Die Königin ist 23 und wohnt im Knoblauchsland

Anna-Lena Dworschak wurde beim ersten Bio-Bauerntag während des diesjährigen Oktoberfestes in München zur Bio-Königin gekrönt. Sie ist Tochter unseres Firmenmitgliedes Dworschak & Sohn, ein Bio-Kräuterbetrieb der dreifach zertifiziert ist (Bioland, Naturland, Biokreis) und Wiederverkäufer beliefert.

„Ökologisches Denken wurde mir in die Wiege gelegt“, sagt die Agrar-Ingenieurin. Sie ist jetzt für zwei Jahre die Botschafterin der Bio-Branche.

Der Bio-Verbraucher e.V.  begrüßt die geplante Haltungskennzeichnung für Rindfleisch  

Die Massentierhaltung ist ein Skandal. Wir Verbraucher fordern schon lange eine artgerechte Tierhaltung für alle landwirtschaftlichen Betriebe. Mit der geplanten gesetzlich verpflichtenden Haltungskennzeichnung für erwachsene Rinder wird man beim Einkauf besser erkennen können, wie die Tiere gehalten wurden. Für Schweine gibt’s ja eine solche Kennzeichnung schon. Die höchste der fünf Stufen ist auch bei Rindern die Bio-Haltung. Artgerechte Tierhaltung ist für Bio-Betriebe Vorschrift. Daher unsere Empfehlung: Stufe 5, Bio.

Wolfgang Ritter, Vorstand, ritter@bio-verbraucher.de

 

 

 

„Faktencheck Artenvielfalt“

Wie sieht es aus mit der Biodiversität in Deutschland?

Im „Faktencheck Artenvielfalt“ sind die Ergebnisse von 145 Autoren und Autorinnen von 78 Instituten zusammengefasst. Ergebnis: 60 Prozent der Lebensräume in Fauna-Flora-Habitat-Gebieten (FFH-Gebiete) sind in einem schlechten Zustand; ein Drittel der Arten sind in ihrem Bestand gefährdet.

Martin Sommer vom  Deutschen Verband für Landschaftspflege, einer der Autoren, weiß, was zu tun ist. Er beschreibt, was der Bio-Verbraucher e.V. seit Jahren fordert:

  1. Fördergelder der EU dürfen nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden, d.h. wer viel Fläche besitzt erhält viel, sondern nur noch für Maßnahmen, die dem Artenschutz und damit dem Gemeinwohl dienen.
  2. Es müssen mehr Anreize geschaffen werden zur Extensivierung des Landbaus, zur Reduzierung der Viehhaltung und zur Förderung des Ökolandbaus, denn für den Artenschwund ist zu einem großen Teil die konventionelle Landwirtschaft verantwortlich.
  3. Nicht jeder Bauer kann auf Bio umstellen, aber er könnte weniger Pflanzen anbauen, die der Treibstoffproduktion oder der Viehzucht dienen. Er könnte die Blühstreifen neben den Feldwegen, die den Kommunen gehören, achten und nicht wegackern.

Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 1.10.2024, S. 13

Gespickte Süßkartoffeln überbacken

Zutaten

Pro Person eine große Süßkartoffel, Zwiebelschlotten, rohen Schinken in Scheiben, Salami, Käse zum Reiben, 200 g Crème fraiche, Olivenöl, Butter, Salz, Pfeffer

Zubereitung

Süßkartoffeln waschen, einschneiden, in eine feuerfeste Form legen, leicht salzen, mit Olivenöl beträufeln und bei 220 Grad Umluft in der Backröhre garen. (Damit die Kartoffeln nur tief eingeschnitten aber nicht gänzlich durchschnitten werden, legt man sie der Länge nach zwischen zwei Kochlöffel.) Nun bereitet man vor, womit man die Kartoffeln spicken und überbacken möchte. Zum Überbacken schneidet man Zwiebelschlotten in Scheiben, reibt Käse darüber, zerlässt etwas Butter in einer kleinen Pfanne, verrührt Schlotten und Käse mit der zerlassenen Butter und 200 g Crème fraiche. Zum Spicken schneidet man Salami in Scheiben und dreht den Schinken zu kleinen Röllchen.

