Tierische Nahrungsmittel – Fluch oder Segen?

Forschungsbericht von Lukas Maschek vom 20.04.2023

Der weltweite Konsum tierischer Nahrungsmittel ist stark abhängig von Geografie, Einkommen und Bildung und kann sich je nach Konsumverhalten und Produktionsverhältnissen unterschiedlich auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auswirken. Tierische Nahrungsmittel wirken sich auf folgende Umweltbereiche aus:

  • Landnutzung: Tierhaltung beansprucht etwa die Hälfte der weltweit verfügbaren landwirtschaftlichen Fläche. Etwa 50% dieser Fläche besteht aus Grasland, das für den Ackerbau nicht nutzbar ist. Das Erschließen neuer Flächen geht oft mit Entwaldung und Bodendegradierung einher. Oft besteht eine Konkurrenz zwischen Futter- und Nahrungsmittelproduktion.
  • Boden: Sowohl das Weideverhalten als auch Viehdung leisten einen wichtigen Beitrag zu ökologischen und biogeochemischen Bodenprozessen sowie zur Bodenfruchtbarkeit. Als weltweit am weitesten verbreiteter Dünger ist Viehdung auch für den Ackerbau unverzichtbar. Ein Übermaß führt jedoch zu Nährstoffverlusten und wirkt sich nachteilig auf aquatische Ökosysteme aus.
  • Wasser: Die Viehzucht verbraucht etwa 41% des weltweiten landwirtschaftlichen Wassers. Mehr als 90% dieser Menge ist «grünes Wasser», das aus Regenwasser stammt. Bei einer Weidewirtschaft auf Flächen, die sich nicht für den Ackerbau eignen, besteht demnach keine Konkurrenz ums Wasser.
  • Biodiversität: Die Zerstörung intakter Lebensräume für Weiden und Futtermittel sowie der Einsatz von Medikamenten in der Tierhaltung und Pestiziden im Ackerbau führen zu großen Verlusten der biologischen Vielfalt. Viehwirtschaft kann aber auch dazu beitragen, natürliches Grünland und somit die Artenvielfalt zu bewahren. In Europa gehören
    Grünlandlebensräume zu den Ökosystemen mit der höchsten Artenvielfalt.
  • Klima: Die Viehzucht führt zu einem hohen Ausstoß von Treibhausgasen. Etwa 30% der weltweiten Methanemissionen stammen aus der Viehzucht. Weidelandböden enthalten jedoch auch etwa 20% des globalen Bodenkohlenstoffs. Die Menge ausgestoßener Treibhausgase wird maßgeblich durch die zugrundeliegenden landwirtschaftlichen
    Praktiken beeinflusst.
  • Kreislaufwirtschaft: Die Verwendung von Viehdung als Dünger für Weiden und Ackerpflanzen ist ein wichtiger Aspekt der Kreislaufwirtschaft. Auch die Verwendung von Ernte- und Verarbeitungsresten als Viehfutter trägt dazu bei, Produktionskreisläufe zu schließen. Dies betrifft vor allem Wiederkäuer wie Kühe, da sie faseriges Pflanzenmaterial in hochwertige Proteine umwandeln können.

Bezug zur Biodynamik
Ob die Viehwirtschaft schädlich ist für Mensch und Umwelt, den Klimawandel vorantreibt oder integraler Bestandteil einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft darstellt, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Betrachtet man die Viehzucht und insbesondere die Kuhhaltung aus biodynamischer Sicht, so entsteht ein klareres Bild von den ökologischen
Auswirkungen der Kuhhaltung als auch vom Nachhaltigkeitsgedanken der
biodynamischen Landwirtschaft.

Ein zentraler Gedanke der Biodynamik ist der Hoforganismus, also das synergistische Ineinandergreifen aller Teile eines Bauernhofs in einem Kreislaufsystem, das in Harmonie mit der natürlichen Umwelt steht. Kühe spielen in diesem System eine wesentliche Rolle, da sie eine Reihe von wertvollen Leistungen erbringen. Als Wiederkäuer können sie zähe Pflanzenteile und auch Erntereste in hochwertige Proteine und Nährstoffe umwandeln. Wenn Kühe grasen, lockern sie den Boden auf und verbessern den Luft- und Wasserhaushalt des Bodens. Außerdem ist ihr Dung reich an Nährstoffen, fördert das Pflanzenwachstum und verbessert die Bodenfruchtbarkeit. Die Kreislaufwirtschaft erzeugt einen Großteil des Futters selbst. Diese Praxis reduziert die mit dem Import verbundenen
Kohlenstoffemissionen. Zudem bauen biodynamische Landwirte in der Regel eine Vielzahl von Feldfrüchten an, die sie als Futter für ihre Kühe verwenden.

