Nachhaltiges Verpackungsmaterial, nachhaltige Produkte, Service-Verpackungen (to go) & Logistikbedarf, Reinigungsmittel
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Autor: Wolfgang Ritter
Una cena italiana
Kürzlich berichtete ich, Wolfgang Ritter, von einem italienischen Abendessen auf einem Biohof am Gardasee (siehe www.netz.bio/ Unser Blog). Es war ein Fünf-Gang-Menü, für das man sich einen ganzen Abend Zeit mitbringen musste – ein abendfüllendes Ereignis – ohne Völlegefühl. So etwas kann man auch zu Hause einmal zelebrieren, wenn ein besonderer Anlass zu feiern ist oder einfach so. Ich habe das kürzlich getan. Hier mein Menü-Vorschlag, in dem Fleischesser und Vegetarier etwas finden. Sie können alle Gänge ja selber variieren.
Aperitivo
Beim Eintreffen der Gäste und Familienmitglieder wurde ein Hugo gereicht, hergestellt aus Holunderblütensirup, Sekt, Limettenscheiben, frischen Pfefferminzblättern und Eiswürfeln. Es gibt auch fertigen Bio-Hugo von Peter Riegel Weinimport. Dazu wurden Vollkorn Sticks (Erdmann Hauser) und Mais-Chips (Mayka Naturbackwaren) gereicht.
Antipasti
Vormittags hatte ich verschiedene Gemüsesorten vorbereitet: Zucchinischeiben wurden auf dem Elektrogrill gegrillt, parallel dazu Fenchelscheiben, Möhrenstücke mit gelben und roten Paprika im Topf gegart und anschließend in der Pfanne gebraten, auf Präsentiertellern mit Kräutersalz und Olivenöl versehen und beiseite gestellt. Abends wurden sie kalt serviert. Dazu gab es aufgeschnittenen Schinken, Salami- und Käsescheiben (Scamorza und Südtiroler Bergkäse). Als Vorspeise eignen sich auch Mozzarella- und Tomatenscheiben mit Basilikumblättern, besprenkelt mit Balsamico-Essig und Olivenöl. Zu den Antipasti kommt Wein auf den Tisch. Wir hatten Bio-Rotwein vom Gardasee.
Pasti
Da ich Gäste mit Weizen- und Tomatenallergie erwartete, gab es Dinkel-Spaghetti Aglio e Olio sowie Panna e Piselli, die frisch zubereitet und serviert wurden, nachdem die Vorspeisen verzehrt waren. Die Spaghetti Aglio e Olio wurden nach dem Kochen in einer Pfanne mit erhitztem Olivenöl und kleingehacktem Knoblauch auf dem Feuer etwa fünf Minuten immer wieder gewendet. Alternative für Fleischliebhaber: Spaghetti Prosciutto. Für die Spaghetti Panna e Piselli gießt man das Kochwasser ab und zieht Sahne und gekochte Erbsen unter die Spaghetti.
Piatto principale
Die Hauptspeise bestand bei mir aus verschiedenen vegetarischen Bratlingen, Bratfilets Japanische Art (Taifun-Tofu), Energie-Talern (Soto/ organic veggie food), Tofu-Scheiben und Hokkaido-Kürbis mit Grünen Bohnen. Der Hokkaido-Kürbis kann schon am Nachmittag ungeschält in Scheiben geschnitten etwa 15 Minuten auf Backpapier auf dem Backblech einseitig gegrillt werden. Am Abend wendet man ihn dann, um ihn kurz vor dem Servieren von der anderen Seite auf dem Blech zu erhitzen. Inzwischen grillt man die Bratlinge auf dem Elektrogrill oder in Pfannen. Alternativ zu vegetarischen Bratlingen geht natürlich auch Fleisch aus dem Bio-Fachmarkt. Zu Bratlingen und Gemüse servierte ich Grill- und Knoblauchsaucen.
Dolce
Als Dessert konnte ich Crostatine di Farro al Mirtillo (Dinkelgebäck mit Blaubeeren) servieren, die ich aus Italien mitgebracht hatte. Dazu gab‘s Schoko- und Vanille-Eis mit Sahne. Und wer wollte, trank Café oder Orzo (Getreidekaffee) aus Italien.
