„Vegane Schnitzel“ dürfen so heißen

Erstaunt blickten die Europäer darauf, womit sich die Europäische Union kürzlich beschäftigte. In Teilen der christdemokratischen Europäischen Volkspartei kam die Behauptung auf, dass Konsumenten getäuscht würden, wenn Lebensmittel als Fleisch getarnt sind, in denen gar kein Fleisch enthalten ist. Jedem halbwegs intelligenten Verbraucher ist klar, dass in Produkten, auf denen „vegan“ oder „vegetarisch“ steht, kein Fleisch enthalten ist. Hatte die EU nichts Wichtigeres zu tun, als sich um vegane Schnitzel zu streiten?

Schnell wurde klar, hinter dem Vorstoß von Celine Imart, der französischen Abgeordneten, die die Debatte ausgelöst hatte, stand der Versuch der Fleischindustrie, den gesunkenen Fleischkonsum der Europäer wieder anzukurbeln. Jedenfalls bezeichnete sich Celine Imart als „Anwältin der Rinderbauern“. Unterstützung erhielt die Französin zunächst auch von den deutschen Christdemokraten. So meinte Bundeskanzler Friedrich März noch im Herbst vergangenen Jahres: „Eine Wurst ist eine Wurst.“ Diese sei nicht vegan. Eine Kehrtwende in Berlin erfolgte als klar wurde, dass „unglaublich hohe Kosten für die Wirtschaft“ entstünden, wenn die bisherigen Bezeichnungen für vegane Produkte künftig geändert werden müssten.
Auch der Aufschrei der Verbraucher dürfte beim Meinungsumschwung geholfen haben.

Am 5. März einigten sich nun Vertreter des EU-Parlaments, der Kommission und des Rats der 27 Mitgliedsstaaten auf einen Kompromiss, nachdem die Verhandlungen noch im Dezember erfolglos abgebrochen worden waren. Auf den Etiketten veganer Produkte darf weiterhin „Tofu-Wurst“, „Veggieburger“ oder „veganes Schnitzel“ stehen. Für einen Teil ihrer Produkte müssen
sich die Hersteller allerdings neue Namen ausdenken, denn künftig sind Bezeichnungen verboten, die konkrete Bezeichnungen von Tieren oder Tierteilen enthalten, z.B. „Pork“ (Schwein), „T-Bone“ (Rinderhüfte), „Chicken“ (Hühnchen) oder „Bacon“ (Speck). Auch Erbsen-Steaks müssen einen anderen Namen erhalten.

Die Diskussion um die veganen Produkte war Teil eines Paketes, mit dem die EU-Agrarvorschriften vereinfacht werden sollten. Dem erstaunten Bürger erscheint die neue Regelung allerdings eher komplizierter.

Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 6. März 2026, S. 2: Kompromiss im Kühlregal

Bio-dynamisch angebaute Gurken halten am längsten

Forschungsergebnis: Auswirkungen von Anbausystemen auf die antimikrobiellen, Farb-Erhalts-und Schnitt-Heilungseigenschaften von für Verbraucher erhältlichen Gurkenproben (Cucumis sativus L.)

Ein kürzlich entwickelter Stress Storage Test für Gurken (Cucumis sativus L.) ermöglicht eine Analyse der Auswirkungen verschiedener Anbausysteme auf die antimikrobielle (AMP), Farbbindung (CRP) und Scheibenheilungseigenschaften (SHP) von Gurken nach der Ernte. Letzterer Parameter spiegelt die Fähigkeit der Probe wider, nach einem vollständigen Schnitt der Gurke in abwechselnd 15- und 20-mm-Scheiben „heilendes Gewebe“ zu entwickeln.

Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit des Tests bei der Unterscheidung zwischen konventionell (Conv), organisch (Org) und biodynamisch (Dyn) gezogenen Gurken zu untersuchen. Die Studie wurde in drei unabhängigen europäischen Laboren durchgeführt, wobei frische Proben aus lokalen Märkten verwendet wurden. Die mittleren Werte von CRP, AMP und SHP in 3 × 8 Experimenten wurden bei den Dyn-Gurken am höchsten und bei den Conv-Gurken am niedrigsten festgestellt. In 58 bis 71 % der Experimente zeigten die Dyn-Gurken die besten Eigenschaften zur Spannungsspeicherung. Die Org- und Conv-Gurken zeigten in 25 bis 38 % bzw. 4 bis 8 % der Experimente die besten Stressspeichereigenschaften.