In der biodynamischen Landwirtschaft wird kein Kraftfutter wie Soja benötigt und somit die Entwaldung in tropischen Ländern reduziert. Der Wasserbedarf der Kühe wird fast komplett durch Regenwasser und saftiges Gras gedeckt. Ihr Weideverhalten fördert die Bodenfruchtbarkeit und die Kohlenstoffspeicherung im Boden. Zudem beugen sie der Verbuschung von Weiden vor. Ihr Futter stammt vom Hof und konkurriert nicht mit
menschlicher Ernährung. Ihre Besatzdichte ist niedrig und an die ökologischen Kapazitäten angepasst. Unter diesen Vorzeichen sind Kühe nicht nur ein essenzieller Bestandteil des Hoforganismus, sondern auch Teil einer langfristig nachhaltigen und umweltverträglichen Landwirtschaft.

Quelle: https://www.sektion-landwirtschaft.org/forschung/kuh-und-klima/ea/tierischenahrungsmittel-fluch-oder-segen

Die neue Humustheorie

Ein Beitrag von Dr. Konrad Egenolf

Eine weitere Schwachstelle der klassischen Humustheorie war der fehlende Nachweis der Huminstoffe im Boden selbst. Lange Zeit standen die dafür nötigen Analysetechniken schlicht und einfach nicht zur Verfügung, erst zu Beginn der 2000er standen spektroskopische Techniken bereit (Nano SIMS), die eine Untersuchung der organischen Bodensubstanz direkt
im Boden, also ohne Extraktionsschritt, ermöglichten. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen waren revolutionär. Die Huminstoffe, wie man sie bislang beschrieben hatte, fand man im Boden nicht. Die Verbindungen, die den Dauerhumus ausmachten, waren genau die einfachen Moleküle, z.B. Proteine, Lipide oder Polysacharide, die insbesondere beim mikrobiellen Abbau leicht zersetzbarer Pflanzenreste entstehen. Keinesfalls handelte es sich um die komplexen und stabilen Verbindungen, die man in den alkalischen Extrakten gefunden hatte, Huminstoffe schienen ein Artefakt des Extraktionsverfahren zu sein.

Stattdessen ließ sich die Stabilität der Dauerhumusfraktion auf einen anderen Umstand zurückführen. Die besonders alte organische Bodensubstanz fand sich auf den Oberflächen der Tonmineralien. Calcium- oder Aluminium-Kationen fungieren dabei als Brückenbildner für
sogenannte Ton-Humus-Komplexe, durch die die organische Bodensubstanz effektiv vor mikrobiellem Abbau geschützt wird (siehe Grafik). Noch etwas war auffällig: In den Ton-Humus-Komplexen entdeckte man einen hohen Anteil mikrobieller Zellwandbestandteile – ein
Hinweis auf abgestorbene Mikroorganismen. Hier lag die klassische Humustheorie also doch nicht ganz falsch, das Bodenmikrobiom ist entscheidend für die Humusneubildung. Aber damit die mikrobiellen Abbauprodukte und Überreste abgestorbener Mikroorganismen in Ton-
Humus-Komplexen stabilisiert werden können, müssen die Mikroben ihr Futter in unmittelbarer Nähe der Tonpartikel verdauen, sprich Organik und mineralische Bodenmatrix müssen in direkten Kontakt kommen. Am effektivsten scheint dies durch Pflanzenwurzeln und insbesondere ihre Ausscheidungen (Wurzelexsudate) bewerkstelligt zu werden. Auch wenn
diese Ergebnisse noch nicht sehr konsolidiert sind, zeichnet sich ab, dass Wurzelexsudate, die in den Boden hineindiffundieren und sich so fein verteilen, um ein Vielfaches (Faktor 2-10) effektiver zum Aufbau stabiler Ton-Humus-Komplexe beitragen als abgestorbene Pflanzen- und
Wurzelreste oder Wirtschaftsdünger.

