250.000 Bio-Bauern für Ägypten

 

Liebe Leserinnen und Leser,

es sieht so aus, als wenn die Bio-Landwirtschaft in anderen Ländern schneller wächst als in Deutschland. Begeisternde Nachrichten kommen von unserem Firmenmitglied SEKEM, dass seit 50 Jahren in der ägyptischen Wüste erfolgreich wirtschaftet. SEKEM hat auch das Label „Economy of Love“ (Wirtschaft der Liebe) entwickelt, das sich weltweit durchsetzt. In meinen Büchern Initiativen, die die Welt verändern (Borchen 2013) und Wirtschaft der Liebe (2. Auflage, Borchen 2016) habe ich über SEKEM berichtet, und mit beiden Titeln offenbar nicht zu viel versprochen. Kürzlich kam eine Einladung zu einem Webinar, in dem bisherige Erfolge und künftige Vorhaben dargestellt wurden.

„In den vergangenen Jahren hat sich die Initiative Economy of Love (EoL) zu einem der ambitioniertesten Modelle für regenerative Landwirtschaft weltweit entwickelt. Was mit einem ersten Pilotprojekt auf einer 336 Hektar großen Wüstenfarm in der Oase Wahat Bahariya begann, hat gezeigt, dass biodynamische und regenerative Landwirtschaft nicht nur Böden regenerieren, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

Nach den ersten erfolgreichen Pilotprojekten wurde das EoL-Modell zunächst mit Kleinbauern in Ägypten erprobt. Bis Ende 2025 haben bereits mehr als 40.000 Landwirte den EoL-Standard eingeführt und profitieren von den sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Vorteilen – unter anderem durch CO₂-Zertifikate und verbesserte Marktchancen. Die Vision für die kommenden Jahre ist: Bis 2030 sollen bereits 250.000 Landwirte auf 650.000 Hektar nach dem EoL-Standard wirtschaften. Und die langfristige Vision geht noch weiter: Bis 2057 ist die Transformation der gesamten ägyptischen Landwirtschaft das Ziel – rund 7 Millionen Landwirte auf 4 Millionen Hektar.“

In dem Webinar am 16. Juni wurde gezeigt, wie diese Transformation konkret möglich werden kann. Referierende waren Angela Hofmann, Landwirtschaftskoordinatorin bei SEKEM und Justus Harm, Co-Geschäftsführer der Egyptian Biodynamic Association / Economy of Love. Mehr Info zu Economy of Love: https://economyoflove.net/

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Wolfgang Ritter

„Vegane Schnitzel“ dürfen so heißen

Erstaunt blickten die Europäer darauf, womit sich die Europäische Union kürzlich beschäftigte. In Teilen der christdemokratischen Europäischen Volkspartei kam die Behauptung auf, dass Konsumenten getäuscht würden, wenn Lebensmittel als Fleisch getarnt sind, in denen gar kein Fleisch enthalten ist. Jedem halbwegs intelligenten Verbraucher ist klar, dass in Produkten, auf denen „vegan“ oder „vegetarisch“ steht, kein Fleisch enthalten ist. Hatte die EU nichts Wichtigeres zu tun, als sich um vegane Schnitzel zu streiten?

Schnell wurde klar, hinter dem Vorstoß von Celine Imart, der französischen Abgeordneten, die die Debatte ausgelöst hatte, stand der Versuch der Fleischindustrie, den gesunkenen Fleischkonsum der Europäer wieder anzukurbeln. Jedenfalls bezeichnete sich Celine Imart als „Anwältin der Rinderbauern“. Unterstützung erhielt die Französin zunächst auch von den deutschen Christdemokraten. So meinte Bundeskanzler Friedrich März noch im Herbst vergangenen Jahres: „Eine Wurst ist eine Wurst.“ Diese sei nicht vegan. Eine Kehrtwende in Berlin erfolgte als klar wurde, dass „unglaublich hohe Kosten für die Wirtschaft“ entstünden, wenn die bisherigen Bezeichnungen für vegane Produkte künftig geändert werden müssten.
Auch der Aufschrei der Verbraucher dürfte beim Meinungsumschwung geholfen haben.