Zusammenfassend zeigte die Gurken-Stressspeichertest-Methode Unterschiede zwischen konventionellen, organischen und biodynamischen Proben in unseren Untersuchungen hinsichtlich der drei Stressspeicherparameter CRP, AMP und SHP. In den meisten Fällen zeigten die Dyn-Gurkenproben die günstigsten Ergebnisse. Weitere Untersuchungen unter verschiedenen Wachstumsbedingungen sollten durchgeführt werden, um die Reproduzierbarkeit der Methode zu überprüfen.

Quelle: info@forschungsring.de, Newsletter vom 29.12.2025: Auswirkungen von Anbausystemen auf die antimikrobiellen, Farberhalts- und Scheibenheilungseigenschaften von verbraucherfertigen Gurkenproben (Cucumis sativus L.) – ScienceDirect

Ohne Vielfalt kein gesunder Boden: Der Regenwurm liebt Gesellschaft

Pressemitteilung der Interessengemeinschaft gesunder Boden e.V. vom 12.02.2026

Der Tag des Regenwurms (am 15.2.) wurde im Jahr 2005 weltweit eingeführt, um auf seine Bedeutung für die Bodengesundheit hinzuweisen. Viele Regenwürmer gelten als Zeichen für gesunde Böden und stabile Ökosysteme. Die unscheinbaren Bodenbewohner gelten seit Langem als Schlüsselorganismen der Bodenfruchtbarkeit. In gesunden, humusreichen Böden können mehr als 600 Tiere pro Quadratmeter leben und jährlich große Mengen an neuem Humus bilden. Dieser Humus steht dann unseren Pflanzen als lebendige Wachstumsgrundlage zur Verfügung. Regenwürmer verbessern die Durchlüftung, die Wasseraufnahme und die Durchwurzelbarkeit des Bodens und ihr nährstoffreicher Kot trägt wesentlich zur Bildung von Dauerhumus bei. Auch im Wald übernehmen Regenwürmer wichtige Funktionen, indem sie Streu abbauen, dadurch Humus bilden und Poren schaffen, die das Eindringen von Baumwurzeln in tiefere Bodenschichten erleichtern. Damit erhöhen sie die Wasserspeicherfähigkeit und unterstützen die Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel.

Moderne Landwirtschaft überfordert den Regenwurm

Trotz dieser beeindruckenden Leistungen weist die Interessengemeinschaft gesunder Boden darauf hin, dass der Regenwurm die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft nicht allein bewältigen kann. Immer größere Maschinen, einseitige Fruchtfolgen und der Verlust an Humus setzen Böden zunehmend unter Druck. Verdichtung, geringere Wasserspeicherfähigkeitund ein steigendes Erosionsrisiko sind die Folgen. Zwar beschrieb bereits Charles Darwin die herausragende Rolle der Regenwürmer für die Bodenbildung, doch ihre bloße Anzahl reicht heute nicht aus, um die Qualität eines Bodens zuverlässig zu beurteilen.

Bodengesundheit entsteht durch Vielfalt und Bewirtschaftung

Die Bodenexpertin und Fachbeirätin der IG gesunder Boden, Dr. Andrea Beste, betont, dass auch andere Bodenlebewesen entscheidend zur Bodenstruktur beitragen. Mittelgroße Bodenorganismen sowie Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze schaffen eine schwammartige Struktur mit mittelgroßen Poren, die für Durchlüftung, Infiltration und Wasserspeicherung unverzichtbar ist. Diese Eigenschaften können die von Regenwürmern erzeugten Grobporen nicht ersetzen. Zudem können Regenwürmer selbst in verdichteten Böden vorkommen, weshalb ihre Anzahl kein verlässlicher Indikator für Bodengesundheit ist. Sie sagt: „Moderne Analysemethoden wie DNA-Screenings liefern zwar umfangreiche Daten, doch für Praktiker bleibt die Spatendiagnose weiterhin das direkteste und aussagekräftigste Werkzeug“.

