Fünf Tonnen Hokkaido-Kürbisse sind zu retten

In Ihrer Nähe von Würzburg hat ein Demeter-Betrieb, der sich auf Milch (für die Molkerei Schrozberg), Rote Bete (für Voelkel) und Kürbisse spezialisiert hat, zur Zeit etwa noch 5 Tonnen kleine Kürbisse (Durchmesser etwa 10 cm) auf seinen Feldern liegen, die sehr günstig abzugeben sind, weil sie sonst verrotten würden. Wer rettet sie?

Kontakt: Biohof, Karl Rudolf Kollmar, 74673 Mulfingen-Hollenbach, Brunnengasse 15, Tel.: 07938 – 8753, biokollmar@web.de

Gespickte Süßkartoffeln überbacken

Zutaten

Pro Person eine große Süßkartoffel, Zwiebelschlotten, rohen Schinken in Scheiben, Salami, Käse zum Reiben, 200 g Crème fraiche, Olivenöl, Butter, Salz, Pfeffer

Zubereitung

Süßkartoffeln waschen, einschneiden, in eine feuerfeste Form legen, leicht salzen, mit Olivenöl beträufeln und bei 220 Grad Umluft in der Backröhre garen. (Damit die Kartoffeln nur tief eingeschnitten aber nicht gänzlich durchschnitten werden, legt man sie der Länge nach zwischen zwei Kochlöffel.) Nun bereitet man vor, womit man die Kartoffeln spicken und überbacken möchte. Zum Überbacken schneidet man Zwiebelschlotten in Scheiben, reibt Käse darüber, zerlässt etwas Butter in einer kleinen Pfanne, verrührt Schlotten und Käse mit der zerlassenen Butter und 200 g Crème fraiche. Zum Spicken schneidet man Salami in Scheiben und dreht den Schinken zu kleinen Röllchen.

Wenn die Kartoffeln gar sind, nimmt man die heiße Form mit Topflappen aus der Backröhre, spickt sie mit Schinken und Salami und gibt nun mit einem Löffel die verrührte Soße über die Kartoffeln. Zum Überbacken kommt alles für weitere fünf Minuten in die Röhre.

Guten Appetit wünscht Falk Gabriel

Bundestag verabschiedet Agrarpaket

BÖLW begrüßt geplante Einführung neuer Öko-Regelungen, Pressemitteilung vom 08.07.2024

Der Bundestag hat am 5. Juli 2024 das sogenannte Agrarpaket verabschiedet. Es enthält Regelungen zur GAP, zum Bürokratieabbau, zur Gewinnglättung und zur Besserstellung von Landwirten in der Wertschöpfungskette. Bei der GAP soll es ab 2026 zwei neue Eco-Schemes geben:  eine Weideprämie für Milchviehbetriebe und eine Maßnahme zur Biotopvernetzung. Hubert Heigl, Vorstand Landwirtschaft des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), kommentiert:

„Es ist gut, dass diejenigen Bäuerinnen und Bauern besser unterstützt werden sollen, die ihre Tiere auf die Weide lassen: gut für die artgerechte Tierhaltung, gut für die Biodiversität und gut fürs Klima. Auch das geplante Eco-Scheme zur Biotopvernetzung setzt wichtige Anreize für landwirtschaftliche Betriebe, sich aktiv für mehr Umwelt- und Artenschutz zu engagieren.

Zusammen mit den ebenfalls beschlossenen Steuererleichterungen und Maßnahmen zum Bürokratieabbau bedeutet das Agrarpaket einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Die Entlastung der Betriebe von Kosten und überbordender Bürokratie ist dringend geboten, darf aber nicht zulasten von Umwelt und Klima gehen. Denn nur eine ökologisch nachhaltige Landwirtschaft kann auch auf Dauer wettbewerbsfähig sein.“

Quelle: Hubert Heigl, presse@boelw.de, +49 30 28482-307

Was hat die Kuh mit der Fledermaus zu tun?

