Tiefkühl-Rahmspinat und Thunfischdosen

Tiefkühl-Rahmspinat

Bericht von Wolfgang Ritter

Hier wird der Unterschied von Bio-Anbau und konventionellem Anbau offenbar: Die getesteten Bio-Produkte kann man alle essen, obwohl einige von ihnen erhöhte Spuren von Nitrit enthalten (Alnatura, Bio Bio von Netto, Bio Inside von Demeter Felderzeugnisse, Dennree, Rewe und Edeka). Der K-Bio Rahmspinat von Kaufland ist der beste (Beurteilung: „sehr gut“) und günstigste (Preisgleich mit dem Rewe-Angebot: 500 g = 1,88 €).

Es gibt auch drei konventionelle „sehr gute“ Produkte (All Seasons von Aldi, Ja! Von Rewe und Tegut Rahmspinat, sowie zwei „gute“ (Beste Ernte von Netto und Ernte Krone von Norma). Aber sieben Produkte enthalten Pestizid-Rückstände, die gesundheitsschädlichen Schwermetalle Cadmium oder Blei und/ oder erhöhte oder stark erhöhte Spuren von Nitrit. Deshalb wurden folgende fünf Produkte mit „mangelhaft“ bewertet: Bofrost Rahmspinat 757, Eismann Rahmspinat 5085, Iglo Rahmspinat der mit dem Blubb, Jeden Tag Rahmspinat, K-Classik Rahmspinat. Völlig durchgefallen („ungenügend“) sind Frosta Rahmspinat portionierbar und Penny Rahmspinat.

Thunfischdosen

Erfreuliches Ergebnis: Von 29 getesteten Thunfischprodukten „in eigenem Saft und Aufguss“ wurden 27 mit „sehr gut“ bewertet. Nur zwei (Almare Seafood Thunfisch Filets von Aldi Nord und Edeka Thunfischfilets geschnitten) wiesen erhöhte Quecksilbergehalte auf (Bewertung: „befriedigend“).

Quelle: ÖKO-TEST 8.2025

Neues aus der Forschung zur biodynamischen Land- und Lebensmittelwirtschaft

Signifikante positive Effekte durch Einsatz der Hornmist- und Hornkieselpräparate

Zusammenfassung

Im Zeitraum 2018-2020 wurde auf dem Versuchsfeld des Landwirtschaftlichen Instituts in Schumen auf dem Bodentyp Calcic chernozem ein Feldversuch mit Triticale (x Triticosecale Wittmack) durchgeführt. Die Versuchsanlage war im Block-Design mit vierfacher Wiederholung der Varianten auf 10m² Parzellen. Die Aussaat erfolgte im Oktober mit einer Aussaatmenge von 500 keimfähigen Samen/m² nach der Vorfrucht Zuckerrübe (Beta vulgaris L.). In den entsprechenden Zeiträumen wurden Behandlungen in 4 Varianten durchgeführt: 1) unbehandelte Kontroll-Variante. 2) Behandlung mit biodynamischen Präparaten: Präparat 500* (5%ige Lösung) + Fladenpräparat (1,5%ige Lösung) + Präparat 501** (1,5 g auf 300 l H2O/ha). 3) Behandlung mit biologischen Präparaten: Heliosulfur (500 ml/ha) + Freier N (500 ml/ha). 4) Kombinierte Behandlung mit denselben biodynamischen und biologischen Präparaten.

Die folgenden Parameter wurden untersucht: Pflanzenhöhe, Anzahl der Ährchen pro Ähre, Anzahl der Körner pro Ähre, Korngewicht pro Ähre.

Nach der statistischen Auswertung des ersten Studienjahres zeigte sich in allen Parametern ein signifikanter positiver Effekt sowohl bei der kombinierten Anwendung von biodynamischen und biologischen Methoden als auch bei der alleinigen biologischen Methode. Im zweiten Studienjahr wurde in allen untersuchten Parametern ein signifikanter positiver Effekt in den Varianten festgestellt, die mit biodynamischen Präparaten und der Kombination aus biodynamischen und biologischen Präparaten behandelt wurden (p<0,001). Zudem ließ sich für alle betrachteten Parameter eine positive Korrelation nachweisen (p<0,05).