Am 5. März einigten sich nun Vertreter des EU-Parlaments, der Kommission und des Rats der 27 Mitgliedsstaaten auf einen Kompromiss, nachdem die Verhandlungen noch im Dezember erfolglos abgebrochen worden waren. Auf den Etiketten veganer Produkte darf weiterhin „Tofu-Wurst“, „Veggieburger“ oder „veganes Schnitzel“ stehen. Für einen Teil ihrer Produkte müssen
sich die Hersteller allerdings neue Namen ausdenken, denn künftig sind Bezeichnungen verboten, die konkrete Bezeichnungen von Tieren oder Tierteilen enthalten, z.B. „Pork“ (Schwein), „T-Bone“ (Rinderhüfte), „Chicken“ (Hühnchen) oder „Bacon“ (Speck). Auch Erbsen-Steaks müssen einen anderen Namen erhalten.

Die Diskussion um die veganen Produkte war Teil eines Paketes, mit dem die EU-Agrarvorschriften vereinfacht werden sollten. Dem erstaunten Bürger erscheint die neue Regelung allerdings eher komplizierter.

Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 6. März 2026, S. 2: Kompromiss im Kühlregal

Bio-dynamisch angebaute Gurken halten am längsten

Forschungsergebnis: Auswirkungen von Anbausystemen auf die antimikrobiellen, Farb-Erhalts-und Schnitt-Heilungseigenschaften von für Verbraucher erhältlichen Gurkenproben (Cucumis sativus L.)

Ein kürzlich entwickelter Stress Storage Test für Gurken (Cucumis sativus L.) ermöglicht eine Analyse der Auswirkungen verschiedener Anbausysteme auf die antimikrobielle (AMP), Farbbindung (CRP) und Scheibenheilungseigenschaften (SHP) von Gurken nach der Ernte. Letzterer Parameter spiegelt die Fähigkeit der Probe wider, nach einem vollständigen Schnitt der Gurke in abwechselnd 15- und 20-mm-Scheiben „heilendes Gewebe“ zu entwickeln.

Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit des Tests bei der Unterscheidung zwischen konventionell (Conv), organisch (Org) und biodynamisch (Dyn) gezogenen Gurken zu untersuchen. Die Studie wurde in drei unabhängigen europäischen Laboren durchgeführt, wobei frische Proben aus lokalen Märkten verwendet wurden. Die mittleren Werte von CRP, AMP und SHP in 3 × 8 Experimenten wurden bei den Dyn-Gurken am höchsten und bei den Conv-Gurken am niedrigsten festgestellt. In 58 bis 71 % der Experimente zeigten die Dyn-Gurken die besten Eigenschaften zur Spannungsspeicherung. Die Org- und Conv-Gurken zeigten in 25 bis 38 % bzw. 4 bis 8 % der Experimente die besten Stressspeichereigenschaften.

Zusammenfassend zeigte die Gurken-Stressspeichertest-Methode Unterschiede zwischen konventionellen, organischen und biodynamischen Proben in unseren Untersuchungen hinsichtlich der drei Stressspeicherparameter CRP, AMP und SHP. In den meisten Fällen zeigten die Dyn-Gurkenproben die günstigsten Ergebnisse. Weitere Untersuchungen unter verschiedenen Wachstumsbedingungen sollten durchgeführt werden, um die Reproduzierbarkeit der Methode zu überprüfen.

