Ab 1.1.2023 weniger Antibiotika in der Nutztierhaltung

Das neue Tierarzneimittelgesetz sieht vor, den Antibiotikaeinsatz In der Nutztierhaltung bis 2030 um 50 Prozent zu senken. Gut wenn das die Massentierhalter bewegt, zu einer artgerechteren Tierhaltung überzugehen.

Einiges ist schon erreicht. So gibt es die prophylaktischen Antibiotikagaben kaum noch. Breitband-Antibiotika werden fast gar nicht mehr eingesetzt. Rinder und Schweine nur noch bei Bedarf auf tierärztliche Anordnung geimpft. So ist der Antibiotikaeinsatz in Deutschland in den letzten Jahren gesunken (2011 = 1700 Tonnen jährlich, 2020 = 700 Tonnen).

Eine weitere Antibiotika-Reduzierung ist dringend erforderlich, denn alles, was das Nutztier aufnimmt, erreicht ja über seine Produkte auch uns, macht uns krank oder resistent gegen Antibiotikagaben, wenn sie wirklich einmal nötig sind. Antibiotika-Resistenzen gehören zu den größten Gesundheitsproblemen unserer Zeit, so Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, man spreche auch von einer „stillen Pandemie“.

Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 29.12.2022


Besuch bei Nürnberger Bio-Originale entfällt

Der geplante Besuch muss leider entfallen!

Fr, 18. November, 10-12.00 Uhr: Besuch bei Nürnberger Bio-Originale, Stefan Aster, 90469 

Nürnberg-Langwasser, Doppelmayrweg 18, Führung durch die Lebkuchenfertigung, Verkostung, Verkauf;

Eigene Anreise mit U1 bis Langwasser Mitte und Bus 52, Richtung Katzwang Süd, bis Werkvolksiedlung,

5 Min. Fußweg; Anmeldung bis 12. Nov.: ritter@bio-verbraucher.de, Tel. mit AB 0911 – 40 48 27

Ausflug zu Demeter-Bäckerei Wehr

Sa, 15. Oktober, 13-15.00 Uhr: Ausflug zu Demeter-Bäckerei Wehr in 92348 Stöckelsberg,

Postweg 2a; Backstubenführung, Verkostung, Brotzeit mit dem Bäcker; bitte saubere Schuhe anziehen

und Stofftasche für Brot mitbringen; Anmeldung bis 10. Okt.: ritter@bio-verbraucher.de,

Tel. mit AB 0911 – 40 48 27; Bitte geben Sie an, ob Sie eine Mitfahrgelegenheit brauchen oder bieten.

Pestizidpolitik braucht Kehrtwende: Mehr Ökolandbau statt Glyphosat

Beitrag von Bioland e.V. vom 11.08.2022, Ausschnitt

Im Hinblick auf den Jahresbericht 2021 des BVL zum Inlandsabsatz von Pestiziden sieht Bioland weiterhin erheblichen Handlungsbedarf der Politik und der Zulassungsbehörden. Entgegen dem langjährigen Trend ist der Absatz von Pestiziden in Deutschland im vergangenen Jahr wieder
gestiegen (+ 4%). Insbesondere die Abgabe von Herbiziden (+ 13,7%) hat stark zugenommen. Alarmierend sei vor allem ein Anstieg um 33,9 Prozent (auf 4.097 t) bei dem umstrittenen Totalherbizid Glyphosat von 2019 bis 2021 sowie den beiden stark flüchtigen Mitteln Pendimethalin (+20,9%, auf 723 t) und Prosulfocarb (+46,5%, auf 1.416 t).

