Imker aus Faszination für die Bienen

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Im Juni haben wir „Die Bienenhüter“ in ihrem Garten in Nürnberg am Max-Morlock-Stadion besucht. Wir wurden durch den Garten geführt, um die Nahrungspflanzen der Bienen kennenzulernen. Wir konnten Einblick in einen Bienenstock nehmen und selber Honig schleudern und in Gläser abfüllen. Den selbst geschleuderten Honig konnten wir dann kaufen.

„Die Bienenhüter“ gehören dem Anbauverband „Biokreis“ an. Marc Schüller hat dort die Richtlinienverantwortung.
Kontakt: „Die Bienenhüter“, Blumenthalstr. 9, 90429 Nürnberg, Tel. 0911 – 264431, www.die-bienenhueter.de

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Charta für Assoziatives Wirtschaften im Biohandel

Ende 2017 kamen Vertreter von Bio-Erzeugern, -Händlern und –Verbrauchern in Alfter/Deutschland zusammen, um Grundsätze für eine assoziative Zusammenarbeit im Biohandel zu besprechen. Der Bio-Verbraucher e.V. war als Verbraucher-Vertreter dabei. Das Ergebnis: eine „Charta für Assoziativer Wirtschaften im Biohandel“.

1 Präambel
Eine zukunftsfähige Gesellschaft benötigt eine Wirtschaft, die eine ganzheitliche Entwicklung der kommenden Generationen ermöglicht, die Erde als lebendigen Organismus berücksichtigt und die tatsächlichen Bedürfnisse aller Menschen erfüllt. Der Wirtschaftskreis an der Sektion für Landwirtschaft ist Erkenntnis-, Innovations- und Forschungsorgan für die gesamte biodynamische Bewegung und nicht an eine Demeter-Markennutzung gekoppelt.

2 Das Prinzip der Assoziation
In der Assoziation treffen sich alle Beteiligten der Wertschöpfungskette, vom Erzeuger und Züchter bis zum Konsumenten, wobei die gegenseitige Wahrnehmung und der gemeinsame Interessensausgleich das Motiv aller Beteiligten ist. Dafür wird ein verbindlicher Raum für regelmäßige Assoziationsgespräche in Form von runden Tischen oder Betriebsentwicklungsgesprächen geschaffen. Auch gemeinsame Weiterbildungsveranstaltungen zu relevanten sachlichen und sozialen Themen gehören zu den Aktivitäten einer Assoziation. Mitwirkende des assoziativen Prozesses im Sinne dieser Charta sind in erster Linie Akteure des regionalen, nationalen und internationalen Biohandels.

3 Themen der Assoziation
Im Assoziationsgespräch wird über die Produkte und Produktionsverfahren in Mengen, Preis und deren Qualität gesprochen mit dem Ziel einer Vereinbarung über die gemeinsam besprochenen Themen. Eine möglichst transparente Gesamtkalkulation über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg dient als wesentlicher Richtungsweiser im Assoziationsgespräch.

Im Fokus steht die gemeinsame Bildgestaltung über
a) Produkte und Produktionsverfahren,
b) die beteiligten Menschen und ihre Unternehmen, sowie ihre Lebensverhältnisse,
c) den Sinn und die Verantwortung für das Gelingen des gemeinsamen Tuns.

Über die Produkte hinaus kann die Assoziation auch Investitionen, Kredite und freiwillige Unterstützungen behandeln und beschließen. Der einzelne Akteur entscheidet eigenständig und frei über seinen Eintritt in eine vertragliche assoziative Einbindung. Den Rahmen bilden die rechtlichen Vorgaben, insbesondere diejenigen des Wettbewerbs- und Kartellrechts, an die die Beteiligten gebunden sind.

4 Formale Regelungen in der Assoziation
Eine assoziative Interaktion zwischen Erzeugung, Handel und Konsum wird als freie Initiative unter den direkt Beteiligten angestoßen. Es gibt keine äußere kontrollierende Instanz. Es gilt das Prinzip der Selbstdeklaration.
Die assoziative Vereinbarung wird dokumentiert zur Information und Sichtbarmachung für alle direkten Partner und für die Charta-Gemeinschaft.  Der Wirtschaftskreis ist vorläufig der Ort der Begegnung und des Berichts. Der Wirtschaftskreis führt ein Büro für die Charta-Gemeinschaft, das die assoziativen Projekte koordiniert und unterstützt. Die Gemeinschaft und das Thema werden im IBDC vertreten.