Unbestritten ist, dass nachhaltige, humusaufbauende Bewirtschaftungsformen die Grundlage für gesunde Böden bilden. Maßnahmen wie ausgewogene Fruchtfolgen, organische Düngung, Zwischenfruchtanbau, Mischkulturen oder Agroforstsysteme tragen nachweislich zu einer stabilen Bodenstruktur und einer höheren Klima-Resilienz bei. Je nach Standort müssen diese Strategien unterschiedlich gewichtet werden, doch ihr Nutzen ist wissenschaftlich belegt.

Die IG gesunder Boden engagiert sich seit über zehn Jahren dafür, Wissen aus Forschung und Praxis zusammenzuführen und damit Landwirte bei bodenschonenden Maßnahmen zu unterstützen. Gemeinsam mit dem Regenwurm und dem vielfältigen Bodenleben setzen wir uns auch weiterhin für lebendige, zukunftsfähige Böden ein.

Mehr Info: Interessengemeinschaft gesunder Boden e. V., Lohackerstraße 19 – 93051 Regensburg, T. 0941/30761-68, info@ig-gesunder-boden.de, www.ig-gesunder-boden.de

Segenreiche Zusammenarbeit

Wenn Verbraucher sich mit Erzeugern im Rahmen der solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) zusammentun, ist das ein Bündnis, das beiden Seiten nutzt. Der Landwirt hat ein Stück weit Planungssicherheit, er weiß, wer ihm seine Produkte abnimmt und zu welchen Bedingungen, der Verbraucher erhält einen Teil der Ernte, er kennt den Erzeuger seiner Lebensmittel, weiß, wie er arbeitet, hat vielleicht sogar teilweise mitgearbeitet und schätzt beides, den Erzeuger und was er erhält. Die Anonymität des Marktes ist in diesem Fall überwunden. Auf allen Gebieten ist es die Zusammenarbeit, die die Welt vorangebracht hat – nicht die Konkurrenz. Das wettbewerbswirtschaftliche System der Marktwirtschaft hat unbestreitbare Vorteile: moderne, qualitativ gute Produkte zu günstigen Preisen. Aber dieses System zeigt immer deutlicher seine hässlichen Seiten: Raubbau an der Natur, Umweltverschmutzung, Tierleid in unvorstellbarem Ausmaß, Zivilisationskrankheiten bei einer Vielzahl unserer Mitbürger, Hunderttausende von Unternehmenszusammenbrüchen jährlich weltweit. Da in vielen Branchen nicht mehr nur auf Bestellung sondern für den Markt produziert wird, gibt es in Zeiten der Marktsättigung Überproduktionen mit riesigen Lagerbeständen, die ebenfalls zu Firmenpleiten führen. China leidet derzeit z.B. derart an Überkapazitäten, dass nagelneue Autos auf „Autofriedhöfen“ verrotten, weil die Verbraucher schon genug Autos haben oder sich keines leisten können. Damit ist eine maßlose Verschwendung von Ressourcen verbunden, Verschwendung von Kapital, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Arbeitskräfteeinsatz. (Siehe zum Thema Verschwendung auch meinen Beitrag im letzten Info-Brief).

Im letzten Info-Brief berichteten wir von der SoLaWi-Ininitiative Stadt.Land.Beides. im Raum Nürnberg. Heute folgt einmal ein Blick darauf, wie wir mit dem Bio-Verbraucher e.V. die Anonymität des Marktes ein Stück weit überwinden, wie wir mit einzelnen Bio-Erzeugern und – Händlern, unseren Firmenmitgliedern, zusammenarbeiten.