„Es ist nicht hinnehmbar, dass der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden erneut ansteigt“, so Gerald Wehde, Geschäftsleiter Agrarpolitik bei Bioland. „Der Einsatz von synthetischen Pestiziden verseucht das Grundwasser, fördert das Artensterben und den Biodiversitätsverlust. Hinzu kommen verunreinigte ökologisch bewirtschaftete Flächen durch Abdrift und Ferntransport, die zu Existenznöten der Landwirte führen können.“

Pestizidreduktion bis 2030

Die Europäische Kommission möchte mit dem Green Deal den Einsatz von Pestiziden bis 2030 um 50 Prozent verringern. „Die Daten aus dem BVL gehen in die falsche Richtung. Brüssel und auch Deutschland müssen jetzt in die konsequente Umsetzung ihrer Ausbauziele zum Ökolandbau kommen: Bis 2030 sollen in Deutschland 30 und EU-weit 25 Prozent der Agrarfläche ökologisch bewirtschaftet sein. Mit dem forcierten Ausbau der ökologischen Landwirtschaft steht ein wirksames Instrument zur  Verfügung, um mit der Pestizidreduktion voranzukommen. Bio7 Landwirte verzichten auf chemisch-synthetische Pestizide und mineralische  Stickstoffdünger und erhalten so unsere Lebensgrundlagen“, so Wehde.

Quelle: Presseabteilung Bioland e.V., leon.mohr@bioland.de

Großer Erfolg für die Natur in Europa!

WeMove Europe, Zuschrift vom 1. Juli 2022, Ausschnitt

Wir haben uns durchgesetzt! Die Agrarkonzerne nutzten alle nur erdenklichen Tricks, damit die EU-Kommission ihr neues Klimagesetz zum Schutz der Natur auf Eis legt. Sie haben dafür sogar den Krieg in der Ukraine benutzt. Aber die WeMove Europe-Gemeinschaft konnte die Wahrheit
mit eurer Hilfe in Brüssel deutlich machen. Wir sind nur noch einen Schritt davon entfernt, die ökologische Wende, die wir brauchen, durchzusetzen.

Wir wissen, dass die Klimakrise die wahre Bedrohung für unsere  Lebensmittelversorgung ist. Schon jetzt machen Dürren und Hitzewellen den landwirtschaftlichen Betrieben in Europa die Arbeit schwer und bringen ihre Ernten in Gefahr. Wir brauchen mehr Natur! Wir müssen unsere Bäume schützen, die als Lungen unserer Erde Treibhausgase absorbieren und den Klimawandel bekämpfen.

Also haben wir gemeinsam dafür gesorgt, dass die führenden Politikerinnen und Politiker der EU die Wahrheit hören. Wir schickten Hunderte von Tweets an den Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius. Unsere Botschaft: Der Schutz der europäischen Natur ist wichtig für unsere Zukunft!
Er stimmte zu: Wir brauchen neue Gesetze zur Wiederherstellung der Natur! (Tweet von Sinkevičius, vom 13. Juni 2022: Die abnormalen Hitzewellen, die Spanien und Frankreich diese Woche erleben, zeigen, warum wir die Natur wiederherstellen müssen. Die Wiederbelebung von
Ökosystemen kann ein Drittel der bis 2030 erforderlichen  Klimaschutzmaßnahmen ausmachen. Zusammen mit EU-Regierungen und der richtigen Gesetzgebung können wir es schaffen!

Wir sammelten über 100.000 Unterschriften! Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern überzeugten wir den Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, das neue Gesetz zu verkünden. Er sagte: „Die Bürger Europas haben dies eingefordert.“

Das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur wird das erste in 30 Jahren sein, das den dramatischen Verlust unserer Ökosysteme stoppt: ein echter Gewinn für unsere Natur. Landwirtschaftliche Betriebe werden verpflichtet, mehr Bäume und Hecken anzupflanzen und den Einsatz chemischer Pestizide zu halbieren. Das schützt Bienen, Schmetterlinge und Feldvögel. Es trägt dazu bei, die Treibhausgase zu reduzieren, die den Klimawandel verursachen.

Un pranzo italiano

Bericht von Wolfgang Ritter

Ein italienischer Landwirt (San Lorenzo) hatte uns ein Paket mit seinen Erzeugnissen geschickt, die er im Direktvertrieb vermarktet. Wir haben das Paket behalten, Freunde eingeladen und ein italienisches Mittagessen bereitet. Es begann mit dem Testen des italienischen Olivenöls. Dazu
wurden Dinkel-Baguette-Stücke ins Öl getaucht. Das schmeckte allen. Dann folgte das Menü.