5 Kommunikation der Assoziation
Die assoziative Qualität kann und soll kommuniziert werden. Kommunikation, die auf die Charta abstützt, wird in der Gemeinschaft mit voller Transparenz im Voraus offengelegt. In Luxemburg ist ein entsprechendes Label für Produkte schon angemeldet und in Gebrauch. Die Verwendung dieses Logos steht der Charta-Gemeinschaft perspektivisch frei, ohne dass dessen Weiterentwicklung oder die Entwicklung eines anderen Logos ausgeschlossen sind.

6 Die Charta
Diese Charta formuliert den Rahmen und die Grundsätze für die Mitglieder der Charta-Gemeinschaft. Die Realisierung vor Ort ist individuell. Die Charta-Gemeinschaft ist der Zusammenschluss der eigenständigen assoziativen Projekte.

7 Inkrafttreten
Die Liste der Erstunterzeichner aus der Versammlung vom 25. November 2017 in Luxemburg bezeugt das Inkrafttreten zu diesem Datum.
Quelle: Wirtschaftskreis der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum/ Schweiz, Version 2.2 vom 26.03.2018

Ökolandbau hat Werkzeuge, dem Klimawandel zu begegnen

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Sommer werden wir nicht vergessen; die Rekordhitze führte zu einem Dürresommer mit besonders hohen Ernteausfällen. Nach Expertenmeinung wird die Heftigkeit von Wetterextremen in Zukunft noch zunehmen.

Die Landwirtschaft ist aber nicht nur Opfer, sondern auch mitverantwortlich für einen wichtigen Teil der Treibhausgas-Emissionen. Um die Folgen des Klimawandels zu minimieren und die Ernährungssicherheit langfristig zu sichern, muss sie jetzt die Treibhausgase reduzieren. Die Klima-Allianz Deutschland fordert eine Umkehr. (Die Klima-Allianz Deutschland ist ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis mit 115 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Kirche, Entwicklung, Bildung, Kultur, Verbraucherschutz, Jugend und Gewerkschaften. Es setzt sich für eine ambitionierte Klimapolitik und eine erfolgreiche Energiewende auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene ein. Ihre Mitgliedsorganisationen repräsentieren zusammen rund 20 Millionen Menschen.) Landwirte müssen aktiv auf den unvermeidbaren Klimawandel vorbereitet werden. Der Ökolandbau hat Werkzeuge dafür; er ist ein Modell für den Ausbau einer klimafreundlichen und anpassungsfähigen Landwirtschaft.

Was kann die Landwirtschaft tun?
Gerald Wehde, Leiter Agrarpolitik von Bioland e.V.: „Der ökologische Landbau muss vorangetrieben werden. Je mehr Betriebe auf nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden zurückgreifen, desto besser ist das für unser Klima. Maßnahmen sind hier eine an die Fläche angepasste Zahl von Tieren und vielfältige Fruchtfolgen auf dem Acker. Denn durch einen häufigen Wechsel der angebauten Pflanzen bleibt die Fruchtbarkeit der Böden besser erhalten. Es geht außerdem um die Rückbindung von CO2 in den Böden, das gelingt über den Humusaufbau. All dies hat den positiven Nebeneffekt, dass die Böden aufnahmefähiger für Wasser sind und dieses entsprechend länger speichern können. So sind die Pflanzen besser versorgt und es kommt zu weniger Überschwemmungen in Folge von Starkregen.“

Die Politik muss endlich handeln
“Nicht nur wegen der Dürre wird immer deutlicher, dass wir dringend eine Agrarwende brauchen. Weg von instabilen und anfälligen Hochleistungssystemen hin zu agrarökologischen Anbaumethoden, die Bäuerinnen und Bauern eine Zukunft bieten und unsere Ernährung sichern“, sagt Antje von Broock vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND). „Die Bundesregierung ist jetzt dringend gefordert, die Weichen in die richtige Richtung zu stellen und der Landwirtschaft zu helfen, ihre Bewirtschaftungssysteme nachhaltig und grundlegend zu verändern. Der Ruf nach kurzfristigen Finanzhilfen darf nicht davon ablenken, dass wir einen mittelfristigen Umbau benötigen. Mit den Milliarden der EU-Agrarpolitik könnte bereits ab 2021 mit dem Umbau begonnen werden.“

