Sekems Vision für die künftige Landwirtschaft in Ägypten

Ägypten 2057: Die Bauern Ägyptens arbeiten in der Hauptausrichtung der Agrikultur nachhaltig, mit biologisch-dynamischen oder biologischen Methoden.

Zur Unterstützung der Bauern, die ihre Betriebe umstellen wollen, hat Sekem die „Egyptian Bio- Dynamic Association” (EBDA) gegründet. In enger Anbindung an die Biodynamic Federation (ehemals Demeter-International e.V.) werden die Kapazitäten der EBDA erweitert, um die
wachsende Anzahl an biologisch-dynamisch wirtschaftenden Bauern in Ägypten zu betreuen, die zu den wichtigsten Multiplikatoren für einen Wandel zählen. Wir erreichen hier bereits mehrere Tausend Landwirte und sind zuversichtlich, dass wir bis 2027 eine kritische Masse der sieben
Millionen ägyptischen Farmer erreicht haben, so dass ein sichtbarer Wandel in der Landwirtschaft stattfindet. Und in unserem “Wahat – Greening the Desert”-Projekt (siehe SVG 16) erproben wir, wie großflächig angelegte Wüstenbegrünungsmaßnahmen und Bio-Landwirtschaft auf ariden Böden wirtschaftlich lohnender und ertragreicher sind, als die unserer konventionellen Nachbarn. Ein Faktor dabei sind beispielsweise die Einnahmen durch die CO2- Bindung in Boden und Bäumen (siehe auch: Positive CO2-Bilanz in der Wüste).

Wir entwickeln gemeinsam mit der Biodynamic Federation Demeter International (BFDI) eine Strategie, die es bald allen Demeter-Bauern ermöglichen wird, ihre CO2-Bindung zu bestimmen und dafür einen finanziellen Ausgleich zu erhalten. Dies trägt dazu bei, dass eine  Umstellung auf biologisch-dynamische Landwirtschaft attraktiver wird und entsprechend mehr CO2 in der Agrikultur gebunden werden kann. Und das nicht nur in Ägypten, sondern weltweit (siehe dazu auch SVG 9: Klimaneutralität).

Unsere Vision zeigt aber bewusst nicht nur den Öko- oder Demeter-Landbau als Lösung auf. Wir sind der Meinung, dass etwa die Bio-Kriterien längst nicht ausreichen für einen wirklich nachhaltigen Umgang mit der Natur. Pestizidgrenzen, der Verzicht auf chemische Düngung oder
das Verbot von genmanipuliertem Saatgut sind zwar wichtige Grundlagen, aber nachhaltige Agrikultur beinhaltet weitaus mehr als das. So sind etwa der Humusgehalt im Boden, der Einsatz des richtigen Saatguts, CO2-Bindung, aber auch soziale Standards oder die Entwicklungsmöglichkeiten der Menschen von Bedeutung, um wirklich nachhaltig agieren zu
können (siehe dazu auch SVG 11).

Für die erfolgreiche und weitreichende Umsetzung eines solch nachhaltigen Agrikultur-Ansatzes ist neben konkreten Praxisprojekten die Bewusstseinsbildung auf allen Ebenen von Bedeutung. Während die Schülerinnen und Schüler der Sekem-Schulen schon lange Landbau-Epochen und Projekte zum nachhaltigen Umgang mit der Umwelt und natürlichen Ressourcen auf dem Lehrplan haben, wollen Sekem und die Heliopolis Universität anderen Schulen in Ägypten ihre Erfahrung in der Integration von Lernkonzepten für nachhaltige Entwicklung zur Verfügung
stellen. Über das Sekem-Bio-Unternehmen ISIS Organic und die SEKEM-Marke finden Informationskampagnen für KonsumentInnen statt und auch die Sekem-Landwirte werden gezielt darin geschult, ihre Erfahrungen mit konventionellen KollegInnen zu teilen.

Inspiration: Bio-Landwirtschaft für 2500 Kleinbauern
Bis Ende des Jahres 2022 wollen wir mindestens 2500 Bauern in Ägypten in biologischdynamischen Anbau-Methoden geschult haben, so dass sie im Prozess der Umstellung von konventionell zu biologisch-dynamisch sind. Da nicht alle von Sekem direkt unter Vertrag genommen werden können, leisten wir Unterstützung in der Abnahme und Vermarktung der Produkte, insbesondere während der dreijährigen Umstellungsphase, in der die Produkte noch nicht zertifiziert werden können. Wir bieten ihnen außerdem an, ihre CO2-Bindung zu zertifizieren. Den Preis, den wir dafür zahlen erhöht ihr Einkommen zusätzlich. 2500 Bauern sind zwar nur ein minimaler Prozentsatz der insgesamt sieben Millionen Landwirte im Land, aber wir sind zuversichtlich, dass die zu erreichende kritische Masse auf die Verbreitung und den darauf ffolgenden Jahren großflächig voranschreitet.

