Jedes vierte tierische Lebensmittel stammt von einem kranken Tier

Letzten Monat hat die Bundesregierung erschreckende Zahlen zu staatlichen Tierschutz-Kontrollen in deutschen Tierhaltungsbetrieben veröffentlicht: Sie werden nicht nur selten, sondern im Durchschnitt nur alle 17 (!) Jahre kontrolliert. Im Durchschnitt heißt, manchmal auch noch seltener. So in Bayern: Da finden Tierschutz-Kontrollen nur etwa alle 50 Jahre statt. Das bedeutet, dass manche Tierhalter ihr ganzes Berufsleben lang nicht kontrolliert werden!

Wir finden, dass diese Zahlen für sich sprechen und offizielle Äußerungen über das angeblich hohe Tierschutzniveau in Deutschlands Ställen als dreiste Ammen-Märchen entlarven. Zumal heutzutage eigentlich jeder weiß, dass es den Nutztieren in unserem wohlhabenden Land verzweifelt schlecht geht. Wir spüren, dass es einem Tier nicht wirklich gut gehen kann, wenn es auf kleinstem Raum gehalten wird und in vielen Fällen niemals das Tageslicht sieht, das täglich „Höchstleistungen“ zu bringen hat und Eier oder Milch in Rekordmengen abliefern muss. Oder „einfach nur“ so schnell wie möglich zu wachsen hat, damit es nach möglichst kurzer Zeit getötet werden kann.

Wir haben bei foodwatch tausende Daten aus zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten zusammengetragen und das Ergebnis ist niederschmetternd: Etwa jedes vierte (!) Nutztier in Deutschland ist krank. In manchen Betrieben sieht es noch viel schlimmer aus, in manchen besser. Doch im Durchschnitt bedeutet das, dass jedes vierte tierische Produkt, das wir kaufen und verzehren von einem kranken Tier stammt. Und sehr, sehr oft sind diese Krankheiten, die Schmerzen und die Leiden vermeidbar.

Um welche Krankheiten handelt es sich?
Kühe: Die häufigste Erkrankung von Kühen ist die extrem schmerzhafte Euterentzündung. Statistisch gesehen, stammt jeder vierte Liter Milch von einer Kuh mit Euterentzündung. Klauenerkrankungen, Gelenkveränderungen, Lahmheiten und Stoffwechselstörungen sind ebenfalls an der Tagesordnung.
Schweine: Sie leiden in vielen Fällen unter Klauen- und Gelenkentzündungen, blutigem Durchfall, nässenden Ekzemen, Gebärmutter- und Lungenentzündungen sowie eitrigem Augenausfluss, trockenem Brüllhusten und vielem mehr.
Hühner: Fast alle Masthühner sind auf maximalen Fleischansatz der Brustmuskulatur gezüchtet. Der Körperschwerpunkt ist in der Folge verlagert. Dadurch sind Hüften, Gelenke, Beine deformiert und sie humpeln und lahmen. Fußballenentzündungen sind die Regel. Jede zweite Legehenne leidet unter Knochenweiche und Knochenbrüchen. Eine Folge der hohen Legeleistung: Das für die Eierschalenbildung notwendige Kalzium wird den Knochen entzogen.

foodwatch setzt sich dafür ein, dass die Tiergesundheit in Zukunft DAS entscheidende Kriterium beim Nutztier-Schutz wird. Quelle: Matthias Wolfschmidt, foodwatch e.V., aktuell@foodwatch.de vom 03.08.2018, Ausschnitt

30 Jahre individueller Möbelbau aus regionalem Holz

Zum 30-jährigen Jubiläum habe ich, Wolfgang Ritter, „Die Möbelmacher“ in Kirchensittenbach bei Hersbruck in Franken besucht und bei einem Rundgang durch den Betrieb erfahren, welche Prozesse für die Einzelanfertigung von Möbeln aus regionalem Holz notwendig sind.

