„Vegane Schnitzel“ dürfen so heißen

Erstaunt blickten die Europäer darauf, womit sich die Europäische Union kürzlich beschäftigte. In Teilen der christdemokratischen Europäischen Volkspartei kam die Behauptung auf, dass Konsumenten getäuscht würden, wenn Lebensmittel als Fleisch getarnt sind, in denen gar kein Fleisch enthalten ist. Jedem halbwegs intelligenten Verbraucher ist klar, dass in Produkten, auf denen „vegan“ oder „vegetarisch“ steht, kein Fleisch enthalten ist. Hatte die EU nichts Wichtigeres zu tun, als sich um vegane Schnitzel zu streiten?

Schnell wurde klar, hinter dem Vorstoß von Celine Imart, der französischen Abgeordneten, die die Debatte ausgelöst hatte, stand der Versuch der Fleischindustrie, den gesunkenen Fleischkonsum der Europäer wieder anzukurbeln. Jedenfalls bezeichnete sich Celine Imart als „Anwältin der Rinderbauern“. Unterstützung erhielt die Französin zunächst auch von den deutschen Christdemokraten. So meinte Bundeskanzler Friedrich März noch im Herbst vergangenen Jahres: „Eine Wurst ist eine Wurst.“ Diese sei nicht vegan. Eine Kehrtwende in Berlin erfolgte als klar wurde, dass „unglaublich hohe Kosten für die Wirtschaft“ entstünden, wenn die bisherigen Bezeichnungen für vegane Produkte künftig geändert werden müssten.
Auch der Aufschrei der Verbraucher dürfte beim Meinungsumschwung geholfen haben.

Am 5. März einigten sich nun Vertreter des EU-Parlaments, der Kommission und des Rats der 27 Mitgliedsstaaten auf einen Kompromiss, nachdem die Verhandlungen noch im Dezember erfolglos abgebrochen worden waren. Auf den Etiketten veganer Produkte darf weiterhin „Tofu-Wurst“, „Veggieburger“ oder „veganes Schnitzel“ stehen. Für einen Teil ihrer Produkte müssen
sich die Hersteller allerdings neue Namen ausdenken, denn künftig sind Bezeichnungen verboten, die konkrete Bezeichnungen von Tieren oder Tierteilen enthalten, z.B. „Pork“ (Schwein), „T-Bone“ (Rinderhüfte), „Chicken“ (Hühnchen) oder „Bacon“ (Speck). Auch Erbsen-Steaks müssen einen anderen Namen erhalten.

Die Diskussion um die veganen Produkte war Teil eines Paketes, mit dem die EU-Agrarvorschriften vereinfacht werden sollten. Dem erstaunten Bürger erscheint die neue Regelung allerdings eher komplizierter.

Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 6. März 2026, S. 2: Kompromiss im Kühlregal

Ohne Vielfalt kein gesunder Boden: Der Regenwurm liebt Gesellschaft

Pressemitteilung der Interessengemeinschaft gesunder Boden e.V. vom 12.02.2026

Der Tag des Regenwurms (am 15.2.) wurde im Jahr 2005 weltweit eingeführt, um auf seine Bedeutung für die Bodengesundheit hinzuweisen. Viele Regenwürmer gelten als Zeichen für gesunde Böden und stabile Ökosysteme. Die unscheinbaren Bodenbewohner gelten seit Langem als Schlüsselorganismen der Bodenfruchtbarkeit. In gesunden, humusreichen Böden können mehr als 600 Tiere pro Quadratmeter leben und jährlich große Mengen an neuem Humus bilden. Dieser Humus steht dann unseren Pflanzen als lebendige Wachstumsgrundlage zur Verfügung. Regenwürmer verbessern die Durchlüftung, die Wasseraufnahme und die Durchwurzelbarkeit des Bodens und ihr nährstoffreicher Kot trägt wesentlich zur Bildung von Dauerhumus bei. Auch im Wald übernehmen Regenwürmer wichtige Funktionen, indem sie Streu abbauen, dadurch Humus bilden und Poren schaffen, die das Eindringen von Baumwurzeln in tiefere Bodenschichten erleichtern. Damit erhöhen sie die Wasserspeicherfähigkeit und unterstützen die Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel.

