Käufer- und Verkäufermeinungen

Planetary Health Diet: Eine Ernährung, die Klima und Gesundheit schützt
Ein Beitrag von Christine Fröhlen in der ebl-Woche vom 20. Oktober 2025 (Auszug)

Wie können wir uns so ernähren, dass es nicht nur uns selbst guttut, sondern auch unserem Planeten? Die Antwort darauf gibt die sogenannte Planetary Health Diet (PHD) – ein Konzept, das zeigt, wie Ernährung zum Schlüssel für Klima und Gesundheitsschutz werden kann. Entwickelt wurde sie von internationalen Wissenschaftler*innen der EAT-Lancet-Kommission, um Wege aufzuzeigen, wie sich bis 2050 zehn Milliarden Menschen gesund und nachhaltig ernähren können – ohne dabei die Belastungsgrenzen der Erde zu überschreiten.

Pflanzenvielfalt auf den Teller
Das Grundprinzip: Drei Viertel der Nahrung sollten pflanzlichen Ursprungs sein. Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen bilden die Basis. Tierische Produkte wie Fleisch, Fisch, Eier und Milch sind erlaubt, aber in stark reduzierten Mengen. Denn die Tierhaltung ist für einen großen Teil der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich und verbraucht enorme Mengen an Wasser, Energie und Fläche.

Weniger ist mehr – für Gesundheit und Umwelt
Die Planetary Health Diet will helfen, ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht zu verringern und gleichzeitig Umweltfolgen wie Artensterben, Bodenverlust und Wasserknappheit einzudämmen. Durch weniger tierische Produkte, geringeren Zucker- und Fettkonsum sowie mehr Ballaststoffe fördert sie aktiv die Gesundheit. Gleichzeitig entlastet sie das Klima – laut Umweltmedizinerin Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann stammen allein in Deutschland rund 30 % der Treibhausgase aus der Ernährung.

Biologische Erzeugung: Qualität zählt doppelt
Besonders wichtig ist, wie unsere Lebensmittel erzeugt werden. Die PHD selbst macht dazu keine konkreten Vorgaben – doch klar ist: Nur mit ökologischer Landwirtschaft lassen sich die planetaren Grenzen respektieren. Biologisch erzeugte Produkte schonen Böden, verzichten auf chemisch- synthetische Pestizide und fördern die Artenvielfalt. Regionale und saisonale Lebensmittel vermeiden lange Transportwege und stärken die heimische Landwirtschaft.

Schritt für Schritt zur Planetenkost
Niemand muss von heute auf morgen alles umstellen.

  • Ein guter Anfang ist ein pflanzlicher Tag pro Woche– mit einem bunten Eintopf, einem Linsengericht, einem Gemüsecurry oder einem Getreidesalat.
  • Mit der Zeit lassen sich mehr Hülsenfrüchte, Nüsse und saisonales Gemüse in den Alltag integrieren. Vorgegarte Hülsenfrüchte im Glas, pflanzliche Brotaufstriche oder leckere Kühlprodukte wie Tofu und Tempeh helfen beim Einstieg.
  • Tierische Erzeugnisse wie Fleisch, Eier und Milchprodukte sollten nicht jeden Tag konsumiert werden und natürlich aus artgerechter Haltung kommen. Dafür sind wir auch mit unserer hauseigenen ebl-Metzgerei die beste Adresse, da die Fleisch- und Wurstwaren an unserer Metzgerei-Bedientheke ausschließlich von Tieren von Biohöfen aus der ebl-Region stammen.
  • Auch bei Milchprodukten gilt: maßvoll in kleineren Portionen genießen und mehr Abwechslung durch pflanzliche Alternativen schaffen
  • Für das persönliche Wohlbefinden ist es insgesamt vorteilhaft, weniger verarbeitete Lebensmittel zu konsumieren und auf versteckten Zucker zu achten, z. B. in Riegeln, Softdrinks, stark gesüßten Joghurts usw.
  • Und für die gute Bilanz zählt auch: Lebensmittelreste sinnvoll verwerten und den Wocheneinkauf gezielt so planen, dass möglichst keine Nahrungsmittel verschwendet oder weggeworfen werden müssen.Wie lecker und abwechslungsreich pflanzenbasierte Gerichte sein können, beweist auch unser Mittagstisch in den ebl-Cafés: Montag bis Freitag, täglich ab 11 Uhr.

