Tierschutz mit Messer und Gabel, Teil 1

Vorwort von Dr. Andrea Flemmer aus ihrem neuen Buch: Tierschutz mit Messer und Gabel, Baunach 2015, ISBN 978-3-88778-456-0, 29,80 €
Tierliebe heutzutage – ein trauriges Kapitel?
Tierlieb sind bei uns viele Menschen. Wie oft denkt man, wenn man entsprechende Bilder im Fernsehen sieht, dass es bei uns viele Tiere besser haben als so manche Menschen und Kinder in anderen Ländern – oder sogar bei uns. Jedoch, wenn es um – nennen wir es – „kostengünstiges Essen“ geht, ist es mit der Tierliebe oft vorbei. Mag es an Unwissen liegen, aber geschlemmt wird mit Fleisch aus Massentierhaltung und Eiern, die nicht unbedingt von „glücklichen“ Hühnern stammen. Man verspeist das Fleisch von Tieren, die während ihres kurzen Lebens eine intensive Leidensgeschichte hinter sich haben. Tiere, die quasi in ihrer eigenen Toilette lebten – ohne Abzug, Tiere, die sich nicht bewegen können, stumm vor sich hin vegetieren. Sie warten nur darauf in den Mägen von irgendwelchen Menschen zu landen, die sich keinerlei Gedanken darum machen, dass ihr Mageninhalt zu Lebzeiten erbarmungslos gequält wurde. Dass sich das auf die Qualität des Fleisches auswirkt, kann man sich sehr gut ausmalen. Nicht umsonst kosten bei uns die Antibiotikaresistenzen, die zu erheblichem Anteil auf die Massentierhaltung zurückzuführen sind, Tausenden jedes Jahr das Leben – die Mittel wirken schlichtweg nicht mehr, wenn man sie dringend bräuchte. Bis vor wenigen Jahrzehnten stand bei Milchrindern die lange Nutzungsdauer mit zwölf und mehr Kälbern sowie (auf die Milchmenge bezogen) die Lebensleistung im Vordergrund. Heute muss die Kuh anstelle von 4000 Litern im Jahr 8000 Liter geben. Dafür benötigt sie Hochleistungsfutter auf der Grundlage von Mais als Energielieferant und Soja als Eiweißträger.
Manchmal stockt einem der Atem, wenn man nur daran denkt, wie schnell es in der Tiermast heute funktionieren muss: Das Wildrind konnte 30 Jahre alt werden, die heutige Milchkuh wird nach 5,5 Jahren „erlöst“. Mastschweine wurden früher fast zwei Jahre alt, heute müssen sie nach nur fünf bis sechs Monaten „schlachtreif“ sein. Legehennen haben nur noch eine Legeperiode von etwa 12 Monaten und sind im Alter von 17 Monaten ausgemergelt und „verbraucht“. Masthühner wiegen beim Schlüpfen ca. 42 Gramm, in nur sieben Wochen und damit noch vor Eintritt in die Geschlechtsreife, erreichen sie ein Körpergewicht von etwa 2 Kilogramm, damit das 46-fache ihres Geburtsgewichts! Umgerechnet auf uns Menschen würde das bei einem Geburtsgewicht von 3,5 kg einem Gewicht von gut 161 Kilogramm bei Eintritt in die Pubertät bedeuten. Das entspricht einem höheren Gewicht als dem eines japanischen Sumo-Ringers!
Wenn man dann noch daran denkt, dass seit September 2002 der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz steht, versteht man die Welt nicht mehr. Aber es geht auch anders! Nicht nur, dass vegetarisches Essen köstlich schmeckt und in mancher Lebensphase ideal ist – wer Fleisch essen will, kann dies auch ohne schlechtes Gewissen tun. Artgerecht gehaltene Tiere liefern nicht nur besseres – nein, auch gesünderes Fleisch! Wir tun viel für unsere Gesundheit, wenn wir unsere Nutztiere fair behandeln! Welches Fleisch und welche Milchprodukte das sind, wo man sie kaufen kann und woher man weiß, dass es den Tieren während ihres Lebens gut ging, das erfährt man in diesem Buch. Guten Appetit wünscht Ihnen beim Fleischgenuss von Tieren, die artgerecht gehalten wurden Ihre Andrea Flemmer.

Auszeichnung für Demeter-Frankenwein
Nachricht von Öko-Weingut Hell, 97355 Wiesenbronn, T. 09325–90909, www.weingut-hell.de

Der Landesverband für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ) hat auf der Grünen Woche in Berlin den „Rotweincuveé Faszination“ unseres Mitgliedes Anton Hell mit der Silbermedaille für Bayerns beste Bio-Produkte ausgezeichnet. Wir gratulieren herzlich!