Industrielle Tierhaltung größtes Problem für Klima und Regenwald
„Die industrielle Tierhaltung ist für den Großteil der Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft verantwortlich“, ergänzt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Sie setzt die Treibhausgase einerseits direkt frei, aber vor allem indirekt über Regenwaldabholzungen für Sojaimporte aus Südamerika. Es ist unverantwortlich, wie viel Landfläche Deutschland in Entwicklungsländern für solche Futtermittelimporte belegt. Die deutsche Landwirtschaftspolitik sollte aufhören, auf Exporte von Fleisch und Milchprodukten in alle Welt zu setzen. Sie schädigt damit das Klima und setzt die bäuerlichen Betriebe hier einem ruinösen Preiswettbewerb gegen Billiganbieter in aller Welt aus.“
Quelle: Presseabteilung Bioland e.V. vom 16.08.18

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter

Unser Kochevent: Einkaufen, Kochen, Essen

Am 13. September trafen sich einige Interessierte zu unserem Genuss-Event: Einkaufen, Kochen, Essen mit Bio-Beraterinnen in Nürnberg. Dieses Event findet regelmäßig statt. Wenn auch du Lust hast einmal dabei zu sein, melde dich bei Annemarie Gröger, T. 09192 -8655, an.ka52@t-online.de.

Dieses mal gab es unter Anleitung von Food Coach Angelica Wiener als Hauptgericht Sellerieschnitzel  mit Hokkaido-Kürbis aus dem Backofen und Kartoffelstampf (Rezept siehe unten). Vor- und Nachspeise wurden unter Anleitung von unserer Bio-Beraterin Annemarie Gröger kreiert.

Sellerieschnitzel

Zutaten für 2 Personen
2 Scheiben Sellerie (fingerdick)
1 Ei
2 EL Semmelbrösel
Salz, Pfeffer
2 EL Olivenöl

Zubereitung
• Sellerie schälen und fingerdicke Scheiben schneiden
• Selleriescheiben in einem Topf mit wenig Wasser kurz dünsten – Sellerie sollte noch bissfest sein
• das Ei in einen tiefen Teller mit der Gabel verrühren, Salz und Pfeffer hinzugeben
• Semmelbrösel ebenfalls in einen tiefen Teller geben
• Selleriescheiben erst im Ei wenden und dann von allen Seiten mit den Semmelbröseln bedecken
• Öl in einer Pfanne erhitzen und die Selleriescheiben von beiden Seiten knusprig anbraten

Tipp: zu den Sellerieschnitzeln passt Kartoffelstampf und Hokkaido-Kürbis aus dem Backofen

Kartoffelstampf mit Hokkaido-Kürbis

Zutaten für 2 Personen:
4 Kartoffeln mehlig
2 Knoblauchzehen
2 Lorbeerblätter
1 Paar Blätter Liebstöckel (alternativ 1 Hand voll frische Petersilie)
Salz
1 EL Butter
2 EL Olivenöl
1 Hokkaido-Kürbis
Saft von einer Zitrone
1 TL Ahornsirup
Salz und Pfeffer aus der Mühle
2 EL Olivenöl
1-2 Zweige Thymian

Zubereitung
• den Backofen auf 190°C vorheizen
• Kürbis waschen und in kleine Würfel schneiden
• Zitronensaft darüber geben
• das Backblech mit Olivenöl einstreichen
• den Kürbis darauf verteilen
• Olivenöl darüber geben und alles am besten mit den Händen mischen
• zum Schluss Salz und Pfeffer und den Thymian zu dem Kürbis geben
• den Kürbis ca. 20 Minuten im Ofen backen – zwischenzeitlich immer mal wieder wenden
• Kartoffeln waschen, schälen, in Würfel schneiden und in einen Topf geben (nur so viel
Wasser dazu, dass die Kartoffeln nicht ganz bedeckt sind)
• Lorbeerblätter, Salz, Knoblauch und den Liebstöckel dazugeben und köcheln lassen bis
die Kartoffeln weichgekocht sind
• Wasser evtl. abgießen aber unbedingt auffangen, Lorbeerblatt rausnehmen – Knoblauch
bleibt bei den Kartoffeln
• jetzt mit einem Stampfer die Kartoffeln zerdrücken, Butter und Olivenöl dazugeben – evtl.
das Kochwasser dazugeben
• mit Salz und Pfeffer abschmecken
Tipp: statt der Kartoffeln kann man auch Süßkartoffeln verwenden oder mit den Kartoffeln
Pastinake bzw. Petersilienwurzel mit kochen