Antipasti
Um die „zerdrückten grünen Oliven nach Bauernart in Olivenöl“ aufzutischen, gab es zwei Vorspeisenplatten: Mozzarella mit Tomatenscheiben, garniert mit frischen Basilikumblättern und Oliven, beträufelt mit Olivenöl und dem gelieferten Weißweinessig und  Schinkenröllchen mit Datteln gefüllt und ebenfalls mit Oliven garniert. Den Damen waren die Oliven zu säuerlich, für die Herren hat’s gepasst.

Pasti
Die San Lorenzo-Nudeln mit San Lorenzo-Tomatensauce und Streukäse hat allen geschmeckt.

Dolce
Zum Nachtisch gab es selbst gebackenen Kuchen, Eis und den mitgelieferten Café. Auch das hat allen geschmeckt.

Wie teuer ist Bio wirklich?

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit vom Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft e.V. und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau Österreich (www.FibL.org), Ausschnitt

Gründe für den Preisunterschied

Sicher ist: die hohen Folgekosten von viel zu billig (u.a. mithilfe von einem viel zu hohen Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide) produzierten Nahrungsmitteln, ist eine desaströse Fehlentwicklung, die einer politischen Nachregulierung am gesamten System bedarf. Bis diese greift, müssen wir uns mit den Fakten auseinandersetzen: Biolebensmittel kosten heute immer noch meist (etwas) mehr als herkömmliche Produkte. Die Ursachen sind höhere Produktionskosten durch arbeits- und platzaufwändigere Verfahren beim Pflanzenbau und in der Tierhaltung, dazu häufig geringere Erträge und eine oft zeit- und kostenintensivere Verarbeitung. Auch durch meist niedrigere Verarbeitungsmengen sind die Stückkosten höher.
Dazu kommen die Kosten für die umfassende Kontrolle der Bio-Richtlinien, die sich ebenfalls im Preis von Bioprodukten wiederfinden (BÖLW, 20121).
Je nachdem, um welche Produkte es sich handelt, ist der Mehrpreis für Bioprodukte jedoch sehr unterschiedlich und teilweise sogar nur gering. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn man ein Bioprodukt mit einem entsprechenden Markenprodukt vergleicht. Auch ist die Preisspanne gering, wenn man Lebensmittel aus saisonalem und regionalem Bio-Anbau bzw. entsprechend konventioneller Erzeugung miteinander vergleicht.

Das Rechenmodell

Um die Mär von «Bio ist für mich zu teuer» konkret zu entschärfen, ist die Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) (Schlatzer und Lindenthal, 20192) aufschlussreich. Sie zeigt nämlich, dass der Einkauf im Biomarkt gar nicht viel teurer sein muss, als zu konventionellen Produkten zu greifen. So wurde in einer Untersuchung der durchschnittliche Wocheneinkauf für eine vierköpfige Familie in Österreich nach verschiedenen Einkaufsvarianten berechnet und miteinander verglichen. Es wurde deutlich, dass sich der Umstieg des Einkaufsverhaltens hin zu einem Warenkorb mit gesünderen Nahrungsmitteln, d.h.
deutlich weniger Fleisch, mehr Obst und Gemüse, weniger Softdrinks etc. in der Summe preislich kaum niederschlug. Im Gegenteil – durch den Umstieg auf eine gesunde Ernährung könnte eine Familie in einer Woche am Ende einen Geldbetrag sparen, der ihnen ermöglichen würde, einen Anteil von mehr als zwei Dritteln ihrer gesamten Lebensmittel aus biologischer
Erzeugung einzukaufen.

Zugegeben – seine Ernährungsgewohnheiten dauerhaft zu ändern, ist nicht leicht. Doch blicken wir auf die Herausforderungen wie Klimawandel oder das Artensterben, ist ein verändertes Konsumverhalten im Grunde unumgänglich. Je schneller es uns jetzt noch gelingt, den Wandel selbstinitiativ voranzutreiben, umso weniger drastisch werden am Ende die Konsequenzen sein, die ansonsten nicht mehr verhandelbar sind.