Auszeichnung für einen Nürnberger Bio-Fachmarkt
Nachricht von ebl Naturkost im Februar

Die ebl-Filiale in Laufamholz erhielt bei der Leserwahl der Zeitschrift Schrot & Korn die Gold- Auszeichnung „bester Bio-Supermarkt Deutschlands“. Die Bio-Verbraucher freuen sich mit der Geschäftsführung und den Mitarbeitern und gratulieren herzlich.

Preisfindungsstellen – eine Alternative zur Marktpreisbildung , Teil 1

Gibt es eine Alternative zur Preisbildung durch Angebot und Nachfrage mit den oft schmerzhaften Nebenwirkungen für den kleinen Erzeuger (Beispiel Milchbauern!)? Otto Jachmann stellt in seinem Buch „Beobachtungen und Gedanken zu Wirtschaft und Gesellschaft“, Borchen 2008, ISBN 978-3-89979-103-7, € 13,-, selbst ausprobierte Alternativen vor: Preisfindungsstellen für Kernobst und Ferkel. Im Folgenden und in weiteren Info-Briefen stellen wir Auszüge daraus vor.
Die Preise stehen im Mittelpunkt des Wirtschaftsgeschehens, sie sind sein Dreh- und Angelpunkt (siehe S. 41 f. und 54 f.). Jede Veränderung der Wirtschaft, jede Störung des Wirtschaftsgleichgewichts schlägt sich früher oder später, meist rasch, in den Preisen nieder. Preise sind wie empfindliche Messinstrumente, wie Seismometer, die Wirtschaftstendenzen anzeigen, oft bevor sie auf andere Weise erkennbar sind. Das gilt auch umgekehrt. Wenn man Preise reguliert, von außen festsetzt, wie es Jahrzehnte lang in der EU-Agrarmarktpolitik geschah, zeigen sich unerwünschte „Nebenwirkungen“ oft an ganz anderer, unerwarteter Stelle. Die Fäden zwischen Wirtschaftsgeschehen und Preisentwicklung lassen sich nicht kappen. Sie sind der Lebensnerv der Wirtschaft.
Soll man also der Preisentwicklung freien Lauf lassen? Soll man sich z.B. als Erzeuger den Preiszyklen, die in ihren Ausschlägen schmerzhaft sein können, einfach unterwerfen? Gibt es nicht Mittel und Wege, den Vorgang der Preisbildung seinen eigenen Gesetzen gemäß zu befördern und zu gestalten? Dem Verfasser wurde die Schicksalsgunst zuteil, in seinem beruflichen Verantwortungsbereich zwei landwirtschaftliche Preisfindungsstellen vorzufinden und jahrelang betreiben zu helfen, die eben dies versuchen.
Sie gehen auf Forschungen und Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Institut für Landwirtschaftliche Marktlehre der Universität Hohenheim zurück. Ihr Grundgedanke ist, die Preisbildung nicht allein den Umwegen, Unwägbarkeiten und Wechselfällen des Marktgeschehens zu überlassen, sondern in einem kleinen, repräsentativen Kreis von Marktbeteiligten sozusagen „in nux“ zu vollziehen und damit die Preisentwicklung zu glätten und vor extremen, durch die Marktlage nicht gerechtfertigten Ausschlägen, zu bewahren.
Dies geschieht in wöchentlich zusammentretenden Preisfindungs- oder Notierungskommissionen, in welche die jeweiligen Marktpartner Vertreter entsenden. In einem Preisfindungsgespräch werden die aktuelle Marktlage erörtert, die unterschiedlichen Interessen der einzelnen Partner geltend gemacht und daraus gemeinschaftlich Preise abgeleitet, welche der augenblicklichen Marktlage und der unmittelbar absehbaren, kurzfristigen Marktentwicklung entsprechen. Dies geschieht unter neutraler Leitung, die über ein ausgewogenes Ergebnis wacht und einseitige Einflussnahmen verhindert.
Die Erfahrung zeigt, dass ein Eingreifen umso weniger nötig ist, je länger die Kommissionen zusammenarbeiten. Jeder Interessenvertreter bringt zwar seine einseitige Sicht des Marktgeschehens ein und versucht sie durchzusetzen, wird aber von den Vertretern anderer Interessen in Schranken gehalten. Bald stellt sich unter allen Beteiligten ein gewisses Verständnis für die Interessenlage der Anderen ein, so dass rasch der Punkt gefunden werden kann, an dem sich die Interessen die Waage halten: ein den Marktkräften entsprechender Preis ist gefunden. (In folgenden Info-Briefen wird die Arbeit der beiden Preisfindungsstellen beschrieben. Die Redaktion.)