Rezepte und Bild von Food Coach Angelica Wiener, 90491 Nürnberg
Tel 0151 18 48 02 56 – www.foodcoach-wiener.de – hallo@foodcoach-wiener

Auch Bio-Sojadrinks können ungenießbar sein

Sojadrinks werden zunehmend als Milchersatz verwendet – von Veganern und Menschen mit Laktose-Unverträglichkeit. Sie bieten etwa gleich viel Eiweiß, viel weniger gesättigte Fettsäuren, viel mehr Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren, mehr Magnesium und viel mehr Eisen. Wenn die Sojabohnen auch noch aus gentechnikfreiem europäischem Anbau stammen, und das ist bei den meisten Bio-Sojadrinks der Fall, dann glaubt man doch, einen hochwertigen Milchersatz zu kaufen. Aber Vorsicht: Die sensorische Qualität stimmt nicht bei allen Bio-Produkten und einige sind mit Nickel belastet, und der Preis sagt nichts über die Qualität aus..

Die Stiftung Warentest hat 15 Sojadrinks (davon 12 Bio-Produkte, insgesamt 10 mit Kalziumzusatz und fünf ohne) untersuchen lassen. Das Ergebnis ist niederschmetternd: Vier Bio-Produkte wurden mit „mangelhaft“ bewertet. Hier die Testergebnisse der Bio-Produkte:

Produkt Preis/ Liter Bewertung
Lidl, Milbona Bio Organic Soja Drink* 0,95 Euro gut
Hofgut Storzeln, Soja-Drink+Calzium Natur* 2,34 Euro gut
Rewe, Bio Soja-Drink+Calzium* 1,39 Euro gut
Berief, Bio Soja Drink Natur 1,29 Euro gut
Provamel, Soya ungesüßt 1,99 Euro gut

Netto, Bio Bio Soja Naturell Drink* 0,95 Euro befriedigend
Allos Soja Drink Naturell 1,69 Euro befriedigend
Alnatura, Soja Drink ungesüßt 0,95 Euro befriedigend

Aldi Süd, Bio Sojadrink Naturell mit Calcium* 0,95 Euro mangelhaft
Edeka, Bio+Vegan Sojadrink Classic* 0,99 Euro mangelhaft
Natumi Soja Calcium* 1,89 Euro mangelhaft
dm bio Soja Drink Calcium* 0,95 Euro mangelhaft
* Kalzium aus Meeresalgen
Bericht von Wolfgang Ritter; Quelle: test 8/2018

Traditionsmarken und Handelsmarken im Vergleich
Kauft man preiswertere Handelsmarken statt teuer beworbene Traditionsmarken, kann man viel Geld sparen – Nuss-Nougat-Creme von Real Tip und Cola Freeway von Lidl sind zum Beispiel etwa um die Hälfte günstiger als Nutella und Coca Cola. Muss man deshalb Abstriche in der Qualität hinnehmen?