20 Jahre Zukunftsstiftung Landwirtschaft – eine starke Initiative
Bericht von Wolfgang Ritter
Der Bio-Verbraucher e.V. arbeitet mit kleineren und größeren Partnern zusammen. Einer unserer größeren Partner wurde vergangenes Jahr (2020) 20 Jahre alt und hat immer wieder neue Initiativen ins Leben gerufen oder sich an ihnen wesentlich beteiligt. Hier ein Überblick über 20 Jahre zivilgesellschaftliche Aktivitäten.
2000 Gründung der Zukunftsstiftung Landwirtschaft Das starke Engagement der GLS Treuhand für den Ökolandbau und die ökologische Saatgutzüchtung soll dadurch sichtbarer gemacht werden. Von 20 Organisationen, Unternehmen und Privatpersonen werden rund 3 Millionen DM Gründungskapital bereitgestellt.
2001 Die erste Saatgut-Tagung findet in Kassel unter dem Titel: „Ökologisches Saatgut – Kapital von Morgen; Neue Wege in der Pflanzenzüchtung“ statt.
2002 Gründung des Berliner Büros der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und Finanzierung des Gründungskonzeptes des BÖLW (Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft)
2003 Save Our Seeds (SOS), die erste Kampagne des Berliner Büros, setzt sich europaweit für die Reinhaltung des Saatgutes von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ein. Über 300.000 Unterschriften werden gesammelt und das Reinheitsgebot in der EU durchgesetzt.
2004 Start des Informationsdienst Gentechnik, der tagesaktuell über Zusammenhänge und Hintergründe der Agro-Gentechnik informiert. Der Informationsdienst wird von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft im Auftrag von neunzehn Umwelt-, Verbraucher- und Landwirtschaftsorganisationen herausgegeben.
Gründung des Tierzuchtfonds gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund, der Schweisfurth Stiftung und bis 2008 auch von ProVieh: Ziel ist eine eigenständige, ökologische Tierzucht, die nicht auf Höchstleistung setzt.
2005 SOS organisiert die erste Europäische Konferenz gentechnikfreier Regionen in Berlin.
2006 Start der Aktion Bantam-Mais: Alle Anbaustandorte der samenfesten Mais-Sorte „Golden Bantam“ werden in einer Karte eingetragen. So demonstrieren Gärtner*innen und Privatpersonen erfolgreich gegen den Anbau von Gentechnikmais und machen auf die Gefahr seiner Auskreuzung aufmerksam.
2008 Veröffentlichung der wichtigsten Aussagen des Weltagrarberichts. Dieser wurde ab 2003 von über 400 Wissenschaftler*innen im Auftrag der Weltbank und der UN erarbeitet. Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft war durch Benny Haerlin im Aufsichtsrat vertreten und betreibt seit 2009 eine Webseite zu dem Bericht.
2011 Gründung „Meine Landwirtschaft“ durch die Zukunftsstiftung Landwirtschaft und andere Organisationen. Dieses neue Bündnis organisiert 2011 die erste „Wir haben es satt“-Demo in Berlin.
2013 Gründung der Kampagne „Freiheit für die Vielfalt“, die im folgenden Jahr erfolgreich eine von der EU-Kommission vorgeschlagene Saatgutrichtlinie verhindert, die biologisches und Erhaltungssaatgut gegenüber industriellen Hybriden noch mehr benachteiligt hätte.
2014 „Farbe der Forschung“, der zweite Wissenschaftskongress der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, findet zum Thema „Beziehungsnetzwerke“ in Berlin statt. Spendenrekord beim Saatgutfonds: Erstmals können in einem Jahr über eine Million Euro für die Forschung und Entwicklung in der ökologischen Pflanzenzüchtung gesammelt werden.
2015 Der erste 2000 m² Weltacker wird eröffnet. Er vermittelt, wie viel Ackerfläche global pro Mensch zur Verfügung steht und wie unser Lebensmittelverbrauch deren Bestellung bestimmt. 2017 hat er über 100.000 Besucher*innen auf der Internationalen Gartenausstellung in Berlin.