Wenn die Kartoffeln gar sind, nimmt man die heiße Form mit Topflappen aus der Backröhre, spickt sie mit Schinken und Salami und gibt nun mit einem Löffel die verrührte Soße über die Kartoffeln. Zum Überbacken kommt alles für weitere fünf Minuten in die Röhre.

Guten Appetit wünscht Falk Gabriel

Bundestag verabschiedet Agrarpaket

BÖLW begrüßt geplante Einführung neuer Öko-Regelungen, Pressemitteilung vom 08.07.2024

Der Bundestag hat am 5. Juli 2024 das sogenannte Agrarpaket verabschiedet. Es enthält Regelungen zur GAP, zum Bürokratieabbau, zur Gewinnglättung und zur Besserstellung von Landwirten in der Wertschöpfungskette. Bei der GAP soll es ab 2026 zwei neue Eco-Schemes geben:  eine Weideprämie für Milchviehbetriebe und eine Maßnahme zur Biotopvernetzung. Hubert Heigl, Vorstand Landwirtschaft des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), kommentiert:

„Es ist gut, dass diejenigen Bäuerinnen und Bauern besser unterstützt werden sollen, die ihre Tiere auf die Weide lassen: gut für die artgerechte Tierhaltung, gut für die Biodiversität und gut fürs Klima. Auch das geplante Eco-Scheme zur Biotopvernetzung setzt wichtige Anreize für landwirtschaftliche Betriebe, sich aktiv für mehr Umwelt- und Artenschutz zu engagieren.

Zusammen mit den ebenfalls beschlossenen Steuererleichterungen und Maßnahmen zum Bürokratieabbau bedeutet das Agrarpaket einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Die Entlastung der Betriebe von Kosten und überbordender Bürokratie ist dringend geboten, darf aber nicht zulasten von Umwelt und Klima gehen. Denn nur eine ökologisch nachhaltige Landwirtschaft kann auch auf Dauer wettbewerbsfähig sein.“

Quelle: Hubert Heigl, presse@boelw.de, +49 30 28482-307

Was hat die Kuh mit der Fledermaus zu tun?

Mit hochwertigen Angeboten und Aktivitäten will die BioMetropole Nürnberg Kinder, Jugendliche und Erwachsene vom großen Wert des Bio-Landbaus und seiner Erzeugnisse überzeugen. Ein Betrieb im Nürnberger Land stellt sein Informations-Programm vor.

Was hat die Kuh mit der Fledermaus zu tun?

Ein Bericht von Lisa Miller, Dipl.-Sozialpädagogin, Naturpädagogin, Demeter-Gemüsegärtnerin

Diesen und noch mehr spannenden Fragen kommen Kinder und Erwachsene auf die Spur, wenn sie nach Vorderhaslach kommen. Die Hofgemeinschaft Vorderhaslach GbR liegt auf einer Jurahochfläche in der Hersbrucker Schweiz und wirtschaftet seit Anfang der 90er Jahre nach den demeter Richtlinien. Auf gut 100 Hektar zusammenhängender Fläche grasen Mutterkühe und Schafe auf den Weideflächen, wächst Speisegetreide auf dem Acker und wird Gemüse für eine Erntegemeinschaft nach dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft angebaut. Das Fleisch der Rinder und Schafe wird an Privatkunden direkt, und über die regionale Bioladenkette ebl vermarktet, ebenso das Getreide. Zusätzlich zu Wiesen- und Ackerflächen gehören noch 30 Hektar Wald zu den Flächenbeständen. Ein echter Gemischtbetrieb mit einem vielseitigen Hoforganismus also, der nicht nur auf verschiedenen Füßen steht, sondern auch von mehreren Schultern getragen wird.

Anfang diesen Jahres ist noch ein Betriebszweig dazugekommen. Dieser beschäftigt sich nicht allein mit Pflanzen oder Tieren, sondern auch mit Menschen – Bildung auf dem Bauernhof, oder auch Soziale Landwirtschaft lautet die Überschrift. Diese braucht es aus Sicht der Hofgemeinschaft unbedingt, denn das Ziel von Landwirtschaft soll nicht nur Nahrungsmittelerzeugung sein. Sie trägt auch eine gesellschaftliche und soziale Verantwortung. Damit verbunden ist die Aufgabe, die Kulturlandschaft, den Boden und die Menschen (wieder) zusammenzubringen. In Vorderhaslach ist man überzeugt, dass es allen Menschen guttut, eine Verbindung zu unserer natürlichen Lebensgrundlage zu haben. Dazu gehört neben dem Einblick in regionale, handwerkliche und ökologische Nahrungsmittelerzeugung auch das Wissen um den Beitrag ökologischer Landwirtschaft zu einem gesunden Ökosystem und dem damit verbundenen gesellschaftlichen Mehrwert. Dies zu vermitteln, erlebbar zu machen und ein Stück Begeisterung für die Landwirtschaft weiterzugeben, ist der Anspruch der Bildungsarbeit, die allen Altersgruppen offensteht. Für Schulklassen gibt es für den Hofbesuch verschiedene finanzielle Fördermöglichkeiten, zum Beispiel über das Programm Erlebnis Bauernhof.