Moderne Landwirtschaft überfordert den Regenwurm

Trotz dieser beeindruckenden Leistungen weist die Interessengemeinschaft gesunder Boden darauf hin, dass der Regenwurm die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft nicht allein bewältigen kann. Immer größere Maschinen, einseitige Fruchtfolgen und der Verlust an Humus setzen Böden zunehmend unter Druck. Verdichtung, geringere Wasserspeicherfähigkeitund ein steigendes Erosionsrisiko sind die Folgen. Zwar beschrieb bereits Charles Darwin die herausragende Rolle der Regenwürmer für die Bodenbildung, doch ihre bloße Anzahl reicht heute nicht aus, um die Qualität eines Bodens zuverlässig zu beurteilen.

Bodengesundheit entsteht durch Vielfalt und Bewirtschaftung

Die Bodenexpertin und Fachbeirätin der IG gesunder Boden, Dr. Andrea Beste, betont, dass auch andere Bodenlebewesen entscheidend zur Bodenstruktur beitragen. Mittelgroße Bodenorganismen sowie Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze schaffen eine schwammartige Struktur mit mittelgroßen Poren, die für Durchlüftung, Infiltration und Wasserspeicherung unverzichtbar ist. Diese Eigenschaften können die von Regenwürmern erzeugten Grobporen nicht ersetzen. Zudem können Regenwürmer selbst in verdichteten Böden vorkommen, weshalb ihre Anzahl kein verlässlicher Indikator für Bodengesundheit ist. Sie sagt: „Moderne Analysemethoden wie DNA-Screenings liefern zwar umfangreiche Daten, doch für Praktiker bleibt die Spatendiagnose weiterhin das direkteste und aussagekräftigste Werkzeug“.

Unbestritten ist, dass nachhaltige, humusaufbauende Bewirtschaftungsformen die Grundlage für gesunde Böden bilden. Maßnahmen wie ausgewogene Fruchtfolgen, organische Düngung, Zwischenfruchtanbau, Mischkulturen oder Agroforstsysteme tragen nachweislich zu einer stabilen Bodenstruktur und einer höheren Klima-Resilienz bei. Je nach Standort müssen diese Strategien unterschiedlich gewichtet werden, doch ihr Nutzen ist wissenschaftlich belegt.

Die IG gesunder Boden engagiert sich seit über zehn Jahren dafür, Wissen aus Forschung und Praxis zusammenzuführen und damit Landwirte bei bodenschonenden Maßnahmen zu unterstützen. Gemeinsam mit dem Regenwurm und dem vielfältigen Bodenleben setzen wir uns auch weiterhin für lebendige, zukunftsfähige Böden ein.

Mehr Info: Interessengemeinschaft gesunder Boden e. V., Lohackerstraße 19 – 93051 Regensburg, T. 0941/30761-68, info@ig-gesunder-boden.de, www.ig-gesunder-boden.de

Käufer- und Verkäufermeinungen

Planetary Health Diet: Eine Ernährung, die Klima und Gesundheit schützt
Ein Beitrag von Christine Fröhlen in der ebl-Woche vom 20. Oktober 2025 (Auszug)

Wie können wir uns so ernähren, dass es nicht nur uns selbst guttut, sondern auch unserem Planeten? Die Antwort darauf gibt die sogenannte Planetary Health Diet (PHD) – ein Konzept, das zeigt, wie Ernährung zum Schlüssel für Klima und Gesundheitsschutz werden kann. Entwickelt wurde sie von internationalen Wissenschaftler*innen der EAT-Lancet-Kommission, um Wege aufzuzeigen, wie sich bis 2050 zehn Milliarden Menschen gesund und nachhaltig ernähren können – ohne dabei die Belastungsgrenzen der Erde zu überschreiten.

Pflanzenvielfalt auf den Teller
Das Grundprinzip: Drei Viertel der Nahrung sollten pflanzlichen Ursprungs sein. Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen bilden die Basis. Tierische Produkte wie Fleisch, Fisch, Eier und Milch sind erlaubt, aber in stark reduzierten Mengen. Denn die Tierhaltung ist für einen großen Teil der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich und verbraucht enorme Mengen an Wasser, Energie und Fläche.