Die Stiftung Warentest hat dazu eine umfangreiche Untersuchung durchgeführt (72 Lebensmitteluntersuchungen mit insgesamt 1739 Produkten von 2012 bis 2018). Sie kommt zu dem Ergebnis: Marken und Handelsmarken liegen qualitativ gleichauf. Extreme Schadstoffbelastungen fand man sogar häufiger bei klassischen Marken. Und für uns wichtig: Bio-Produkte (Handelsmarken) wurden auffallend weniger mit „mangelhaft“ bewertet als klassische Marken.
Bericht von Wolfgang Ritter; Quelle: test 8/2018

„Transparenz und Wahlfreiheit statt Gentechnik durch die Hintertür“

Mit ihrem Fuß- und Handabdruck oder einer Unterschrift betonten mehr als 108.000 Menschen in der Aktion ‚FOODprint‘, dass sie keine Gentechnik auf dem Acker und dem Teller wollen. Heute übergaben Vertreter der Bio-Bewegung die bunt bedruckten Stoffbahnen und Unterschriften an Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Mit dabei war Elke Röder, Vorstand des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW): „Gentechnik im Essen ist ein Angebot ohne Nachfrage. Mehr als drei Viertel der Deutschen wollen ein Verbot der Gentechnik in der Landwirtschaft. Für eine Lebensmittel-Kennzeichnung sprechen sich über 93 % der Menschen aus und ebenso viele wollen, dass die Auswirkungen der Gentechnik auf die Natur untersucht werden.“
Quelle: presse@boelw.de, Berlin, 17.07.2018 (Ausschnitt)

Auch neue Gentechnik ist Gentechnik

Berlin, 25.07.2018 (Ausschnitt). Heute bestätigt der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass auch gentechnische Verfahren wie CRISPR, ODM und Co. nach dem Europäischen Gentechnikrecht reguliert und gekennzeichnet werden müssen. Das Urteil kommentiert Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bio-Spitzenverbands Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW):

„Jetzt ist es amtlich: Gentechnik ist Gentechnik. Das hat Europas höchstes Gericht heute klar und deutlich bestätigt. Das Gericht bekräftigt damit, was eigentlich schon immer klar war. Dass nämlich auch die tiefen technischen Eingriffe in das Erbgut von Lebewesen mit einer Gentechnik-Schere als Gentechnik eingestuft und reguliert werden müssen. Der EuGH hat in seiner Entscheidung wissenschaftliche Fakten ebenso berücksichtigt wie europarechtliche Grundlagen, und insbesondere das Vorsorgeprinzip. Was aus dem Urteil folgen muss, ist klar: Die Bundesregierung muss gewährleisten, dass die gesetzlich vorgeschriebene Regulierung und Kennzeichnung für die neuen Gentechniken voll-umfänglich umgesetzt werden. Bundesministerin Julia Klöckner muss in Berlin und in Brüssel auch darauf dringen, dass die Unternehmen für Verfahren wie CRISPR und Co. Referenzmaterial und Nachweisverfahren liefern müssen. Schließlich dürfen die neuen Gentechnik-Organismen Europas Landwirten oder Verbrauchern nicht einfach untergejubelt werden, wenn zum Beispiel Saatgut aus Ländern außerhalb Europas importiert wird. Die europäischen Richter sorgen dafür, dass Bauern und Verbraucher weiter selbst darüber entscheiden können, was sie anbauen und essen.“
Quelle: presse@boelw.de

Bio-Verpflegung in Kitas und Schulen auf dem Vormarsch

Eine gesunde Ernährung mit Bio-Lebensmitteln für Kinder und Jugendliche ist ein ganz besonderes Anliegen der BioMetropole Nürnberg. Vorreiter sind die städtischen Kitas, die einen hohem Bio-Anteil (generell 50%, bei Fleisch 90%) anbieten. Ein Highlight ist auch die Berufsschule 3, die Berufe der Hotellerie und Gastronomie sowie des Lebensmittelhandwerks ausbildet. Diese soll bio-zertifiziert werden und bildet die AZUBIS, als einzige Berufsschule in Deutschland, mit Bio-Lebensmitteln aus.

Deshalb hinaus führt die Biometropole regelmäßig Veranstaltungen durch, bei denen die Kinder und Jugendlichen Bioprodukte mit allen Sinnen genießen lernen. Eine besondere Herausforderung in Zeiten von Fast Food und geringer Ernährungskompetenz. Beispiele:
• Vermittlung von zertifizierten Catering-Unternehmen mit Bio-Essen für die Mittagspause, Zwischenpausen und Schulfesten
• Info-Veranstaltungen und Workshops für Lehrerinnen und Lehrer, Hausmeister und Eltern
• Führungen und Vor-Ort-Besuche, „Sinnesschulen“ für Kinder
• Bio-Brotboxaktion: seit 2005 bekommen alle Erstklässler kostenlos einen Pausenbox mit gesunden Bio-Lebensmitteln