Dabei geht es neben all dem, was an Wissen und Einblicken gewonnen werden kann auch ganz praktisch zu – es darf mit angepackt werden! Ob auf dem Gemüseacker, bei der Versorgung der Tiere oder bei der Kartoffelernte, in Vorderhaslach gibt es immer etwas zu tun. Der Hofgemeinschaft ist dabei besonders wichtig, dass kein künstlicher Rahmen geschaffen wird. Es geht um das Erleben realer Bedingungen einer vielfältigen und in der Erzeugung regional orientieren Landwirtschaft. Es wird weder ein idealisiertes Bild, noch eine Vorzeigelandwirtschaft oder ein Streichelzoo präsentiert. Es geht vielmehr um die Erlebbarkeit einer kleinteiligen Landwirtschaft, die sich mit den Bedingungen und Herausforderungen vor Ort auseinandersetzen muss.

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Hofgemeinschaft Vorderhaslach
Foto: Lisa Miller

In den Angeboten für Kinder und Erwachsene geht es im Wesentlichen darum, Regionale und saisonale Lebensmittel und ihren Anbau, die Bedeutung der Tierhaltung im ökologischen Landbau sowie die Solidarische Landwirtschaft als eine besondere Form der Vermarktung und des Konsums kennenzulernen. Das bedeutet automatisch mehr über natürliche Kreisläufe und Verbindungen in unserem Ökosystem zu erfahren. Dabei wird auch der Zergliederung unserer Lebensbereiche ein Stück weit entgegengewirkt und Zusammenhänge zwischen Ernährung, unserem Handeln, den natürlichen Ressourcen und der ökologischen Vielfalt werden deutlich sichtbar. Wer nun also wissen will, was die Kuh mit der Fledermaus zu tun hat, ist herzlich eingeladen in Vorderhaslach die Antwort zu finden.

Mehr Info und Kontakt: Hofgemeinschaft Vorderhaslach GbR, Vorderhaslach 1, 91230 Happurg, Tel. +49 (0) 176  23421924,  bildung@vorderhalsach.de, www.vorderhasalch.de

CRISPR-Patente blockieren konventionelle Pflanzenzucht

Neuer Bericht über aktuelle Patentanträge deckt ‚Scheinerfindungen‘ auf

Recherchen von Keine Patente auf Saatgut! zu Patentanträgen aus dem Jahr 2023 zeigen, wie die Verfahren der Neuen Gentechnik (NGT) dazu missbraucht werden, um den Patentschutz auf konventionell gezüchtete Pflanzen auszuweiten. In vielen Fällen werden Genvarianten und Merkmale, die in bereits existierenden Pflanzen vorkommen, mit NGTs ’neu erfunden‘ um den Eindruck einer technischen Erfindung zu erwecken. Werden diese Patente erteilt, erstrecken sie sich sehr oft auch auf die konventionelle Züchtung.

„Es gibt erhebliche Überlappungen zwischen den Patenten auf Gentechnik und Pflanzen aus den zufälligen Prozessen der üblichen Züchtung. Patente auf Pflanzensorten und die Pflanzenzucht sind in Europa verboten, die einzige Ausnahme betrifft gentechnische Verfahren. Die EU muss jetzt die Initiative ergreifen, um die Auslegung des Patentgesetzes zu korrigieren!“, fordert Christoph Then von Keine Patente auf Saatgut!.