Quelle: info@forschungsring.de, Newsletter vom 29.12.2025: Auswirkungen von Anbausystemen auf die antimikrobiellen, Farberhalts- und Scheibenheilungseigenschaften von verbraucherfertigen Gurkenproben (Cucumis sativus L.) – ScienceDirect

Ohne Vielfalt kein gesunder Boden: Der Regenwurm liebt Gesellschaft

Pressemitteilung der Interessengemeinschaft gesunder Boden e.V. vom 12.02.2026

Der Tag des Regenwurms (am 15.2.) wurde im Jahr 2005 weltweit eingeführt, um auf seine Bedeutung für die Bodengesundheit hinzuweisen. Viele Regenwürmer gelten als Zeichen für gesunde Böden und stabile Ökosysteme. Die unscheinbaren Bodenbewohner gelten seit Langem als Schlüsselorganismen der Bodenfruchtbarkeit. In gesunden, humusreichen Böden können mehr als 600 Tiere pro Quadratmeter leben und jährlich große Mengen an neuem Humus bilden. Dieser Humus steht dann unseren Pflanzen als lebendige Wachstumsgrundlage zur Verfügung. Regenwürmer verbessern die Durchlüftung, die Wasseraufnahme und die Durchwurzelbarkeit des Bodens und ihr nährstoffreicher Kot trägt wesentlich zur Bildung von Dauerhumus bei. Auch im Wald übernehmen Regenwürmer wichtige Funktionen, indem sie Streu abbauen, dadurch Humus bilden und Poren schaffen, die das Eindringen von Baumwurzeln in tiefere Bodenschichten erleichtern. Damit erhöhen sie die Wasserspeicherfähigkeit und unterstützen die Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel.

Moderne Landwirtschaft überfordert den Regenwurm

Trotz dieser beeindruckenden Leistungen weist die Interessengemeinschaft gesunder Boden darauf hin, dass der Regenwurm die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft nicht allein bewältigen kann. Immer größere Maschinen, einseitige Fruchtfolgen und der Verlust an Humus setzen Böden zunehmend unter Druck. Verdichtung, geringere Wasserspeicherfähigkeitund ein steigendes Erosionsrisiko sind die Folgen. Zwar beschrieb bereits Charles Darwin die herausragende Rolle der Regenwürmer für die Bodenbildung, doch ihre bloße Anzahl reicht heute nicht aus, um die Qualität eines Bodens zuverlässig zu beurteilen.

Bodengesundheit entsteht durch Vielfalt und Bewirtschaftung

Die Bodenexpertin und Fachbeirätin der IG gesunder Boden, Dr. Andrea Beste, betont, dass auch andere Bodenlebewesen entscheidend zur Bodenstruktur beitragen. Mittelgroße Bodenorganismen sowie Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze schaffen eine schwammartige Struktur mit mittelgroßen Poren, die für Durchlüftung, Infiltration und Wasserspeicherung unverzichtbar ist. Diese Eigenschaften können die von Regenwürmern erzeugten Grobporen nicht ersetzen. Zudem können Regenwürmer selbst in verdichteten Böden vorkommen, weshalb ihre Anzahl kein verlässlicher Indikator für Bodengesundheit ist. Sie sagt: „Moderne Analysemethoden wie DNA-Screenings liefern zwar umfangreiche Daten, doch für Praktiker bleibt die Spatendiagnose weiterhin das direkteste und aussagekräftigste Werkzeug“.

Unbestritten ist, dass nachhaltige, humusaufbauende Bewirtschaftungsformen die Grundlage für gesunde Böden bilden. Maßnahmen wie ausgewogene Fruchtfolgen, organische Düngung, Zwischenfruchtanbau, Mischkulturen oder Agroforstsysteme tragen nachweislich zu einer stabilen Bodenstruktur und einer höheren Klima-Resilienz bei. Je nach Standort müssen diese Strategien unterschiedlich gewichtet werden, doch ihr Nutzen ist wissenschaftlich belegt.

Die IG gesunder Boden engagiert sich seit über zehn Jahren dafür, Wissen aus Forschung und Praxis zusammenzuführen und damit Landwirte bei bodenschonenden Maßnahmen zu unterstützen. Gemeinsam mit dem Regenwurm und dem vielfältigen Bodenleben setzen wir uns auch weiterhin für lebendige, zukunftsfähige Böden ein.