Ziel ist es, die Ernährungskompetenz der Kinder und Jugendlichen zu steigern und in den Pausen für ein hochwertiges Essensangebot mit Bio-Lebensmitteln zu sorgen.
Quelle: https://www.nuernberg.de/internet/biomodellstadt/schulen_kitas.html und werner.ebert@stadt.nuernberg.de vom 23.08.2018

Brownies nach Art der Hanfbäuerin

Im Juli besuchten wir den Demeterhof Andreas Schwab in Windsbach. Wir wurden mit leckeren Brownies verwöhnt. Die waren so saftig, dass wir um das Rezept gebeten haben. Buchweizen-, Goldhirse- oder Hanfmehl, viele weitere Getreideprodukte und Nüsse sowie Kartoffeln kann man im Hofladen oder über den eigenen Online-Shop, www.demeterhof-schwab.de, kaufen oder einfach telefonisch bestellen (Tel. 09871-477).

Zutaten für ein Blech
(für eine kleinere rechteckige Form oder eine Springform, Mengen bitte halbieren)
300 g Zucchini, 200 g Nüsse nach Wahl (z.B. Cashewkerne, Mandeln, Walnüsse, Pekannüsse), 100 g Buchweizen-, Goldhirse- oder Hanfmehl, 150 g Butter oder Kokosöl, 150 g Zucker oder Honig, 100 g Zartbitterkuvertüre, 6 TL dunklen Kakao, 4 Eier, ½ Packung Backpulver, ½ TL Vanille. Evtl. weitere 100g Zartbitterkuvertüre, 100 g Zartbitter-Schokolade und Kokosraspeln.

Zubereitung
Die Zucchini waschen und grob raspeln. Die Nüsse grob hacken. Die Butter mit der Kuvertüre schmelzen und kurz abkühlen lassen. Die Eier mit dem Zucker oder Honig und der Vanille mehrere Minuten auf höchster Stufe schaumig schlagen. Mehl mit Kakao und Backpulver gut vermischen, auf die Eiermasse geben und untermixen, dann die Butter-Schokoladen-Mischung ebenfalls untermixen. Nun die Zucchini und die Nüsse unterheben. Wer es extra schokoladig mag, raspelt noch 100 g Zartbitterschokolade in den Teig. Den Teig in die ausgefettete oder mit Backpapier ausgelegte Form geben, glatt streichen und im vorgeheizten Backofen bei 150° Grad Umluft (175° Ober/Unterhitze) 30-35 Minuten backen. Stäbchenprobe. Den Kuchen abkühlen lassen. Nach Geschmack mit Zartbitterkuvertüre bestreichen und mit Kokosraspeln bestäuben.
Guten Appetit wünscht Michaela Schwab

Männliche Küken aus Legehennen-Haltung töten oder aufziehen?

 

In-Ovo-Geschlechtsbestimmung
Die Demeter-Delegiertenversammlung hat beschlossen, dass In-Ovo Geschlechtsbestimmung und die nachfolgende Vernichtung der männlichen, angebrüteten Eier im Demeter-Verband in Zukunft nicht angewandt wird. Dazu Demeter-Vorstand Alexander Gerber: „Jetzt ist es noch klarer: Demeter will kein Küken-Töten mehr, aber auch keinen faulen Kompromiss, wie man ihn mit der In-Ovo-Selektion eingehen würde. Denn damit würden die männlichen Küken nur früher getötet. Wir gehen der Fragestellung, wie man mit den männlichen Tieren in der Legehennen-Haltung umgeht, ganzheitlich um: Mit der ökologischen Tierzucht haben wir die Züchtung des Öko-Huhns der Zukunft auf den Weg gebracht – hier werden beide Tiere aufgezogen, Hahn und Henne!“ Die ökologische Tierzucht gGmbH ist ein gemeinsames Projekt von Demeter und Bioland. Derzeit werden in Deutschland nahezu alle Hähne aus der Brut von Legehennen (sog. Bruderhähne) am ersten Tag getötet und als Futter an fleischfressende Tiere eingesetzt. Neben Zoos und Tierparks sind vor allem Falknereien jeglicher Größe Abnehmer für solche Futterküken. Die Tiere werden am ersten Tag mittels CO2 betäubt und getötet; das sog. „Schreddern“, also das Zerhäckseln der lebenden Tiere durch ein schnelllaufendes Messer wird in Deutschland nicht angewendet.