*Präparat 500 = Hornmistpräparat

**Präparat 501 = Hornkieselpräparat

Quelle: Forschungsring e.V.-Newsletter vom 31.03.2025, info@forschungsring.de, forschungsring.de

Neue Erfahrungen gewinnen auf dem Wildensteiner Schafhof

Bericht von Jutta Nigl

 Während unserer diesjährigen Mitgliederversammlung am 21.07.2025 hat Peter Dobrick, Betriebsleiter und Bio-Landwirt des Wildensteiner Schafhofes das Haupt-Catering übernommen. In seinem Vortrag stellte er das Konzept des Hofes sowie auch einen neu gegründeten Verein vor, in dem der Hof eine zentrale Rolle einnimmt. Mein Interesse war in mehrfacher Hinsicht geweckt. Gerne bin ich Peters Einladung gefolgt, den Hof sowie den Verein kennenzulernen.

In Steinhart, einem Ortsteil der Gemeinde Hainsfarth, im Landkreis Donau-Ries, liegt der Wildensteiner Schafhof mit seinem großzügigen Gelände und dazugehörigen Außenweideflächen. Peter hat es sich seit 1990 zur Aufgabe gemacht, gefährdete Schafrassen wie Gotland Pelzschaf, braunes Bergschaf, Wensleydale Schaf u. a. zu züchten und zu erhalten. Herdenschutzhunde der Rasse Pyrenäenberghund werden gemeinsam mit den Schafen gehalten und bewachen diese zuverlässig. Weiter finden Ziegen und zwei Lamas auf dem Hof ein Zuhause. Seit 2010 sind der Hof und seine Produkte biozertifiziert. Angeboten werden verschiedene Rohwollen zum Spinnen und Filzen, edle Felle von unterschiedlichen Schaf- und Ziegenrassen, Fleisch von Schaf und Ziege, Schnäpse von der Streuobstwiese u. a.

Im Jahr 2024 hat sich – mit und um den Hof –  der gemeinnützige, eingetragene Verein für Tiergestützte Pädagogik und Psychotherapie e.V. neu gegründet. Ehemals im Lehramt tätig gewesen vereint der heutige Betriebsleiter – Bio-Landwirt und Heilpraktiker für Psychotherapie – seine langjährigen Erfahrungen in einem neuen Kompetenzprofil, um gemeinsam mit aktiven Partnern den Bereichen Tier- und Naturschutz, Bildung und Erziehung zu dienen. Angesprochen werden interessierte Menschen, die den Wunsch verspüren, nah dran an den Schafen, Ziegen, Hunden und Lamas neue Erfahrungen zu gewinnen. Das können z. B. sein: Kindergeburtstage, Familienfeiern, Einzelgespräche, Zeit zum Nachdenken, Wolle verarbeiten, Unterstützung in persönlichen Krisen, handwerkliches Experimentieren – und Ferienzeiten.

Wie Letzteres auf beeindruckende Weise in kurzer Zeit in die Tat umgesetzt wurde, durfte ich während einer Pilot-Ferienwoche für Kinder im August d. J. hautnah miterleben. Sieben Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren aus verschiedenen Grundschulen verbrachten eine Ferienwoche auf dem Hof, wobei sie von Peter und drei ehrenamtlich Mitwirkenden betreut wurden. Zwei 9-jährige Mädchen stellten mir sogleich nach meiner Ankunft die Schafe, Lämmer, eine Ziege sowie die Lamas vor, die sich auf eingezäunten Innenweiden befanden. Die Kinder bewegten sich bereits nach nur zweieinhalb Tagen sowohl im Umgang mit den Tieren als auch mit den Sicherheitsvorkehrungen auffallend achtsam, sicher und gewandt, dass es mich staunen ließ.