Weniger ist mehr – für Gesundheit und Umwelt
Die Planetary Health Diet will helfen, ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht zu verringern und gleichzeitig Umweltfolgen wie Artensterben, Bodenverlust und Wasserknappheit einzudämmen. Durch weniger tierische Produkte, geringeren Zucker- und Fettkonsum sowie mehr Ballaststoffe fördert sie aktiv die Gesundheit. Gleichzeitig entlastet sie das Klima – laut Umweltmedizinerin Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann stammen allein in Deutschland rund 30 % der Treibhausgase aus der Ernährung.

Biologische Erzeugung: Qualität zählt doppelt
Besonders wichtig ist, wie unsere Lebensmittel erzeugt werden. Die PHD selbst macht dazu keine konkreten Vorgaben – doch klar ist: Nur mit ökologischer Landwirtschaft lassen sich die planetaren Grenzen respektieren. Biologisch erzeugte Produkte schonen Böden, verzichten auf chemisch- synthetische Pestizide und fördern die Artenvielfalt. Regionale und saisonale Lebensmittel vermeiden lange Transportwege und stärken die heimische Landwirtschaft.

Schritt für Schritt zur Planetenkost
Niemand muss von heute auf morgen alles umstellen.

  • Ein guter Anfang ist ein pflanzlicher Tag pro Woche– mit einem bunten Eintopf, einem Linsengericht, einem Gemüsecurry oder einem Getreidesalat.
  • Mit der Zeit lassen sich mehr Hülsenfrüchte, Nüsse und saisonales Gemüse in den Alltag integrieren. Vorgegarte Hülsenfrüchte im Glas, pflanzliche Brotaufstriche oder leckere Kühlprodukte wie Tofu und Tempeh helfen beim Einstieg.
  • Tierische Erzeugnisse wie Fleisch, Eier und Milchprodukte sollten nicht jeden Tag konsumiert werden und natürlich aus artgerechter Haltung kommen. Dafür sind wir auch mit unserer hauseigenen ebl-Metzgerei die beste Adresse, da die Fleisch- und Wurstwaren an unserer Metzgerei-Bedientheke ausschließlich von Tieren von Biohöfen aus der ebl-Region stammen.
  • Auch bei Milchprodukten gilt: maßvoll in kleineren Portionen genießen und mehr Abwechslung durch pflanzliche Alternativen schaffen
  • Für das persönliche Wohlbefinden ist es insgesamt vorteilhaft, weniger verarbeitete Lebensmittel zu konsumieren und auf versteckten Zucker zu achten, z. B. in Riegeln, Softdrinks, stark gesüßten Joghurts usw.
  • Und für die gute Bilanz zählt auch: Lebensmittelreste sinnvoll verwerten und den Wocheneinkauf gezielt so planen, dass möglichst keine Nahrungsmittel verschwendet oder weggeworfen werden müssen.Wie lecker und abwechslungsreich pflanzenbasierte Gerichte sein können, beweist auch unser Mittagstisch in den ebl-Cafés: Montag bis Freitag, täglich ab 11 Uhr.

Test Bio Leinöle

Viele Bio-Leinöle schneiden gut ab, aber manche sollte man meiden

Wir sind immer wieder erstaunt, dass auch Bio-Produkte von ganz unterschiedlicher Qualität auf den Markt kommen. Das gilt auch für Leinöle, die als besonders wertvolle Öle gelten wegen ihres hohen Anteils an wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Genauso lassen einen die oft riesigen Preisunterschiede erstaunen. Auch beim Test von Bio-Leinölen zeigt sich das; der Preis sagt nichts über die Qualität aus. „Sehr gute“ Leinöle gibt es schon für 1,59 € pro 250 Milliliter; das Öl, das den Test nicht bestanden hat, ist das teuerste = 9,69 € pro 250 Milliliter. Hier die guten und die schlechten auf einen Blick:

„Sehr gut“
Dennree = 1,59 €, Die Kleine Mühle/ Teutoburger Ölmühle = 4,49 €,
Dm = 1,65€, Rapunzel =5,99 €, Rewe, 2,99 €, Seitenbacher = 4,29 €
„Gut“
Bio Primo/ Müller = 1,65 €, K-Bio/ Kaufland = 1,35 €
„Mangelhaft“
Netto = 1,35 €, Ölmühle Oberschwaben/ Dreher Bio = 5,99 €, Spreewälderin/ Kunella = 4,16 €,Lidl = 1,35 €
„Ungenügend“
Vitaquell/ Fauser Vitaquellwerk = 9,69 €