Fleischatlas zeigt den ganzen Zahlenhorror der Agrarindustrie

Liebe Leserinnen und Leser,

der Preisverfall für landwirtschaftliche Erzeugnisse zwingt immer mehr kleinbäuerliche Betriebe zur Aufgabe, Massentierhaltung verseucht unsere Umwelt und Billigfleischangebote gefährden unsere Gesundheit. Dieser Info-Brief widmet sich einmal den verschiedenen Facetten der Landwirtschaft (siehe auch Rubrik 1, 2, 3 und 6). Zu Beginn zitiere ich, was mir der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) am 13. Januar mailte:
Der Trend zu Megamastanlagen geht weiter. In Deutschland konzentriert sich die Produktion von Fleisch auf immer weniger Betriebe, während sich zugleich das Höfe-Sterben ungebremst fortsetzt. Unser neuer Fleischatlas (www.bund.net/fleischatlas) zeigt den ganzen Zahlenhorror der Agrarindustrie. Hier einige Beispiele:

In den vergangenen 15 Jahren mussten bis zu 80 Prozent der Bauernhöfe die Tierhaltung aufgeben, während gleichzeitig bundesweit bis zu 50 Prozent mehr Fleisch produziert wird.
Im gesamten Bundesgebiet sind mehrere Hundert neue Mastanlagen geplant.
Für Geflügel sind Anträge für mindestens 10,8 Millionen Plätze bekannt, darunter mindestens 6,65 Millionen Mastplätze. Für Schweine wurden mindestens 720.000 neue Plätze beantragt.
In einer der größten Schweinemastanlagen Deutschlands fallen pro Jahr bis zu 100 Millionen Liter Gülle an. (Zitatende)
Die Landwirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren – nicht ökonomisch aber existenziell. Hier dürfen nicht nur die Marktgesetze gelten. Wir haben schon öfter assoziative Zusammenarbeit vorgeschlagen. Das heißt: Bauern, Rohstoff-Verarbeiter, Händler und Verbraucher gehören an einen Tisch, um die gegensätzlichen Bedürfnisse kennenzulernen, Muster-Kalkulationen zu erstellen und zu veröffentlichen, Mengen und Preise zu vereinbaren, die allen am Wirtschaftsprozess Beteiligten einleuchten und unserer kleinbäuerlichen Landwirtschaft eine Überlebenschance bieten. Das hat jetzt auch der stellvertretende Präsident des Bayerischen Bauernverbandes erkannt: „Wir müssen ein Bündnis mit dem Verbraucher schmieden“, fordert Günther Felßner, zitiert in den Nürnberger Nachrichten vom 24.03.2016. Im Bio-Bereich haben mit assoziativer Zusammenarbeit begonnen.
Ermutigend ist die Abkehr großer Teile der Verbraucher von der „Geiz-ist-geil“-Mentalität im Lebensmittelsektor: Über 80 Prozent der Deutschen sind bereit, höhere Preise für Fleisch und Wurst zu zahlen, wenn sie dadurch zu besseren Haltungsbedingungen der Tiere beitragen können. Nur bei der deutschen Agrarpolitik ist dieser gesellschaftliche Wandel leider noch nicht angekommen. Quellen: BUND am 13.01.16 (s.o.), Nürnberger Nachrichten v. 24.03.16, S. 19.
Auch von der BioFach 2016 gehen positive Nachrichten aus: Immer mehr konventionell arbeitende Landwirte entdecken den lukrativen Bio-Markt und stellen um. Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse sind im Keller, mit Bio-Produkten kann man mehr verdienen, weil die Verbraucher das honorieren. Beispiele:

Konventionelle Qualität
Bio-Qualität
Schweinefleisch pro Kilogramm
1,30 €
3,65 €
Milch pro Liter
0,30 €
0,49 €

Allerdings bedeutet das Konvertieren zur Bio-Tierhaltung zunächst Investitionen, z.B. müssen größere Ställe gebaut werden, Weidegang muss möglich sein. Das kann mindestens 100.000 € kosten. Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 13.02.2016, S. 24
Seit der BioFach 2014 diskutiert die Bio-Branche unter dem Stichwort Bio 3.0, welche Schritte für die Zukunft nötig sind, um den Bio-Verbrauch in weiteren Kreisen der Bevölkerung noch akzeptabler zu machen. Wie das unter Mithilfe der Kommunen und Landkreise geschehen kann, zeigt Dr. Werner Ebert/ BioMetropole Nürnberg in Rubrik 6 auf.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter

Rotkraut auf Buchweizen mit Datteln, (vegetarischen) Würstchen und Feldsalat

Aus der einfachen vegetarischen Küche
Guten Appetit wünschen Gabriele und Wolfgang Ritter

Rotkraut auf Buchweizen mit Datteln, (vegetarischen) Würstchen und Feldsalat
Buchweizen mit Gemüsebrühwürfel ca. 20 Minuten kochen. Gewürfelte Zwiebeln in Olivenöl anbraten, fein geschnittenes frisches Rotkraut nach Belieben mit einem halben Apfel und einer halben Tasse Wasser garen, Datteln dazu geben und fünf Minuten ziehen lassen. Würstchen oder Lupinenbratlinge anbraten. Mit Gewürzen oder Saucen abschmecken.