Quelle: Helmy Abouleish mit Christine Arlt: SEKEM, Inspirationen – Impulse für einen zukünftigen Wandel, ISBN 978-3-95779-165-8, Info-3-Verlag, Frankfurt am Main 2022, Kapitel „Sekem-Vision (SVG 5)/ Agrikultur: Ägypten 2057“

Unsere Visionen von Sekem und Ägypten bis 2057 im Überblick

Liebe Leserinnen und Leser,
unser Partner Sekem in Ägypten und Firmenmitglied (https://shop.sekem.com) hat jetzt Visionen entwickelt, wie Ägypten in  Zukunft aussehen soll und was man selber dazu beitragen möchte. Es ist  einmalig, dass eine wirtschaftliche Initiative Visionen für einen ganzen  Kontinent entwirft und veröffentlicht. Mit freundlicher Genehmigung der  Autoren des neuen Buches „SEKEM, Inspirationen – Impulse für einen zukünftigen Wandel“ berichten wir davon (siehe auch Rubrik 2/ Landwirtschaft und Handel in diesem Info-Brief).

Unsere Visionen von Sekem und Ägypten bis 2057 im Überblick

  • SEKEM 2057: Sekem ist ein internationales Kompetenzzentrum für ganzheitliche nachhaltige Transformation in Ägypten und der Welt. Um diese Vision in die  Wirklichkeit zu bringen, haben wir in den vier Dimensionen Kultur, Ökologie, Wirtschaft und soziales Leben Visionsziele für Ägypten formuliert. Wir nennen unsere Visionsziele Sekem Vision Goals, abgekürzt SVGs. Hier eine erste Übersicht. Alle Visionsziele werden im Verlauf des Buches noch ausführlich erläutert.

KULTUR

  • SVG 1: Individuelle Entwicklung ist das zentrale Anliegen in Ägyptens Bildungssystemen, und die Potenzialentfaltung jedes Menschen wird  ganzheitlich und lebenslang gefördert!
  • SVG 2: Es wird ein ganzheitliches Forschungsmodell entwickelt, das sowohl naturwissenschaftliche, geisteswissenschaftliche als auch spirituelle Aspekte berücksichtigt.
  • SVG 3: Ein integratives Verständnis von Gesundheit und Therapie ist im ägyptischen Gesundheitssektor etabliert und weit verbreitet.
  • SVG 4: Regionale, lokale und internationale Kunst- und Kulturaktivitäten sind lebendig, sie werden von der ägyptischen Bevölkerung geschätzt und mitgestaltet.

ÖKOLOGIE

  • SVG 5: Die Bauern Ägyptens arbeiten in der Hauptausrichtung der Agrikultur nachhaltig, mit biologisch-dynamischen oder biologischen Methoden.
  • SVG 6: Ägypten betreibt ein nachhaltiges Wasser-Management, das den
    Wasserverbrauch optimiert, Abwasser wiederverwendet und innovative
    Wassergewinnungsmethoden nutzt.
  • SVG 7: Ein nachhaltiges Energiekonzept auf Basis von erneuerbaren Energien und optimiertem Verbrauch findet in Ägypten Anwendung.
  • SVG 8: Die biologische Vielfalt in Ägypten ist nachhaltig, wächst und entfaltet sich.
  • SVG 9: Ägypten ist klimaneutral, denn es wird kein CO2 ausgestoßen, das die Natur nicht wiederaufnehmen kann.

WIRTSCHAFT

  • SVG 10: Die Unternehmen im Land praktizieren Kreislaufwirtschaft und Ägypten ist ein Vorzeigemodell für Abfallreduktion und -management.
  • SVG 11: Die Unternehmen in Ägypten arbeiten auf der Grundlage eines Standards der Wirtschaft der Liebe, der transparent ist und die tatsächlichen Kosten berücksichtigt.
  • SVG 12: Ägypten hat ein ethisches Bank- und Finanzwesen eingeführt.
  • SVG 13: Verantwortungsvoller Konsum und ein nachhaltiger Lebensstil sind Mainstream. Es gibt ein breites Angebot an nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen für alle Kundenbedürfnisse und sozialen Schichten.