Gegen Ende des Jahres werden die Baumstämme aus der Umgebung von Hersbruck angeliefert, von Fremdfirmen entrindet und zu Brettern gesägt. Man kann auch eigene Stämme oder eigenes Holz anliefern. Nun müssen die Bretter zwei bis drei Jahre lagern, bevor sie in die Trockenkammer kommen, wo ihnen die Restfeuchtigkeit bis auf 10 Prozent entzogen wird. Der Kunde, der sich eine Küche, eine Wohn- oder Schlafzimmereinrichtung fertigen lassen möchte, kann unter verschiedenen Holzarten wählen. Dann werden während der nächsten zwei bis drei Monate seine Möbel nach seinen Angaben für ihn individuell gefertigt, geliefert und aufgestellt/ eingebaut. Die Holzabfälle liefern die notwendige Energie für den gesamten Fertigungsprozess, für Heizung und Warmwasser – auch für die Trockenkammer.

Das Angebot der Möbelmacher umfasst alle Möbel, aber auch Bettenroste und Matratzen, Holzfußböden und Lampen. Man kann selbstverständlich auch einzelne Möbelstücke ordern.

Kontakt: Die Möbelmacher, Geschäftsführer Herwig Danzer, 91241 Kirchensittenbach, Untertrumbach 39, www.die-moebelmacher.de, info@die-moebelmacher.de, Tel. 09151 – 86 29 99

Vinessio Weinmesse Fürth – viel Bio im Weinglas

Auch wenn konventionelle Produkte nach wie vor dominieren: Freunde des Bio-Weins finden heute fast überall einige gute Tröpfchen. Das zeigte auch die Vinessio Weinmesse, die am 10. und 11. November 2018 im fränkischen Fürth zum Probieren einlud. Wir haben dort neben anderen Produzenten auch unser Firmenmitglied Demeter-Weingut Hell getroffen, über welches erst im September 2018 der BR im Fernsehen berichtete: https://www.youtube.com/watch?v=1pea30J8FMc&feature=share. Auch in unserem Blog-Archiv findet sich ein Bericht über die Weinbauern aus Wiesenbronn: http://netz.bio/2018/05/13/demeter-weine-aus-franken/.
Auf der Messe haben wir den Helios trocken und den Chardonnay – beide 2017 – probiert und waren sehr angetan von der sensorischen Qualität.

Im Weinbau ist übrigens bio nicht gleich bio: Wer mehr zu den unterschiedlichen Standards und Herangehensweisen an dieses spannende Thema lesen möchte, kann sich bei Wikipedia einlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologischer_Weinbau
Hier erfährt man zum Beispiel die Unterschiede von organisch-biologischem und biologisch-dynamischem Weinbau (Demeter). Auch die historische Entwicklung ist interessant. So begann man in den mediterranen Weinbauländern bereits in den 1950er Jahren langsam wieder mit einer biologischen Bewirtschaftung.

50. Demeter-Herbsttagung für Erzeuger, Händler, Verbraucher

Vorträge, Gespräche, Bio-Essen, Musik

Sonntag, 4. November 2018, 10-16.00 Uhr

Themen und Referenten

Benedikt Haerlin: „Der Weltacker – 2000 m² für alle!“ Das menschliche Maß für die Herausforderungen der Welternährung

Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel/ Akademie  des Glücks: „Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug – Erkenntnisse der Glücksforschung“

Adresse
90419 Nürnberg, Rieterstr. 20, Eintritt frei, Verpfl. 10 €

Imker aus Faszination für die Bienen

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Im Juni haben wir „Die Bienenhüter“ in ihrem Garten in Nürnberg am Max-Morlock-Stadion besucht. Wir wurden durch den Garten geführt, um die Nahrungspflanzen der Bienen kennenzulernen. Wir konnten Einblick in einen Bienenstock nehmen und selber Honig schleudern und in Gläser abfüllen. Den selbst geschleuderten Honig konnten wir dann kaufen.