Bio-Sauerkraut ist in Ordnung
Von 14 getesteten Bio-Sauerkraut-Marken sind sieben „sehr gut“, sechs „gut“ und eins „befriedigend“. Konventionelle schneiden nicht so gut ab: Von ebenfalls 14 getesteten Marken sind nämlich nur vier „sehr gut“, fünf „gut“, eins „befriedigend“, vier „ausreichend“, eins sogar „mangelhaft“ (Hengstenberg Mildessa Mildes Weinsauerkraut).

Vielfalt stärkt Erde und Mensch

Ein Beitrag von Sebastian Jüngel vom 30.09.2025

Anlässlich des Welternährungstags 2025 weist Ökotrophologin Jasmin Peschke auf die Bedeutung gesunder Ernährungssysteme hin:
Voraussetzung für die Versorgung des Menschen mit gesunden, vitalen Lebensmitteln sind fruchtbare Böden mit vielfältigem Bodenmikrobiom. Die biodynamische Landwirtschaft fördert und ermöglicht nachhaltige Ernährungssysteme. So wird das Anliegen des Welternährungstags am 16. Oktober 2025 ‹Hand in Hand for Better Foods and a Better Future› unterstützt.

«Reis, Mais und Weizen sorgen für mehr als 50 Prozent der Kalorienaufnahme der Menschen weltweit», sagt Jasmin Peschke, Leiterin des Fachbereichs Ernährung in der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum. Das klingt nach einer soliden Grundversorgung. Doch die promovierte Ökotrophologin ergänzt: «Diese drei Getreide werden weitgehend in großflächigen Monokulturen unter hohem Pestizideinsatz angebaut. Die mangelnde Vielfalt gefährdet die Widerstandsfähigkeit der Ernährungssysteme und der Böden – und infolgedessen die menschliche Gesundheit.» Sie begründet dies so: «Die Reduzierung auf ein paar wenige Kulturen verarmt Boden und Biodiversität und damit die Qualität der Lebensmittel. Fehlt zudem die Vielfalt in der Ernährung, ist die Gesundheit der Menschen gefährdet. Es gibt zwar ein reiches Sortiment an Nahrungsmitteln, sie enthalten jedoch meist Zusatzstoffe, die wiederum aus diesen drei Getreidearten hergestellt sind.»

Zum Erhalt und zur Pflege eines vielfältigen Bodenlebens trägt nachhaltiges Arbeiten ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Düngern und Pestiziden bei. Die biodynamische Landwirtschaft praktiziert dies und fördert dadurch Humusaufbau und Biodiversität im und über dem Boden. «Ist das Bodenmikrobiom vielfältig, enthalten auch die Lebensmittel eine reiche Bakterienflora, die kaum pathogene Erreger enthält – im Gegensatz zu konventionell erzeugten Produkten», lenkt Jasmin Peschke den Blick auf Studien wie die von Birgit Wassermann et al (2019). Über die Nahrungsaufnahme setzt sich diese Qualität fort: Das menschliche Darmmikrobiom wird so angeregt, dass menschliche Immunität und Gesundheit unterstützt werden.

In einem biodynamischen Ernährungssystem von Anbau über Verarbeitung bis zu sozialer Einbettung sieht Jasmin Peschke eine Lösung für das Anliegen des Welternährungstags 2025 ‹Hand in Hand for Better Foods and a Better Future› der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Es sei ein recht dringliches Anliegen: Denn die Menschheit ernähre sich ungünstig. Die Anzahl Hungernder nehme ebenso stetig zu wie die Zahl derer, die zu viel essen. Die Ernährungsexpertin ist sich sicher: «Nahrungsmittel können die Brücke sein sowohl zur Gesundheit der Menschen als auch zur Landwirtschaft.»
Studie ‹An Apple a Day: Which Bacteria Do We Eat With Organic and Conventional Apples?› von Birgit Wassermann, Henry Müller und Gabriele Berg,   Web pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31396172
Fachbereich Ernährung am Goetheanum,
www.sektion-landwirtschaft.org/ernaehrung,
Ansprechpartnerin Jasmin Peschke, jasmin.peschke@goetheanum.ch
Quelle:https://www.sektion-landwirtschaft.org/ernaehrungartikel/ea/vielfalt-staerkt-erde-und-mensch