Mehr Info: Interessengemeinschaft gesunder Boden e. V., Lohackerstraße 19 – 93051 Regensburg, T. 0941/30761-68, info@ig-gesunder-boden.de, www.ig-gesunder-boden.de

Porridge (Hafermüsli) und Vollwaschmittel im Test

 

Porridge

Ökotest hat 19 Hafermüslis mit der Geschmacksnote Beeren oder Früchte testen lassen, davon 14 mit Bio-Siegel. Das erfreuliche Ergebnis: 11 der Bio-Produkte erhielten die Note „sehr gut“, aber keines der konventionellen. Hier erlebt man den Unterschied. Alle konventionellen sind mit Pestiziden belastet, die in der Bio-Landwirtschaft verboten sind. Das teuerste konventionelle Produkt enthält 10 verschiedene Pestizide (Seitenbacher Frucht Porridge, 6,99 €/ 500 g).

Die „sehr guten“ Bio-Produkte sind: Allos, Alnatura Bauck Demeter und Bauck Organic, Ceralia (Müller Drogerie Markt), Hammermühle, Mymuesli, Rapunzel, Lebensgarten (Rewe), Minderleinsmühle, Verival. Die drei weiteren Bio-Produkten wurden nur mit „befriedigend“ bewertet, Dm Bio Früchte Porridge und Rossmann Ener Bio Porridge Frucht, Bioland und Koro Porridge Apfel-Zimt, weil die Tester nicht voll zufrieden waren mit den Inhaltsstoffen und weil sie erhöhte Mineralölbestandteile aufwiesen. Das letztgenannte enthielt auch weitere bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe.

Vollwaschmittel

Es wurden 28 Vollwaschmittel getestet, davon sieben mit Öko-Anspruch. Auch wenn die konventionellen Produkte von der Waschleistung her überzeugten, schnitt doch keines von ihnen besser als „befriedigend“ ab, weil sie umweltbelastende Stoffe enthalten. Die Waschmittel mit Öko-Anspruch sind alle „sehr gut“ (Everdrop) oder „gut“: Almawin, Ecofreude, Evover, Frosch Citrus, Respekt, Sodasan.

Für das Testwaschen wurden die Kleidungsstücke mit Tomatensoße, Rotwein, Schokolade, Matsch und Make-up beschmutzt. Gewaschen wurde nur mit 30 Grad, weil viele Hersteller perfekte Reinigung bei niedrigen Temperaturen versprechen. Die meisten konventionellen Waschmittel wurden mit allen Verschmutzungen problemlos fertig: 17 erzielten die Note „sehr gut“, drei die Note „gut“ und eins nur „befriedigend“. Alle Waschmittel mit Öko-Anspruch erzielten „gute“ Ergebnisse; sie taten sich schwer mit dem Make-up.

Die Preise pro Waschgang für die konventionellen Waschmittel liegen zwischen 16 und 36 Cents, die der mit Öko-Anspruch zwischen 22 (Ecofreunde) und 41 Cents (Almawin).

Im Test vermisse ich unser Firmenmitglied Sonett. Die Firma ist Sieger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2022 im „Transformationsfeld Gesellschaft“ und 2024 in der Branche „Wasch- und Reinigungsmittel“. Sie lobt ihre Produkte mit „ökologisch konsequent“ und „100% biologisch abbaubar“ aus. Die Sonett Handseife Lavendel (flüssig) wurde im Öko-Test-Magazin 10.2025 mit „sehr gut“ bewertet (siehe Werbeanzeige in unten angegebenem Heft auf S.21).