SOZIALES LEBEN

  • SVG 14: In den unterschiedlichen Institutionen gibt es lebendige und agile
    Organisationsstrukturen, die der Bewusstseinsentwicklung dienen.
  • SVG 15: Ägypten zelebriert Vielfalt und gewährleistet Chancengleichheit für alle unabhängig von Alter, Nationalität, Religion oder Geschlecht.
  • SVG 16: In Ägypten hat eine gesellschaftliche Transformation  stattgefunden, die zu einer nachhaltigen ländlichen Entwicklung und regenerativen Städten geführt hat. Dies ermöglicht, dass die Menschen sich befähigt und verantwortlich fühlen, die Zukunft ihres Landes zu gestalten.

Um unsere Ziele umzusetzen und zur Realisierung der Vision beizutragen, haben wir in allen Bereichen Visionsgruppen gegründet, die sich auf geistiger Ebene mit dem großen Leitbild hinter den Zielen befassen, Ideen entwickeln und die Vision präzisieren. Zur Umsetzung der Ideen gibt
es wiederum in jedem Bereich Center mit Fachleuten und angewandter Forschung, die mit der Realisierung betraut sind und dafür Sorge tragen, dass sich das Leitbild mit den Köpfen, Herzen und Händen der Menschen verbinden kann. In dieser Phase wollen wir herausfinden, wie wir die
Vision verwirklichen können. Es werden Modelle und Werkzeuge entwickelt für Prototypen, die es zu testen gilt. Diese Modelle werden so kreiert, dass es möglichst einfach ist, sie weitflächig zu übernehmen, damit sie bald systemrelevant werden können.

Quelle: Helmy Abouleish mit Christine Arlt: SEKEM, Inspirationen – Impulse für einen zukünftigen Wandel, ISBN 978-3-95779-165-8, Info 3 Verlag, Frankfurt am Main 2022

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter

100 Jahre Nationalökonomischer Kurs Rudolf Steiners

Wirtschaft – Was ist es dir wert? Beitrag von Helmut Woll, Auszug

Assoziationen
Steiner hat den Begriff der Assoziationen zentral für die Ökonomie eingeführt. Sie sollen die Vernunft in den ökonomischen Prozess hineintragen. Der Liberalismus sieht im Marktprozess einen objektiven und anonymen Beurteilungsmechanismus für die Preise. Der Einzelne kann sie
nicht manipulieren. Die Assoziationen von Steiner sind das Gegenteil von anonymem Marktprozess oder zerstörerischem Wertgesetz. Die Mitglieder der Wirtschaft selbst sollen in jeden Tauschakt Vernunft und Gerechtigkeit hineinbringen. Insofern ist die Assoziation auch eine Erziehungsinstanz. Die Beteiligten müssen ihre Egoismen und Eitelkeiten unterdrücken und
sich bemühen, fachliche ökonomische Urteile zu fällen.
Ausgangsfrage ist für Steiner die Frage: Was ist der richtige (gerechte) Preis? Liberalismus und Marxismus kennen diese Gerechtigkeitsfrage aus dem Mittelalter nicht mehr. Der Preis soll nach Steiner so hoch sein, dass die Arbeitenden für sich und ihre Angehörigen in Zukunft ein neues
Produkt erstellen können. Diese Formel ist für Steiner erschöpfend, da sie alle Informationen in sich trägt. Aber wie man diese Formel realisiert, ist Aufgabe der Beteiligten. Die Bezahlung der Arbeit für die Zukunft ist ganz wesentlich in dieser Formel enthalten. Wirtschaften besteht darin,
dass man die künftigen Prozesse mit dem, was vergangen ist, ins Werk setzt: Natur-Arbeit- Kapital oder Natur-Arbeit-Geist.