Hirse-Auflauf

Zutaten

Hirse, Brokkoli, Möhren, 1 Päckchen Feta-Käse, 150 g Streukäse, 1-2 EL Gemüsebrühe, 2 Tomaten, Brat-Öl, Gewürze (Salz, Pfeffer, Paprika), frische Gartenkräuter

 Zubereitung

Hirse waschen (1 Tasse Hirse auf 1,1/2 Tassen Wasser) mit Gemüsebrühe etwa 30 Minuten kochen. Inzwischen das Gemüse waschen, klein schneiden und mit Öl, Gemüsebrühe und Kräutern 10 Minuten anbraten, dann 3-4 EL Wasser dazu geben. Nun werden alle Zutaten Schicht für Schicht in eine Auflaufform gegeben. Zuerst ein Teil der Hirse, dann die Hälfte des Gemüses, jetzt den Feta zerbröckelt auf dem Gemüse verteilen, nun eine zweite Schicht Hirse und danach eine zweite Schicht Gemüse einlegen, mit einer Tasse Gemüsebrühe aufgießen, mit Tomatenscheiben belegen, mit geriebenem Käse bestreuen und frischen Gartenkräutern garnieren und auf mittlerer Position bei 180 Grad etwa 50 – 60 Minuten in der Backröhre garen.

Guten Appetit wünscht Familie Ritter

Bio-Branche wünscht neuer Tierschutzbeauftragten Mut 

Auf Silvia Breher wartet ein harter und wichtiger Job

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) gratuliert der neuen Tierschutzbeauftragten Silvia Breher (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, zu ihrer heutigen Ernennung durch das Kabinett.

Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des Bio-Spitzenverbands:

„Silvia Breher mutet sich einen der härtesten und zugleich wichtigsten Jobs zu, die Deutschland zu vergeben hat: Seit Bundesminister a. D. Jochen Borchert (CDU) vor sechs Jahren die Empfehlungen der von ihm geleiteten Kommission für eine bessere Tierhaltung veröffentlicht hat, harren deren Vorschläge aus Praxis, Wirtschaft und Politik der Umsetzung. Das ist für alle Beteiligten mehr als unbefriedigend: Für Abermillionen Schweine und Rinder, die weiter eng eingepfercht ihr Leben fristen müssen. Und für Tausende Tierhalter, die dies ändern wollen, die aber von der Politik hingehalten werden.  

 Bio-Bäuerinnen und Bauern wissen, was es braucht, um Tiere mit dem nötigen Platz, selbst angebautem Bio-Futter, viel Licht im Stall und genügend Auslauf zu halten. Sie wissen, wie viel Freude gute Haltung Tier und Mensch macht, und auch, was dieser Aufwand kostet. Die Bio-Kundschaft weiß das auch: Dass immer mehr Menschen bereit sind, echtes Tierwohl zu honorieren, lässt sich an der anhaltenden Knappheit beim Bio-Fleisch ablesen.  

Wir wünschen Frau Breher in ihrer neuen Funktion den nötigen Mut, um die Mittel für bessere Ställe und mehr Weiden in ganz Deutschland zu organisieren. Eine Tierwohlabgabe auf Fleisch ist überfällig! Nur mit den nötigen Mitteln kann die neue Tierhaltungskennzeichnung, die Schwarz-Rot versprochen hat im März endlich einzuführen, ihr Ziel erreichen: Tiere in Deutschland würdig zu halten.“ 

Quelle: presse@boelw.de vom 27. August 2025

Neue Gentechnik: Wahlfreiheit sichern – Risiken vermeiden!

Beitrag von Campact e.V. Friedrichstr. 155, 10117 Berlin, www.campact.de, info@campact.de

 

„Gerade verhandeln EU-Kommission, Ministerrat und Parlament über ein neues Gesetz zur sogenannten ‚neuen Gentechnik‘. Dabei geht es um Pflanzen, die mit Verfahren wie CRISPR/Cas verändert wurden. Diese sollen künftig ohne Regeln auf Felder und in Supermärkte kommen – ohne Kennzeichnung, ohne Risikoprüfung, ohne Rückverfolgbarkeit und ohne Schutzmaßnahmen.