Timm Knautz, Öko-Test-Ökotoxikologe, meint im Artikel: „540.000 Tonnen Waschmittel werden pro Jahr in Deutschland verbraucht. Grund genug bei den Inhaltsstoffen genau hinzuschauen.“ In der Besprechung der Testergebnisse geht man unter der Überschrift „Umweltbelastende Inhaltsstoffe“ ausführlich darauf ein. Die konventionellen Waschmittel enthalten synthetische Polymere, Phosphate und Tenside, die teilweise als „biologisch schwer abbaubar“ gelten. Öko-Test empfiehlt, Vollwaschmittel nur für weiße Wäsche zu verwenden, da sie optische Aufheller oder bleichende Substanzen erhalten. Und: Laut Umweltbundesamt haben Waschpulver eine bessere Waschleistung und sind umweltfreundlicher als Flüssigwaschmittel. Unsere Empfehlung: Verwende nur Waschmittel mit Öko-Anspruch, der Umwelt zuliebe. Es gibt ein gutes Gefühl, umweltfreundliche Kaufentscheidungen zu treffen. Sind Kleidungsstücke sehr verschmutzt, empfiehlt sich eine Vorbehandlung oder mal ein Waschgang bei 60 Grad.

Quelle: Öko-Test Magazin 3.2026

Der Sechser im Lotto

Aus dem Ekö-Newsletter vom 08.01.2026, hallo@eko.org

Für Bayer-Monsanto ist es der Sechser im Lotto: Die EU hat die Zulassung von Glyphosat um zehn Jahre verlängert. Unser Planet soll für ein weiteres Jahrzehnt vergiftet werden! Wir müssen schnell handeln – und hier ist der Plan: Unsere Partner vom Pesticide Action Network (PAN) arbeiten rund um die Uhr an den Argumenten für eine bahnbrechende Klage gegen die Europäische Kommission, in der sie geltend machen, dass diese mit der Erteilung der neuen Lizenz gegen das Gesetz verstoßen hat.

Glyphosat ist überall. Es überzieht unsere Ernten und verseucht unsere Spielplätze – es ist so weit verbreitet, dass niemand entkommen kann. In einer Studie vom letzten Jahr wurde das Herbizid in unfassbaren 87 Prozent des Urins der untersuchten Kinder nachgewiesen! Wir wissen genau, wie gefährlich das Gift ist: Es wurde unter anderem mit Non-Hodgkin-Lymphomen in Verbindung gebracht. Eine aktuelle, schockierende Studie hat sogar aufgedeckt, dass es die Gehirnfunktion von Jugendlichen schädigt. Und weil Glyphosat auch antibiotisch agiert, kann es die Darmgesundheit von Menschen und anderen Säugetieren beeinträchtigen, was wiederum zu schweren Krankheiten führen kann.

Als ob das nicht genug wäre, zerstört Glyphosat die globale Bodengesundheit und verringert die Population unserer so wichtigen Bestäuber wie Bienen. In der Klage von PAN Europe wird angeführt, dass die EU bei der Verlängerung der Zulassung von Glyphosat nicht alle unabhängigen Beweise berücksichtigt hat, die zeigen, wie Glyphosat uns und unserer Umwelt schaden kann. All diese wissenschaftlichen Beweise dürfen nicht einfach ignoriert werden. Wir wissen, dass wir diesen Fall gewinnen können, aber dafür brauchen wir Ihre Hilfe. Mit Ihrer Unterstützung können wir auch in Zukunft Mensch und Umwelt vor giftigen Chemikalien schützen. Schließen Sie sich der größten von Bürger*innen angeführten Klage gegen Bayer-Monsantos Horrorgift an!

Mehr Informationen:

· Neue Studie bekräftigt Krebswirkung von Glyphosat – Industrie in Erklärungsnot, PAN Europe, 10. Juni 2025.
· Glyphosat: Klage auf dem Weg – Studie zeigt neue Belege für erbgutschädigende Wirkung, Unabhängige Bauernstimme, 30. Januar 2024.
· CDC finds toxic weedkiller in 87 percent of children tested, Environmental Working Group, 11. Juli 2022 (in englischer Sprache).