„Die Bienenhüter“ gehören dem Anbauverband „Biokreis“ an. Marc Schüller hat dort die Richtlinienverantwortung.
Kontakt: „Die Bienenhüter“, Blumenthalstr. 9, 90429 Nürnberg, Tel. 0911 – 264431, www.die-bienenhueter.de

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Charta für Assoziatives Wirtschaften im Biohandel

Ende 2017 kamen Vertreter von Bio-Erzeugern, -Händlern und –Verbrauchern in Alfter/Deutschland zusammen, um Grundsätze für eine assoziative Zusammenarbeit im Biohandel zu besprechen. Der Bio-Verbraucher e.V. war als Verbraucher-Vertreter dabei. Das Ergebnis: eine „Charta für Assoziativer Wirtschaften im Biohandel“.

1 Präambel
Eine zukunftsfähige Gesellschaft benötigt eine Wirtschaft, die eine ganzheitliche Entwicklung der kommenden Generationen ermöglicht, die Erde als lebendigen Organismus berücksichtigt und die tatsächlichen Bedürfnisse aller Menschen erfüllt. Der Wirtschaftskreis an der Sektion für Landwirtschaft ist Erkenntnis-, Innovations- und Forschungsorgan für die gesamte biodynamische Bewegung und nicht an eine Demeter-Markennutzung gekoppelt.

2 Das Prinzip der Assoziation
In der Assoziation treffen sich alle Beteiligten der Wertschöpfungskette, vom Erzeuger und Züchter bis zum Konsumenten, wobei die gegenseitige Wahrnehmung und der gemeinsame Interessensausgleich das Motiv aller Beteiligten ist. Dafür wird ein verbindlicher Raum für regelmäßige Assoziationsgespräche in Form von runden Tischen oder Betriebsentwicklungsgesprächen geschaffen. Auch gemeinsame Weiterbildungsveranstaltungen zu relevanten sachlichen und sozialen Themen gehören zu den Aktivitäten einer Assoziation. Mitwirkende des assoziativen Prozesses im Sinne dieser Charta sind in erster Linie Akteure des regionalen, nationalen und internationalen Biohandels.

3 Themen der Assoziation
Im Assoziationsgespräch wird über die Produkte und Produktionsverfahren in Mengen, Preis und deren Qualität gesprochen mit dem Ziel einer Vereinbarung über die gemeinsam besprochenen Themen. Eine möglichst transparente Gesamtkalkulation über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg dient als wesentlicher Richtungsweiser im Assoziationsgespräch.

Im Fokus steht die gemeinsame Bildgestaltung über
a) Produkte und Produktionsverfahren,
b) die beteiligten Menschen und ihre Unternehmen, sowie ihre Lebensverhältnisse,
c) den Sinn und die Verantwortung für das Gelingen des gemeinsamen Tuns.

Über die Produkte hinaus kann die Assoziation auch Investitionen, Kredite und freiwillige Unterstützungen behandeln und beschließen. Der einzelne Akteur entscheidet eigenständig und frei über seinen Eintritt in eine vertragliche assoziative Einbindung. Den Rahmen bilden die rechtlichen Vorgaben, insbesondere diejenigen des Wettbewerbs- und Kartellrechts, an die die Beteiligten gebunden sind.

4 Formale Regelungen in der Assoziation
Eine assoziative Interaktion zwischen Erzeugung, Handel und Konsum wird als freie Initiative unter den direkt Beteiligten angestoßen. Es gibt keine äußere kontrollierende Instanz. Es gilt das Prinzip der Selbstdeklaration.
Die assoziative Vereinbarung wird dokumentiert zur Information und Sichtbarmachung für alle direkten Partner und für die Charta-Gemeinschaft.  Der Wirtschaftskreis ist vorläufig der Ort der Begegnung und des Berichts. Der Wirtschaftskreis führt ein Büro für die Charta-Gemeinschaft, das die assoziativen Projekte koordiniert und unterstützt. Die Gemeinschaft und das Thema werden im IBDC vertreten.