Mast der Bruderhähne
Seit rund 10 Jahren, versuchen einige Initiativen und Projekte, die Brüder der Legehennen als sogenannte Bruderhähne aufzuziehen und zu mästen. Die bekanntesten Initiativen in Deutschland sind die Bruderhahninitiative Deutschland (BID) im Norden und der „Stolze Gockel“ von Peter Schubert im Süden. In beiden Projekten werden die Hähne bis ca. 18 bis 20 Wochen gemästet und nach dem Schlachten als ganze Tiere oder zerlegt oder auch als fertige Produkte verkauft. Mittlerweile gibt es eine breite Palette an Gockel-Produkten (Fertiggerichte im Glas, TK-Waren, Wurst etc.). In beiden Projekten wird die Mast der Hähne durch einen Zuschlag auf die Eier von rund 4 Cent/ Ei subventioniert. Der Verkauf der Produkte erfolgt in der Regel über die gleichen Wege wie der Verkauf der Eier. Derzeit gehen von uns rund 100.000 Hähne p.a. in diese Form der Hahnenmast.

Zweinutzungshuhn
Einen etwas anderen Weg versucht man durch den Einsatz von sogenannten Zweinutzungshühnern. Nach Definition der Beteiligten (siehe unter anderem www.oekotierzucht.de) versteht man darunter Tiere, bei denen sowohl Hahn als auch Henne ohne Querfinanzierung durch die „andere Seite“ auskommen; also dass der Hahn schnell genug wächst und die Henne genügend Eier legt. Hier gibt es seitens der Ökologischen Tierzucht gGmbH bereits vielversprechende Versuchsherden mit Zweinutzungstieren aus Gebrauchskreuzungen von Lege– und Mastrassen. Das Zweinutzungshuhn wird zwar unter rein wirtschaftlichen Aspekten nicht die Leistungsfähigkeit der spezialisierten Mast- oder Legelinien erreichen, kann aber für marktnah wirtschaftende Betriebe eine echte Alternative zu den hochspezialisierten Linien der großen Zuchtkonzerne sein. Auch um die Abhängigkeit von wenigen großen, internationalen Zuchtkonzernen zu reduzieren ist die unabhängige Zucht des Zweinutzungshuhns eine Strategie. Ein Nebenziel ist es, den Markt im Bereich der bäuerlichen Hühnerhaltung zu beleben und die Betriebe nachhaltig zu stärken.
Quelle: Demeter Bayern | Rundbrief Nr. 139, Juni 2018

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung waren wir 100

Unsere Mitgliederversammlungen sind ein besonderes Ereignis, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Es treffen sich alle am Bio-Wirtschaftsprozess Beteiligten (Bio-Erzeuger, Bio-Händler/-Dienstleister und Bio-Verbraucher). Einige Firmenmitglieder stellen ihre Betriebe/ Produkte vor. Sie können verschiedene Bio-Produkte kennen lernen und probieren, kostenlos mitnehmen oder kaufen.

Außerdem pflegen wir eine Bio-Esskultur mit Produkten und Dienstleistungen unserer Firmenmitglieder: Wir bieten ein Bio-Dreigang-Menü und Getränke – kostenlos für die Teilnehmer.

Bei Gründung hatte Vorstandsmitglied Helmut Ritter die Idee der „Bio-Ausschüttung“. Wie Wirtschaftsunternehmen einen Gewinn ausschütten, sollte der Bio-Verbraucher e.V. seinen Mitgliedern als „Beteiligungs-Gewinn“ Bio-Produkte bieten. Seitdem packen wir zur Mitgliederversammlung Tüten mit Proben und Produckten von Bio-Firmen, die unsere Teilnehmer mit nach Hause nehmen. Das Kennenlernen neuer Produkte ist sehr beliebt.

Wir vernetzen alle am Bio-Wirtschaftsprozess Beteiligten; deshalb auch unsere neue Internetadresse www.netz.bio.