Test Bio Leinöle

Viele Bio-Leinöle schneiden gut ab, aber manche sollte man meiden

Wir sind immer wieder erstaunt, dass auch Bio-Produkte von ganz unterschiedlicher Qualität auf den Markt kommen. Das gilt auch für Leinöle, die als besonders wertvolle Öle gelten wegen ihres hohen Anteils an wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Genauso lassen einen die oft riesigen Preisunterschiede erstaunen. Auch beim Test von Bio-Leinölen zeigt sich das; der Preis sagt nichts über die Qualität aus. „Sehr gute“ Leinöle gibt es schon für 1,59 € pro 250 Milliliter; das Öl, das den Test nicht bestanden hat, ist das teuerste = 9,69 € pro 250 Milliliter. Hier die guten und die schlechten auf einen Blick:

„Sehr gut“
Dennree = 1,59 €, Die Kleine Mühle/ Teutoburger Ölmühle = 4,49 €,
Dm = 1,65€, Rapunzel =5,99 €, Rewe, 2,99 €, Seitenbacher = 4,29 €
„Gut“
Bio Primo/ Müller = 1,65 €, K-Bio/ Kaufland = 1,35 €
„Mangelhaft“
Netto = 1,35 €, Ölmühle Oberschwaben/ Dreher Bio = 5,99 €, Spreewälderin/ Kunella = 4,16 €,Lidl = 1,35 €
„Ungenügend“
Vitaquell/ Fauser Vitaquellwerk = 9,69 €

Bio-Sauerkraut ist in Ordnung
Von 14 getesteten Bio-Sauerkraut-Marken sind sieben „sehr gut“, sechs „gut“ und eins „befriedigend“. Konventionelle schneiden nicht so gut ab: Von ebenfalls 14 getesteten Marken sind nämlich nur vier „sehr gut“, fünf „gut“, eins „befriedigend“, vier „ausreichend“, eins sogar „mangelhaft“ (Hengstenberg Mildessa Mildes Weinsauerkraut).

Vielfalt stärkt Erde und Mensch

Ein Beitrag von Sebastian Jüngel vom 30.09.2025

Anlässlich des Welternährungstags 2025 weist Ökotrophologin Jasmin Peschke auf die Bedeutung gesunder Ernährungssysteme hin:
Voraussetzung für die Versorgung des Menschen mit gesunden, vitalen Lebensmitteln sind fruchtbare Böden mit vielfältigem Bodenmikrobiom. Die biodynamische Landwirtschaft fördert und ermöglicht nachhaltige Ernährungssysteme. So wird das Anliegen des Welternährungstags am 16. Oktober 2025 ‹Hand in Hand for Better Foods and a Better Future› unterstützt.

«Reis, Mais und Weizen sorgen für mehr als 50 Prozent der Kalorienaufnahme der Menschen weltweit», sagt Jasmin Peschke, Leiterin des Fachbereichs Ernährung in der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum. Das klingt nach einer soliden Grundversorgung. Doch die promovierte Ökotrophologin ergänzt: «Diese drei Getreide werden weitgehend in großflächigen Monokulturen unter hohem Pestizideinsatz angebaut. Die mangelnde Vielfalt gefährdet die Widerstandsfähigkeit der Ernährungssysteme und der Böden – und infolgedessen die menschliche Gesundheit.» Sie begründet dies so: «Die Reduzierung auf ein paar wenige Kulturen verarmt Boden und Biodiversität und damit die Qualität der Lebensmittel. Fehlt zudem die Vielfalt in der Ernährung, ist die Gesundheit der Menschen gefährdet. Es gibt zwar ein reiches Sortiment an Nahrungsmitteln, sie enthalten jedoch meist Zusatzstoffe, die wiederum aus diesen drei Getreidearten hergestellt sind.»

Zum Erhalt und zur Pflege eines vielfältigen Bodenlebens trägt nachhaltiges Arbeiten ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Düngern und Pestiziden bei. Die biodynamische Landwirtschaft praktiziert dies und fördert dadurch Humusaufbau und Biodiversität im und über dem Boden. «Ist das Bodenmikrobiom vielfältig, enthalten auch die Lebensmittel eine reiche Bakterienflora, die kaum pathogene Erreger enthält – im Gegensatz zu konventionell erzeugten Produkten», lenkt Jasmin Peschke den Blick auf Studien wie die von Birgit Wassermann et al (2019). Über die Nahrungsaufnahme setzt sich diese Qualität fort: Das menschliche Darmmikrobiom wird so angeregt, dass menschliche Immunität und Gesundheit unterstützt werden.