Mit hochwertigen Angeboten und Aktivitäten will die BioMetropole Nürnberg Kinder, Jugendliche und Erwachsene vom großen Wert des Bio-Landbaus und seiner Erzeugnisse überzeugen. Ein Betrieb im Nürnberger Land stellt sein Informations-Programm vor.

Was hat die Kuh mit der Fledermaus zu tun?

Ein Bericht von Lisa Miller, Dipl.-Sozialpädagogin, Naturpädagogin, Demeter-Gemüsegärtnerin

Diesen und noch mehr spannenden Fragen kommen Kinder und Erwachsene auf die Spur, wenn sie nach Vorderhaslach kommen. Die Hofgemeinschaft Vorderhaslach GbR liegt auf einer Jurahochfläche in der Hersbrucker Schweiz und wirtschaftet seit Anfang der 90er Jahre nach den demeter Richtlinien. Auf gut 100 Hektar zusammenhängender Fläche grasen Mutterkühe und Schafe auf den Weideflächen, wächst Speisegetreide auf dem Acker und wird Gemüse für eine Erntegemeinschaft nach dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft angebaut. Das Fleisch der Rinder und Schafe wird an Privatkunden direkt, und über die regionale Bioladenkette ebl vermarktet, ebenso das Getreide. Zusätzlich zu Wiesen- und Ackerflächen gehören noch 30 Hektar Wald zu den Flächenbeständen. Ein echter Gemischtbetrieb mit einem vielseitigen Hoforganismus also, der nicht nur auf verschiedenen Füßen steht, sondern auch von mehreren Schultern getragen wird.

Anfang diesen Jahres ist noch ein Betriebszweig dazugekommen. Dieser beschäftigt sich nicht allein mit Pflanzen oder Tieren, sondern auch mit Menschen – Bildung auf dem Bauernhof, oder auch Soziale Landwirtschaft lautet die Überschrift. Diese braucht es aus Sicht der Hofgemeinschaft unbedingt, denn das Ziel von Landwirtschaft soll nicht nur Nahrungsmittelerzeugung sein. Sie trägt auch eine gesellschaftliche und soziale Verantwortung. Damit verbunden ist die Aufgabe, die Kulturlandschaft, den Boden und die Menschen (wieder) zusammenzubringen. In Vorderhaslach ist man überzeugt, dass es allen Menschen guttut, eine Verbindung zu unserer natürlichen Lebensgrundlage zu haben. Dazu gehört neben dem Einblick in regionale, handwerkliche und ökologische Nahrungsmittelerzeugung auch das Wissen um den Beitrag ökologischer Landwirtschaft zu einem gesunden Ökosystem und dem damit verbundenen gesellschaftlichen Mehrwert. Dies zu vermitteln, erlebbar zu machen und ein Stück Begeisterung für die Landwirtschaft weiterzugeben, ist der Anspruch der Bildungsarbeit, die allen Altersgruppen offensteht. Für Schulklassen gibt es für den Hofbesuch verschiedene finanzielle Fördermöglichkeiten, zum Beispiel über das Programm Erlebnis Bauernhof.

Dabei geht es neben all dem, was an Wissen und Einblicken gewonnen werden kann auch ganz praktisch zu – es darf mit angepackt werden! Ob auf dem Gemüseacker, bei der Versorgung der Tiere oder bei der Kartoffelernte, in Vorderhaslach gibt es immer etwas zu tun. Der Hofgemeinschaft ist dabei besonders wichtig, dass kein künstlicher Rahmen geschaffen wird. Es geht um das Erleben realer Bedingungen einer vielfältigen und in der Erzeugung regional orientieren Landwirtschaft. Es wird weder ein idealisiertes Bild, noch eine Vorzeigelandwirtschaft oder ein Streichelzoo präsentiert. Es geht vielmehr um die Erlebbarkeit einer kleinteiligen Landwirtschaft, die sich mit den Bedingungen und Herausforderungen vor Ort auseinandersetzen muss.