Unter Peters strukturierter Leitung war Raum zum Spielen und Entdecken, zum Gestalten und Fragen, für Abenteuer und Miteinander – doch auch für Rückzugsmöglichkeiten war gesorgt. Dabei war ihm wichtig, dass jedes Kind frei wählen konnte, wie es sich in die Gemeinschaft einbringen wollte. Auf meine Frage im Anschluss an einen leckeren Mittagsimbiss, was die Kinder bisher am meisten beeindruckt hat, gab es ein breites Spektrum von Antworten: …am Bach „herum zu pritscheln“ (zu plantschen), mit Peter zu reden, das Gelände zu erkunden und „Geheimwege“ zu entdecken, Frösche im Weiher zu fangen und zu beobachten, die Tiere zu füttern und zu streicheln, das Erzählen am Lagerfeuer – und natürlich das Schlafen im Heu. Ein 9-jähriger Junge brachte es auf den Punkt: „Die wo nicht hier sind, verpassen viel.“

Peter selbst stellte fest, dass seine Bedenken, es könnte vereinzelt schwierig werden, ausgeräumt wurden. Es freute ihn sehr, dass sich das Miteinander so toll entwickelt hat. Gemeinsam Ferienwochen für Kinder anzubieten und zu gestalten, sei „richtig gut“ und wird sicher oftmals Wiederholung finden.

Am Nachmittag ging es mit einem neuen Natur-Bastelerlebnis weiter. Tags zuvor hatten die Kinder unter Anleitung gelernt, mit einer Handspindel Wolle zu spinnen. Nun hieß es, aus dicken Wollsträngen quadratische Sitzkissen zu weben; auf Webrahmen, die am Hof gefertigt wurden. In ca. 1,5 Stunden entstanden mit viel Energie, Ausdauer und Freude sieben wunderschöne Einzelstücke. Erschöpft und zufrieden präsentierten die Kinder danach ihre Werke.

Den Abschluss meines Besuches bildete ein „Exkurs“ in emotionaler Kompetenz. Aus gegebenem Anlass machte Peter die Gemeinschaft darauf aufmerksam, dass ein Mitglied ihres Betreuerteams aktuell sehr traurig sei. Peter ermutigte dieses, zu erzählen, was ihm so sehr Kummer bereitete. Er öffnete damit für die Kinder einen Raum, das eigene Berührtsein wahrzunehmen und zu äußern. Die Kinder erlebten, wie es möglich ist, wertschätzend auf verschiedenste Weisen Anteil zu nehmen und Mitgefühl auszudrücken. Getragen von dem Wunsch, ihre Bezugsperson zu trösten, ist ihnen das mit viel Herz, der Idee einer großen Gemeinschaftsumarmung und anderen liebevollen Gesten, spürbar gelungen. Das war für Alle eine sehr wertvolle Erfahrung.

Die Zeit von fast 6 Stunden, die ich mit der Gemeinschaft verbringen durfte, hat mir viele prägnante Erlebnisse in einer Intensität beschert, die ich so nicht erwartet hätte. Ein großes DANKE an Alle!

Haben auch Sie Interesse an diesen Themen und dem Wildensteiner Schafhof? Dann lernen Sie Peter auf seinem Hof kennen. Sie erreichen ihn per Mail an peter.dobrick@gmail.com oder telefonisch unter Tel. 09082/2195.