Letztere tragen nach der neuen Humustheorie eher zur sogenannten partikulären organischen Substanz, auf Englisch particulate organic matter (POM), bei. Diese beschreibt in Bodenaggregaten eingeschlossene Streustoffe, die durch den Einschluss konserviert werden. Eine Ausnahme bilden Pflanzen- oder Erntereste, die als Mulchauflage auf dem Acker
verbleiben. Diese dienen den Regenwürmern als Nahrung, durch die im Darm der Tiere stattfindende Durchmischung mit dem Mineralboden wird die Organik hier wiederum sehr effektiv in Ton-Humus-Komplexen stabilisiert.

Konsequenzen für die Landwirtschaft
1) Humus durch intaktes Bodengefüge vor mikrobiellem Abbau schützen
Der erste Paradigmenwechsel, der sich aus der neuen Humustheorie ergibt: Humus unterliegt einem kontinuierlichen Abbau. Der als Dauerhumus bezeichnete Teil ist keineswegs resistent gegenüber mikrobiellem Abbau, sondern nur solange geschützt wie er in Bodenaggregaten eingeschlossen (POM) oder an Tonmineralien sorbiert (Ton-Humus-Komplexe) vorliegt. Der in der POM-Fraktion gespeicherte Kohlenstoff überdauert Jahrzehnte bis wenige Jahrhunderte im Boden, der in den Ton-Humus- Komplexen gespeicherte Kohlenstoff kann viele Jahrhunderte im Boden überdauern. Für die Stabilisierung der Aggregate und die Bildung der Ton-Humus-
Komplexe ist in unseren Breiten Calcium der entscheidende Brückenbildner. Wird die Calcium-Versorgung eines Standorts vernachlässigt, leidet die Bodenstruktur, die organische Bodensubstanz wird weniger gut stabilisiert und es kann zu Humusverlusten kommen. Intensive Bodenbearbeitung schädigt ebenfalls die Bodenstruktur. Durch den mechanischen Eingriff werden Aggregate aufgebrochen, die darin konservierte organische Bodensubstanz wird freigelegt und durch das Bodenleben verstoffwechselt. Der einer Bodenbearbeitung folgende Mineralisationsschub ist ein Indiz dafür. Durch die mechanische Bodenbearbeitung haben Ackerböden im Vergleich zu Grünland- oder Waldböden typischerweise deutlich
niedrigere Gehalte an partikulärer organischer Substanz (POM).

2) Mikrobielle Aktivität für die Humusneubildung fördern
Was zunächst kontraintuitiv erscheint, ist die zweite wichtige Erkenntnis aus der neuen Humustheorie. Sowohl für die Bildung der partikulären organischen Substanz als auch für die Entstehung von Ton-Humus-Komplexen bedarf es eines aktiven Bodenlebens. Die Verklebung
der Bodenpartikel zu Aggregaten (POM) wird maßgeblich durch pflanzliche und mikrobielle Schleimstoffe und durch das von Pilzhyphen produzierte Glomalin gefördert. Bei dem in Form von Ton-Humus-Komplexen stabilisierten Kohlenstoff handelt es sich zum Großteil um Stoffwechselprodukte und Zellwandbestandteile von Mikroorganismen. Mikrobielle Aktivität ist also eine Grundvoraussetzung für die Humusneubildung.

3) Das Bodenleben kontinuierlich ernähren
Ein aktives Bodenmikrobiom braucht Nahrung. Solange es durch einen wachsenden Pflanzenbestand ernährt wird, trägt es zur Humusneubildung bei. Sinkt das Nahrungsangebot, z.B., weil der Boden brachliegt, wird es sich am Humus bedienen. Dies ist ganz besonders im Sommer nach der Ernte relevant, da die mikrobielle Aktivität dann aufgrund erhöhter Bodentemperaturen besonders hoch ist – ausreichende Bodenfeuchte
vorausgesetzt. Am konsequentesten lässt sich eine kontinuierliche Ernährung des Bodenlebens durch eine Dauerbegrünung erreichen. Die Umwandlung von Acker in Dauergrünland ist nicht umsonst die effektivste Möglichkeit Humus aufzubauen. In ackerbaulichen Systemen sollten Brachezeiten durch Zwischenfruchtanbau, idealerweise Untersaaten, minimiert werden.