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Hofgemeinschaft Vorderhaslach
Foto: Lisa Miller

In den Angeboten für Kinder und Erwachsene geht es im Wesentlichen darum, Regionale und saisonale Lebensmittel und ihren Anbau, die Bedeutung der Tierhaltung im ökologischen Landbau sowie die Solidarische Landwirtschaft als eine besondere Form der Vermarktung und des Konsums kennenzulernen. Das bedeutet automatisch mehr über natürliche Kreisläufe und Verbindungen in unserem Ökosystem zu erfahren. Dabei wird auch der Zergliederung unserer Lebensbereiche ein Stück weit entgegengewirkt und Zusammenhänge zwischen Ernährung, unserem Handeln, den natürlichen Ressourcen und der ökologischen Vielfalt werden deutlich sichtbar. Wer nun also wissen will, was die Kuh mit der Fledermaus zu tun hat, ist herzlich eingeladen in Vorderhaslach die Antwort zu finden.

Mehr Info und Kontakt: Hofgemeinschaft Vorderhaslach GbR, Vorderhaslach 1, 91230 Happurg, Tel. +49 (0) 176  23421924,  bildung@vorderhalsach.de, www.vorderhasalch.de

CRISPR-Patente blockieren konventionelle Pflanzenzucht

Neuer Bericht über aktuelle Patentanträge deckt ‚Scheinerfindungen‘ auf

Recherchen von Keine Patente auf Saatgut! zu Patentanträgen aus dem Jahr 2023 zeigen, wie die Verfahren der Neuen Gentechnik (NGT) dazu missbraucht werden, um den Patentschutz auf konventionell gezüchtete Pflanzen auszuweiten. In vielen Fällen werden Genvarianten und Merkmale, die in bereits existierenden Pflanzen vorkommen, mit NGTs ’neu erfunden‘ um den Eindruck einer technischen Erfindung zu erwecken. Werden diese Patente erteilt, erstrecken sie sich sehr oft auch auf die konventionelle Züchtung.

„Es gibt erhebliche Überlappungen zwischen den Patenten auf Gentechnik und Pflanzen aus den zufälligen Prozessen der üblichen Züchtung. Patente auf Pflanzensorten und die Pflanzenzucht sind in Europa verboten, die einzige Ausnahme betrifft gentechnische Verfahren. Die EU muss jetzt die Initiative ergreifen, um die Auslegung des Patentgesetzes zu korrigieren!“, fordert Christoph Then von Keine Patente auf Saatgut!.

Um die Pflanzen zu ‚erfinden‘, werden genetische Merkmale, die in den bestehenden Pflanzenpopulationen entdeckt wurden, mit Werkzeugen wie der Gen-Schere CRISPR/Cas nachgeahmt. Zudem wird Zufallsmutagenese eingesetzt, um gleiche oder ähnliche Genvarianten zu erzeugen. Aus der Sicht der Züchtung sind diese Verfahren aber meist gar nicht notwendig, um die erwünschten Eigenschaften zu erhalten. Nur für die Firmen, die solche Patente anmelden, machen diese Verfahren Sinn: Sie können die Pflanzen als ihre ‚Scheinerfindung‘ beanspruchen.

„Mit diesen Patentanträgen versuchen einige Firmen offensichtlich, konventionelle Züchter*innen in neue Abhängigkeiten zu bringen oder sogar aus dem Markt zu drängen. Werden sie erteilt, können die Patentinhaber*innen den Zugang zu den Pflanzen kontrollieren, mit und ohne Gentechnik”, warnt Annemarie Volling von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V.

Betroffene Pflanzenarten sind Tomaten, Karotten, Gurken, Salat, Brokkoli, Paprika, Spinat, Mais, Weizen, Gerste und Soja. In vielen der Patentanträge werden auch die Lebensmittel beansprucht, die von diesen Pflanzen gewonnen werden. Die Patente auf diese ‚Erfindungen‘ beanspruchen nicht nur NGT-Pflanzen, sondern auch solche aus zufälliger Mutagenese. Zuvor wurden Pflanzen mit zufälligen Mutationen ohne Patentansprüche auf den Markt gebracht und konnten von Züchter*innen frei verwendet werden, neue Sorten zu entwickeln und zu vermarkten. Die Analyse der aktuellen Praxis des Europäischen Patentamtes zeigt, dass Patente auf Pflanzen mit zufälligen Mutationen auch tatsächlich erteilt werden. Obwohl die europäischen Gesetze Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzensorten verbieten, sind bereits mehr als 1000 Pflanzensorten in Europa von Patenten betroffen. Die vorliegenden Daten zeigen dabei, dass einzelne Patente Dutzende von Sorten umfassen können und dass mehrere Sorten von mehr als nur einem Patent betroffen sind.