 

Was klingt wie technische Detailpolitik, betrifft uns alle: Unsere Wahlfreiheit als Verbraucher*innen steht auf dem Spiel. Gentechnisch veränderte Lebensmittel könnten künftig im Regal liegen – ohne dass wir es wissen. Und auch die gentechnikfreie ökologische und konventionelle Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung gerät unter Druck: Wenn Regeln zur Koexistenz und Haftung fehlen, werden mögliche Risiken und Kosten auf die Menschen, die Umwelt und Lebensmittelerzeuger*innen abgewälzt. Diejenigen, die sich Profite durch neue Gentechnik-Pflanzen versprechen, sollen einen Freifahrtschein bekommen – das ist unverantwortlich.
 

Besonders problematisch: Große Agrarkonzerne wollen sich Patente auf Pflanzen sichern – mit neuen Gentechnikmethoden als Türöffner. Damit droht eine Konzentration der Kontrolle über unser Saatgut in den Händen weniger Konzerne. Eine vielfältige und standortangepasste Pflanzenzüchtung ist dann nicht mehr möglich.

 

 

Doch noch können wir handeln: Die letzten Verhandlungsrunden laufen. Wenn jetzt ausreichend Druck aus der Bevölkerung auf die Politik zukommt, können grundlegende Schutzmechanismen im Gesetz gesichert werden. Deshalb unterschreibt die Petition und leitet sie an Bekannte weiter! Wir brauchen viele Stimmen!“

Zwei bayerische Bäuerinnen, Pola Krenkel und Nicole Schmitt, haben eine Petition gestartet und schrieben an verantwortliche Politiker, EVP-Vorsitzenden M. Weber, Landwirtschaftsminister A. Rainer, Forschungsministerin D. Bär, Umweltminister C. Schneider, Wirtschaftsministerin K. Reiche, Justizministerin Dr. S. Hubig, Bundeskanzler F. Merz, EU-Abgeordnete.

Damit Verbraucher*innen, Züchter*innen, Bäuer*innen, Verarbeiter*innen und der Handel auch in Zukunft frei und sicher wirtschaften können, fordern wir vom Europaparlament und der Bundesregierung einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Gentechniken:

  • Erhalten Sie die Kennzeichnungspflicht so, dass Verbraucher*innen auch zukünftig selbst darüber entscheiden können, ob sie gentechnisch veränderte Pflanzen essen oder nicht.
  • Garantieren Sie Züchter*innen, Bäuerinnen und Bauern, Verarbeiter*innen und Händler*innen, dass sie auch in Zukunft – durch effektive Koexistenz- und Haftungsregeln – gentechnikfrei wirtschaften können – ökologisch und konventionell.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Gentechnikpflanzen weiterhin eine Risikoprüfung durchlaufen und sie nur freigesetzt werden dürfen, wenn sie im Schadensfall rückholbar sind, so dass Mensch, Tier und Umwelt vor absehbaren Risiken geschützt werden. Sichern Sie das EU-Vorsorgeprinzip.
  • Setzen Sie sich dafür ein, dass der Zugang zu Saatgut und genetischen Ressourcen erhalten bleibt und nicht unter die Kontrolle weniger Saatgut- und Chemie-Konzerne gerät. Stimmen Sie für ein Verbot von Patenten auf Pflanzen aus der neuen Gentechnik.

Sorgen Sie für verpflichtende Nachweisverfahren durch die Gentechnik-Inverkehrbringer. Dies ist die Grundlage für Transparenz, Vertrauen und Mitsprache in der Gesellschaft.

Wenn Wahlfreiheit, Risikoprüfung, Koexistenz- und Haftungsregeln sowie ein Verbot von Patenten auf neue Gentechnik-Pflanzen und -Produkte nicht im Gesetz verankert sind, muss das Europaparlament und die Bundesregierung im Rat das Gentechnik-Gesetz ablehnen!

