Liebe Leserinnen und Leser,

wir trauern um unser Gründungsmitglied Dr. Horst Habisreitinger. Er ist am 2. September im Alter von 89 Jahren verstorben. „Wir werden seine wichtigen Impulse, seine Geistesschärfe sowie seine große biodynamische Erfahrung vermissen“, würdigt ihn Demeter-Vorstandssprecher Alexander Gerber. Diese Worte gelten auch für den Bio-Verbraucher e.V.

Als ich mich vor der Gründung des Bio-Verbraucher e.V. 2004 mit Horst Habisreitinger („Lassen Sie doch den Doktor weg“, wurde er nicht müde zu fordern.) traf, warnte er mich aus eigener Erfahrung: „Es ist sehr schwer, Verbraucher zu mobilisieren und für einen Verbraucher-Verein zu gewinnen.“ Als er aber wohl mein Feuer für die Verwirklichung von Rudolf Steiners Idee der assoziativen Zusammenarbeit von Erzeugern, Händlern und Verbrauchern im Bio-Bereich spürte, sagte er schließlich: „Machen Sie das, ich bin dabei.“ Und so war es dann auch; er reiste nicht nur zur Gründung von seinem Wohnort München an, sondern war hin und wieder bei unseren Mitgliederversammlungen und anderen Veranstaltungen in Nürnberg dabei. Er hat sich sehr darüber gefreut, zu erleben, wie der Bio-Verbraucher e.V. wuchs und seinen Verein, „Förderkreis für Umweltgesundung durch biodynamische Agrarkultur e.V.“ am Obergrashof an Mitgliederstärke bald bei weitem (jetzt etwa um das 10-fache) übertraf. Sein Förderkreis wurde Mitglied im Bio-Verbraucher e.V.

Zusammen haben wir erste assoziative Gespräche auf Demeter-Höfen, in der Molkerei Schrozberg und auf der BioFach geführt. Im Frühjahr führte er mich in das Demeter-Grundlagenforum ein, in dem man jetzt nach 100 Jahren Dreigliederungsimpuls durch Rudolf Steiner die assoziative Zusammenarbeit bei Demeter verwirklichen will. Die Gründungs-Mitglieder des Bio-Verbraucher e.V. werden Horst Habisreitinger nicht vergessen.

Zum Jahresbeginn möchte ich allen Mitgliedern, Partnern und Freunden für die Unterstützung unserer Arbeit danken. Dieser Dank gilt auch meinen Vorstandskolleginnen und -kollegen und den meist ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. (Wir sind jetzt insgesamt 18). Auch unsere Mitgliederzahl nimmt ständig zu (zum Jahresbeginn mehr als 700). Und das Wunderbare ist: Unsere Arbeit in allen drei Bereichen (Verbraucherberatung, Zusammenarbeit und Lobbying) wird zunehmend wahrgenommen. Ich wünsche allen Bio-Anbietern, Bio-Dienstleistern und Bio-Verbrauchern ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter

Dr. Habisreitinger ganz rechts

Brotaufstriche selbst gemacht

Während der Woche der Nachhaltigkeit haben Bio-Berater des Bio-Verbraucher e.V. mit drei Schulklassen auf AEG in Nürnberg Bio-Brotaufstriche und Bio-Säfte hergestellt. Uns ging es darum, Lehrerinnen und Schülern/Schülerinnen die Freude und den Genuss an selbst verarbeitetem, saisonalem Obst und Gemüse erleben zu lassen. Wir danken der Bio-Marktkette ebl herzlich für die Bereitstellung von Lebensmitteln zu dieser Aktion. Hier die Rezepte:

Karottenbutter
125 g Butter, 100 g Karotten, 2 EL fein gehackte Kräuter: Basilikum, Schnittlauch, verschiedene Blütenblätter, z.B. Löwenzahnblüten, Gänseblumenblüten, Rosenblüten, Kapuzinerkresse, Kräutersalz, Paprikapulver, frischer Pfeffer aus der Mühle

Die Butter schaumig rühren. Die Karotten putzen, waschen und auf einer Küchenreibe fein raspeln. Butter mit Karottenraspeln, Küchenkräutern, Pfeffer und Paprikapulver abschmecken.

Paprika-Aufstrich
1 rote Paprika, 1 Zwiebel, 1 EL Olivenöl, 50 g Cashewkerne, 200 g Frischkäse, 1 Knoblauchzehe zerdrückt, Steinsalz, 1 Prise Chilipulver, 2 EL Basilikum gehackt oder 2 EL Schnittlauch gehackt

Paprika und Zwiebel fein würfeln, im Öl andünsten und abkühlen lassen. Cashewnüsse grob mahlen und in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten, abkühlen lassen. Frischkäse mit den Gewürzen verrühren, Paprika, Zwiebel, Cashewnüsse und Kräuter unterrühren und pikant abschmecken.
Obst-Gemüse Saft
Äpfel, Karotten und Rote Bete entsaften, mit einem TL Rapsöl verfeinern. Ein Glas Saft jeden Tag schützt vor Erkältungen in der nasskalten Jahreszeit.