Quelle: Keine Patente auf Saatgut!, Nachricht vom 20. Juni 2024, Kontakt: Annemarie Volling, Gentechnikexpertin Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), volling@abl-ev.de

Wie gut sind Rapsöle?

Bericht von Wolfgang Ritter

Olivenöl ist zurzeit wegen schlechter Ernten im vergangenen Jahr knapp und deshalb teuer. Rapsöl, das auch bei uns hergestellt wird, könnte eine Alternative sein. Ökotest führte einen Vergleich von den drei beliebtesten Ölen durch: Olivenöl, Sonnenblumenöl und Rapsöl. Sie wurden untersucht auf ihren gesundheitlichen Wert, ihren Geschmack, ihren Preis und ihre Einsatzmöglichkeiten sowie ihren Beitrag zum Klimaschutz. Rapsöl überzeugte als guter, günstiger und (klima-)gesunder Alleskönner.

Ökotest hat auch 30 Rapsöle untersuchen lassen, davon 14 Bio-Produkte. Acht Bio-Öle sind „sehr gut“ oder „gut“ und sechs davon auch sehr günstig. Leider gibt es unter den Bio-Ölen auch solche mit starken Mängeln. Schlechte Noten erhielten Öle, die Hinweise auf Erhitzung zeigten und/ oder Mineralölbestandteile und/ oder aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) aufwiesen. Beim Dennree-Produkt fand man überraschender Weise das seit 1952 in Deutschland verbotene Pestizid DDT. Hier die Testergebnisse:

„Sehr gut“: Dm Bio-Rapsöl kaltgepresst, Naturland, 3,30 €/L; Gut Bio Nativ kaltgepresstes Rapsöl (Aldi Süd, Kleeschulte), 3,30 €/L; Naturgut Bio Rapskernöl nativ, kaltgepresst (Penny, Ölmühle Lehen), 3,30 €/L

„Gut“: Die kleine Mühle Raps Kernöl nussig-fein kaltgepresst, nativ, Bioland (Teutoburger Ölmühle), 15,98 €/L; Ener Bio Rapsöl nativ (Rossmann), 3,78 €/L; K-Bio Natives Rapsöl kaltgepresst (Kaufland, VFI), 3,30 €/L; Moritz Raps Kernöl  kaltgepresst, (Kleeschulte) 11,58 €/L; Rewe Bio Raps-Kernöl nativ (Ölmühle Lehen), 3,30 €/L

„Befriedigend“: Bio Primo Rapskernöl nativ, kaltgepresst (Müller Drogeriemarkt, Kleeschulte), 3,30 €/L

„Ausreichend“: Bio Planète Rapsöl nativ classic (Naturwarenladen), 6,98 €/L

„Mangelhaft“: Alnatura Rapsöl nativ, 4,98 €/L; Tegut Bio Rapsöl kaltgepresst, nativ (Ölmühle P. Brändle), 3,98 €/L

„Ungenügend“: Biovit Bio Rapskernöl kaltgepresst nativ (Ölmühle Brändle), 6,58 €/L; Dennree Rapsöl kaltgepresst (VFI), 3,38 €/L

Quelle: ÖKO-TEST Magazin 8.2024

Wo findet man Bio-Forschungsvorhaben und Forschungsergebnisse?

Die FiBL Projekte GmbH berichtet regelmäßig über Bio-Forschungsvorhaben und Forschungsergebnisse. Bei Jasmin Snigula kann man sich anmelden, um den Newsletter zu erhalten: Tel +49 69 7137699-0, E-Mail: jasmin.snigula@fibl.org. Die Forschungsvorhaben und -ergebnisse werden dargestellt bei https://orgprints.org.