Biofach

  • Jährlich findet die Weltleitmesse für Bio-Produkte in Nürnberg statt. Und die BioSüd in Augsburg. Wir nutzen die Gelegenheit, um mit Bio-Erzeugern in Kontakt zu kommen, ihnen eine Zusammenarbeit mit uns vorzuschlagen. Sie kann so aussehen:· Wir bringen die Firmen mit ihrem Angebot und ihren Vertriebswegen für einen geringen Jahresbeitrag auf unsere Internetseiten und in unseren Info-Brief. Das bedeutet für sie (fast) kostenlose Werbung. Unser Bio-Adressenverzeichnis auf unseren Internetseiten wächst.
  • Die Firmen schließen sich uns nicht an, senden uns aber Warenproben für unsere Mitgliederversammlung zum Verkosten oder für unsere Bio-Tüten. Auch so entsteht eine Zusammenarbeit, die beiden Seiten nutzt: Unsere Mitgliederversammlung wird attraktiv, die Lieferanten haben eine kostenlose Werbemöglichkeit. Ihre Produkte werden von unseren Mitgliedern probiert und evtl. gekauft.

Mitgliederversammlung

Bei unserer jährlichen Mitgliederversammlung erhalten unsere Firmenmitglieder Gelegenheit sich kurz vorzustellen und anschließend mitgebrachte Produkte verkosten zu lassen und zu verkaufen. Die Teilnehmer erhalten ein Bio-Menü. Speisen und Getränke dazu kaufen wir bei unseren Firmenmitgliedern. Jeder Teilnehmer erhält eine Tüte mit Bio-Produkten, die uns Bio-Firmen sponsern. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Der Verein kann seinen Mitgliedern etwas bieten, die Produkte der Lieferanten werden bekannter, unsere Mitglieder lernen Erzeuger und Händler und ihre Produkte persönlich kennen und schätzen.

Bio-Ausflüge

Regelmäßig organisieren wir Bio-Ausflüge zu Firmenmitgliedern. Kinder sind immer willkommen. Dadurch lernen die Teilnehmer verschiedene Bio-Erzeuger, ihre Produkte, ihre Arbeitsweise kennen und schätzen. Wir besuchen Höfe, Gärtnereien, Winzereien, Brauereien, Imker, Bäcker, Gewürzkontore, landwirtschaftliche Arbeits- und Lebensgemeinschaften.

Info-Stand

Bei vielen Öko-Festen und -Märkten, Tagen der offenen Tür und ähnlichen Veranstaltungen sind wir mit unserem Info-Stand dabei. Unseren Firmenmitgliedern geben wir Gelegenheit Produkte an unserem Stand verkosten zu lassen. In vielen Fällen haben die Firmen keine Zeit und kein Personal dafür. Dann übernehmen wir Verkostung und Verkauf. Wieder kommt eine Situation zustande, die beiden Seiten nützt: unser Stand wird attraktiver, der Lieferant kann kostenfrei werben.

Wollen Sie ehrenamtlich bei uns mitarbeiten, so nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf: ritter@bio-verbraucher.de, Tel. 0911 – 40 48 27

Porridge (Hafermüsli) und Vollwaschmittel im Test

 

Porridge

Ökotest hat 19 Hafermüslis mit der Geschmacksnote Beeren oder Früchte testen lassen, davon 14 mit Bio-Siegel. Das erfreuliche Ergebnis: 11 der Bio-Produkte erhielten die Note „sehr gut“, aber keines der konventionellen. Hier erlebt man den Unterschied. Alle konventionellen sind mit Pestiziden belastet, die in der Bio-Landwirtschaft verboten sind. Das teuerste konventionelle Produkt enthält 10 verschiedene Pestizide (Seitenbacher Frucht Porridge, 6,99 €/ 500 g).

Die „sehr guten“ Bio-Produkte sind: Allos, Alnatura Bauck Demeter und Bauck Organic, Ceralia (Müller Drogerie Markt), Hammermühle, Mymuesli, Rapunzel, Lebensgarten (Rewe), Minderleinsmühle, Verival. Die drei weiteren Bio-Produkten wurden nur mit „befriedigend“ bewertet, Dm Bio Früchte Porridge und Rossmann Ener Bio Porridge Frucht, Bioland und Koro Porridge Apfel-Zimt, weil die Tester nicht voll zufrieden waren mit den Inhaltsstoffen und weil sie erhöhte Mineralölbestandteile aufwiesen. Das letztgenannte enthielt auch weitere bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe.