Eine der wichtigsten Anpassungen, die jede und jeder vornehmen kann, ist beispielsweise die Verringerung seines Konsums von Wurst und Fleisch. So haben die Wissenschaftler*innen der
bereits genannten Studie errechnet, dass bei einer Veränderung hin zu gesünderer Ernährung mit u.a. einer Reduktion von Fleisch von jährlich derzeit im Schnitt 65 kg/Person auf ca. 20 kg/Person pro Jahr eine vierköpfige Modellfamilie etwa 40 % der ernährungsbedingten
Treibhausgase einsparen könnte. Im Grunde eine gute Nachricht, zeigt es doch das enorme Potenzial von Maßnahmen, die wir selbst in der Hand haben.

Quelle:https://enkeltauglichbio.sharepoint.com/:w:/s/Bndnisenkeltauglich/EQjZZOoXBjRDlaRrD
PYpgcUBcN-3B0BzNcOMEzdp-mos1g?rtime=YOqe7cRd2kg

Die Arbeitsgemeinschaft BioMetropole Nürnberg und der Bio-Verbraucher e.V.

Bericht von Wolfgang Ritter

Bio erleben auf dem Hauptmarkt in Nürnberg

Nach zwei Corona-Jahren konnte die BioMetropole Nürnberg Bio erleben auf dem Hauptmarkt in Nürnberg vom 22.-24. Juli endlich wieder durchführen – diesmal unter dem Titel bioERLEBEN & Agrikulturfestival. Es gab ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm, man konnte essen und
trinken, Vieles probieren, viele Informationen zu Bio sammeln, sein Bio-Wissen testen. Es gab auch Attraktionen für Kinder, z.B. eine Bio-Entdecker-Rallye. Der Bio-Verbraucher e.V. war dabei – auch als eine Anlaufstation der Bio-Entdecker-Rallye.
Unser Angebot an unserem Info-Stand:

  • Bio-Beratungen
  • Verkostungen: Gebäck der Minderleinsmühle und Limonaden der Neumarkter Lammsbräu
  • Man konnte sein Bio-Wissen testen. Die Ergebnisse werden Anfang 2023 veröffentlicht.
  • Bio-Entdecker-Rallye-Station: Kinder konnten sich mit unserer Flockenquetsche und entsprechenden Zutaten ein Bio-Müsli bereiten und mit Bio-Limonaden erfrischen.

BioFach

Nach einer virtuellen BioFach (eBioFach) im vergangenen Jahr fand die Weltleitmesse für Bio- Produkte diesmal im Sommer statt – vom 26.-29. Juli. Wie immer, hatte die BioMetropole Nürnberg einen Info-Stand – unterstützt von einigen ihrer Partner. Der Bio-Verbraucher e.V. war
wie immer dabei.

Höhepunkt am Gemeinschaftsstand war der Besuch des neuen Landwirtschaftsministers Cem Özdemir. Die Umwelt- und Gesundheitsreferentin der Stadt Nürnberg, Britta Walthelm,
moderierte. In einer Gesprächspause fragte Wolfgang Ritter vom Bio-Verbraucher e.V. den Minister: „Kennen Sie den Bio-Verbraucher e.V.?“ Özdemir: „Nein.“ Ritter: „Ich habe Ihnen doch schon zweimal geschrieben. Die Post ist wohl im Vorzimmer hängen geblieben … Ich hatte Sie gelobt, aber auch geschrieben, was wir von Ihnen erwarten.“ Özdemir: „Das ist immer gut. Ich kümmere mich darum.“ Ritter zum Abschied: „Viel Erfolg für Ihre Arbeit.“ Özdemir: „Ich tue mein Bestes.“

Bio-Brotbox-Aktion

Wie jedes Jahr wird die BioMetropole Nürnberg auch dieses Jahr etwa 10.000 gefüllte Brotboxen zum Schulanfang an erste Klassen in der Metropolregion Nürnberg liefern. Der Bio-Verbraucher e.V. unterstützt die Aktion regelmäßig mit einer Geldzuwendung und mit Packhilfe.

Hast auch du Lust auf Gespräche mit Verbrauchern bei Bio erleben, mit Erzeugern auf der BioFach oder zum Brotboxenpacken, dann komme zu uns als ehrenamtliche(r) Mitarbeiter*in. Kontaktiere bitte: Wolfgang Ritter, ritter@bio-verbraucher.de, Tel. 0911 – 40 48 27