Eine Initiative gegen Landgrabbing

Leserbrief von Veronika Himstedt

Als Gründungsmitglied des Bio-Verbraucher e.V. verfolge ich anhand der Mitgliederbriefe mit großem Interesse und Dankbarkeit die Kontinuität, mit der dieser Verein sich den brennenden Problemen der Ernährung und Landwirtschaft widmet.
Vergleichbare Intentionen verfolgt auch die GLS-Treuhand e.V. – ein Schwesterunternehmen der GLS-Bank e.G. – mit ihrer „Zukunftsstiftung Landwirtschaft“. Deren Aktivitäten werden u. a. auch im regelmäßig erscheinenden „Bankspiegel“ der GLS-Bank veröffentlicht. In dessen Ausgabe 1/2015 konnte man erfahren, dass in diesem Jahr mit der Gründung der gemeinnützigen „Bio-Boden e.G.“ das Problem des „Landgrabbing“ bei den Hörnern gepackt wird und dieses Thema bei nun schon über 400 Genossenschaftsmitgliedern ein breites Echo gefunden hat. Bereits vor der Gründung der Bio-Boden e.G. konnten mit hierfür bereitgestellten Mitteln ca. 2500 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern erworben und der Bio- Bewirtschaftung zugeführt werden.
Die neu gegründete Bio-Boden e.G. lässt hoffen, dass diese Bemühungen, Eigentum an Grund und Boden zu „neutralisieren“, d.h, dem Erbstrom und der Spekulation zu entziehen und dauerhaft der Bio-Bodenbewirtschaftung zuzuführen, auf fruchtbaren Boden fallen. Ich meine, dass diese Initiative auch in das Bewusstsein unserer Vereinsarbeit gehoben werden könnte und in unseren Veröffentlichungen erwähnenswert ist, auch im Sinne einer besseren Vernetzung vergleichbarer Initiativen.

Mehr Bio für die Schulen, Kindergärten und Altenheime

Bericht von Geoffrey Glaser in: Famos – Das Nürnberger Familienmagazin, 4/2015

Giftige Erdbeeren aus China für unsere Kinder? Nicht mit uns, sagen Eltern und fordern zunehmend gesundes Essen in Kita und Schule. Wie das geht, zeigt der Kongress “Stadt – Land – Bio” in der NürnbergMesse. Anfang 2016 geht er in die zweite Runde. Und zwar parallel zur Weltleitmesse für Bio-Produkte, der BioFach. Auf dem zweitägigen Kongress informieren sich Bürgermeister und Gemeindemitarbeiter, wie mehr “Bio” auf die Teller von Kitas, Schulen und Altenheimen kommen kann, wie regionale Anbieter gestärkt werden und wie die eigene Kommune davon imagemäßig profitiert. Denn “grün”, “nachhaltig” und “bio” sind Standortfaktoren, die sowohl der eigenen Bevölkerung guttun, als auch anziehend wirken auf Gewerbeansiedlungen und Tourismus. Der Kongress steht unter der Schirmherrschaft von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Die Teilnehmer erhalten exklusive Führungen über die BioFach.
Zum Vormerken: Kongress “Stadt – Land – Bio” am 11. Und 12. Februar 2016, Messezentrum Nürnberg, NCC West. Die Teilnahme – nur für BioFach-berechtigte Besucher – ist kostenfrei. Anmeldung unter www.stadtlandbio.de

Sie haben im Ernst geglaubt, das Thema Gentechnik sei schon durch?

Sie haben im Ernst geglaubt, das Thema Gentechnik sei schon durch?
von Wolfgang Hassenstein, GREENPEACE MAGAZIN 5.15, Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von andrea.wohlers@greenpeace-magazin.de, Auszüge