In einem biodynamischen Ernährungssystem von Anbau über Verarbeitung bis zu sozialer Einbettung sieht Jasmin Peschke eine Lösung für das Anliegen des Welternährungstags 2025 ‹Hand in Hand for Better Foods and a Better Future› der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Es sei ein recht dringliches Anliegen: Denn die Menschheit ernähre sich ungünstig. Die Anzahl Hungernder nehme ebenso stetig zu wie die Zahl derer, die zu viel essen. Die Ernährungsexpertin ist sich sicher: «Nahrungsmittel können die Brücke sein sowohl zur Gesundheit der Menschen als auch zur Landwirtschaft.»
Studie ‹An Apple a Day: Which Bacteria Do We Eat With Organic and Conventional Apples?› von Birgit Wassermann, Henry Müller und Gabriele Berg,   Web pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31396172
Fachbereich Ernährung am Goetheanum,
www.sektion-landwirtschaft.org/ernaehrung,
Ansprechpartnerin Jasmin Peschke, jasmin.peschke@goetheanum.ch
Quelle:https://www.sektion-landwirtschaft.org/ernaehrungartikel/ea/vielfalt-staerkt-erde-und-mensch

Hirse-Auflauf

Zutaten

Hirse, Brokkoli, Möhren, 1 Päckchen Feta-Käse, 150 g Streukäse, 1-2 EL Gemüsebrühe, 2 Tomaten, Brat-Öl, Gewürze (Salz, Pfeffer, Paprika), frische Gartenkräuter

 Zubereitung

Hirse waschen (1 Tasse Hirse auf 1,1/2 Tassen Wasser) mit Gemüsebrühe etwa 30 Minuten kochen. Inzwischen das Gemüse waschen, klein schneiden und mit Öl, Gemüsebrühe und Kräutern 10 Minuten anbraten, dann 3-4 EL Wasser dazu geben. Nun werden alle Zutaten Schicht für Schicht in eine Auflaufform gegeben. Zuerst ein Teil der Hirse, dann die Hälfte des Gemüses, jetzt den Feta zerbröckelt auf dem Gemüse verteilen, nun eine zweite Schicht Hirse und danach eine zweite Schicht Gemüse einlegen, mit einer Tasse Gemüsebrühe aufgießen, mit Tomatenscheiben belegen, mit geriebenem Käse bestreuen und frischen Gartenkräutern garnieren und auf mittlerer Position bei 180 Grad etwa 50 – 60 Minuten in der Backröhre garen.

Guten Appetit wünscht Familie Ritter

Bio-Branche wünscht neuer Tierschutzbeauftragten Mut 

Auf Silvia Breher wartet ein harter und wichtiger Job

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) gratuliert der neuen Tierschutzbeauftragten Silvia Breher (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, zu ihrer heutigen Ernennung durch das Kabinett.

Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des Bio-Spitzenverbands:

„Silvia Breher mutet sich einen der härtesten und zugleich wichtigsten Jobs zu, die Deutschland zu vergeben hat: Seit Bundesminister a. D. Jochen Borchert (CDU) vor sechs Jahren die Empfehlungen der von ihm geleiteten Kommission für eine bessere Tierhaltung veröffentlicht hat, harren deren Vorschläge aus Praxis, Wirtschaft und Politik der Umsetzung. Das ist für alle Beteiligten mehr als unbefriedigend: Für Abermillionen Schweine und Rinder, die weiter eng eingepfercht ihr Leben fristen müssen. Und für Tausende Tierhalter, die dies ändern wollen, die aber von der Politik hingehalten werden.  

 Bio-Bäuerinnen und Bauern wissen, was es braucht, um Tiere mit dem nötigen Platz, selbst angebautem Bio-Futter, viel Licht im Stall und genügend Auslauf zu halten. Sie wissen, wie viel Freude gute Haltung Tier und Mensch macht, und auch, was dieser Aufwand kostet. Die Bio-Kundschaft weiß das auch: Dass immer mehr Menschen bereit sind, echtes Tierwohl zu honorieren, lässt sich an der anhaltenden Knappheit beim Bio-Fleisch ablesen.  