5 Kommunikation der Assoziation
Die assoziative Qualität kann und soll kommuniziert werden. Kommunikation, die auf die Charta abstützt, wird in der Gemeinschaft mit voller Transparenz im Voraus offengelegt. In Luxemburg ist ein entsprechendes Label für Produkte schon angemeldet und in Gebrauch. Die Verwendung dieses Logos steht der Charta-Gemeinschaft perspektivisch frei, ohne dass dessen Weiterentwicklung oder die Entwicklung eines anderen Logos ausgeschlossen sind.

6 Die Charta
Diese Charta formuliert den Rahmen und die Grundsätze für die Mitglieder der Charta-Gemeinschaft. Die Realisierung vor Ort ist individuell. Die Charta-Gemeinschaft ist der Zusammenschluss der eigenständigen assoziativen Projekte.

7 Inkrafttreten
Die Liste der Erstunterzeichner aus der Versammlung vom 25. November 2017 in Luxemburg bezeugt das Inkrafttreten zu diesem Datum.
Quelle: Wirtschaftskreis der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum/ Schweiz, Version 2.2 vom 26.03.2018

Ökolandbau hat Werkzeuge, dem Klimawandel zu begegnen

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Sommer werden wir nicht vergessen; die Rekordhitze führte zu einem Dürresommer mit besonders hohen Ernteausfällen. Nach Expertenmeinung wird die Heftigkeit von Wetterextremen in Zukunft noch zunehmen.

Die Landwirtschaft ist aber nicht nur Opfer, sondern auch mitverantwortlich für einen wichtigen Teil der Treibhausgas-Emissionen. Um die Folgen des Klimawandels zu minimieren und die Ernährungssicherheit langfristig zu sichern, muss sie jetzt die Treibhausgase reduzieren. Die Klima-Allianz Deutschland fordert eine Umkehr. (Die Klima-Allianz Deutschland ist ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis mit 115 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Kirche, Entwicklung, Bildung, Kultur, Verbraucherschutz, Jugend und Gewerkschaften. Es setzt sich für eine ambitionierte Klimapolitik und eine erfolgreiche Energiewende auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene ein. Ihre Mitgliedsorganisationen repräsentieren zusammen rund 20 Millionen Menschen.) Landwirte müssen aktiv auf den unvermeidbaren Klimawandel vorbereitet werden. Der Ökolandbau hat Werkzeuge dafür; er ist ein Modell für den Ausbau einer klimafreundlichen und anpassungsfähigen Landwirtschaft.

Was kann die Landwirtschaft tun?
Gerald Wehde, Leiter Agrarpolitik von Bioland e.V.: „Der ökologische Landbau muss vorangetrieben werden. Je mehr Betriebe auf nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden zurückgreifen, desto besser ist das für unser Klima. Maßnahmen sind hier eine an die Fläche angepasste Zahl von Tieren und vielfältige Fruchtfolgen auf dem Acker. Denn durch einen häufigen Wechsel der angebauten Pflanzen bleibt die Fruchtbarkeit der Böden besser erhalten. Es geht außerdem um die Rückbindung von CO2 in den Böden, das gelingt über den Humusaufbau. All dies hat den positiven Nebeneffekt, dass die Böden aufnahmefähiger für Wasser sind und dieses entsprechend länger speichern können. So sind die Pflanzen besser versorgt und es kommt zu weniger Überschwemmungen in Folge von Starkregen.“

Die Politik muss endlich handeln
“Nicht nur wegen der Dürre wird immer deutlicher, dass wir dringend eine Agrarwende brauchen. Weg von instabilen und anfälligen Hochleistungssystemen hin zu agrarökologischen Anbaumethoden, die Bäuerinnen und Bauern eine Zukunft bieten und unsere Ernährung sichern“, sagt Antje von Broock vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND). „Die Bundesregierung ist jetzt dringend gefordert, die Weichen in die richtige Richtung zu stellen und der Landwirtschaft zu helfen, ihre Bewirtschaftungssysteme nachhaltig und grundlegend zu verändern. Der Ruf nach kurzfristigen Finanzhilfen darf nicht davon ablenken, dass wir einen mittelfristigen Umbau benötigen. Mit den Milliarden der EU-Agrarpolitik könnte bereits ab 2021 mit dem Umbau begonnen werden.“