Zu Nahrungsengpässen und damit verbundenem Humusabbau kann es aber auch nach einer Düngung kommen. Dieses Phänomen wird als Priming-Effekt bezeichnet. Insbesondere nach
der Düngung leicht zersetzbarer organischer Substanz (aber auch mineralischer N-Dünger), kann es zu einer überschießenden mikrobiellen Aktivität kommen, die mehr Kohlenstoff veratmet als ursprünglich zugeführt wurde. Folglich kann es auch dann effektiv zu einem
Humusabbau kommen. Bei sich langsam zersetzenden organischen Düngemitteln (z.B. Rottemist oder Kompost) ist dies weniger relevant, sie gelten daher gemeinhin als Humusfördernd.

Fazit
Es dürfte klar sein, dass in der landwirtschaftlichen Praxis nicht alle der vorgeschlagenen, Humus-fördernden Maßnahmen konsequent umgesetzt werden können. Einige der aus der neuen Humustheorie abgeleiteten Empfehlungen müssen noch durch pflanzenbaulich Experimente überprüft werden. Die neue Humustheorie ist zunächst der Versuch die im Boden ablaufenden Prozesse zu beschreiben. Und vieles spricht dafür, dass sie
dabei der Wirklichkeit deutlich näherkommt als unsere klassische Humustheorie. Damit bietet sie Orientierung für ein Bodenmanagement, das unsere Böden als lebendiges Ökosystems anerkennt und unsere Bodenfruchtbarkeit sowie Bodengesundheit langfristig erhält.
Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, https://www.landwirtschaftskammer.de

Veganer Linsen-Brennnessel-Aufstrich

Bio-Brotaufstriche gibt es in großer Vielfalt. Zur Abwechslung kann man sie aber auch einmal selbst herstellen, besonders dann, wenn viele Kräuter im Garten wachsen oder man sie bei einer Kräuterwanderung gesammelt hat.

Bei uns gab‘s kürzlich viele Brennnesseln, Zitronenmelisse und Salbei.
Zutaten:
Linsen, Brennnesseln, Zitronenmelisse, Basilikum, Salbei, Petersilie und/ oder andere Gartenkräuter, Zwiebeln, Olivenöl, Gemüsebrühe, Gewürze nach Geschmack, z.B. Bertram, Kardamom, gemahlenen Kümmel, Muskat, Rosenpaprika

Zubereitung:
Linsen kochen oder vom Vortag bereithalten, Brennnesseln und andere Kräuter waschen und kleinschneiden. Für die Brennnesseln Handschuhe zum Ernten und handhaben verwenden; dicke Strünke ausschneiden und entsorgen. Ein oder zwei Zwiebeln klein schneiden und im Topf mit Olivenöl glasig anbraten. Dann die Kräuter hinzugeben und fünf Minuten bei mittlerer Flamme dünsten. Jetzt etwa eine Tasse Wasser, zwei EL Gemüsebrühe und die Gewürze hinzugeben, umrühren und weitere fünf Minuten köcheln lassen. Anschließend pürieren und in heiß ausgespülte Gläser füllen und sofort fest verschließen. Das geöffnete Glas kann man 4 bis 5 Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Guten Appetit wünschen Gabriele und Wolfgang Ritter

Mehr Bio in Kantinen und Restaurants

BÖLW begrüßt Kabinettsbeschluss für die Kennzeichnung und Kontrolle von Küchen. Zuschrift des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) vom 19.4.2023.

Am 19. April 2023 verabschiedete das Bundeskabinett neue Regeln für die Kennzeichnung und Kontrolle von Bio in Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung (AHV). Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des Bio-Spitzenverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), kommentiert:

„In Restaurants und Kantinen gilt schon jetzt: Wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin. Dass dies auch in Zukunft so bleibt, dafür sorgt die neue Verordnung zur Kennzeichnung und Kontrolle von Bio-Lebensmitteln in Restaurants, Kantinen oder Mensen.

Neu ist, dass nicht nur die Bio-Zutaten eines Gerichtes gekennzeichnet werden, so dass die Tischgäste erkennen können, ob die Möhren, die Kartoffeln oder die Currywurst aus ökologischem Anbau stammen. Die Küchen und Betriebe können mit einem zusätzlich eingeführtem Bio-Siegel auch ausweisen, wie viel Bio sie insgesamt verwenden. Das neue Siegel für die Ausweisung des Bio-Anteils zertifiziert in drei Stufen: Bronze über 20 Prozent, Silber über 50 Prozent, Gold über 90 Prozent Bio.