Wir wünschen Frau Breher in ihrer neuen Funktion den nötigen Mut, um die Mittel für bessere Ställe und mehr Weiden in ganz Deutschland zu organisieren. Eine Tierwohlabgabe auf Fleisch ist überfällig! Nur mit den nötigen Mitteln kann die neue Tierhaltungskennzeichnung, die Schwarz-Rot versprochen hat im März endlich einzuführen, ihr Ziel erreichen: Tiere in Deutschland würdig zu halten.“ 

Quelle: presse@boelw.de vom 27. August 2025

Neue Gentechnik: Wahlfreiheit sichern – Risiken vermeiden!

Beitrag von Campact e.V. Friedrichstr. 155, 10117 Berlin, www.campact.de, info@campact.de

 

„Gerade verhandeln EU-Kommission, Ministerrat und Parlament über ein neues Gesetz zur sogenannten ‚neuen Gentechnik‘. Dabei geht es um Pflanzen, die mit Verfahren wie CRISPR/Cas verändert wurden. Diese sollen künftig ohne Regeln auf Felder und in Supermärkte kommen – ohne Kennzeichnung, ohne Risikoprüfung, ohne Rückverfolgbarkeit und ohne Schutzmaßnahmen.

 

Was klingt wie technische Detailpolitik, betrifft uns alle: Unsere Wahlfreiheit als Verbraucher*innen steht auf dem Spiel. Gentechnisch veränderte Lebensmittel könnten künftig im Regal liegen – ohne dass wir es wissen. Und auch die gentechnikfreie ökologische und konventionelle Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung gerät unter Druck: Wenn Regeln zur Koexistenz und Haftung fehlen, werden mögliche Risiken und Kosten auf die Menschen, die Umwelt und Lebensmittelerzeuger*innen abgewälzt. Diejenigen, die sich Profite durch neue Gentechnik-Pflanzen versprechen, sollen einen Freifahrtschein bekommen – das ist unverantwortlich.
 

Besonders problematisch: Große Agrarkonzerne wollen sich Patente auf Pflanzen sichern – mit neuen Gentechnikmethoden als Türöffner. Damit droht eine Konzentration der Kontrolle über unser Saatgut in den Händen weniger Konzerne. Eine vielfältige und standortangepasste Pflanzenzüchtung ist dann nicht mehr möglich.

 

 

Doch noch können wir handeln: Die letzten Verhandlungsrunden laufen. Wenn jetzt ausreichend Druck aus der Bevölkerung auf die Politik zukommt, können grundlegende Schutzmechanismen im Gesetz gesichert werden. Deshalb unterschreibt die Petition und leitet sie an Bekannte weiter! Wir brauchen viele Stimmen!“

Zwei bayerische Bäuerinnen, Pola Krenkel und Nicole Schmitt, haben eine Petition gestartet und schrieben an verantwortliche Politiker, EVP-Vorsitzenden M. Weber, Landwirtschaftsminister A. Rainer, Forschungsministerin D. Bär, Umweltminister C. Schneider, Wirtschaftsministerin K. Reiche, Justizministerin Dr. S. Hubig, Bundeskanzler F. Merz, EU-Abgeordnete.

Damit Verbraucher*innen, Züchter*innen, Bäuer*innen, Verarbeiter*innen und der Handel auch in Zukunft frei und sicher wirtschaften können, fordern wir vom Europaparlament und der Bundesregierung einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Gentechniken:

  • Erhalten Sie die Kennzeichnungspflicht so, dass Verbraucher*innen auch zukünftig selbst darüber entscheiden können, ob sie gentechnisch veränderte Pflanzen essen oder nicht.
  • Garantieren Sie Züchter*innen, Bäuerinnen und Bauern, Verarbeiter*innen und Händler*innen, dass sie auch in Zukunft – durch effektive Koexistenz- und Haftungsregeln – gentechnikfrei wirtschaften können – ökologisch und konventionell.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Gentechnikpflanzen weiterhin eine Risikoprüfung durchlaufen und sie nur freigesetzt werden dürfen, wenn sie im Schadensfall rückholbar sind, so dass Mensch, Tier und Umwelt vor absehbaren Risiken geschützt werden. Sichern Sie das EU-Vorsorgeprinzip.
  • Setzen Sie sich dafür ein, dass der Zugang zu Saatgut und genetischen Ressourcen erhalten bleibt und nicht unter die Kontrolle weniger Saatgut- und Chemie-Konzerne gerät. Stimmen Sie für ein Verbot von Patenten auf Pflanzen aus der neuen Gentechnik.