Deutsche Spendenkonten:

· ohne Spendenquittung: Aktion Gen-Klage: DE42 7025 0150 0017 0237 63
· mit Spendenquittung: Interessengemeinschaft gentechnikfreie Lebensmittel und Landwirtschaft e.V.: DE64 7025 0150 0027 4597 91; Verwendungszweck: Gen-Klage

Käufer- und Verkäufermeinungen

Planetary Health Diet: Eine Ernährung, die Klima und Gesundheit schützt
Ein Beitrag von Christine Fröhlen in der ebl-Woche vom 20. Oktober 2025 (Auszug)

Wie können wir uns so ernähren, dass es nicht nur uns selbst guttut, sondern auch unserem Planeten? Die Antwort darauf gibt die sogenannte Planetary Health Diet (PHD) – ein Konzept, das zeigt, wie Ernährung zum Schlüssel für Klima und Gesundheitsschutz werden kann. Entwickelt wurde sie von internationalen Wissenschaftler*innen der EAT-Lancet-Kommission, um Wege aufzuzeigen, wie sich bis 2050 zehn Milliarden Menschen gesund und nachhaltig ernähren können – ohne dabei die Belastungsgrenzen der Erde zu überschreiten.

Pflanzenvielfalt auf den Teller
Das Grundprinzip: Drei Viertel der Nahrung sollten pflanzlichen Ursprungs sein. Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen bilden die Basis. Tierische Produkte wie Fleisch, Fisch, Eier und Milch sind erlaubt, aber in stark reduzierten Mengen. Denn die Tierhaltung ist für einen großen Teil der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich und verbraucht enorme Mengen an Wasser, Energie und Fläche.

Weniger ist mehr – für Gesundheit und Umwelt
Die Planetary Health Diet will helfen, ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht zu verringern und gleichzeitig Umweltfolgen wie Artensterben, Bodenverlust und Wasserknappheit einzudämmen. Durch weniger tierische Produkte, geringeren Zucker- und Fettkonsum sowie mehr Ballaststoffe fördert sie aktiv die Gesundheit. Gleichzeitig entlastet sie das Klima – laut Umweltmedizinerin Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann stammen allein in Deutschland rund 30 % der Treibhausgase aus der Ernährung.

Biologische Erzeugung: Qualität zählt doppelt
Besonders wichtig ist, wie unsere Lebensmittel erzeugt werden. Die PHD selbst macht dazu keine konkreten Vorgaben – doch klar ist: Nur mit ökologischer Landwirtschaft lassen sich die planetaren Grenzen respektieren. Biologisch erzeugte Produkte schonen Böden, verzichten auf chemisch- synthetische Pestizide und fördern die Artenvielfalt. Regionale und saisonale Lebensmittel vermeiden lange Transportwege und stärken die heimische Landwirtschaft.

Schritt für Schritt zur Planetenkost
Niemand muss von heute auf morgen alles umstellen.

  • Ein guter Anfang ist ein pflanzlicher Tag pro Woche– mit einem bunten Eintopf, einem Linsengericht, einem Gemüsecurry oder einem Getreidesalat.
  • Mit der Zeit lassen sich mehr Hülsenfrüchte, Nüsse und saisonales Gemüse in den Alltag integrieren. Vorgegarte Hülsenfrüchte im Glas, pflanzliche Brotaufstriche oder leckere Kühlprodukte wie Tofu und Tempeh helfen beim Einstieg.
  • Tierische Erzeugnisse wie Fleisch, Eier und Milchprodukte sollten nicht jeden Tag konsumiert werden und natürlich aus artgerechter Haltung kommen. Dafür sind wir auch mit unserer hauseigenen ebl-Metzgerei die beste Adresse, da die Fleisch- und Wurstwaren an unserer Metzgerei-Bedientheke ausschließlich von Tieren von Biohöfen aus der ebl-Region stammen.
  • Auch bei Milchprodukten gilt: maßvoll in kleineren Portionen genießen und mehr Abwechslung durch pflanzliche Alternativen schaffen
  • Für das persönliche Wohlbefinden ist es insgesamt vorteilhaft, weniger verarbeitete Lebensmittel zu konsumieren und auf versteckten Zucker zu achten, z. B. in Riegeln, Softdrinks, stark gesüßten Joghurts usw.
  • Und für die gute Bilanz zählt auch: Lebensmittelreste sinnvoll verwerten und den Wocheneinkauf gezielt so planen, dass möglichst keine Nahrungsmittel verschwendet oder weggeworfen werden müssen.Wie lecker und abwechslungsreich pflanzenbasierte Gerichte sein können, beweist auch unser Mittagstisch in den ebl-Cafés: Montag bis Freitag, täglich ab 11 Uhr.