Leider falsch! Zwar wachsen auch 20 Jahre nach Beginn des kommerziellen Anbaus kaum genmanipulierte Pflanzen auf europäischen Feldern. Doch nun sollen neue Methoden chirurgische Eingriffe ins Erbgut erlauben und den Anbau auch in Deutschland möglich machen – ohne Sicherheitsprüfung und Kennzeichnungspflicht. Es droht der Einzug von „Genfood“ durch die Hintertür. Zugleich setzen sich in der konventionellen Pflanzenzucht biotechnologische Verfahren durch, die auch Umweltschützer begrüßen. Und einige Öko- Pioniere, die Gemüse für Biobauern züchten, besinnen sich auf alte Tugenden. Wir erklären die Unterschiede in vier Kapiteln: Die alte Schule – Gentransfer mit Geschützen, Neue Züchtungstechniken – Ist das noch Gentechnik oder schon Super-Gentechnik?, Schlaues Züchten – Der Hightech-Blick ins Erbgut, Ökologische Pflanzenzüchtung – Freiheit fürs Gemüse
Neue Züchtungstechniken
Ist das noch Gentechnik oder schon Super-Gentechnik? Immer häufiger ist nun von „neuen Züchtungstechniken“ die Rede. Raffinierte Verfahren mit komplizierten Namen eröffnen den Bio-Ingenieuren ganz neue Möglichkeiten. Mit ihrer Hilfe können sie einzelne Genabschnitte synthetisch nachbauen oder gar die Pflanzen-DNS auf molekularer Ebene „umschreiben“ wie ein Computerprogramm. Man spricht von „Genome Editing“ oder „synthetischer Gentechnik“.
Es sind ganz unterschiedliche Eingriffe, die so zusammengefasst werden. Die Cisgentechnik etwa ähnelt der klassischen Gentechnik – nur dass DNS-Abschnitte innerhalb einer Art übertragen werden, etwa von einer Apfelsorte auf die andere. Revolutionärer ist eine Methode namens CRISPR-Cas: Sie soll es zum Beispiel ermöglichen, künstlich erzeugte DNA-Schnipsel ganz gezielt ins Erbgut einzubauen. Wieder andere Techniken verändern nicht die DNS selbst, sondern beeinflussen die Genregulierung, also die Aktivität bestimmter Gene.
Gemeinsam ist den neuen Methoden, dass keine artfremden Gene übertragen werden. Es erübrigt sich also die von vielen Menschen als unethisch oder unheimlich empfundene Praxis, Erbmaterial ganz unterschiedlicher Organismen zu vermischen. Nun hoffen die Saatgutfirmen, dass zumindest einige der so entwickelten Pflanzen nicht den strengen EU-Gentechnikregeln unterworfen werden. Das würde ihnen teure Sicherheitsprüfungen ersparen und die Zulassung erheblich erleichtern. Es könnte aber den Einzug der Gentechnik durch die Hintertür bedeuten.
Streit gibt es derzeit um die sogenannte Oligonukleotid-Technik. Mit ihrer Hilfe hat die kalifornische Firma Cibus eine herbizid-resistente Rapssorte entwickelt, die sie gerne auf den europäischen Markt bringen würde. Im Februar hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) entschieden, der Raps sei „nicht als Gentechnik im Sinne des Gentechnikgesetzes“ einzustufen. Demnach dürfte auf deutschen Äckern erstmals Designer- Saatgut ausgebracht werden – ohne dass man dies dem möglicherweise einmal daraus gewonnenen Rapsöl ansehen könnte. Umwelt- und Bioverbände laufen gegen die Entscheidung Sturm. Die Oligonukleotid-Technik sei „eindeutig Gentechnik“, der Anbau müsse verboten werden.
Wie kommt es zu den gegensätzlichen Urteilen? Bei der Methode schleusen die Biotechniker sehr kurze DNS-Abschnitte (Oligonukleotide) in die Zellen ein. Sie wurden im Labor natürlichen Gensequenzen nachempfunden, aber durch eine gewünschte Eigenschaft ergänzt. Die synthetischen DNS-Schnipsel werden aber laut ihren Entwicklern nicht ins Erbgut eingebaut. Sie sollen an vorgegebenen Stellen Punktmutationen auslösen, also zum Beispiel den Austausch einzelner Gen-Buchstaben bewirken – und anschließend von der Zelle abgebaut werden. Kompliziert wird es, weil sich so erzeugte Veränderungen nachträglich nicht von natürlich entstandenen Mutationen unterscheiden lassen.
Das BVL argumentiert, die Methode sei „risikoarm, weil sie zielgerichtet ist“. In der konventionellen Pflanzenzucht wird die Mutationsrate teils durch Bestrahlung oder Chemikalien erhöht – das sei viel rabiater. Die Gegner aber weisen darauf hin, dass laut EU-Richtlinie alle Verfahren als Gentechnik einzustufen sind, „bei denen in einen Organismus direkt Erbgut eingefügt wird, das außerhalb des Organismus zubereitet wurde“. Christoph Then erklärt, man „zwinge“ der Zelle Veränderungen durch ein Verfahren auf, das in der Natur gar nicht vorkomme. Was dabei im Erbgut geschehe, sei nicht ausreichend verstanden. „Der Cibus-Raps droht zum Türöffner für eine Reihe neuer Produkte zu werden, die mithilfe von Genome Editing hergestellt werden“, fürchtet er. Auch größere Teile des Erbgutes könnten künftig „radikal umgebaut“ und die genetischen Veränderungen in der Umwelt verbreitet werden, ohne dass der Gesetzgeber dies noch kontrollieren könne.
Ende Juni schaltete sich die Europäische Kommission ein. Sie empfahl den Behörden in den Mitgliedsländern, die Freisetzung des Rapses vorerst nicht zu genehmigen. Bis Ende des Jahres will sie untersuchen lassen, ob und welche der neuen Züchtungstechniken unter die Gentechnikregulierung fallen.
Was den Cibus-Raps auszeichnet, ist, wie gesagt, wieder einmal eine Herbizid-Resistenz. Problematisch ist auch, dass sich das Erbgut von Raps, der in Europa wilde Verwandte hat, durch Pollenflug ausbreiten kann. Es wäre also eine Sorte, deren Zulassung Deutschland aus umweltpolitischen Gründen ablehnen könnte – sofern sie als gentechnisch verändert eingestuft wird.