Perspektiven für den Wandel

Bericht von Wolfgang Ritter

Auszüge aus: Jens Göken: Soziale Dreigliederung – Versuch einer Einführung, in: Perspektiven für den Wandel – Wege menschlicher Entwicklung zur Freiheit und sozialer Verantwortung, Hrsg.: Annemarie Jost und Thomas Brunner, 1. Auflage, Berlin (2023)

Göken untersucht in seinem Beitrag alle möglichen Aspekte zu Rudolf Steiners Forderung nach Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben. Auch welche Katastrophen auftreten, wenn Freiheit im Rechts- und Wirtschaftsleben, Gleichheit im Geistes- Wirtschaftsleben oder Brüderlichkeit im Geistes- und Rechtsleben herrschen. Ich bringe hier Ausschnitte seiner Aussagen zum Wirtschaftsleben:

„Schließlich wäre ein gleichberechtigtes Wirtschaftsleben der falsch verstandene, nämlich bereits vom Rechtsleben, von der Politik korrumpierte Kommunismus mit seiner Planwirtschaft, welche nach allgemeinen Gesetzen organisiert ist und entsprechend ihre Güter gleichberechtigt an die Menschen verteilt. Dieses Prinzip hat vielen Menschen eingeleuchtet, aber es ist dem eigentlichen Wesen des Wirtschaftlichen fremd. Denn in der Wirtschaft geht es nicht darum, dass alle gleich viel bekommen, sondern darum, dass jeder das bekommt, was er wirklich benötigt. – Entsprechend geht es aber auch nicht darum, dass jeder sich erjagen kann, soviel er will, sondern eben um den realen, den wirklichkeitsgemäßen, also den gesunden Bedarf (was freilich nicht immer einfach zu bestimmen ist). Eine freiheitlich statt brüderlich-bedarfsorientiert wirkende Wirtschaft indessen gibt das Feld frei für die Stärksten, die sich durchsetzen und soviel Besitz anhäufen, dass sie sich in übergriffiger Weise den anderen überordnen und ihnen ihre eigentlich reichlich vorhandenen Ressourcen wegnehmen. Das ist das, was wir heute haben: eine Freibeuter-Wirtschaft, deren Profiteure die Ideologie in die Welt gesetzt haben, dass die Weltbevölkerung insgesamt zu groß sei und dringend reduziert werden müsse, weil nicht genügend Ressourcen für alle vorhanden seien.“

Vielen Sozial- und Volkswirtschaftlern ist diese Situation durchaus bewusst, Altbundeskanzler Helmut Schmidt nannte sie „Raubtierkapitalismus“. Ändern lässt sie sich so schwer, weil sich die Reichen, die Mächtigen nichts wegnehmen lassen wollen, obwohl sie im Überfluss leben. Göken spricht nun an, wie es sein könnte:

„Vom Geistesleben aus müssen wir schöpferisch sein und die Welt in Bewegung bringen. Im Wirtschaftsleben indessen muss unsere Geste primär eine passive, eine wahrnehmende nämlich sein: Wahrnehmend, was der andere braucht. Dafür müssen Produzenten, Händler und Konsumenten sich näher verbinden, was bei Rudolf Steiner Assoziieren genannt wird. Das entscheidende dabei ist der Vorgang, dass Menschen in unmittelbarere Wahrnehmungsbezüge eintreten und ihre gegenseitigen Bedürfnisse und Ermöglichungen ganz konkret klären. Die Menschen bleiben dabei auch im Wirtschaftsprozess als Individualitäten erhalten, statt als Teil einer Masse in ihm unterzugehen.“

Ganz konkret werden die „gegenseitigen Bedürfnisse und Ermöglichungen“ von Konsumenten und Produzenten in Hofkollektiven geklärt, die unter der Bezeichnung „Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi)“ bekannt geworden und von denen annähernd 300 im Netzwerk „Solidarische Landwirtschaft e.V.“ organisiert sind. Solche und ähnliche Initiativen, die vom Individuum ausgehen, verändern die Welt.* Derzeit darf man nicht hoffen, unsere gewählten Abgeordneten könnten eine grundsätzliche Änderung unseres Wirtschaftssystem einleiten, denn sie müssen oft im Sinne der mächtigen Wirtschaftskonzerne handeln, wenn sie ihre Positionen nicht verlieren wollen. Mächtige Politiker aber, handeln oft autokratisch und kaum im Sinne einer brüderlichen Wirtschaftsweise. Im Bio-Verbraucher e.V. können alle am Bio-Wirtschaftsprozess Beteiligten, wie von Göken angeregt, in „unmittelbarere Wahrnehmungsbezüge“ eintreten. Das geschieht z.B. bei unseren Mitgliederversammlungen, unseren Besuchen von Bio-Firmen und assoziativen Gesprächen.