Test Bio Leinöle

Viele Bio-Leinöle schneiden gut ab, aber manche sollte man meiden

Wir sind immer wieder erstaunt, dass auch Bio-Produkte von ganz unterschiedlicher Qualität auf den Markt kommen. Das gilt auch für Leinöle, die als besonders wertvolle Öle gelten wegen ihres hohen Anteils an wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Genauso lassen einen die oft riesigen Preisunterschiede erstaunen. Auch beim Test von Bio-Leinölen zeigt sich das; der Preis sagt nichts über die Qualität aus. „Sehr gute“ Leinöle gibt es schon für 1,59 € pro 250 Milliliter; das Öl, das den Test nicht bestanden hat, ist das teuerste = 9,69 € pro 250 Milliliter. Hier die guten und die schlechten auf einen Blick:

„Sehr gut“
Dennree = 1,59 €, Die Kleine Mühle/ Teutoburger Ölmühle = 4,49 €,
Dm = 1,65€, Rapunzel =5,99 €, Rewe, 2,99 €, Seitenbacher = 4,29 €
„Gut“
Bio Primo/ Müller = 1,65 €, K-Bio/ Kaufland = 1,35 €
„Mangelhaft“
Netto = 1,35 €, Ölmühle Oberschwaben/ Dreher Bio = 5,99 €, Spreewälderin/ Kunella = 4,16 €,Lidl = 1,35 €
„Ungenügend“
Vitaquell/ Fauser Vitaquellwerk = 9,69 €

Bio-Sauerkraut ist in Ordnung
Von 14 getesteten Bio-Sauerkraut-Marken sind sieben „sehr gut“, sechs „gut“ und eins „befriedigend“. Konventionelle schneiden nicht so gut ab: Von ebenfalls 14 getesteten Marken sind nämlich nur vier „sehr gut“, fünf „gut“, eins „befriedigend“, vier „ausreichend“, eins sogar „mangelhaft“ (Hengstenberg Mildessa Mildes Weinsauerkraut).

Vielfalt stärkt Erde und Mensch

Ein Beitrag von Sebastian Jüngel vom 30.09.2025

Anlässlich des Welternährungstags 2025 weist Ökotrophologin Jasmin Peschke auf die Bedeutung gesunder Ernährungssysteme hin:
Voraussetzung für die Versorgung des Menschen mit gesunden, vitalen Lebensmitteln sind fruchtbare Böden mit vielfältigem Bodenmikrobiom. Die biodynamische Landwirtschaft fördert und ermöglicht nachhaltige Ernährungssysteme. So wird das Anliegen des Welternährungstags am 16. Oktober 2025 ‹Hand in Hand for Better Foods and a Better Future› unterstützt.