Industrielle Tierhaltung größtes Problem für Klima und Regenwald
„Die industrielle Tierhaltung ist für den Großteil der Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft verantwortlich“, ergänzt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Sie setzt die Treibhausgase einerseits direkt frei, aber vor allem indirekt über Regenwaldabholzungen für Sojaimporte aus Südamerika. Es ist unverantwortlich, wie viel Landfläche Deutschland in Entwicklungsländern für solche Futtermittelimporte belegt. Die deutsche Landwirtschaftspolitik sollte aufhören, auf Exporte von Fleisch und Milchprodukten in alle Welt zu setzen. Sie schädigt damit das Klima und setzt die bäuerlichen Betriebe hier einem ruinösen Preiswettbewerb gegen Billiganbieter in aller Welt aus.“
Quelle: Presseabteilung Bioland e.V. vom 16.08.18

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter

Unser Kochevent: Einkaufen, Kochen, Essen

Am 13. September trafen sich einige Interessierte zu unserem Genuss-Event: Einkaufen, Kochen, Essen mit Bio-Beraterinnen in Nürnberg. Dieses Event findet regelmäßig statt. Wenn auch du Lust hast einmal dabei zu sein, melde dich bei Annemarie Gröger, T. 09192 -8655, an.ka52@t-online.de.

Dieses mal gab es unter Anleitung von Food Coach Angelica Wiener als Hauptgericht Sellerieschnitzel  mit Hokkaido-Kürbis aus dem Backofen und Kartoffelstampf (Rezept siehe unten). Vor- und Nachspeise wurden unter Anleitung von unserer Bio-Beraterin Annemarie Gröger kreiert.

Sellerieschnitzel

Zutaten für 2 Personen
2 Scheiben Sellerie (fingerdick)
1 Ei
2 EL Semmelbrösel
Salz, Pfeffer
2 EL Olivenöl

Zubereitung
• Sellerie schälen und fingerdicke Scheiben schneiden
• Selleriescheiben in einem Topf mit wenig Wasser kurz dünsten – Sellerie sollte noch bissfest sein
• das Ei in einen tiefen Teller mit der Gabel verrühren, Salz und Pfeffer hinzugeben
• Semmelbrösel ebenfalls in einen tiefen Teller geben
• Selleriescheiben erst im Ei wenden und dann von allen Seiten mit den Semmelbröseln bedecken
• Öl in einer Pfanne erhitzen und die Selleriescheiben von beiden Seiten knusprig anbraten

Tipp: zu den Sellerieschnitzeln passt Kartoffelstampf und Hokkaido-Kürbis aus dem Backofen

Kartoffelstampf mit Hokkaido-Kürbis

Zutaten für 2 Personen:
4 Kartoffeln mehlig
2 Knoblauchzehen
2 Lorbeerblätter
1 Paar Blätter Liebstöckel (alternativ 1 Hand voll frische Petersilie)
Salz
1 EL Butter
2 EL Olivenöl
1 Hokkaido-Kürbis
Saft von einer Zitrone
1 TL Ahornsirup
Salz und Pfeffer aus der Mühle
2 EL Olivenöl
1-2 Zweige Thymian

Zubereitung
• den Backofen auf 190°C vorheizen
• Kürbis waschen und in kleine Würfel schneiden
• Zitronensaft darüber geben
• das Backblech mit Olivenöl einstreichen
• den Kürbis darauf verteilen
• Olivenöl darüber geben und alles am besten mit den Händen mischen
• zum Schluss Salz und Pfeffer und den Thymian zu dem Kürbis geben
• den Kürbis ca. 20 Minuten im Ofen backen – zwischenzeitlich immer mal wieder wenden
• Kartoffeln waschen, schälen, in Würfel schneiden und in einen Topf geben (nur so viel
Wasser dazu, dass die Kartoffeln nicht ganz bedeckt sind)
• Lorbeerblätter, Salz, Knoblauch und den Liebstöckel dazugeben und köcheln lassen bis
die Kartoffeln weichgekocht sind
• Wasser evtl. abgießen aber unbedingt auffangen, Lorbeerblatt rausnehmen – Knoblauch
bleibt bei den Kartoffeln
• jetzt mit einem Stampfer die Kartoffeln zerdrücken, Butter und Olivenöl dazugeben – evtl.
das Kochwasser dazugeben
• mit Salz und Pfeffer abschmecken
Tipp: statt der Kartoffeln kann man auch Süßkartoffeln verwenden oder mit den Kartoffeln
Pastinake bzw. Petersilienwurzel mit kochen