Vorbild ist Dänemark, wo ein ähnliches Siegel dazu beigetrug, dass die Dänen heute weltweit am meisten Bio in ihren Kantinen, Mensen und Restaurants genießen können. In Deutschland wird der Anteil von Bio in der AHV auf aktuell nur auf etwa zwei Prozent geschätzt. Viele Kundinnen und Kunden, die im Bio-Laden, Reformhaus oder Supermarkt gerne zu Bio greifen, haben aktuell jedoch in der Mensa oder Pizzeria keine Bio-Wahlmöglichkeit. Die positive Bio-Entwicklung der letzten Jahrzehnte beweist das große gesellschaftliche Interesse an Bio. Besonders deutlich wurde dies in der Corona-Pandemie, wo die Menschen aufgrund der Schließungen aller AHV-Einrichtungen verstärkt zu Bio-Lebensmitteln griffen, um damit zu Hause frische Mahlzeiten zuzubereiten.

Viele Bio-Kantinen und Gaststätten zeigen, wie mehr Bio zu einer gesünderen und kostengünstigen Ernährung beiträgt. Denn bei gleichen Menükosten kommt in den Küchen mehr Frische und weniger vorverarbeitete Ware auf den Teller. Ebenso mehr pflanzliche Kost und weniger Fleisch. Diese Verschiebung der Ernährungsgewohnheiten kommt den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) entgegen und schützt zudem das Klima, die Gewässer und erhält die Artenvielfalt.

Wichtig ist jetzt, die Küchen bei der Einführung bzw. Ausweitung von Bio-Angeboten bestmöglich zu unterstützen. Durch Beratung und Information aber auch durch eine finanzielle Unterstützung bei den Kontrollkosten.“

Testergebnisse für Mineralwasser und sensitive Sonnencremes

Bericht von Wolfgang Ritter

Mineralwasser, medium
Getestet wurden 50 Mineralwässer, medium, davon 10 mit besonderen Auslobungen. Das „Bio Kristall Medium“ unseres Firmenmitgliedes Neumarkter Lammsbräu wurde – wie auch 5 andere der letztgenannten Kategorie – mit „sehr gut“ bewertet. Enttäuscht waren die Tester von
„Oppacher Medium“ („mangelhaft“) und „Berg Quellen Medium“ („ungenügend“). Von den 40 Mineralwässern ohne besondere Auslobungen erreichten 26 die Noten „sehr gut“ oder „gut“, neun „befriedigend“, fünf die Note „ausreichend“.

Sensitive Sonnencremes
Alle sechs getesteten sensitiven Sonnencremes, die als Naturkosmetik zertifiziert sind, erreichten Bestnoten. „Sehr gut“: Alverde Sensitiv Sonnenmilch 30, Lavera Sensitiv Sonnenlotion 30, „gut“: Boep Sonnencreme Sensitiv 30, Eco Cosmetics Sonnenmilch Sensitiv 30, Speick Sun Sonnenmilch 30. Von den nicht zertifizierten Sonnencremes sollte man zwei meiden: Avène Mineralische Sonnenmilch 50 für 22,90 €/ 100 Milliliter („mangelhaft“) und Hautallerliebst (Be) Sensitive Sun Sonnencreme 30 für 18,95 €/ 100 Milliliter („ungenügend“).

Quelle: Öko-Test Magazin 6.2023

Eine Brücke, die uns mit unseren Böden verbindet

Liebe Leserinnen und Leser,

die Hofgemeinschaft Vorderhaslach wurde im Februar 2005 erstes Firmenmitglied im Bio-Verbraucher e.V. Um viele Menschen mit gesunden Demeter-Produkten in der Region versorgen zu können, hat der Demeter-Betrieb auch 100 Hektar Anbauflächen gepachtet. Einer der Verpächter (48 Hektar) ist inzwischen gestorben, und damit gibt es ein Problem. Die
Nürnberger Nachrichten (23.05.2023) und ebl-Naturkost (ebl-Woche vom 26.04.-02.05.2023) berichteten darüber. Hier einen Ausschnitt, von dem, was Frank Braun von der ebl-Redaktion schrieb.