Vollwaschmittel

Es wurden 28 Vollwaschmittel getestet, davon sieben mit Öko-Anspruch. Auch wenn die konventionellen Produkte von der Waschleistung her überzeugten, schnitt doch keines von ihnen besser als „befriedigend“ ab, weil sie umweltbelastende Stoffe enthalten. Die Waschmittel mit Öko-Anspruch sind alle „sehr gut“ (Everdrop) oder „gut“: Almawin, Ecofreude, Evover, Frosch Citrus, Respekt, Sodasan.

Für das Testwaschen wurden die Kleidungsstücke mit Tomatensoße, Rotwein, Schokolade, Matsch und Make-up beschmutzt. Gewaschen wurde nur mit 30 Grad, weil viele Hersteller perfekte Reinigung bei niedrigen Temperaturen versprechen. Die meisten konventionellen Waschmittel wurden mit allen Verschmutzungen problemlos fertig: 17 erzielten die Note „sehr gut“, drei die Note „gut“ und eins nur „befriedigend“. Alle Waschmittel mit Öko-Anspruch erzielten „gute“ Ergebnisse; sie taten sich schwer mit dem Make-up.

Die Preise pro Waschgang für die konventionellen Waschmittel liegen zwischen 16 und 36 Cents, die der mit Öko-Anspruch zwischen 22 (Ecofreunde) und 41 Cents (Almawin).

Im Test vermisse ich unser Firmenmitglied Sonett. Die Firma ist Sieger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2022 im „Transformationsfeld Gesellschaft“ und 2024 in der Branche „Wasch- und Reinigungsmittel“. Sie lobt ihre Produkte mit „ökologisch konsequent“ und „100% biologisch abbaubar“ aus. Die Sonett Handseife Lavendel (flüssig) wurde im Öko-Test-Magazin 10.2025 mit „sehr gut“ bewertet (siehe Werbeanzeige in unten angegebenem Heft auf S.21).

Timm Knautz, Öko-Test-Ökotoxikologe, meint im Artikel: „540.000 Tonnen Waschmittel werden pro Jahr in Deutschland verbraucht. Grund genug bei den Inhaltsstoffen genau hinzuschauen.“ In der Besprechung der Testergebnisse geht man unter der Überschrift „Umweltbelastende Inhaltsstoffe“ ausführlich darauf ein. Die konventionellen Waschmittel enthalten synthetische Polymere, Phosphate und Tenside, die teilweise als „biologisch schwer abbaubar“ gelten. Öko-Test empfiehlt, Vollwaschmittel nur für weiße Wäsche zu verwenden, da sie optische Aufheller oder bleichende Substanzen erhalten. Und: Laut Umweltbundesamt haben Waschpulver eine bessere Waschleistung und sind umweltfreundlicher als Flüssigwaschmittel. Unsere Empfehlung: Verwende nur Waschmittel mit Öko-Anspruch, der Umwelt zuliebe. Es gibt ein gutes Gefühl, umweltfreundliche Kaufentscheidungen zu treffen. Sind Kleidungsstücke sehr verschmutzt, empfiehlt sich eine Vorbehandlung oder mal ein Waschgang bei 60 Grad.

Quelle: Öko-Test Magazin 3.2026

Förderung von Öko-Projekten

Bericht von Ulrich Hirschmüller, Projektmanager Öko-Modellregion Stadt Nürnberg

Nach vielfältigem Rücklauf auf unseren Projektaufruf wählte unser Entscheidungsgremium elf spannende Projektideen für die Umsetzung aus. Diese stammen aus Erzeugung, Verarbeitung und Handel und Bewusstseinsbildung und werden ab sofort durch Projektträger in unserer gesamten Öko-Modellregion Nürnberg, Nürnberger Land, Roth umgesetzt. Im Speziellen freuen wir uns über einige besonders innovative Projekte wie z.B. den Aufbau einer Ammenkuh-Haltung, die Einrichtung einer hofnahen Schlachtung, oder eine zielgruppenübergreifende Infokampagne zum Prinzip solidarische Landwirtschaft. Die geförderten Projekte können in Bälde unter Öko-Modellregionen eingesehen werden

