezept gekocht.

Zutaten
Suppenhuhn (meist tiefgefroren und ausgenommen erhältlich), Kartoffeln, Gemüse der Jahreszeit, z.B. Möhren, Lauch, Sellerie, Pastinaken, Kohlrabi, weiße Bete, Petersilienwurzel, 2-4 Gemüsebrühwürfel, Pfeffer, Salz, Kümmel, Paprikapulver, Wachholderbeeren und weitere Gewürze nach Geschmack

Zubereitung
Suppenhuhn in einen großen Topf geben, mit kaltem Wasser bedecken und eine Stunde kochen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Huhn herausnehmen und mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver einreiben und zusammen mit geschnittenen Kartoffeln und geschnittenem Gemüse, den Gemüsebrühwürfeln und den Gewürzen kochen lassen. Huhn auf die Teller verteilen, die Suppe abschmecken und ebenfalls auf die Teller geben.

Gabriele und Jennifer Ritter wünschen guten Appetit

Liebe Leserinnen und Leser,

wir trauern um unser Gründungsmitglied Dr. Horst Habisreitinger. Er ist am 2. September im Alter von 89 Jahren verstorben. „Wir werden seine wichtigen Impulse, seine Geistesschärfe sowie seine große biodynamische Erfahrung vermissen“, würdigt ihn Demeter-Vorstandssprecher Alexander Gerber. Diese Worte gelten auch für den Bio-Verbraucher e.V.

Als ich mich vor der Gründung des Bio-Verbraucher e.V. 2004 mit Horst Habisreitinger („Lassen Sie doch den Doktor weg“, wurde er nicht müde zu fordern.) traf, warnte er mich aus eigener Erfahrung: „Es ist sehr schwer, Verbraucher zu mobilisieren und für einen Verbraucher-Verein zu gewinnen.“ Als er aber wohl mein Feuer für die Verwirklichung von Rudolf Steiners Idee der assoziativen Zusammenarbeit von Erzeugern, Händlern und Verbrauchern im Bio-Bereich spürte, sagte er schließlich: „Machen Sie das, ich bin dabei.“ Und so war es dann auch; er reiste nicht nur zur Gründung von seinem Wohnort München an, sondern war hin und wieder bei unseren Mitgliederversammlungen und anderen Veranstaltungen in Nürnberg dabei. Er hat sich sehr darüber gefreut, zu erleben, wie der Bio-Verbraucher e.V. wuchs und seinen Verein, „Förderkreis für Umweltgesundung durch biodynamische Agrarkultur e.V.“ am Obergrashof an Mitgliederstärke bald bei weitem (jetzt etwa um das 10-fache) übertraf. Sein Förderkreis wurde Mitglied im Bio-Verbraucher e.V.

Zusammen haben wir erste assoziative Gespräche auf Demeter-Höfen, in der Molkerei Schrozberg und auf der BioFach geführt. Im Frühjahr führte er mich in das Demeter-Grundlagenforum ein, in dem man jetzt nach 100 Jahren Dreigliederungsimpuls durch Rudolf Steiner die assoziative Zusammenarbeit bei Demeter verwirklichen will. Die Gründungs-Mitglieder des Bio-Verbraucher e.V. werden Horst Habisreitinger nicht vergessen.

Zum Jahresbeginn möchte ich allen Mitgliedern, Partnern und Freunden für die Unterstützung unserer Arbeit danken. Dieser Dank gilt auch meinen Vorstandskolleginnen und -kollegen und den meist ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. (Wir sind jetzt insgesamt 18). Auch unsere Mitgliederzahl nimmt ständig zu (zum Jahresbeginn mehr als 700). Und das Wunderbare ist: Unsere Arbeit in allen drei Bereichen (Verbraucherberatung, Zusammenarbeit und Lobbying) wird zunehmend wahrgenommen. Ich wünsche allen Bio-Anbietern, Bio-Dienstleistern und Bio-Verbrauchern ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter

Dr. Habisreitinger ganz rechts