Bespiel: Forschungsergebnis zum Pflanzenschutz im Öko-Obstanbau

Nachhaltige Weiterentwicklung des Gesamtkonzepts des Pflanzenschutzes im Ökologischen Obstbau unter Einbeziehung relevanter gesamtgesellschaftlicher Aspekte auf der Grundlage von fünfjährigen Praxisdaten zur Anwendung von pflanzenschutzrelevanten Maßnahmen (Verbundvorhaben)

Zusammenfassung der Forschungsergebnisse

Das Projekt hat in Zusammenarbeit von Praxis, Beratung und Forschung sowie teilweise auch mit Handelspartnern und externen Experten auf der Basis einer Erhebung von Praxisdaten über sieben Jahre hinweg Strategieansätze für eine Optimierung des Gesamtkonzepts zur Gesunderhaltung der Kulturpflanzen im Öko-Obstbau erarbeitet. Die Praxisdaten und die Strategieansätze zur Pflanzengesundheit wurden erst in Broschürenform und zum Abschluss in einem neu konzipierten Internetauftritt als Roadmap zur Pflanzengesundheit im Öko-Obstbau (www.poseidon.foeko.de) aufbereitet. Die Roadmap kann relativ einfach fortlaufend aktualisiert werden. Damit kann der jeweilige Handlungsbedarf zur Weiterentwicklung des Anbausystems erkannt und auch der Grad der Umsetzung in der Praxis neu entwickelter Maßnahmen verfolgt werden. Ein zusätzliches Tool für ein Benchmarking der Strategien auf Parzellenniveau, das die Strategie gleichzeitig mit der Auswertung aus Prognosemodellen aus dem Portal www.fruitweb.info anzeigt, wurde in diesem Projekt entwickelt und validiert. In verschiedenen Arbeitskreisen erfolgte eine Schwachstellenanalyse des Anbausystems. Es wurden Strategieansätze für die Weiterentwicklung des ökologischen Obstbaus erarbeitet und in einem Strategiepapier zusammengefasst, das auf der homepage der FÖKO eingestellt ist und als living document laufend aktualisiert werden kann. In Zusammenarbeit mit Akteuren aus dem Handel wurden in einem AK Leitlinien für Qualitätskriterien für Tafelobst aus Öko-Anbau erarbeitet und mit Öffentlichkeitsarbeit begleitet.

https://www.foeko.de/qualitaetskriterien

Dazu fanden auch wissenschaftliche Untersuchungen mit Schwerpunkt Sensorik von Äpfeln mit rein optischen Schalenfehlern statt, die zeigten, dass die Früchte geschmacklich mindestens vergleichbar zu optisch einwandfreien Früchten sind. Ein erster konkreter Ansatz für die Inwertsetzung der gesamtgesellschaftlichen Leistungen war es, ein Modul für Obstbau für die Regionalwert Leistungsrechnung zu konzipieren.

Quelle: https://orgprints.org/id/eprint/53287/

20 Jahre assoziative Zusammenarbeit im Bio-Bereich

Bericht von Wolfgang Ritter

 Rudolf Steiner ist nicht nur der Vater der biologischen Landwirtschaft (siehe Rubrik 2/ Landwirtschaft und Handel, Ursprung der biologischen Landwirtschaft: acht Vorträge Rudolf Steiners, 1924 gehalten vor etwa 100 Landwirten und Interessierten), sondern auch der Ideengeber für eine assoziative Zusammenarbeit. In „Die Kernpunkte der sozialen Frage“ (GA 23) 1919 und in „Nationalökonomischer Kurs“ (GA 340),  14 Vorträge 1922 gehalten für Studenten der Volkswirtschaftslehre und in vielen Vorträgen, empfiehlt er eine Zusammenarbeit aller am Wirtschaftsprozess Beteiligten. Einige Gedanken aus der genannten Literatur mögen helfen zu verstehen, was Rudolf Steiner vorschwebte.