Biofach 2026

Vom 10.-13.02. war die die Bio-Welt bei uns in Nürnberg zu Gast. Hier konnten wir uns am Stand der bayerischen Ökomodellregionen und dem Stadt.Land.Bio Kongress gewinnbringend vernetzen. Bei einer Branchenführung der Landesanstalt für Landwirtschaft lernten wir vielversprechende bayerische Betriebe kennen, am Stand des bayerischen Pavillons kamen zudem mit einer chinesischen Delegation zum Thema Bio-Wertschöpfungskettenmanagement und Verbraucherbildung in Austausch. Im Referat für Umwelt und Gesundheit durften wir zudem eine Delegation des Organic Cities Netzwerk begrüßen und kamen in Austausch zu den Themen Bio in der Außer-Haus-Verpflegung und Bildung und durften Impulse auf EU-Ebene weitergeben. Beim durch uns organisierten Bio-Tag in der Rathaus-Kantine „Rathaus-Treff“ durften Nürnbergs Verwaltungsmitarbeitende einen Tag 100 % Bio-Gerichte kosten und wurden hier von unserer Umweltreferentin Britta Walthelm bedient. Im Rahmen unseres Begleitprogramm „Biofach meets Nürnberg“ fand nicht nur ein Markt der Möglichkeiten mit relevanten Bio-Akteuren, sondern auch interessante Veranstaltungen zum Genießen, Lernen und Austausch statt. Unter Anderem zwei Kochkurse für die vegan-saisonale Küche sowie syrische Küche.

Ausblick auf 2026

Neben der Fortschreibung des ÖMR-Konzepts planen wir aktuell die Maßnahmen für 2026. Erwähnenswert ist hier eine Speeddatingveranstaltung am 20. Mai zwischen Akteuren und Akteurinnen im Bereich der Bio-Außer-Haus-Verpflegung (AHV). Dies geschieht unter der Federführung von ECOZEPT im Rahmen des FiBL-Projekts „Bio Bitte“, sowie in Kooperation mit dem AELF Fürth-Uffenheim, Sachgebiet Gemeinschaftsverpflegung und dem Projekt „GeRTi“ der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN). Details und die Möglichkeit zur Anmeldung werden in Kürze auf Öko-Modellregionen zur Verfügung gestellt.

Kontakt: Ulrich.Hirschmueller@stadt.nuernberg.de, Tel. 0911/231-10624

Der Sechser im Lotto

Aus dem Ekö-Newsletter vom 08.01.2026, hallo@eko.org

Für Bayer-Monsanto ist es der Sechser im Lotto: Die EU hat die Zulassung von Glyphosat um zehn Jahre verlängert. Unser Planet soll für ein weiteres Jahrzehnt vergiftet werden! Wir müssen schnell handeln – und hier ist der Plan: Unsere Partner vom Pesticide Action Network (PAN) arbeiten rund um die Uhr an den Argumenten für eine bahnbrechende Klage gegen die Europäische Kommission, in der sie geltend machen, dass diese mit der Erteilung der neuen Lizenz gegen das Gesetz verstoßen hat.

Glyphosat ist überall. Es überzieht unsere Ernten und verseucht unsere Spielplätze – es ist so weit verbreitet, dass niemand entkommen kann. In einer Studie vom letzten Jahr wurde das Herbizid in unfassbaren 87 Prozent des Urins der untersuchten Kinder nachgewiesen! Wir wissen genau, wie gefährlich das Gift ist: Es wurde unter anderem mit Non-Hodgkin-Lymphomen in Verbindung gebracht. Eine aktuelle, schockierende Studie hat sogar aufgedeckt, dass es die Gehirnfunktion von Jugendlichen schädigt. Und weil Glyphosat auch antibiotisch agiert, kann es die Darmgesundheit von Menschen und anderen Säugetieren beeinträchtigen, was wiederum zu schweren Krankheiten führen kann.