Preise finden
Die herkömmliche Ökonomie kennt nur eine Preisformel. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Steiner plädiert auch hier für eine differenzierte Betrachtungsweise und weist drei Gleichungen nach. Nach Smith regelt sich der Preis von selbst durch Angebot und Nachfrage. In
der Wirklichkeit hat man nach Steiner nichts in der Hand mit diesen Begriffen. Dagegen braucht man bewegliche Begriffe. Angebot an Ware ist Nachfrage nach Geld. Angebot an Geld ist Nachfrage nach Waren. Es gibt drei Preisformeln, aber auch drei Geldbegriffe: Kaufgeld, Leihgeld und Schenkungsgeld. Welches Geld ist am produktivsten? Für Steiner ist klar, dass das Schenkungsgeld am produktivsten ist, da der menschliche Geist ständig Erfindungen und neue Verfahren kreiert.
Die Bearbeitung von Grund und Boden ist nach Steiner die Voraussetzung des Wirtschaftens. Die Geistesarbeitenden leben von den Handarbeitenden. Wie bewerten wir die Geistesarbeit? Der Wert der geistigen Arbeit ist so groß, wie sie körperliche Arbeit erspart. Es geht um eine funktionierende Arbeitsteilung, um gerechte Preise und ein Geld, das seiner Mystifikation
beraubt ist. Geld als ein rein rechnerisches Problem zu betrachten, kann man als Gegenthese zur marxistischen Geldauffassung ansehen. Für Marx ist Geld eine verhexte Ware. Der Geldschleier wird enttarnt, wenn man einsieht, dass er die Ausbeutungsverhältnisse verschleiern soll. Bei Steiner fällt der Geldfetisch, wenn man hinter die verschiedenen Preisformeln schaut.

Bewusste Gestaltung
Steiner knüpft an die freiheitlichen Ideen des Liberalismus an, reaktiviert den Organismusbegriff der Romantik, adelt die Land- und Handarbeit und sieht in den geistigen Leistungen der Menschen die Inspirationsquelle für die Wirtschaft und das Leben insgesamt. Das freie Geistesleben meint mehr als den Liberalismus mit seiner Wirtschafts- und Meinungsfreiheit. Es
ist das Plädoyer für eine neue wissenschaftliche Methode, die die Dinge auf allen Ebenen im wahren Sinn zutage fördert. Die Vorträge zur Nationalökonomie sollen ein Beleg sein für eine neue Geisteswissenschaft, die sich um die elementaren Dinge des Lebens wie Arbeit, Wert,
Lohn, Zins und Eigentum kümmert.

Quelle: www.dreigliederung.de/essays/2022-05-helmut-woll-wirtschaft-was-ist-es-dir-wert

Pestizide belasten Schutzgebiete – Untersuchung in Brandenburg

Untersuchung des Umweltinstituts München

Ackergifte verbreiten sich unkontrolliert durch die Luft und landen dadurch auch in besonders streng geschützten Lebensräumen. Dies zeigt unser neuer Bericht zu Pestiziden in der Brandenburger Luft. Für die Untersuchung haben wir ein Jahr lang an vier Standorten in und um
das Brandenburger Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin Luftproben genommen und sie auf Pestizidrückstände hin analysiert. Die Ergebnisse zeigen: je näher ein Standort an intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen gelegen ist, desto stärker ist die Pestizid-
Belastung. Doch selbst inmitten der Kernzone des Biosphärenreservats, wo die Natur sich möglichst unbeeinflusst entwickeln und vor jedem Eingriff durch den Menschen geschützt sein sollte, konnten wir Pestizide in der Luft nachweisen.

Besonders bedenklich: zwei Wirkstoffe, die das Grundwasser gefährden, wurden an allen Standorten nachgewiesen. Zudem sind vier von neun nachgewiesenen Pestizidwirkstoffen so gefährlich, dass die EU sie durch weniger riskante Stoffe ersetzen möchte. Ein weiterer Wirkstoff, den wir nachweisen konnten, gilt als vermutlich krebserregend.

Wie lange manche Stoffe in der Natur verbleiben, zeigen die Funde des längst verbotenen
Insektengifts DDT. DDT haben wir an zwei Standorten gefunden – und das fast 30 Jahre nach dem endgültigen Verbot des extrem schädlichen Insektizids in der ehemaligen DDR.

Angesichts des immer noch dramatischen Insektensterbens ist es von großer Bedeutung, dass geschützte Gebiete nicht sicher vor dem Eintrag von Pestiziden sind. Denn Ackergifte tragen maßgeblich zum Artenschwund bei. Wir fordern deshalb die Politik auf, Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Schutz zu gewährleisten: Das Ausbringen von Pestiziden in Schutzgebieten muss sofort verboten werden, und es müssen rund um sensible Gebiete herum Pufferzonen eingerichtet werden! Langfristig wird der Erhalt der Artenvielfalt aber nur mit einem Ausstieg aus der Anwendung chemisch-synthetischer Pestizide gelingen.