Sorgen Sie für verpflichtende Nachweisverfahren durch die Gentechnik-Inverkehrbringer. Dies ist die Grundlage für Transparenz, Vertrauen und Mitsprache in der Gesellschaft.

Wenn Wahlfreiheit, Risikoprüfung, Koexistenz- und Haftungsregeln sowie ein Verbot von Patenten auf neue Gentechnik-Pflanzen und -Produkte nicht im Gesetz verankert sind, muss das Europaparlament und die Bundesregierung im Rat das Gentechnik-Gesetz ablehnen!

Hier kann man die Petition unterzeichnen:

Lobby-Ministerin stoppen: Energiewende verteidigen | Campact

 

Tiefkühl-Rahmspinat und Thunfischdosen

Tiefkühl-Rahmspinat

Bericht von Wolfgang Ritter

Hier wird der Unterschied von Bio-Anbau und konventionellem Anbau offenbar: Die getesteten Bio-Produkte kann man alle essen, obwohl einige von ihnen erhöhte Spuren von Nitrit enthalten (Alnatura, Bio Bio von Netto, Bio Inside von Demeter Felderzeugnisse, Dennree, Rewe und Edeka). Der K-Bio Rahmspinat von Kaufland ist der beste (Beurteilung: „sehr gut“) und günstigste (Preisgleich mit dem Rewe-Angebot: 500 g = 1,88 €).

Es gibt auch drei konventionelle „sehr gute“ Produkte (All Seasons von Aldi, Ja! Von Rewe und Tegut Rahmspinat, sowie zwei „gute“ (Beste Ernte von Netto und Ernte Krone von Norma). Aber sieben Produkte enthalten Pestizid-Rückstände, die gesundheitsschädlichen Schwermetalle Cadmium oder Blei und/ oder erhöhte oder stark erhöhte Spuren von Nitrit. Deshalb wurden folgende fünf Produkte mit „mangelhaft“ bewertet: Bofrost Rahmspinat 757, Eismann Rahmspinat 5085, Iglo Rahmspinat der mit dem Blubb, Jeden Tag Rahmspinat, K-Classik Rahmspinat. Völlig durchgefallen („ungenügend“) sind Frosta Rahmspinat portionierbar und Penny Rahmspinat.

Thunfischdosen

Erfreuliches Ergebnis: Von 29 getesteten Thunfischprodukten „in eigenem Saft und Aufguss“ wurden 27 mit „sehr gut“ bewertet. Nur zwei (Almare Seafood Thunfisch Filets von Aldi Nord und Edeka Thunfischfilets geschnitten) wiesen erhöhte Quecksilbergehalte auf (Bewertung: „befriedigend“).

Quelle: ÖKO-TEST 8.2025

Neues aus der Forschung zur biodynamischen Land- und Lebensmittelwirtschaft

Signifikante positive Effekte durch Einsatz der Hornmist- und Hornkieselpräparate

Zusammenfassung

Im Zeitraum 2018-2020 wurde auf dem Versuchsfeld des Landwirtschaftlichen Instituts in Schumen auf dem Bodentyp Calcic chernozem ein Feldversuch mit Triticale (x Triticosecale Wittmack) durchgeführt. Die Versuchsanlage war im Block-Design mit vierfacher Wiederholung der Varianten auf 10m² Parzellen. Die Aussaat erfolgte im Oktober mit einer Aussaatmenge von 500 keimfähigen Samen/m² nach der Vorfrucht Zuckerrübe (Beta vulgaris L.). In den entsprechenden Zeiträumen wurden Behandlungen in 4 Varianten durchgeführt: 1) unbehandelte Kontroll-Variante. 2) Behandlung mit biodynamischen Präparaten: Präparat 500* (5%ige Lösung) + Fladenpräparat (1,5%ige Lösung) + Präparat 501** (1,5 g auf 300 l H2O/ha). 3) Behandlung mit biologischen Präparaten: Heliosulfur (500 ml/ha) + Freier N (500 ml/ha). 4) Kombinierte Behandlung mit denselben biodynamischen und biologischen Präparaten.