Kontakt: www.netz.bio, info@bio-verbraucher.de

*Wolfgang Ritter:

– Initiativen, die die Welt verändern, Möllmann Verlag 2013

– Wirtschaft der Liebe – Elemente einer künftigen Wirtschaftsordnung, Möllmann Verlag 2015

Ernährungstipps

Liebe Leserinnen und Leser,

etwa vor einem Jahr (Info-Brief 79/Juli 2024, Rubrik 8/Rezept des Monats) hatte ich dargestellt, wie einfach eine gesunde Ernährung sein kann. Heute möchte ich Ihnen zwei Schriften vorstellen, die meine Darstellung unterstützen und ergänzen: die Orientierungstabelle für Vollwert-Ernährung vom Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e.V. (UGB) und ein Buch mit dem Titel „Gesundheit beginnt im Boden“, in dem ich u.a. einen „Planetaren Speiseplan“ fand. Wenn die Weltbevölkerung ihm folgte, könnte alles in Bio-Qualität hergestellt werden.

Orientierungstabelle Vollwert-Ernährung

Empfehlungen des UGB für eine nachhaltige Lebensmittelauswahl

„Von „sehr empfehlenswert“ bis „nicht empfehlenswert“ teilt die Orientierungstabelle zur Vollwert-Ernährung alle Lebensmittel übersichtlich in vier Wertstufen ein. Auf einen Blick können Sie erkennen, wie Sie Ihren Speiseplan sowohl nach ernährungsphysiologischen als auch nach ökologischen und sozialen Aspekten am besten zusammenstellen können.“

Die Empfehlungen berücksichtigen den Grad der Lebensmittelverarbeitung und beruhen auf dem neuesten Stand der Forschung. In der überarbeiteten Fassung werden auch neuartige Lebensmittel berücksichtigt. Dazu zählen zum Beispiel ESL-Milch, Smoothies, Sojadrinks mit Zutaten oder Lupinentofu und Tempeh. Die Tabelle wird vom Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e.V. (UGB) herausgegeben und wurde von den Ernährungswissenschaftlern Prof. Claus Leitzmann und Dr. Karl von Koerber sowie den UGB-Experten Hans-Helmut Martin und Thomas Männle konzipiert. Die Tabelle können Sie beim UGB kostenlos herunterladen: www.ugb.de/tabelle. Mitglieder ohne Zugang zum Internet können die Tabelle gerne vom Bio-Verbraucher e.V. per Post erhalten. Rufen Sie mich an oder mailen Sie mir: Tel. 0911 – 404827, ritter@bio-verbraucher.de.

„Gesundheit beginnt im Boden“

So lautet der Titel eines äußerst interessanten Buches von Ute Steub und Stefan Schwarzer, erschienen im oekom-Verlag 2025. Hier die drei Kurzrezensionen auf der Buchklappe:

  • Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Agrarwissenschaftler und Landwirt, ehemaliger Chef des Bundesverbandes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW): „Eine mitreißende Reise in die Welt der Mikroben, die unser Leben bestimmen – in uns und um uns herum.“
  • Dr. med. Thomas Hardtmuth: „Das lesenswerte Buch bietet nicht nur einen faszinierenden Einblick in die erstaunliche Welt der Mikroorganismen, es ist auch unverzichtbar für alle, die mit dem Thema Ökologie Gesundheit befasst sind.“
  • Prof. Dr. Thomas C. G. Bosch: „Dieses Buch beleuchtet die Funktionen von Mikroben für Pflanze, Tier und Mensch und regt zum Nachdenken an über die ansteigende Zahl an Lifestyle-Erkrankungen. Leseempfehlung für alle, denen ein gesundes Leben wichtig ist.“