Den Untersuchungsbericht und unsere aktuelle Meldung mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie auf unserer Homepage.
Quelle: Sophia Guttenberger, Referentin für Landwirtschaft im Umweltinstitut München e.V.,
www.umweltinstitut.org, Newsletter vom 10.06.2022

Besuch bei Gemüsegärtnerei Höfler GbR im Knoblauchsland

Die Höfler GbR ist die einzige Demeter-Gärtnerei im Nürnberger Knoblauchsland. Am 13. August hat uns Peter Höfler durch seinen Betrieb geführt. Es ist ein Großbetrieb: sieben Hektar, davon fünf unter heizbarem Hochglas. Spezialität: Tomaten und Minigurken. In einem weiteren Betrieb in Weißenbronn werden Schlangengurken kultiviert. Die Kulturperiode reicht von Februar bis November, die Erntezeit von Juni bis November. Dann werden die Gewächshäuser leer geräumt; das Tomaten- und Gurkenkraut geschreddert und mit verottetem Schafs- und Hühnermist kompostiert. Von den zwei Hektar Freifläche wird zweimal im Jahr Kleegras geschnitten und zu Pellets gepresst.

In das Erdreich in den Gewächshäusern wird im Winter der mit den biodynamischen Präparaten behandelte Kompost sowie Kali eingearbeitet. Mit den Jungpflanzen werden im Februar dann auch die Kleegraspellets zur ständigen Stickstoffversorgung ausgebracht. Der Humusgehalt im Boden erreicht durch diese natürliche Düngung Höchstwerte.

Die Pflanzen werden mit Wasser aus eigenen Brunnen und mit dem Regenwasser versorgt, das man von den Gewächshausdachflächen gewinnt. In Weißenbronn hat man einen riesigen Regenwassertank. Die Gewächshäuser werden mit Gas beheizt. Wasser- und Wärmeversorgung erfolgen computergesteuert. Schädlinge (Weiße Fliege, Blattlaus, Trips) werden mit Nützlingen (z.B. Marienkäfer) bekämpft.

Die Höfler GbR beliefert verschiedene Einzelhandelsketten und die ebl-Bio-Fachmärkte. Manche der Ketten kooperieren mit den Anbauverbänden Demeter, Bioland oder Biokreis. Höfler hat die Zertifizierungen aller drei und verpackt seine Demeter-Erzeugnisse auch mit Bioland- und Biokreissiegel. Wer bestimmt, wie viel der Erzeuger für seine Tomaten und Gurken erhält? Die Einkäufer der Supermarktketten. Jetzt, im Sommer, wo es riesige Mengen an Gemüse gibt, drücken sie den Preis. In solchen Zeiten kommt es vor, dass die Ernte tonnenweise vernichtet werden muss, weil auch die Einkäufer sie nicht in den Supermarktfilialen loswerden. Wer kann in solchen Situationen mehrere Tonnen Tomaten oder Gurken abnehmen und verarbeiten? Höfler hat damit begonnen, Überschüsse zu Passierten Tomaten zu verarbeiten. Die Gläser und auch Frischware kann man jederzeit am Automaten vor den Gewächshäusern im Götzenweg kaufen.

Nach dem Rundgang durch die Gewächshäuser konnten wir verschiedene Sorten Tomaten und Gurken probieren, wurden mit einem leckeren Imbiss bewirtet und konnten Gemüse kaufen. Erfahrung: Es gibt noch Tomaten, die so schmecken, wie selbstgezogen.

Kontakt: Höfler GbR, Irrhainstrasse 33, 90427 Nürnberg; Betrieb mit Verkaufsautomat: Götzenweg; Zweigstelle: 91560 Weißenbronn: Lehrweg 333; www.hoefler-biogemuese.de

 

KOCH IM PARK im Parks im Stadtpark Nürnberg

7. August, 10-14 Uhr:  Bioesskultur: Gemeinsam lecker kochen und genießen

Zum 4. Male alle, die gerne Bio in der Küche verwenden, um zusammen mit teils namhaften Köchinnen und Köchen circa 15 verschiedene Gerichte zu kochen, und anschließend zu speisen. Im tollen Gartenambiente des Parks wird miteinander geschnippelt, probiert, geschlemmt und sich ausgetauscht.

Veranstaltet wird dies von der Stadt Nürnberg die Biometropole, einem Zusammenschluss Nürnberger Bioakteure. Kostenbeitrag: 25 €, Anmeldung unter www.kochimpark.de ist erforderlich.