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2016 Der Saatgutfonds wird 20 Jahre alt. Mit seiner Unterstützung stehen inzwischen circa 100 ökologisch gezüchtete Getreide- und Gemüsesorten zur Verfügung.
2017 Gründung des Bildungsfonds Landwirtschaft, um die gezielte Förderung von Bildungs- und Ausbildungsprojekten in der Landwirtschaft zu verstärken. Veröffentlichung einer Schrift zur integralen Produktivität anlässlich der Debatte „Bio 3.0“. Ein Beitrag gegen die Konventionalisierung des Ökolandbaus. Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft fördert mit 30.000 Euro die Gründung der BioHöfe Stiftung. In die Stiftung der GLS Treuhand und der Stiftung Ökologie & Landbau können Höfe als Schenkung eingebracht und deren zukünftige ökologische Bewirtschaftung gesichert werden.
2019 Start der SOS-Kampagne für ein weltweites Moratorium bei der Freisetzung von Gene Drives. Neuer Spendenrekord beim Saatgutfonds: 1,8 Millionen Euro können für die Ökozüchtung gesammelt werden.
2020 Auf dem Weltacker in Berlin entsteht der erste Klima-Acker. Das Buch von Hans Herren und Benny Haerlin zum zehnjährigen Jubiläum des Weltagrarberichts wird von Biovision und der Zukunftsstiftung Landwirtschaft veröffentlicht.
Quelle: Jubiläumsbroschüre 20 Jahre Zukunftsstiftung Landwirtschaft, S. 4 ff., Auszüge, www.zukunftsstiftung-landwirtschaft.de
Die BioFach wegen Corona ganz anders
Die BioFach wegen Corona ganz anders
Die BIOfach 2021, 17.-19. Februar, geht neue Wege und NÜRNBERG – DIE BIOMETROPOLE geht mit. Beim eSpecial der NürnbergMesse trifft sich die Bio-Branche im Februar 2021 erstmals digital. Auch wir von der Biometropole werden wieder dabei sein und uns mit Partnern und Projekten präsentieren. In einem virtuellen Veranstaltungsraum bieten wir Vorträge, Präsentationen und Diskussionsrunden zu Themen, die uns und unsere Netzwerk-Partner bewegen.
Wir freuen uns, Sie auf der BIOfach zu treffen. Aktuelle Informationen zum Messeauftritt, unserem konkreten Programm und wie wir im digitalen Raum in Kontakt kommen, finden Sie ab Mitte Januar auf www.die-biometropole.de/veranstaltungen.
10.000 Bio-Brotboxen für 170 Schulen im Raum Nürnberg
„Wenn wir heute Ernährungsbewusstsein bei den Kindern säen, wird das Früchte tragen“, davon ist Britta Walthelm, die neue Referentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg überzeugt. Wir arbeiten daran, den Bio-Anteil in der Schulverpflegung zu erhöhen und bieten viele Bildungsangebote mit Bio-Schwerpunkt für Kinder im Netzwerk BÖE (= Netzwerk Bildung, Ökolandbau, Ernährung). Auch die Woche der Nachhaltigkeit in der Kulturwerkstatt auf AEG soll 2021 wieder stattfinden. Dort können die Schüler mit ihrer Klasse in verschiedenen Einheiten „Bauernhof erleben und Bio-Lebensmittel erforschen“.
Im Jahr 2020 gingen 10.000 Biobrotboxen an 170 Schulen in der Metropolregion. Beschenkt werden alle Erstklässler in Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach, Ansbach, Neumarkt, Herzogenaurach, Altdorf, Feuchtwangen, Dinkelsbühl, sowie im Landkreis Roth. In Nürnberg beteiligen sich 68 Schulen mit rund 4.300 Erstklässlern.
Kontakt zur BioMetropole Nürnberg: Dr. Werner Ebert, T. 0911 231 4189, werner.ebert@stadt.nuernberg.de, Conny Merkel-Schlenska, T. 0911 231 5955, conny.merkel-schlenska@stadt.nuernberg.de
Aktuelle Projekte der Öko-Modellregion
• Lebensmittelhandwerk: Unterstützung der Bäcker- und Metzger (Bio als Chance)
• Außer-Haus-Verpflegung: Mehr Bio in Kitas, Schulen, Betriebsgastronomie, etc.