Jeder Partner im Handelsprozess sieht einen Vorteil; dem Käufer erscheint die Ware begehrenswerter als das Geld, das er besitzt oder sich für den Kauf leiht, der Verkäufer begehrt das Geld mehr als die Ware, die er anbietet, weil er damit das Erzeugte oder selbst Erworbene bezahlen und neue Produkte herstellen oder einkaufen kann. Der einzelne Handelspartner wird sich aber niemals ein richtiges Urteil über den gesamten Wirtschaftsprozess bilden können, denn er verfolgt ja nur eigene Interessen. Die können aber zu Störungen im volkswirtschaftlichen Prozess führen, z.B. Warenüberangebot, Warenknappheit, überhöhte oder zu niedrige Preise oder kein Zugang zu Krediten für sinnvolle Projekte. Durch die Fachleute in den zu bildenden wirtschaftlichen Assoziationen kann das Einzelurteil korrigiert werden, sie können zu einem ausgewogenen Urteil der richtigen Warenzirkulation kommen und Empfehlungen aussprechen. Außerdem: „Die (Assoziation) vermittelt ihm (dem Unternehmer) die vernünftigste Art und Weise, wie er leihen kann, und vermittelt ihm die vernünftigste Art, wie er schenken kann“ (GA 340, 12. Vortrag). Der kulturelle Bereich in der Volkswirtschaft ist auf Schenkungen aus der Wirtschaft angewiesen, denn er erwirtschaftet nur selten die entstehenden Kosten.

Zum „richtigen“ Preis sagt Rudolf Steiner: „Dieser muss so sein, dass jeder Arbeitende für ein Erzeugnis so viel an Gegenwert erhält, als er zur Befriedigung sämtlicher Bedürfnisse bei ihm und den zu ihm gehörenden Personen nötig ist, bis er ein Erzeugnis der gleichen Arbeit wieder hervorgebracht hat. Ein solches Preisverhältnis kann nicht durch amtliche Feststellung erfolgen, sondern es muss sich als Resultat ergeben aus dem lebendigen Zusammenwirken der im sozialen Organismus tätigen Assoziationen“ (GA 23, Fußnote in Kapitel 3).

 Assoziative Zusammenarbeit im Bio-Verbraucher e.V.

Zu Assoziationen, die in der geschilderten Weise handeln, ist es meines Wissens nicht oder nur ansatzweise gekommen. Aber es gibt einige Initiativen, die Elemente einer assoziativen Zusammenarbeit verwirklichen. Im Bio-Verbraucher e.V. kommt es uns darauf an, alle am Bio-Wirtschaftsprozess im Verein zusammenzubringen: Bio-Erzeuger, Bio-Händler, Bio-Dienstleister, Bio-Verbraucher. Wir schätzen die Arbeit unserer Bio-Anbieter, wir wollen, dass sie uns auch in Zukunft versorgen, wir lernen sie kennen, um ihre Arbeitsweise zu verstehen und wirklich zu würdigen wissen. Das geschieht durch Eintrag der Firma, des  Angebotes und der Vertriebswege auf unseren Internetseiten, www.netz.bio/Bio-Adressen, durch Firmenberichte und Terminankündigungen von Firmen-Events in unserem Info-Brief, Firmenbesuche und Kontakte auf der Bio-Leitmesse BioFach in Nürnberg. Auch bei unseren Mitgliederversammlungen stellen sich immer einige Bio-Firmen vor. Manche haben auch schon Vorträge für uns gehalten.

Regionale und bundesweite assoziative Zusammenarbeit

Ständig besprechen wir uns in der Bio-Metropole Nürnberg und mit anderen am Bio-Wirtschaftsprozess interessierten Organisationen, wie wir gemeinsam die Bio-Idee voran bringen oder ein Verständnis für bestimmte Erzeugnisse wecken können. Ein Projekt, das schon seit mehr als 15 Jahren wiederholt wird, ist die Bio-Brot-Boxaktion: mehr als 10.000 Erstklässler erhalten nach der Einschulung eine mit Bio-Produkten gefüllte Box, die sie gemeinsam mit ihren Lehrern erkunden und leeren.  Bei solchen Besprechungen treffen sich oft wirklich alle am Bio-Wirtschaftsprozess Beteiligten: Erzeuger, Händler Verbraucher. Wir nennen diese Arbeit auch tri-sektorale Zusammenarbeit, weil Firmen, zivilgesellschaftliche Organisationen und die Politik (städtisches Gesundheitsamt) beteiligt sind.