Lebensmittel werden besser – Bio-Produkte nicht automatisch gesünder und schmackhafter

Lebensmittel werden besser – Bio-Produkte nicht automatisch gesünder und schmackhafter,
so titelten die Nürnberger Nachrichten am 26. November 2015 (S. 19). Bericht von Wolfgang Ritter

Die Stiftung Warentest hatte in 50 Tests über 100 konventionelle und über 200 Bio-Produkte untersucht. Gesamtergebnis: Die Qualität von Lebensmitteln beider Gruppen habe sich verbessert. Das ist erfreulich. Als Beweis für die Aussage, Bio-Produkte seien nicht automatisch „besser, schmackhafter oder gesünder“, werden Blindverkostungen angeführt. Dazu mein Kommentar:
Der Geschmack hängt bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen oft mehr von der Sorte als von der Anbaumethode ab.
Konventionelle Convenience-Produkte dürfen Geschmacksverstärker enthalten, können deshalb intensiver schmecken als Bio-Produkte. Geschmacksverstärker sind künstliche Zusätze, die Allergien auslösen können; sie sind für Bio-Produkte nicht zugelassen.
Wie will man durch Verkostungen zu dem Urteil gelangen, Lebensmittel seien „besser“ oder „gesünder“, wie oben angeführt?
Dass Schadstoffe auch in einzelnen Bio-Produkten nachgewiesen wurden – ein weiteres angeführtes Argument dafür, dass Bio nicht automatisch gesünder sei -, erstaunt nicht wirklich, können doch Bio-Erzeugnisse beim Anbau durch die allgemeine Umweltbelastung, beim Transport oder der Verarbeitung durch ungenügend gereinigte Transportmittel oder Produktionsanlagen kontaminiert werden. Auch von den Verpackungen, z.B. Mineralöle in Kunststoffen, können Belastungen ausgehen. Krasse Beispiele für Kontaminationen dieser Art finden Sie weiter unten (Gemüsebreie und Weichweizengrieß). Was die Belastungen mit Pflanzenschutzmitteln angehe, so das Warentest-Urteil, sei Bio-Ware „mit Abstand am saubersten“. Das freut uns und war auch nicht anders zu erwarten.

Räucherlachs und Gemüsebreie im Test
Aus: ÖKO-TEST 11-2015, Bericht von Wolfgang Ritter

Räucherlachs
Untersucht wurden 20 Räucherlachse: 5 aus ökologischen 10 aus konventionellen Aquakulturen und 5 Wildlachse. Die Bio- und Wildlachse sind mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet worden. Die konventionellen sollten Sie lieber meiden: nur einmal „befriedigend“, achtmal „ausreichend“, einmal „mangelhaft“. Grund für die schlechten Beurteilungen: Nachweis von Antifoulingmitteln, Chemikalien, Pestiziden, das Fischfutter enthält synthetische Farbstoffe, damit der Lachs rot wird, und Ethoxiquin sowie tierquälerische Massentierhaltung.

ÖKO-TEST-Siegel-Beurteilung
Naturland: Fische und Umwelt leiden nicht unnötig unter dem Fang
EU-Bio: Besatzdichte = doppelt so hoch wie bei Naturland, Chemikalien sind teilweise erlaubt
MSC: Hinweis auf kontrollierte Fischerei, aber kein Nachweis, Grundschleppnetze erlaubt
ASC: kein Nachweis für wirklich nachhaltige Zucht, Regeln sind strenger als die gesetzlichen
FOS: wenig verpflichtende Vorgaben für Aquakulturen, Zertifizierung intransparent

Gemüsebreie
Das klingt gut: 16 der 17 untersuchten Baby- und Kindergemüsebreie sind Bio-Produkte. Doch Vorsicht: Acht davon sollten Sie Ihrem Kind nicht zumuten; sie enthalten „bedenkliche Inhaltsstoffe“, wie Nitrat, Benzol oder Cadmium. Diese Breie sind: dm Babylove Zucchini mit Kartoffeln, Holle Karotten Demeter, Testurteil für beide „befriedigend“; Alete für kleine Entdecker Pure Karotte, Testurteil „ausreichend“; Rossmann Babydream Rahmspinat mit Kartoffeln, Bonano Biomio Gartengemüse, Hipp Pastinaken mit Kartoffeln, Testurteil für die letzten drei „mangelhaft“. Alle Gemüsebreie enthalten PVC, PVDC oder chlorierte Verbindungen in den Verpackungen.