Eine wichtige Erkenntnis aus dem Buch unter dem Titel: „Die Planetare Gesundheitsdiät“, S 196f:

„Mit dem One-Health-Ansatz verwandt ist die Planetary Health Diet, auch „Planetarer Speiseplan“ genannt. Den hat ein internationales Team der Eat Lancet Kommission um den Klimaforscher Johan Rockström nach dreijähriger Vorarbeit 2019 veröffentlicht. Im Kern ist er eine Computersimulation bis zum Jahr 2050, die die Frage beantwortet, ob eine wachsende Weltbevölkerung bis zu diesem Datum genug zu essen hätte, wenn die Ernährung weltweit auf „bio“ und klimafreundlich umgestellt würde. Klare Antwort: ja! Die Behauptungen von Lobbyisten, nur agroindustrielle Monokulturen, mit Pestiziden, Chemiedünger und gentechnisch veränderten Pflanzen könnten die Welternährung garantieren, sind nur Propaganda.

Der „Planetare Speiseplan“ würde allerdings nur funktionieren, wenn wir alle wesentlich weniger Fleisch und Milchprodukte essen würden, dafür mehr Gemüse, Obst, Getreide, Nüsse und Hülsenfrüchte. Auf dem Esstisch jedes Menschen der Erde würden damit täglich im Schnitt folgende Produkte stehen: 500 Gramm Obst und Gemüse, 250 Gramm Milchprodukte, 230 Gramm Getreide, 75 Gramm Hülsenfrüchte, 50 Gramm Nüsse, 14 Gramm Rind-, Lamm- oder Schweinefleisch, 29 Gramm Geflügel und 30 Gramm Fisch. Das sind natürlich nur Richtwerte – in jedem Land, jeder Gesellschaft und jeder Familie wird anders gegessen. Aber der Plan gibt eine klare Richtung vor: Die Hälfte unserer Ernährung würde aus Gemüse und Obst bestehen, der Anteil von tierischem Eiweiß würde stark reduziert.“

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Wolfgang Ritter

BÖLW: Gute Bio-Ernte beweist Klima-Resilienz  

Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des Bio-Spitzenverbands, BÖLW:

„Die deutschen Bio-Landwirtinnen und -Landwirte haben 2025 eine Getreide-Ernte eingefahren, die das Vorjahr noch übertreffen wird. Dieser Erfolg beweist, dass Bio nicht nur klimafreundlich, sondern auch klimaresilient ist. Ökolandbau kann Extremwetterlagen wie Trockenheit oder Starkregen und damit einhergehendem hohen Schädlingsdruck und Pilzbefall standhalten – ohne chemisch-synthetische Pestizide oder Dünger.  

Erfreulich ist auch die gute Obst-Ernte, insbesondere bei Bio-Beeren und Steinobst. Bei Leguminosen, etwa Ackerbohnen oder Erbsen, sind die Erwartungen dagegen verhalten.   

Gute Ernte, ungetrübte Aussichten? Leider nein! Die Nachfrage nach Bio wächst hierzulande rasant, so dass das höhere heimische Angebot diese kaum befriedigen kann. Verbraucherinnen und Verbraucher wollen zu Recht Bio-Lebensmittel aus ihrer Region. Alois Rainer ist daher gefordert, deutliche Impulse für eine Stärkung der heimischen Bio-Produktion zu geben!

 Denn Öko-Bäuerinnen und -Bauern sorgen nicht nur für gesunde Ernährung, sondern auch für gesunde Gewässer, Böden und Luft. Bio schützt das Klima und die Artenvielfalt. Auf Bio-Feldern gedeihen Honigbienen sogar besser als in naturnahen Lebensräumen, wie die Forschung zeigt.“ 

Quelle:  Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW), Marienstr. 19-20, 10117 Berlin, Tel. 030 28482 308, 02.09.2025, presse@boelw.de, www.boelw.de