Auf eigene Initiative haben wir auch schon einmal mit einer Molkerei, einigen Milcherzeugern und Wissenschaftlern zusammen beraten, wie die Joghurt-Qualität verbessert werden könnte. Auf Bundesebene wurden wir zweimal zu assoziativen Gesprächen über die Apfelqualität eingeladen. Die deutschen Obsterzeuger und Vertreter von Groß- und Einzelhandel wollten wissen, wie wir Bio-Verbraucher zum Aussehen der Äpfel stehen. Wir erfuhren, dass auch die Bio-Erzeuger durch vermehrte Anwendungen von zugelassenen Bio-Spritzmitteln den perfekten Apfel anbieten könnten – dann allerdings zu erhöhten Preisen. Nach einer Umfrage unter Bio-Verbrauchern konnten wir das Ergebnis präsentieren. Der perfekte Apfel ist unter Bio-Verbrauchern unbeliebt, unbedeutende Schorfstellen werden in Kauf genommen, wenn der Apfel gut schmeckt. (Bei Rubrik 3/Wissenschaft/ Forschung wird dieser Prozess beschrieben.)

20 Jahre Bio-Verbraucher e.V.

Liebe Leserinnen und Leser,

als wir vor 20 Jahren den Bio-Verbraucher e.V. gründeten, stellte sich noch öfter die Frage, wo man bestimmte Produkte in Bio-Qualität kaufen könne. Unser erstes Projekt war deshalb der Aufbau eines Bio-Adress-Verzeichnisses auf der neu kreierten Internetseite www.bio-verbraucher.de. Dazu wurden inzwischen über 1000 Bio-Anbieter kontaktiert. Für einen geringen Beitrag können Bio-Betriebe ihre Angebote mit Bildern bei uns präsentieren. Vor etwa 10 Jahren wurde unser Internet-Auftritt modernisiert. Jetzt gibt es unter https://netz.bio oder https://sei.bio bei „Bio-Adressen“ eine Suchfunktion: Man kann nicht nur nach Anbietern und Orten, sondern auch nach Produkten suchen. Firmen können Schlagwörter angeben, über die sie im Internet gefunden werden wollen. Bei uns sieht man sie gleich unter der Firma. Bei einem Klick auf diese öffnet sich eine Seite mit Einzelheiten und Bildern des Bio-Betriebes.

Seit dem 1.1.2005 wird auf unseren Internetseiten auch unser „Info-Brief“ veröffentlicht. Persönliche und Firmenmitglieder erhalten ihn vierteljährlich per Email oder Briefpost. Im Editorial und acht Rubriken bringen wir Nachrichten, die man selten über die Tagespresse erfährt. Alle neuen Firmenmitglieder werden mit ihrem Angebot kurz vorgestellt unter „Angebote & Gesuche“, einige für uns wichtige Termine werden genannt. Auf unseren Internetseiten erscheinen der Leitartikel und die Rubriken unter der Überschrift „Nachrichten aus der Bio-Welt“, die Termine unter „Veranstaltungen“, die neuen Firmen unter „Angebote & Gesuche“. Alle behandelten Themen findet man über „Suche“ rechts oben auf der Startseite.

Schon bald nach unserer Gründung begannen wir auch damit, Politikern unsere Meinung zu sagen – auf regionaler Ebene, im Bund und in Europa. Derzeit erleben wir: Bundeslandwirtschaftsminister, Cem Özdemir, von den Grünen möchte Manches in die Richtung bewegen, die wir uns wünschen, wird aber von seinen Koalitionspartnern oft gebremst. Vor einigen Jahren haben wir einen Forderungskatalog aufgestellt. Er enthält u.a. keine Zulassung von umweltschädlichen Pestiziden, landwirtschaftliche Förderungen nur für nachhaltig bewirtschaftete Flächen, strengere Auflagen, häufigere Kontrollen und durchgreifende Strafen bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und Rückbau der Massentierhaltung, mindestens ein Bio-Essen in Großküchen, keine Patente auf Saatgut, Jungpflanzen, Tierzüchtungen für die Lebensmittelherstellung, keine Verschwendung/ Entsorgung von Lebensmitteln, die noch genießbar sind. Ist schon etwas zu unserer Zufriedenheit erledigt? Nein! Der Kampf geht weiter!