Die folgenden Parameter wurden untersucht: Pflanzenhöhe, Anzahl der Ährchen pro Ähre, Anzahl der Körner pro Ähre, Korngewicht pro Ähre.

Nach der statistischen Auswertung des ersten Studienjahres zeigte sich in allen Parametern ein signifikanter positiver Effekt sowohl bei der kombinierten Anwendung von biodynamischen und biologischen Methoden als auch bei der alleinigen biologischen Methode. Im zweiten Studienjahr wurde in allen untersuchten Parametern ein signifikanter positiver Effekt in den Varianten festgestellt, die mit biodynamischen Präparaten und der Kombination aus biodynamischen und biologischen Präparaten behandelt wurden (p<0,001). Zudem ließ sich für alle betrachteten Parameter eine positive Korrelation nachweisen (p<0,05).

*Präparat 500 = Hornmistpräparat

**Präparat 501 = Hornkieselpräparat

Quelle: Forschungsring e.V.-Newsletter vom 31.03.2025, info@forschungsring.de, forschungsring.de

Neue Erfahrungen gewinnen auf dem Wildensteiner Schafhof

Bericht von Jutta Nigl

 Während unserer diesjährigen Mitgliederversammlung am 21.07.2025 hat Peter Dobrick, Betriebsleiter und Bio-Landwirt des Wildensteiner Schafhofes das Haupt-Catering übernommen. In seinem Vortrag stellte er das Konzept des Hofes sowie auch einen neu gegründeten Verein vor, in dem der Hof eine zentrale Rolle einnimmt. Mein Interesse war in mehrfacher Hinsicht geweckt. Gerne bin ich Peters Einladung gefolgt, den Hof sowie den Verein kennenzulernen.

In Steinhart, einem Ortsteil der Gemeinde Hainsfarth, im Landkreis Donau-Ries, liegt der Wildensteiner Schafhof mit seinem großzügigen Gelände und dazugehörigen Außenweideflächen. Peter hat es sich seit 1990 zur Aufgabe gemacht, gefährdete Schafrassen wie Gotland Pelzschaf, braunes Bergschaf, Wensleydale Schaf u. a. zu züchten und zu erhalten. Herdenschutzhunde der Rasse Pyrenäenberghund werden gemeinsam mit den Schafen gehalten und bewachen diese zuverlässig. Weiter finden Ziegen und zwei Lamas auf dem Hof ein Zuhause. Seit 2010 sind der Hof und seine Produkte biozertifiziert. Angeboten werden verschiedene Rohwollen zum Spinnen und Filzen, edle Felle von unterschiedlichen Schaf- und Ziegenrassen, Fleisch von Schaf und Ziege, Schnäpse von der Streuobstwiese u. a.

Im Jahr 2024 hat sich – mit und um den Hof –  der gemeinnützige, eingetragene Verein für Tiergestützte Pädagogik und Psychotherapie e.V. neu gegründet. Ehemals im Lehramt tätig gewesen vereint der heutige Betriebsleiter – Bio-Landwirt und Heilpraktiker für Psychotherapie – seine langjährigen Erfahrungen in einem neuen Kompetenzprofil, um gemeinsam mit aktiven Partnern den Bereichen Tier- und Naturschutz, Bildung und Erziehung zu dienen. Angesprochen werden interessierte Menschen, die den Wunsch verspüren, nah dran an den Schafen, Ziegen, Hunden und Lamas neue Erfahrungen zu gewinnen. Das können z. B. sein: Kindergeburtstage, Familienfeiern, Einzelgespräche, Zeit zum Nachdenken, Wolle verarbeiten, Unterstützung in persönlichen Krisen, handwerkliches Experimentieren – und Ferienzeiten.

Wie Letzteres auf beeindruckende Weise in kurzer Zeit in die Tat umgesetzt wurde, durfte ich während einer Pilot-Ferienwoche für Kinder im August d. J. hautnah miterleben. Sieben Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren aus verschiedenen Grundschulen verbrachten eine Ferienwoche auf dem Hof, wobei sie von Peter und drei ehrenamtlich Mitwirkenden betreut wurden. Zwei 9-jährige Mädchen stellten mir sogleich nach meiner Ankunft die Schafe, Lämmer, eine Ziege sowie die Lamas vor, die sich auf eingezäunten Innenweiden befanden. Die Kinder bewegten sich bereits nach nur zweieinhalb Tagen sowohl im Umgang mit den Tieren als auch mit den Sicherheitsvorkehrungen auffallend achtsam, sicher und gewandt, dass es mich staunen ließ.