Produktwarnung: Bio-Weichweizengrieß mit Mineralöl belastet
Foodwatch hat Rewe mit Labortest den potenziell krebserregenden Stoff nachgewiesen. Rewe droht daraufhin „rechtliche Schritte“ an, anstatt das Produkt aus den Regalen zu nehmen.
Quelle: Foodwatch-Newsletter vom 4.12.15

Kühe – mit und ohne Hörner

Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurde vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) der Investitionsbedarf für Laufställe für behornte Milchkühe ermittelt. Die routinemäßige Enthornung von Milchkühen ist laut EG Öko-Verordnungen nicht mehr ohne weiteres möglich. Ein Erfolg für alle Milchbauern, die eine Enthornung bisher abgelehnt haben. Daher besteht Bedarf an Stallkonzepten, die für behornte Milchkühe geeignet sind. Nach den Untersuchungen haben Milchviehställe für horntragende Kühe durchschnittlich einen etwa 30–40 % höheren Platzbedarf je Tierplatz als Ställe für hornlose Kühe. Die Ergebnisse sind wichtige Eingangsgrößen für weiterführende Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Quelle: Auszüge aus Newsletter FiBL Deutschland e.V., forschung@fibl.org

Viele Viehhalter – auch Bio-Bauern -, die hornlose Rinder halten wollen, vermeiden die Enthornung, in dem sie für die Nachzucht gezielt den Samen von genetisch hornlosen Bullen einsetzen. Der Nachwuchs reinerbiger (homozygoter) Bullen ist in jedem Falle hornlos. So kann der Bestand an hornlosen Rindern rasant vermehrt werden. Deutschlands Rinderherden sind zunehmend genetisch hornlos. Ein Blick in das Herdbuch der jährlichen Zuchtbullenauktion in Bonn zeigt beispielhaft die Entwicklung: Anteil der genetisch hornlosen Zuchtbullen 2010 = 45%, 2013: 75%.
Quelle: bioNachrichten August 2015, S. 36, Bio-Kreis e.V., www.biokreis.de

Der Regenwurm als Helfer beim Humusaufbau

Bericht von Wolfgang Ritter von der Demeter- Herbsttagung am 25. Oktober 2015 im Rudolf Steiner Haus Nürnberg
Im Jahr des Bodens hatten die Organisatoren drei Referenten zum Thema „Humusbildung – bedeutend für den biologischen Landbau“ eingeladen.

Dr. Johannes Fetscher von der Heydenmühle, Werkstatt für behinderte Menschen in Ötzberg, sprach neben zwei weiteren Referenten über seine „Erfahrungen mit nachhaltigem Humusaufbau in einem Gartenbaubetrieb“. Der Referent hat mir freundlicherweise sein Manuskript zur Verfügung gestellt; ich gebe im Folgenden eine Zusammenfassung daraus.

Naturprinzip: „Alles, was nicht als Nahrung für Pflanze, Tier und Mensch verbraucht wird, kehrt in den Naturkreislauf zurück und wird zu Humus“. Er enthält die Nahrung für die Pflanzen. Fetscher berichtete zunächst von einem sehr beeindruckenden Erlebnis während seiner Zeit als Demeter-Berater in Nordrhein-Westfalen (1978-92).

Ein Betrieb hatte das Vieh abgeschafft und versorgte seine Böden mit Zwischenfrüchten. Nach der Wintergerste säte er im Juli ein vielseitiges Leguminosen-Gemenge aus und hatte dadurch ungeheure Mengen organischer Substanz, die er im Spätherbst häckselte und aufs Feld ausbrachte. Dann säte er einen frühen Hafer. Das funktionierte hervorragend: Der Boden wurde mit über 100 Punkten bewertet und der Hafer hatte traumhafte Hektoliter-Gewichte. Landwirt und Müller waren glücklich. Bei Bodenproben fielen die vielen schwarzen Regenwurmkanäle in dem gelben Lößlehm auf. Der Zwischenfruchtanbau war ein richtiger Vorstoß zur Belebung des Unterbodens.

20 Jahre später richtete Fetscher im eigenen Gartenbaubetrieb ein zweijähriges Luzerne- Klee-Gras-Gemenge in einer achtgliedrigen Fruchtfolge ein – und hatte ähnlich gute Erfolge. Jetzt begann er sich relativ intensiv für das Leben und Arbeiten der Regenwürmer zu interessieren und teilte die Ergebnisse seiner Forschungen anschaulich mit den Zuhörern der Herbsttagung. Fazit: Der Regenwurm ist ein wichtiger Helfer zum Aufbau von humusreichen Böden. Man muss ihm genügend Nahrung bieten: Mulchen mit gehäckselten Pflanzenresten, wie oben angeführt, ist ein guter Weg. Man kann aber auch Heu einsetzen. Außerdem spart man durch die Bodenbedeckung viel Hackarbeit und Wasser.