«Reis, Mais und Weizen sorgen für mehr als 50 Prozent der Kalorienaufnahme der Menschen weltweit», sagt Jasmin Peschke, Leiterin des Fachbereichs Ernährung in der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum. Das klingt nach einer soliden Grundversorgung. Doch die promovierte Ökotrophologin ergänzt: «Diese drei Getreide werden weitgehend in großflächigen Monokulturen unter hohem Pestizideinsatz angebaut. Die mangelnde Vielfalt gefährdet die Widerstandsfähigkeit der Ernährungssysteme und der Böden – und infolgedessen die menschliche Gesundheit.» Sie begründet dies so: «Die Reduzierung auf ein paar wenige Kulturen verarmt Boden und Biodiversität und damit die Qualität der Lebensmittel. Fehlt zudem die Vielfalt in der Ernährung, ist die Gesundheit der Menschen gefährdet. Es gibt zwar ein reiches Sortiment an Nahrungsmitteln, sie enthalten jedoch meist Zusatzstoffe, die wiederum aus diesen drei Getreidearten hergestellt sind.»

Zum Erhalt und zur Pflege eines vielfältigen Bodenlebens trägt nachhaltiges Arbeiten ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Düngern und Pestiziden bei. Die biodynamische Landwirtschaft praktiziert dies und fördert dadurch Humusaufbau und Biodiversität im und über dem Boden. «Ist das Bodenmikrobiom vielfältig, enthalten auch die Lebensmittel eine reiche Bakterienflora, die kaum pathogene Erreger enthält – im Gegensatz zu konventionell erzeugten Produkten», lenkt Jasmin Peschke den Blick auf Studien wie die von Birgit Wassermann et al (2019). Über die Nahrungsaufnahme setzt sich diese Qualität fort: Das menschliche Darmmikrobiom wird so angeregt, dass menschliche Immunität und Gesundheit unterstützt werden.

In einem biodynamischen Ernährungssystem von Anbau über Verarbeitung bis zu sozialer Einbettung sieht Jasmin Peschke eine Lösung für das Anliegen des Welternährungstags 2025 ‹Hand in Hand for Better Foods and a Better Future› der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Es sei ein recht dringliches Anliegen: Denn die Menschheit ernähre sich ungünstig. Die Anzahl Hungernder nehme ebenso stetig zu wie die Zahl derer, die zu viel essen. Die Ernährungsexpertin ist sich sicher: «Nahrungsmittel können die Brücke sein sowohl zur Gesundheit der Menschen als auch zur Landwirtschaft.»
Studie ‹An Apple a Day: Which Bacteria Do We Eat With Organic and Conventional Apples?› von Birgit Wassermann, Henry Müller und Gabriele Berg,   Web pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31396172
Fachbereich Ernährung am Goetheanum,
www.sektion-landwirtschaft.org/ernaehrung,
Ansprechpartnerin Jasmin Peschke, jasmin.peschke@goetheanum.ch
Quelle:https://www.sektion-landwirtschaft.org/ernaehrungartikel/ea/vielfalt-staerkt-erde-und-mensch

Hirse-Auflauf

Zutaten

Hirse, Brokkoli, Möhren, 1 Päckchen Feta-Käse, 150 g Streukäse, 1-2 EL Gemüsebrühe, 2 Tomaten, Brat-Öl, Gewürze (Salz, Pfeffer, Paprika), frische Gartenkräuter

 Zubereitung

Hirse waschen (1 Tasse Hirse auf 1,1/2 Tassen Wasser) mit Gemüsebrühe etwa 30 Minuten kochen. Inzwischen das Gemüse waschen, klein schneiden und mit Öl, Gemüsebrühe und Kräutern 10 Minuten anbraten, dann 3-4 EL Wasser dazu geben. Nun werden alle Zutaten Schicht für Schicht in eine Auflaufform gegeben. Zuerst ein Teil der Hirse, dann die Hälfte des Gemüses, jetzt den Feta zerbröckelt auf dem Gemüse verteilen, nun eine zweite Schicht Hirse und danach eine zweite Schicht Gemüse einlegen, mit einer Tasse Gemüsebrühe aufgießen, mit Tomatenscheiben belegen, mit geriebenem Käse bestreuen und frischen Gartenkräutern garnieren und auf mittlerer Position bei 180 Grad etwa 50 – 60 Minuten in der Backröhre garen.

Guten Appetit wünscht Familie Ritter