Leider ist Ackerland längst zum Spekulationsobjekt geworden. Uwe Neukamm, Hofgemeinschaft Vorderhaslach, erzählt, dass selbst hier im Fränkischen Jura für Ausgleichsflächen ein Hektar Ackerland mittlerweile bis zu 80.000€ kostet. Mit Landwirtschaft lassen sich Erträge, die solche Kosten tragen können, nicht erzielen. So kaufen Investoren Grund und Boden, die Landwirte haben das Nachsehen, da solche Preise mit Landwirtschaft nicht finanzierbar sind. So auch im Fall der Hofgemeinschaft Vorderhaslach, die 48 Hektar Fläche gepachtet hatte und nun kaufen müssen, um diese einzigartige zusammenhängende Insel der Biodiversität und des CO2-Speichers zu sichern.

Die Idee, die in Partnerschaft mit der Kulturland eG (eG=eingetragene Genossenschaft), verwirklicht werden soll, ist einfach: Kulturland finanziert die Fläche, kauft es gemeinsam mit der Hofgemeinschaft und erhält so langfristig das Land zu günstigen Bedingungen für den Hof. Anteilseigner:innen können wir alle werden. Ein Anteil kostet 500€, gibt uns auch Stimmrecht in der Genossenschaft und macht uns zu Gemeinschaftseigentümern. Eine Kapitalverzinsung bekommen wir für unsere Einlage nicht, sehr wohl aber die Gewissheit, dass wir mit unserem Anteil eine ökologische und soziale Rendite generieren. Und wer will kann nach 5 Jahren jährlich kündigen und bekommt das Geld wieder raus.

Gemeinsam Zukunft säen
Wenn Sie neugierig geworden sind, kommen Sie zum Hoffest. Das findet am 10. September ab 11.00 Uhr in Vorderhaslach statt. Wenn sie einen Anteil an der Hofgemeinschaft zeichnen möchten, hier geht es zur Webseite der Kulturland eG:

https://www.kulturland.de/de/campaigns/hofgemeinschaft-vorderhaslach; Kontakt zur Demeter-Hofgemeinschaft Vorderhaslach: hof@vorderhaslach.com, T. 09158 – 9503998.
Quelle: ebl-Woche vom 26.04.2023

Da die Hofgemeinschaft Vorderhaslach u.a. auch ein SoLaWi-Projekt ist, in dem sich Verbraucher für den Demeter-Hof engagieren, ist auch der Bio-Verbraucher e.V. Genosse in diesem Projekt geworden, denn unsere Satzung sieht vor, assoziative Zusammenarbeit mit Bio-Produzenten, -Händlern und –Konsumenten zu fördern. Nachrichtlich: Bis Mitte Juni wurden insgesamt Anteile für 314.500 Euro gezeichnet.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter

Bio-Gemüsebau Hofmann

Fr, 16. Juni, 15.00 Uhr, Besuch bei Bio-Gemüsebau Hofmann, 90425 Nürnberg-Knoblauchsland, Georg-Höfler-Weg 100, Straba 4 bis Am Wegfeld, umsteigen in Bus 33 Richtung Fürth Hbf. bis Höfles West, dann ca. 10 Minuten Fußweg; Führung, Verkostung, Verkauf

Anmeldung bis 11. Juni: Wolfgang Ritter, ritter@bio-verbraucher.de, Tel. 0911 – 40 48 27

Abend der Begegnung

Mi, 7. Juni, 18.30-22.00 Uhr: Abend der Begegnung; Do-Sa, 8-10.06., 10.30-18.00 Uhr: Bio-Markt der Köstlichkeiten zum Evangelischen Kirchentag in Nürnberg auf dem Jakobsplatz mit Bio-Caterern und Informationsständen zum ökologischen Landbau; Der Bio-Verbraucher e.V. bietet an seinem Info-Stand u.a.: „Kinder macht euch euer Müsli selber!“

Bio-Markt der Köstlichkeiten

Mi, 7. Juni, 18.30-22.00 Uhr: Abend der Begegnung;

Do-Sa, 8-10.06., 10.30-18.00 Uhr: Bio-Markt der Köstlichkeiten zum Evangelischen Kirchentag in Nürnberg auf dem Jakobsplatz mit Bio-Caterern und Informationsständen zum ökologischen Landbau; Der Bio-Verbraucher e.V. bietet an seinem Info-Stand u.a.: „Kinder macht euch euer Müsli selber!“