Hier kann man die Petition unterzeichnen:

Lobby-Ministerin stoppen: Energiewende verteidigen | Campact

 

Tiefkühl-Rahmspinat und Thunfischdosen

Tiefkühl-Rahmspinat

Bericht von Wolfgang Ritter

Hier wird der Unterschied von Bio-Anbau und konventionellem Anbau offenbar: Die getesteten Bio-Produkte kann man alle essen, obwohl einige von ihnen erhöhte Spuren von Nitrit enthalten (Alnatura, Bio Bio von Netto, Bio Inside von Demeter Felderzeugnisse, Dennree, Rewe und Edeka). Der K-Bio Rahmspinat von Kaufland ist der beste (Beurteilung: „sehr gut“) und günstigste (Preisgleich mit dem Rewe-Angebot: 500 g = 1,88 €).

Es gibt auch drei konventionelle „sehr gute“ Produkte (All Seasons von Aldi, Ja! Von Rewe und Tegut Rahmspinat, sowie zwei „gute“ (Beste Ernte von Netto und Ernte Krone von Norma). Aber sieben Produkte enthalten Pestizid-Rückstände, die gesundheitsschädlichen Schwermetalle Cadmium oder Blei und/ oder erhöhte oder stark erhöhte Spuren von Nitrit. Deshalb wurden folgende fünf Produkte mit „mangelhaft“ bewertet: Bofrost Rahmspinat 757, Eismann Rahmspinat 5085, Iglo Rahmspinat der mit dem Blubb, Jeden Tag Rahmspinat, K-Classik Rahmspinat. Völlig durchgefallen („ungenügend“) sind Frosta Rahmspinat portionierbar und Penny Rahmspinat.

Thunfischdosen

Erfreuliches Ergebnis: Von 29 getesteten Thunfischprodukten „in eigenem Saft und Aufguss“ wurden 27 mit „sehr gut“ bewertet. Nur zwei (Almare Seafood Thunfisch Filets von Aldi Nord und Edeka Thunfischfilets geschnitten) wiesen erhöhte Quecksilbergehalte auf (Bewertung: „befriedigend“).

Quelle: ÖKO-TEST 8.2025

Neues aus der Forschung zur biodynamischen Land- und Lebensmittelwirtschaft

Signifikante positive Effekte durch Einsatz der Hornmist- und Hornkieselpräparate

Zusammenfassung

Im Zeitraum 2018-2020 wurde auf dem Versuchsfeld des Landwirtschaftlichen Instituts in Schumen auf dem Bodentyp Calcic chernozem ein Feldversuch mit Triticale (x Triticosecale Wittmack) durchgeführt. Die Versuchsanlage war im Block-Design mit vierfacher Wiederholung der Varianten auf 10m² Parzellen. Die Aussaat erfolgte im Oktober mit einer Aussaatmenge von 500 keimfähigen Samen/m² nach der Vorfrucht Zuckerrübe (Beta vulgaris L.). In den entsprechenden Zeiträumen wurden Behandlungen in 4 Varianten durchgeführt: 1) unbehandelte Kontroll-Variante. 2) Behandlung mit biodynamischen Präparaten: Präparat 500* (5%ige Lösung) + Fladenpräparat (1,5%ige Lösung) + Präparat 501** (1,5 g auf 300 l H2O/ha). 3) Behandlung mit biologischen Präparaten: Heliosulfur (500 ml/ha) + Freier N (500 ml/ha). 4) Kombinierte Behandlung mit denselben biodynamischen und biologischen Präparaten.

Die folgenden Parameter wurden untersucht: Pflanzenhöhe, Anzahl der Ährchen pro Ähre, Anzahl der Körner pro Ähre, Korngewicht pro Ähre.

Nach der statistischen Auswertung des ersten Studienjahres zeigte sich in allen Parametern ein signifikanter positiver Effekt sowohl bei der kombinierten Anwendung von biodynamischen und biologischen Methoden als auch bei der alleinigen biologischen Methode. Im zweiten Studienjahr wurde in allen untersuchten Parametern ein signifikanter positiver Effekt in den Varianten festgestellt, die mit biodynamischen Präparaten und der Kombination aus biodynamischen und biologischen Präparaten behandelt wurden (p<0,001). Zudem ließ sich für alle betrachteten Parameter eine positive Korrelation nachweisen (p<0,05).

*Präparat 500 = Hornmistpräparat

**Präparat 501 = Hornkieselpräparat

Quelle: Forschungsring e.V.-Newsletter vom 31.03.2025, info@forschungsring.de, forschungsring.de