Assoziative Zusammenarbeit

Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) im Aufwärtstrend
Der Bio-Verbraucher e.V. gehört zu den Unterstützern der Solidarischen Landwirtschaft im Raum Nürnberg. Wie das geht beschreibt die SoLaWi-Initiative „Stadt, Land, Beides“.

So funktioniert die solidarische Landwirtschaft in Nürnberg:
Hof deiner Wahl
Das Besondere bei „Stadt, Land, Beides“ ist, dass verschiedene Solawi-Höfe mitmachen und Du Dich auf einem oder mehreren Höfen engagieren kannst. Insofern steht Dir eine breite Palette an Lebensmitteln zur Auswahl. Den Großteil der Lebensmittel beziehst Du regelmäßig, einen Teil bekommst Du auf Bestellung. Hier die aktuellen SoLaWi-Höfe: Biohof Walz, Biolandhof Schaller, Demeterhof Hederer, Biohof Michlbauer

Depots
Die Ernteteiler*innen sorgen gemeinsam für einen effektiven Transport der Lebensmittel zu den Depots in Nürnberg und in der Region. Hier kannst Du Dir die Ernte von einem oder mehreren Höfen Deiner Wahl abholen.

Ernteteiler zur Probe
Um auszuprobieren, ob die Solawi-Lebensmittel, die SoLaWi-Gemeinschaft und die Abläufe zu Dir passen, kannst Du Dich für einen Monat begrenzt beteiligen. Wir setzen uns in der letzten Probewoche mit Dir in Verbindung, um Deine Erfahrungen und Deine weitere Beteiligung zu besprechen.

Mitgestalten
Gemeinsam mit dem Landwirt und den anderen Ernteteilern planst Du, soweit möglich, die Lebensmittel, gemeinsame Aktionen, Arbeitseinsätze und verabredest den jeweiligen Kostenanteil. Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Jede*r soll sich unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten einbringen können.

Höfe, Produkte und Beitrag
Biohof Walz
Zertifizierung: Demeter, Rindfleisch & Wurstwaren, Eier & Gockel, Ur-Getreide & Linsen, individuelle Hofbeteiligung, Beitrag je nach Produktauswahl
Tristans Biohof
Zertifizierung: Bioland, Wintergemüse, Ernteanteil im wöchentlichen Rhythmus: Ganzer Anteil zu je 135,- €/Monat / Halber Anteil zu je 67,50 €/Monat / Kleiner Anteil zu je 98,70 €/Monat
Gärtnerhof Reginswind, Heribert Hederer
Zertifizierung: Demeter, Sommergemüse: Ernteanteil im wöchentlichen Rhythmus zu je 126,-€/Monat; Obst & Säfte: Ernteanteil im wechselhaften Lieferrhythmus von Juli bis Dezember zu je 38,50 €/Monat; Sommergemüse: von April bis September
Michlbauerhof
Zertifizierung: Demeter, Ziegenkäse gemäß Milchmenge von jahresdurchschnittlich 3-4 Liter pro und dazugehörigem Fleischanteil; 25,50 €/Monat bei monatlicher Lieferung Beeren aus dem Solawi-Kirschgarten Zertifizierung: EU-Bio, Beeren, Ernteanteil im wöchentlichen Lieferrhythmus von Juli bis Sept. zu je 38,- €/Monat

Depots und Abholzeiten
Depot Stadtpark = Mittwoch bis Samstag, Depot St. Peter = Mittwoch 14 Uhr bis Donnerstag 18Uhr, Depot Wiese = Mittwoch 14 bis 20 Uhr, Depot Johannis = Mittwoch bis Freitag, Depot Johannis = Mittwoch bis Freitag, Depot AKI = Mittwoch bis Freitag, Depot Altenfurt = Mittwoch 14 bis 20 Uhr, Depot Tatütata = Mittwoch 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr & Donnerstag 17:00 bis 19:00 Uhr, Depot Spiegelfabrik = Mittwoch 17:30 Uhr bis 19:30 Uhr & auf Nachfrage

Kontakt aufnehmen
Falls Du Interesse hast, bei der solidarischen Landwirtschaft in der Metropolregion Nürnberg mitzumachen, nutze einfach unser Kontaktformular im Internet oder melde Dich bei
solawi@stadt-land-beides.de
Quelle: https://www.stadt-land-beides.de

Assoziatives Wirtschaften

Auszüge aus einem Beitrag von Ueli Hurter

Was ist der Kern des assoziativen Wirtschaftens? Der Kern ist das Prinzip des sich Assoziierens der wirtschaftlichen Akteure. Die wirtschaftlich tätigen Unternehmungen nehmen ihre wirtschaftlichen Beziehungen untereinander bewusst und willentlich in die Hand: Sie bilden Assoziationen. Dabei ist zu bedenken, dass es kein fixes Modell für Assoziationen gibt. Diese können sehr unterschiedlich sein: Klein um einen Hof oder groß für die ganze Branche in einem Land; auf ein Produkt bezogen oder auf die gesamte Wirtschaftstätigkeit; es kann mehr um die Warenzirkulation gehen oder mehr um die Kreditvergabe usw. In jedem Fall meint Assoziieren, sich verbindlich in die Assoziations-Gemeinschaft einzubringen, ohne die Eigenständigkeit aufzugeben.