Im Jahr 2008 führte Fetscher einen Versuch durch, um zu erforschen, ob man mit Hilfe der Regenwürmer den Humusaufbau auch in tieferen Erdschichten erreichen kann. Dazu wurden zwei Beete eingerichtet, eines mit und eines ohne Kompost- bzw. Mulchauflage. Ergebnis: Die Würmer haben sich innerhalb von fünf Jahren durch die Gabe von einem Kilogramm Heu pro Quadratmeter verfünffacht. Statt 100 Würmer pro Quadratmeter wurden jetzt 500 Würmer gezählt. Auf dem Beet mit Mulchauflage gab es jetzt in 1,5 m Tiefe fast doppelt so viele Wurmröhren mit Humustapete als ohne Bodenbedeckung.

Dieser Helfer des Bio-Landwirts ist fünf Gefahren ausgesetzt: gefressen zu werden, auszutrocknen, die Wohnröhre zu verlieren, durch Agrarchemikalien vergiftet zu werden und zu verhungern. Das Verhungern ist neben dem Verlust der Wohnröhre durch Bodenbearbeitung nach Fetschers Erfahrung die häufigste Todesursache. Die beobachteten Lumbriciden leben etwa 10 bis 12 Jahre in derselben Röhre, werden etwa 15 g schwer und bis zu 30 cm lang. Je kräftiger der Wurm wird, umso tiefer kann er graben und damit die Bodenfruchtbarkeit mit seinem Tapetenbau nach unten tragen. Zwei Fütterungen pro Jahr sind nötig: je ein bis zwei kg pro Quadratmeter im Sommer und Winter.

Bundesverdienstkreuz für Felix Prinz zu Löwenstein
Der Bio-Verbraucher e.V. hat dem Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbandes ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zur Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz mit folgenden Worten gratuliert: Sie haben das Thema Ökolandbau in der Mitte der Gesellschaft platziert und mit Ihrem Buch Food Crash klar gemacht, dass nur durch ihn die wachsende Weltbevölkerung ernährt werden kann. Löwenstein hat geantwortet bedankt sich wie folgt bei uns:

Sehr geehrter Herr Ritter, herzlichen Dank für die Glückwünsche!
Als der Brief mit der Mitteilung kam, dass ich das BVK bekommen soll, hat mich das völlig
unerwartet erwischt. Ich weiß jetzt, dass daran schon seit 4 Jahren gewerkelt worden war…
Weil mir so etwas noch nicht passiert ist, war ich etwas unsicher, wie man damit umzugehen hat. Mir ist aber schnell klar geworden, dass es sich hier nicht um eine Privatangelegenheit handelt, sondern dass diese Auszeichnung öffentlich genutzt werden muss. Ich bin ja nicht der erste aus unseren Reihen, der etwas Vergleichbares bekommt, und jedes Mal, wenn das bislang passiert ist, fand ich das hoch erfreulich. Eine Gesellschaft hat solche Zeichen, um zu unterstreichen, was ihr wichtig ist. Wenn Protagonistinnen und Protagonisten des Ökolandbaus auf eine solche Weise geehrt werden, dann heißt das: „Ökolandbau ist der Gesellschaft wichtig. Deshalb muss man Menschen, die sich für ihn einsetzen, hervorheben.“ Dass diese Botschaft nicht ganz selbstverständlich ist, erlebe ich in der Diskussion immer wieder. Bauernverband oder Agrarindustrie und ihre politischen Unterstützer werden nicht müde zu erklären: „Ökolandbau ist eine ökonomische Nische und in dem Maß, in dem der Verbraucher seine Produkte haben will, soll er stattfinden.“

Wegen dieser Funktion der Auszeichnung ist es keineswegs nur eine Floskel, dass sie auch all den anderen Menschen gilt, die sich für den Ökolandbau engagieren. Da gibt es ja viele und unter ihnen nicht wenige, die es schon länger und unter sehr viel heroischerem Einsatz tun, als ich. Es liegt halt in der Natur der Sache, dass die im Rampenlicht geehrt werden, die dort ohnehin schon stehen. Im Übrigen kann mein eigenes Engagement ja nur stattfinden, wenn es Spaß macht. Und ein sehr wesentlicher Grund, weshalb es mir Spaß macht, sind die vielen wunderbaren mitstreitenden Menschen, denen ich ständig begegne bei irgendwelchen Versammlungen, Vorträgen oder in der politischen Arbeit. Auch deshalb sollten wir uns alle gemeinsam ausgezeichnet fühlen – im doppelten Wortsinn!
Herzliche Grüße
Felix Prinz zu Löwenstein