Als ob das nicht genug wäre, zerstört Glyphosat die globale Bodengesundheit und verringert die Population unserer so wichtigen Bestäuber wie Bienen. In der Klage von PAN Europe wird angeführt, dass die EU bei der Verlängerung der Zulassung von Glyphosat nicht alle unabhängigen Beweise berücksichtigt hat, die zeigen, wie Glyphosat uns und unserer Umwelt schaden kann. All diese wissenschaftlichen Beweise dürfen nicht einfach ignoriert werden. Wir wissen, dass wir diesen Fall gewinnen können, aber dafür brauchen wir Ihre Hilfe. Mit Ihrer Unterstützung können wir auch in Zukunft Mensch und Umwelt vor giftigen Chemikalien schützen. Schließen Sie sich der größten von Bürger*innen angeführten Klage gegen Bayer-Monsantos Horrorgift an!

Mehr Informationen:

· Neue Studie bekräftigt Krebswirkung von Glyphosat – Industrie in Erklärungsnot, PAN Europe, 10. Juni 2025.
· Glyphosat: Klage auf dem Weg – Studie zeigt neue Belege für erbgutschädigende Wirkung, Unabhängige Bauernstimme, 30. Januar 2024.
· CDC finds toxic weedkiller in 87 percent of children tested, Environmental Working Group, 11. Juli 2022 (in englischer Sprache).

Deutsche Spendenkonten:

· ohne Spendenquittung: Aktion Gen-Klage: DE42 7025 0150 0017 0237 63
· mit Spendenquittung: Interessengemeinschaft gentechnikfreie Lebensmittel und Landwirtschaft e.V.: DE64 7025 0150 0027 4597 91; Verwendungszweck: Gen-Klage

Warum Zurückhaltung im Frühjahr oft die klügere Gartenpraxis ist

Pressemitteilung des IG gesunder Boden vom 09. März 2026

Wenn Krokusse blühen und die ersten Insekten unterwegs sind, beginnt in vielen Gärten die Aufräum-Saison. Beete werden umgegraben, es wird „sauber gemacht“. Aus unserer Sicht ist genau das häufig der falsche Start ins Gartenjahr. Wer Bodenfruchtbarkeit erhalten und die Bewässerung im Sommer reduzieren will, setzt im Frühjahr vor allem auf eines: Bodenschutz durch Bedeckung, so wenig Störung wie möglich.

Der Boden arbeitet das ganze Jahr

Im Boden war über den Winter keineswegs Stillstand. Regenwürmer, Asseln und Mikroorganismen zersetzen Pflanzenreste, bauen stabile Krümelstrukturen auf und machen Nährstoffe pflanzenverfügbar – sofern die Oberfläche geschützt ist. Offener, blanker Boden dagegen trocknet schneller aus, verschlammt leichter und verliert an Struktur. Als Grundregel gilt: Der Boden sollte möglichst ganzjährig bedeckt sein. Mit Mulch, Pflanzenresten oder lebenden Bodendeckern.

Umgraben stört das Bodenleben und schadet der Bodenstruktur

Beim Umgraben werden Bodenschichten vermischt, Lebensräume gestört und die Bodenstruktur mechanisch aufgebrochen. Dadurch kann der Humusabbau beschleunigt werden und wertvolle Bodenfeuchte verloren gehen. In den meisten Gärten ist es daher sinnvoller, die Oberfläche zu schützen und organisches Material von oben einzubringen, also das Bodenleben für sich arbeiten zu lassen, statt mit dem Spaten einzugreifen. Nach Bauarbeiten oder bei starker Verdichtung kann eine gezielte, schonende Lockerung beispielsweise mit einer Grabegabel notwendig sein, das Grundprinzip bleibt jedoch: möglichst wenig Eingriff.

Beikraut wirkt oft als Schutzschirm

„Unkraut“, oder besser Beikraut, kommt nicht von ungefähr. Es besiedelt offene Stellen, beschattet den Boden und trägt mit seinen Wurzeln zur Lockerung bei. Statt es reflexhaft zu bekämpfen, lohnt sich ein Perspektivwechsel. Es stellt sich die Frage, welche Funktionen dasBeikraut erfüllt und wie sie sich durch gewünschte Pflanzen, Mulch oder Bodendecker ersetzen lassen.