Deutschlands Zustimmung zu Glyphosat

Bericht von Wolfgang Ritter

In einem beispiellosen Vorgang hat Agrarminister Schmidt die Zulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat in der EU um fünf weitere Jahre erwirkt. Er hat dabei nicht nur die Umweltministerin brüskiert, sondern auch die Warnungen zahlreicher Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ignoriert, die Schäden für Umwelt und Gesundheit erwarten. Der Bio-Verbraucher e.V. hat umgehend an Schmidt und Schulz geschrieben:

Sehr geehrter Herr Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt,
mit Ihrer Zustimmung zur Verlängerung der Anwendung von Glyphosat haben Sie vielen einen Bärendienst erwiesen:
• der Natur: Sie wird weiterhin den schädlichen Wirkungen des Totalherbizids ausgesetzt sein; Böden, Wasser, Luft werden weiterhin verseucht, das Artensterben geht weiter.
• der Bevölkerung: Menschen werden über die Nahrungskette weiterhin das Gift aufnehmen, Allergien werden weiter zunehmen, das Krebsrisiko bleibt.
• Ihren Wählern: Millionen Mitbürger und Mitbürgerinnen fühlen sich vor den Kopf gestoßen und durch Sie nicht mehr vertreten.
• Ihrer Partei: Das wird Stimmen kosten bei der nächsten Wahl.
• der Kanzlerin der geschäftsführenden Bundesregierung: Sie wird es nun wesentlich schwerer haben bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen mit der SPD.
Unser Aufruf an Sie: Retten Sie, was noch zu retten ist – falls Sie im Amt bleiben. Sorgen Sie dafür, dass Glyphosat während der nächsten fünf Jahre in Deutschland nur noch sehr eingeschränkt angewendet werden darf!

Sehr geehrter Herr Schulz,
sofort nach der Entscheidung in Brüssel hat Staatspräsident Macron in Frankreich ein nationales Verbot für Glyphosat angekündigt. Ein solches Verbot ist auch in Deutschland möglich.
• Wir fordern Sie daher auf: Setzen Sie bei den anstehenden Gesprächen mit der CDU/CSU durch, dass die kommende Bundesregierung das problematische Pestizid umgehend verbietet.
• Sorgen Sie zugleich dafür, dass die Pestizidzulassung nicht mehr durch Behörden des Agrarministeriums erfolgt, sondern vom Umwelt- und Gesundheitsministerium.

Bio-Berater

Neu in der BioMetropole Nürnberg: Bio-Beraterinnen

Der Bio-Verbraucher e.V. bietet einen neuen Service an: Bio-Berater begleiten und unterstützen Individuen und Gruppen beim Stadtbesuch, beim Bio-Einkauf, beim Kochen und beim Kennenlernen von Bio-Lieferanten.

  1. Sie sind zu Besuch in der BioMetropole Nürnberg, möchten Sehenswürdigkeiten kennenlernen, etwas über die BioMetropole Nürnberg erfahren und Bio Essen gehen? Gerne begleitet Sie eine unserer Bio-Beraterinnen.
  2. Sie haben die Wichtigkeit einer nachhaltigen Nahrungsmittel-, Getränke- und Bekleidungserzeugung erkannt und wollen damit beginnen, immer mehr ökologische Produkte – saisonale, auch aus regionaler Erzeugung oder fairem Handel – einzukaufen. Eine unserer Bio-Beraterinnen gibt Ihnen Tipps und geht auf Wunsch mit Ihnen oder für Sie einkaufen.
  3. Sie möchten Ihre Essgewohnheiten ändern, z.B. umsteigen auf eine vegetarische oder vegane Ernährung, sind sich aber nicht sicher, auf was dabei zu achten ist. Unsere Bio-Beraterinnen helfen Ihnen gerne und gehen mit Ihnen oder für Sie einkaufen.
  4. Sie wollen oder müssen eine bestimmte Diät beachten? Unsere ehrenamtlichen, erfahrenen Bio-Beraterinnen unterstützen Sie.
  5. Sie möchten nicht alleine kochen und essen oder planen ein Bio-Essen in Ihrer Familie oder mit Ihren Freunden/ Freundinnen. Gerne unterstützt Sie eine unserer Bio-Beraterinnen.