Seit unserer Gründung arbeiten wir mit allen Organisationen und Persönlichkeiten zusammen, denen Bio ein Anliegen ist. Dazu gehören u.a. der Dachverband der Bio-Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), die Anbau-Verbände, Bio-Regionen und –Metropolen, Forschungsorganisationen und Vereine. Manche, die wir bei Eingaben als unsere Partner auch nennen, sind auf unserer Startseite unter „Unsere Partner“ aufgeführt.

Rudolf Steiner, der „Vater“ der Bio-Bewegung, empfahl u.a. eine assoziative Zusammenarbeit von allen am Wirtschaftsprozess Beteiligten als ein Mittel gegen den anonymen und ruinösen Wettbewerb unseres marktwirtschaftlichen Systems. Diese Idee verwirklichen wir für den Bio-Bereich im Bio-Verbraucher e.V. Die Mitgliedschaft setzt sich zusammen aus Bio-Erzeugern, -Händlern, -Dienstleistern, -Verbrauchern. Man kennt sich, man erfährt voneinander, man schätzt sich. Regional sind wir mit allen am Bio-Wirtschaftsprozess Beteiligten vernetzt. In der Arbeitsgemeinschaft Bio-Metropole Nürnberg haben wir in den vergangenen zwei Jahrzehnten daran mitgearbeitet, Bio in  Großküchen und Einzelhaushalten einzuführen. Auf überregionaler Ebene sind wir ein Ansprechpartner, wo bei Beratungen die Meinung der Verbraucher gefragt ist. (Siehe auch Bericht bei Rubrik 1/Assoziative Zusammenarbeit in diesem Info-Brief.)

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Wolfgang Ritter

Bündnis für Biodiversität in Nürnberg

Auszüge aus dem Protokoll des Umweltamtes/ Referat für Umwelt und Gesundheit/ Treffen am 08.02.2024

Biodiversitätsfördernde Ansätze in der Stadtverwaltung

 Biodiversität im öffentlichen Grün

Unterhalt von Grünflächen, Verzicht auf Spritzmittel aller Art, umfangreiches Konzept zum Erhalt von Altbäumen und Totholz, heimische Stauden statt Wechselflor, Landschaftsrasen und Blühflächen, Streifenmahd und Mahdränder, extensives Straßenbegleitgrün

 Nachhaltige Forstwirtschaft

gesamter Stadtwald (rund 220 ha) mit PEFC-Standard, Waldrandgestaltungen im Ökokonto, „Reichswaldstrategie“, permanenter Zukauf von Waldflächen (Ziel 5 ha p.a.), klimaresilienter Umbau

 Stadt- und Umweltplanung

Biodiversitätsfördernde Standards in der Stadtplanung, Flächenakquise für GEP (Bsp. Gaulhofer Graben, Eichenwaldgraben), Qualitätssicherung durch zentrale Koordination von Planung, Umsetzung, Unterhalt und Überwachung/Monitoring von Maßnahmen, Masterplan Freiraum setzt Standards und sichert öffentliche Grün- und Freiflächen für die Entwicklung der Biodiversität im Rahmen der Stadtentwicklung,          Mindestanforderungen Grünflächen, Berücksichtigung des Biotopverbundsystems ABSP bei Planungen, naturschutzfachliche Planungsraumanalysen als Grundlage minimalinvasiver Planungen, Animal-Aided-Design-Standards in Baugebieten,   Dach- und Fassadenbegrünung nach modernen Standards, Vogelschutz an Glasfassaden, nachhaltige Verpachtung von landwirtschaftlicher Nutzfläche, Gewässerrandstreifen WRRL und Art.1a BayNatSchG, 30% Bio-Landwirtschaft auf städtischem Eigentum