Um die Pflanzen zu ‚erfinden‘, werden genetische Merkmale, die in den bestehenden Pflanzenpopulationen entdeckt wurden, mit Werkzeugen wie der Gen-Schere CRISPR/Cas nachgeahmt. Zudem wird Zufallsmutagenese eingesetzt, um gleiche oder ähnliche Genvarianten zu erzeugen. Aus der Sicht der Züchtung sind diese Verfahren aber meist gar nicht notwendig, um die erwünschten Eigenschaften zu erhalten. Nur für die Firmen, die solche Patente anmelden, machen diese Verfahren Sinn: Sie können die Pflanzen als ihre ‚Scheinerfindung‘ beanspruchen.

„Mit diesen Patentanträgen versuchen einige Firmen offensichtlich, konventionelle Züchter*innen in neue Abhängigkeiten zu bringen oder sogar aus dem Markt zu drängen. Werden sie erteilt, können die Patentinhaber*innen den Zugang zu den Pflanzen kontrollieren, mit und ohne Gentechnik”, warnt Annemarie Volling von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V.

Betroffene Pflanzenarten sind Tomaten, Karotten, Gurken, Salat, Brokkoli, Paprika, Spinat, Mais, Weizen, Gerste und Soja. In vielen der Patentanträge werden auch die Lebensmittel beansprucht, die von diesen Pflanzen gewonnen werden. Die Patente auf diese ‚Erfindungen‘ beanspruchen nicht nur NGT-Pflanzen, sondern auch solche aus zufälliger Mutagenese. Zuvor wurden Pflanzen mit zufälligen Mutationen ohne Patentansprüche auf den Markt gebracht und konnten von Züchter*innen frei verwendet werden, neue Sorten zu entwickeln und zu vermarkten. Die Analyse der aktuellen Praxis des Europäischen Patentamtes zeigt, dass Patente auf Pflanzen mit zufälligen Mutationen auch tatsächlich erteilt werden. Obwohl die europäischen Gesetze Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzensorten verbieten, sind bereits mehr als 1000 Pflanzensorten in Europa von Patenten betroffen. Die vorliegenden Daten zeigen dabei, dass einzelne Patente Dutzende von Sorten umfassen können und dass mehrere Sorten von mehr als nur einem Patent betroffen sind.

Quelle: Keine Patente auf Saatgut!, Nachricht vom 20. Juni 2024, Kontakt: Annemarie Volling, Gentechnikexpertin Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), volling@abl-ev.de

Wie gut sind Rapsöle?

Bericht von Wolfgang Ritter

Olivenöl ist zurzeit wegen schlechter Ernten im vergangenen Jahr knapp und deshalb teuer. Rapsöl, das auch bei uns hergestellt wird, könnte eine Alternative sein. Ökotest führte einen Vergleich von den drei beliebtesten Ölen durch: Olivenöl, Sonnenblumenöl und Rapsöl. Sie wurden untersucht auf ihren gesundheitlichen Wert, ihren Geschmack, ihren Preis und ihre Einsatzmöglichkeiten sowie ihren Beitrag zum Klimaschutz. Rapsöl überzeugte als guter, günstiger und (klima-)gesunder Alleskönner.

Ökotest hat auch 30 Rapsöle untersuchen lassen, davon 14 Bio-Produkte. Acht Bio-Öle sind „sehr gut“ oder „gut“ und sechs davon auch sehr günstig. Leider gibt es unter den Bio-Ölen auch solche mit starken Mängeln. Schlechte Noten erhielten Öle, die Hinweise auf Erhitzung zeigten und/ oder Mineralölbestandteile und/ oder aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) aufwiesen. Beim Dennree-Produkt fand man überraschender Weise das seit 1952 in Deutschland verbotene Pestizid DDT. Hier die Testergebnisse:

„Sehr gut“: Dm Bio-Rapsöl kaltgepresst, Naturland, 3,30 €/L; Gut Bio Nativ kaltgepresstes Rapsöl (Aldi Süd, Kleeschulte), 3,30 €/L; Naturgut Bio Rapskernöl nativ, kaltgepresst (Penny, Ölmühle Lehen), 3,30 €/L

„Gut“: Die kleine Mühle Raps Kernöl nussig-fein kaltgepresst, nativ, Bioland (Teutoburger Ölmühle), 15,98 €/L; Ener Bio Rapsöl nativ (Rossmann), 3,78 €/L; K-Bio Natives Rapsöl kaltgepresst (Kaufland, VFI), 3,30 €/L; Moritz Raps Kernöl  kaltgepresst, (Kleeschulte) 11,58 €/L; Rewe Bio Raps-Kernöl nativ (Ölmühle Lehen), 3,30 €/L