Unter Peters strukturierter Leitung war Raum zum Spielen und Entdecken, zum Gestalten und Fragen, für Abenteuer und Miteinander – doch auch für Rückzugsmöglichkeiten war gesorgt. Dabei war ihm wichtig, dass jedes Kind frei wählen konnte, wie es sich in die Gemeinschaft einbringen wollte. Auf meine Frage im Anschluss an einen leckeren Mittagsimbiss, was die Kinder bisher am meisten beeindruckt hat, gab es ein breites Spektrum von Antworten: …am Bach „herum zu pritscheln“ (zu plantschen), mit Peter zu reden, das Gelände zu erkunden und „Geheimwege“ zu entdecken, Frösche im Weiher zu fangen und zu beobachten, die Tiere zu füttern und zu streicheln, das Erzählen am Lagerfeuer – und natürlich das Schlafen im Heu. Ein 9-jähriger Junge brachte es auf den Punkt: „Die wo nicht hier sind, verpassen viel.“

Peter selbst stellte fest, dass seine Bedenken, es könnte vereinzelt schwierig werden, ausgeräumt wurden. Es freute ihn sehr, dass sich das Miteinander so toll entwickelt hat. Gemeinsam Ferienwochen für Kinder anzubieten und zu gestalten, sei „richtig gut“ und wird sicher oftmals Wiederholung finden.

Am Nachmittag ging es mit einem neuen Natur-Bastelerlebnis weiter. Tags zuvor hatten die Kinder unter Anleitung gelernt, mit einer Handspindel Wolle zu spinnen. Nun hieß es, aus dicken Wollsträngen quadratische Sitzkissen zu weben; auf Webrahmen, die am Hof gefertigt wurden. In ca. 1,5 Stunden entstanden mit viel Energie, Ausdauer und Freude sieben wunderschöne Einzelstücke. Erschöpft und zufrieden präsentierten die Kinder danach ihre Werke.

Den Abschluss meines Besuches bildete ein „Exkurs“ in emotionaler Kompetenz. Aus gegebenem Anlass machte Peter die Gemeinschaft darauf aufmerksam, dass ein Mitglied ihres Betreuerteams aktuell sehr traurig sei. Peter ermutigte dieses, zu erzählen, was ihm so sehr Kummer bereitete. Er öffnete damit für die Kinder einen Raum, das eigene Berührtsein wahrzunehmen und zu äußern. Die Kinder erlebten, wie es möglich ist, wertschätzend auf verschiedenste Weisen Anteil zu nehmen und Mitgefühl auszudrücken. Getragen von dem Wunsch, ihre Bezugsperson zu trösten, ist ihnen das mit viel Herz, der Idee einer großen Gemeinschaftsumarmung und anderen liebevollen Gesten, spürbar gelungen. Das war für Alle eine sehr wertvolle Erfahrung.

Die Zeit von fast 6 Stunden, die ich mit der Gemeinschaft verbringen durfte, hat mir viele prägnante Erlebnisse in einer Intensität beschert, die ich so nicht erwartet hätte. Ein großes DANKE an Alle!

Haben auch Sie Interesse an diesen Themen und dem Wildensteiner Schafhof? Dann lernen Sie Peter auf seinem Hof kennen. Sie erreichen ihn per Mail an peter.dobrick@gmail.com oder telefonisch unter Tel. 09082/2195.

Perspektiven für den Wandel

Bericht von Wolfgang Ritter

Auszüge aus: Jens Göken: Soziale Dreigliederung – Versuch einer Einführung, in: Perspektiven für den Wandel – Wege menschlicher Entwicklung zur Freiheit und sozialer Verantwortung, Hrsg.: Annemarie Jost und Thomas Brunner, 1. Auflage, Berlin (2023)

Göken untersucht in seinem Beitrag alle möglichen Aspekte zu Rudolf Steiners Forderung nach Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben. Auch welche Katastrophen auftreten, wenn Freiheit im Rechts- und Wirtschaftsleben, Gleichheit im Geistes- Wirtschaftsleben oder Brüderlichkeit im Geistes- und Rechtsleben herrschen. Ich bringe hier Ausschnitte seiner Aussagen zum Wirtschaftsleben:

„Schließlich wäre ein gleichberechtigtes Wirtschaftsleben der falsch verstandene, nämlich bereits vom Rechtsleben, von der Politik korrumpierte Kommunismus mit seiner Planwirtschaft, welche nach allgemeinen Gesetzen organisiert ist und entsprechend ihre Güter gleichberechtigt an die Menschen verteilt. Dieses Prinzip hat vielen Menschen eingeleuchtet, aber es ist dem eigentlichen Wesen des Wirtschaftlichen fremd. Denn in der Wirtschaft geht es nicht darum, dass alle gleich viel bekommen, sondern darum, dass jeder das bekommt, was er wirklich benötigt. – Entsprechend geht es aber auch nicht darum, dass jeder sich erjagen kann, soviel er will, sondern eben um den realen, den wirklichkeitsgemäßen, also den gesunden Bedarf (was freilich nicht immer einfach zu bestimmen ist). Eine freiheitlich statt brüderlich-bedarfsorientiert wirkende Wirtschaft indessen gibt das Feld frei für die Stärksten, die sich durchsetzen und soviel Besitz anhäufen, dass sie sich in übergriffiger Weise den anderen überordnen und ihnen ihre eigentlich reichlich vorhandenen Ressourcen wegnehmen. Das ist das, was wir heute haben: eine Freibeuter-Wirtschaft, deren Profiteure die Ideologie in die Welt gesetzt haben, dass die Weltbevölkerung insgesamt zu groß sei und dringend reduziert werden müsse, weil nicht genügend Ressourcen für alle vorhanden seien.“

Vielen Sozial- und Volkswirtschaftlern ist diese Situation durchaus bewusst, Altbundeskanzler Helmut Schmidt nannte sie „Raubtierkapitalismus“. Ändern lässt sie sich so schwer, weil sich die Reichen, die Mächtigen nichts wegnehmen lassen wollen, obwohl sie im Überfluss leben. Göken spricht nun an, wie es sein könnte:

„Vom Geistesleben aus müssen wir schöpferisch sein und die Welt in Bewegung bringen. Im Wirtschaftsleben indessen muss unsere Geste primär eine passive, eine wahrnehmende nämlich sein: Wahrnehmend, was der andere braucht. Dafür müssen Produzenten, Händler und Konsumenten sich näher verbinden, was bei Rudolf Steiner Assoziieren genannt wird. Das entscheidende dabei ist der Vorgang, dass Menschen in unmittelbarere Wahrnehmungsbezüge eintreten und ihre gegenseitigen Bedürfnisse und Ermöglichungen ganz konkret klären. Die Menschen bleiben dabei auch im Wirtschaftsprozess als Individualitäten erhalten, statt als Teil einer Masse in ihm unterzugehen.“

Ganz konkret werden die „gegenseitigen Bedürfnisse und Ermöglichungen“ von Konsumenten und Produzenten in Hofkollektiven geklärt, die unter der Bezeichnung „Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi)“ bekannt geworden und von denen annähernd 300 im Netzwerk „Solidarische Landwirtschaft e.V.“ organisiert sind. Solche und ähnliche Initiativen, die vom Individuum ausgehen, verändern die Welt.* Derzeit darf man nicht hoffen, unsere gewählten Abgeordneten könnten eine grundsätzliche Änderung unseres Wirtschaftssystem einleiten, denn sie müssen oft im Sinne der mächtigen Wirtschaftskonzerne handeln, wenn sie ihre Positionen nicht verlieren wollen. Mächtige Politiker aber, handeln oft autokratisch und kaum im Sinne einer brüderlichen Wirtschaftsweise. Im Bio-Verbraucher e.V. können alle am Bio-Wirtschaftsprozess Beteiligten, wie von Göken angeregt, in „unmittelbarere Wahrnehmungsbezüge“ eintreten. Das geschieht z.B. bei unseren Mitgliederversammlungen, unseren Besuchen von Bio-Firmen und assoziativen Gesprächen.

Kontakt: www.netz.bio, info@bio-verbraucher.de

*Wolfgang Ritter:

– Initiativen, die die Welt verändern, Möllmann Verlag 2013

– Wirtschaft der Liebe – Elemente einer künftigen Wirtschaftsordnung, Möllmann Verlag 2015