Damit steht Assoziieren in der Mitte zwischen Kollektivieren und Anonymisieren. Ein Kollektivieren ist es nicht, denn das Einzelunternehmertum bleibt bestehen. Dafür gibt es einige Gründe, der hauptsächliche ist derjenige, dass die unternehmerische Leistung ihren Quellpunkt in der geistigen Produktivkraft der Unternehmenspersönlichkeit hat. Würgt man diese Kraft ab, wird das Wirtschaftsleben abgelähmt. Die sozialistischen Staaten des ehemaligen Ostblocks haben diesen Tatbeweis ja erbracht. Auf der anderen Seite wird das Wirtschaftsgeschehen nicht einfach den anonymen Kräften, die auf diesem Gebiet auftreten, überlassen. Die unsichtbare Hand von Adam Smith, die aus der Summe aller Egoismen die allgemeine Wohlfahrt hervorzaubern soll, ist eine Illusion, denn die reine Konkurrenzwirtschaft führt in den sozialen und ökologischen Ruin. Das Assoziieren nun ist nicht ein Kompromiss aus ein bisschen Marktwirtschaft und ein bisschen Planwirtschaft, sondern es beobachtet und gestaltet den wirtschaftlichen Prozess jenseits von Markt und Staat. In der Assoziation werden die Individualkräfte nicht unterdrückt, das heißt Innovation in der Einrichtung der Produktion ist genauso willkommen wie die Wahlfreiheit in der Konsumtion. Aber diese individuellen Freiheiten, die in der Wirtschaft, wo es um die Verteilung der irdischen Ressourcen geht (das heißt um die Frage «wie reich oder arm bin ich»), oft und gerne als Egoismen auftreten, werden mit den Ansprüchen oder Egoismen der anderen konfrontiert. Daraus ergibt sich ein «objektiver Gemeinsinn», wie es Rudolf Steiner nennt. «Objektiv» heißt hier sachgemäß. Diese Sache, z. B. die Erzeugung, Verarbeitung, Verteilung und Konsumation von Lebensmitteln in einer Region, stellt sich in der Assoziation so dar, dass jede und jeder sieht, was der eigene Beitrag ist und was die Beiträge der anderen sind. Entsprechend können eigene Ansprüche, z. B. der eigene Anteil am Endverkaufspreis, beurteilt und angepasst werden.

 

Wie bilde ich eine Assoziation?
Die Assoziation bilde ich konkret, indem ich meine Wirtschaftspartner an einen runden Tisch einlade. An diesem Tisch ist das erste Ziel, die wirtschaftlichen Vorgänge, die uns verbinden, gemeinsam in den Blick zu nehmen. Der zweite Schritt ist eine Beurteilung der gefundenen Lage – gibt es zu viel oder zu wenig Ware? Wie ist der Preis? Wie wird sich die Nachfrage entwickeln? – Der dritte Schritt ist die Veränderung, Gestaltung der wirtschaftlichen Parameter (Qualität, Menge, Preis), dabei handelt jeder Beteiligte in eigener Kompetenz, aber auf Grund des gemeinsamen Bildes und der gemeinsam beurteilten Lage.

Wie man sieht, werden in der Assoziation die gleichen Regelprozesse im Wirtschaftlichen vollzogen wie auch anderswo. Der entscheidende Unterschied ist, dass sie nicht anonym oder halb versteckt ablaufen, sondern willentlich und transparent.

Anmerkung der Redaktion: Im Folgenden werden drei Beispiele angeführt: CSA oder Solidarische Landwirtschaft, regionale Vernetzung und Koordination am Beispiel der Region Schweiz und Saatgut.
Quelle: Rudolf Isler, Ueli Hurter, Assoziatives Wirtschaften – Was verstand Rudolf Steiner unter einer wirtschaftlichen Assoziation?, Dornach 2019, siehe auch:

https://www.goetheanum-verlag.ch/nc/einzelansicht/artikel/assoziatives-wirtschaften/shop/5987/

 

Öko-Modellregion Nürnberg, Nürnberger Land, Roth Mehr regionale Bio-Lebensmittel

Text entnommen aus: www.nuernberg.de/internet/biomodellstadt/oekomodellregion.html

Ein wichtiges Ziel der Öko-Modellregion Nürnberg, Nürnberger Land, Roth ist die effektivere Vernetzung von Stadt und Land, von Angebot und Nachfrage am Beispiel einer Großstadt und zweier umliegender Landkreise. Damit soll die regionale Wertschöpfung für Landwirte, weiterverarbeitende Betriebe und auch für Verbraucher gesteigert werden. Die Öko-Modellregion will insbesondere auch die Zahl der Umstellungsbetriebe steigern.

Im Fokus stehen die Produktbereiche (Ur)Getreide, Gemüse, Streuobst und Fleisch. Zudem soll eine Kampagne für regionale Bio-Produkte gestartet sowie eine direkte Kooperation zwischen Landwirten und Verbrauchern (Solidarische Landwirtschaft) initiiert werden. Die Förderung alter Sorten bzw. alter Rassen durchzieht dabei wie ein roter Faden alle Maßnahmenbereiche.

Landesprogramm BioRegio Bayern 2020
Die Öko-Modellregionen sollen dazu beitragen, den Anteil der Bio-Produkte aus Bayern bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln. Dies hat die Staatsregierung als politisches Ziel formuliert. Die Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln soll künftig stärker aus heimischer, regionaler Produktion gedeckt werden. Mit diesem Landesprogramm werden die Bereiche Bildung, Beratung, Förderung, Vermarktung und Forschung mit insgesamt rund 5,4 Millionen Euro zusätzlichen Landesmitteln in den nächsten Jahren gefördert.