„Befriedigend“: Bio Primo Rapskernöl nativ, kaltgepresst (Müller Drogeriemarkt, Kleeschulte), 3,30 €/L

„Ausreichend“: Bio Planète Rapsöl nativ classic (Naturwarenladen), 6,98 €/L

„Mangelhaft“: Alnatura Rapsöl nativ, 4,98 €/L; Tegut Bio Rapsöl kaltgepresst, nativ (Ölmühle P. Brändle), 3,98 €/L

„Ungenügend“: Biovit Bio Rapskernöl kaltgepresst nativ (Ölmühle Brändle), 6,58 €/L; Dennree Rapsöl kaltgepresst (VFI), 3,38 €/L

Quelle: ÖKO-TEST Magazin 8.2024

Wo findet man Bio-Forschungsvorhaben und Forschungsergebnisse?

Die FiBL Projekte GmbH berichtet regelmäßig über Bio-Forschungsvorhaben und Forschungsergebnisse. Bei Jasmin Snigula kann man sich anmelden, um den Newsletter zu erhalten: Tel +49 69 7137699-0, E-Mail: jasmin.snigula@fibl.org. Die Forschungsvorhaben und -ergebnisse werden dargestellt bei https://orgprints.org.

Bespiel: Forschungsergebnis zum Pflanzenschutz im Öko-Obstanbau

Nachhaltige Weiterentwicklung des Gesamtkonzepts des Pflanzenschutzes im Ökologischen Obstbau unter Einbeziehung relevanter gesamtgesellschaftlicher Aspekte auf der Grundlage von fünfjährigen Praxisdaten zur Anwendung von pflanzenschutzrelevanten Maßnahmen (Verbundvorhaben)

Zusammenfassung der Forschungsergebnisse

Das Projekt hat in Zusammenarbeit von Praxis, Beratung und Forschung sowie teilweise auch mit Handelspartnern und externen Experten auf der Basis einer Erhebung von Praxisdaten über sieben Jahre hinweg Strategieansätze für eine Optimierung des Gesamtkonzepts zur Gesunderhaltung der Kulturpflanzen im Öko-Obstbau erarbeitet. Die Praxisdaten und die Strategieansätze zur Pflanzengesundheit wurden erst in Broschürenform und zum Abschluss in einem neu konzipierten Internetauftritt als Roadmap zur Pflanzengesundheit im Öko-Obstbau (www.poseidon.foeko.de) aufbereitet. Die Roadmap kann relativ einfach fortlaufend aktualisiert werden. Damit kann der jeweilige Handlungsbedarf zur Weiterentwicklung des Anbausystems erkannt und auch der Grad der Umsetzung in der Praxis neu entwickelter Maßnahmen verfolgt werden. Ein zusätzliches Tool für ein Benchmarking der Strategien auf Parzellenniveau, das die Strategie gleichzeitig mit der Auswertung aus Prognosemodellen aus dem Portal www.fruitweb.info anzeigt, wurde in diesem Projekt entwickelt und validiert. In verschiedenen Arbeitskreisen erfolgte eine Schwachstellenanalyse des Anbausystems. Es wurden Strategieansätze für die Weiterentwicklung des ökologischen Obstbaus erarbeitet und in einem Strategiepapier zusammengefasst, das auf der homepage der FÖKO eingestellt ist und als living document laufend aktualisiert werden kann. In Zusammenarbeit mit Akteuren aus dem Handel wurden in einem AK Leitlinien für Qualitätskriterien für Tafelobst aus Öko-Anbau erarbeitet und mit Öffentlichkeitsarbeit begleitet.

https://www.foeko.de/qualitaetskriterien

Dazu fanden auch wissenschaftliche Untersuchungen mit Schwerpunkt Sensorik von Äpfeln mit rein optischen Schalenfehlern statt, die zeigten, dass die Früchte geschmacklich mindestens vergleichbar zu optisch einwandfreien Früchten sind. Ein erster konkreter Ansatz für die Inwertsetzung der gesamtgesellschaftlichen Leistungen war es, ein Modul für Obstbau für die Regionalwert Leistungsrechnung zu konzipieren.

Quelle: https://orgprints.org/id/eprint/53287/