Tipps für den Frühjahrs-Einsatz

Wer Schnittgut, Laub oder anderes organisches Material hat, kann damit im Frühjahr die Bodenoberfläche schützen und das Bodenleben stärken. Als grober Richtwert eignet sich eine Mulch-Schicht von mehreren Zentimetern, wobei feines Material eher dicker aufgetragen werden sollte. Wichtig ist, dass junge Keimlinge nicht „ersticken“ und ihre Entwicklung regelmäßig im Blick behalten wird. Auf offenen Flächen können Bodendecker neu eingepflanzt oder nachgesät werden. Außerdem kann der Kompost neu aktiviert oder von Grund auf neu angesetzt werden.

Stabilere Erträge bei weniger Arbeit

Ein bedeckter Boden bleibt länger feucht, verschlammt weniger und unterstützt den kontinuierlichen Aufbau von organischer Substanz. Langfristig bedeutet das weniger Gießen, weniger Stress in Trockenphasen und eine robustere Pflanzenentwicklung. Matthias Hautmann, Gartenfachmann, zertifizierter Permakultur-Planer und Mitglied der IG gesunder Boden e.V.:

„Gesunder Boden ist ein lebendiges Ökosystem. Wer ihn im Frühjahr schont und schützt, bekommt im Sommer mehr Stabilität bei weniger Aufwand zurück.“

Kontakt: www.ig-gesunder-boden.de, info@ig-gesunder-boden.de, Tel. 0941/30761-68

Helmuts Thai-Curry (für 4 Personen)

Helmut Ritter, Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Bio-Verbraucher e.V., wurde 50. Ein Freund kochte zur Feier Rinder-Gemüse-Gulasch. Helmut zauberte eine fast vegane Alternative.

Zutaten
2 Büchsen Kokosnussmilch, etwa 10 Champions, 5 Cherry-Tomaten, 1 Pfund grüne Bohnen, 1 Strunk Pak Choi, 1 rote Paprika, 1 Broccoli-Bäumchen,
2-3 Zwiebelschloten, 1 Bund frischen Koriander, 1-2 Zwiebeln.
3 Knoblauchzehen, 1 Stückchen Ingwer, 2 Limetten, Öl, Fischsoße, Pfeffer, Paprika

Zubereitung
Für den Fall, dass Sie das Gemüse alleine waschen und schneiden, kann das in drei Etappen geschehen. Zuerst Knoblauch, Ingwer und Zwiebeln klein schneiden und Öl und Fischsoße in einem großen Topf andünsten. Jetzt Bohnen, Paprika und Broccoli waschen, in Stücke schneiden und in den Topf geben. Auch schon den Saft einer Limette hinzufügen und mit der Kokosmilch ablöschen. Nun Zwiebelschalotten, Champignons, Pak Choi, Cherry-Tomaten und Lemongras (Stiele, der Länge nach halbieren; sie werden später nicht mitgegessen) kleinschneiden, in den Topf geben und etwa 15 Minuten einkochen. Zum Schluss den frischen Koriander waschen, schneiden und hinzufügen. Mit Pfeffer, Chili und Limettensaft abschmecken.

Das Thai Curry kann man als Suppe mit Baguette oder Klebereis servieren. Guten Appetit wünscht Helmut

EU-Kommission will Pestizide wie Glyphosat unbefristet zulassen

Das Ganze will man uns als „Bürokratieabbau“ verkaufen. Tatsächlich steckt ein jahrelanger Wunsch der Pestizid-Lobby dahinter. Mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen haben sich zusammengetan und eine Schwachstelle im Gesetzentwurf gefunden. Was die EU-Kommission plant, ist nicht nur gefährlich – es ist rechtswidrig. Es verstößt gegen geltendes EU-Recht und gegen ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Gemeinsam wurde ein juristisches Gutachten veröffentlicht. Zunächst will man unentschlossene Abgeordnete auf den Skandal aufmerksam machen. Zeitgleich wird eine Klage beim Europäischen Gerichtshof vorbereitet. Das kostet alles viel Geld.

Deutsche Spendenkonten:

  • ohne Spendenquittung: Aktion Gen-Klage: DE42 7025 0150 0017 0237 63
  • mit Spendenquittung: Interessengemeinschaft gentechnikfreie Lebensmittel und Landwirtschaft e.V.: DE64 7025 0150 0027 4597 91
  • foodwatch e.V., DE50 4306 0967 0104 2464 00

Verwendungszweck: Gen-Klage