Rezepte und Bild von Food Coach Angelica Wiener, 90491 Nürnberg
Tel 0151 18 48 02 56 – www.foodcoach-wiener.de – hallo@foodcoach-wiener

Auch Bio-Sojadrinks können ungenießbar sein

Sojadrinks werden zunehmend als Milchersatz verwendet – von Veganern und Menschen mit Laktose-Unverträglichkeit. Sie bieten etwa gleich viel Eiweiß, viel weniger gesättigte Fettsäuren, viel mehr Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren, mehr Magnesium und viel mehr Eisen. Wenn die Sojabohnen auch noch aus gentechnikfreiem europäischem Anbau stammen, und das ist bei den meisten Bio-Sojadrinks der Fall, dann glaubt man doch, einen hochwertigen Milchersatz zu kaufen. Aber Vorsicht: Die sensorische Qualität stimmt nicht bei allen Bio-Produkten und einige sind mit Nickel belastet, und der Preis sagt nichts über die Qualität aus..

Die Stiftung Warentest hat 15 Sojadrinks (davon 12 Bio-Produkte, insgesamt 10 mit Kalziumzusatz und fünf ohne) untersuchen lassen. Das Ergebnis ist niederschmetternd: Vier Bio-Produkte wurden mit „mangelhaft“ bewertet. Hier die Testergebnisse der Bio-Produkte:

Produkt Preis/ Liter Bewertung
Lidl, Milbona Bio Organic Soja Drink* 0,95 Euro gut
Hofgut Storzeln, Soja-Drink+Calzium Natur* 2,34 Euro gut
Rewe, Bio Soja-Drink+Calzium* 1,39 Euro gut
Berief, Bio Soja Drink Natur 1,29 Euro gut
Provamel, Soya ungesüßt 1,99 Euro gut

Netto, Bio Bio Soja Naturell Drink* 0,95 Euro befriedigend
Allos Soja Drink Naturell 1,69 Euro befriedigend
Alnatura, Soja Drink ungesüßt 0,95 Euro befriedigend

Aldi Süd, Bio Sojadrink Naturell mit Calcium* 0,95 Euro mangelhaft
Edeka, Bio+Vegan Sojadrink Classic* 0,99 Euro mangelhaft
Natumi Soja Calcium* 1,89 Euro mangelhaft
dm bio Soja Drink Calcium* 0,95 Euro mangelhaft
* Kalzium aus Meeresalgen
Bericht von Wolfgang Ritter; Quelle: test 8/2018

Traditionsmarken und Handelsmarken im Vergleich
Kauft man preiswertere Handelsmarken statt teuer beworbene Traditionsmarken, kann man viel Geld sparen – Nuss-Nougat-Creme von Real Tip und Cola Freeway von Lidl sind zum Beispiel etwa um die Hälfte günstiger als Nutella und Coca Cola. Muss man deshalb Abstriche in der Qualität hinnehmen?

Die Stiftung Warentest hat dazu eine umfangreiche Untersuchung durchgeführt (72 Lebensmitteluntersuchungen mit insgesamt 1739 Produkten von 2012 bis 2018). Sie kommt zu dem Ergebnis: Marken und Handelsmarken liegen qualitativ gleichauf. Extreme Schadstoffbelastungen fand man sogar häufiger bei klassischen Marken. Und für uns wichtig: Bio-Produkte (Handelsmarken) wurden auffallend weniger mit „mangelhaft“ bewertet als klassische Marken.
Bericht von Wolfgang Ritter; Quelle: test 8/2018