• Vernetzung von Bio-Landwirten und jener die es werden wollen
• Regionale Wertschöpfungskette ausbauen: Getreide
• Mobile Geflügelschlachtung in der Region
Sie haben Ideen, Fragen oder eine Anmerkung? Melden Sie sich einfach bei mir.
Franziska Distler, Stadt Nürnberg, Referat für Umwelt und Gesundheit, Öko-Modellregion Nürnberg, Nürnberger Land, Roth, Hauptmarkt 18, 90403 Nürnberg, Tel.: 0911 231 10624,
oekomodellregion@stadt.nuernberg.de
Aktuelle Saatgutauswertung: Eine Partie mit Gentechnik verunreinigt
In den diesjährigen Kontrollen von Saatgut auf gentechnisch veränderte Organismen (GVO) haben die zuständigen Landesbehörden in einer von insgesamt 685 beprobten Saatgutpartien Verunreinigungen nachgewiesen. Dabei handelte es sich um eine verunreinigte Maissaatgutpartie, die in Baden-Württemberg entdeckt wurde. Im Rahmen der Kontrollen nicht aufgedeckt wurde die Verunreinigung einer Zuckermaispartie, die erst im Juni 2020 bekannt wurde, auch, da Zuckermais im Rahmen des jährlichen Monitorings bisher nicht überwacht wird. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits rund 2,3 Millionen Körner des Zuckermaises in sechs Bundesländern auf einer Gesamtfläche von ca. 37 Hektar ausgesät worden. Aufgewachsene Pflanzen wurden nach Behördenangaben vor der Blüte vernichtet. Insgesamt beprobten die Behörden in diesem Jahr weniger Kulturarten und deutlich weniger Saatgutpartien als in den letzten Jahren. 2019 wurden 785 Partien überprüft, 2018 waren es 839 und 2017 insgesamt 886. Greenpeace, Bioland und die IG Saatgut fordern die Bundesländer auf, ihre Saatgutkontrollen zu verstärken und Saatgut auch auf Verunreinigungen mit neuer Gentechnik zu überprüfen.
„Eine konsequente Umsetzung der Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut ist für die Sicherung einer gentechnikfreien Landwirtschaft existentiell“, sagt Jan Plagge, Präsident Bioland e.V. „Wir betrachten daher mit Sorge, dass in diesem Jahr deutlich weniger Partien beprobt wurden als noch in den vergangenen. So sank 2020 die Anzahl der Maisproben gegenüber den Jahren 2016 bis 2018 um 20 Prozent, von 518 auf 415. Die Probenzahl beim Raps reduzierte sich 2020 mit 212 Proben im Vergleich zum Höchststand 2012 mit 347 Proben noch stärker. Anstatt weniger zu kontrollieren, sollten die Bundesländer ihr Monitoring deutlich verstärken. Bei Kulturarten, die wie Mais oder Raps einem hohen Verunreinigungsrisiko ausgesetzt sind, genügt die derzeitige stichprobenartige Untersuchung eines Teils der Partien nicht. Um unsere Nahrung gentechnikfrei zu halten ist es bei diesen Risikokulturen notwendig, alle Saatgutpartien zu überprüfen. Dabei muss auch Zuckermais vor Aussaat kontrolliert werden.“
Quelle: Pressemitteilung Bioland e.V. vom 11.11.2020, gerald.wehde@bioland.de
Rapsöle sind gesund und preiswert – aber nicht alle
In Deutschland wächst der wertvolle, ölhaltige Raps. Das Öl wird oft auch günstig angeboten. Auf dem Markt sind kaltgepresste und raffinierte Öle. Raffinierte Sorten enthalten genauso viele wertvolle Fettsäuren wie kalt gepresste, werden aber umfangreich physikalisch und chemisch behandelt. Damit scheiden sie für Bio-Zertifizierungen aus. Um geschmacksneutralere Bio-Rapsöle anbieten zu können, dämpfen sie manche Hersteller nach dem Pressen. ÖKO-Test hat 23 Rapsöle beider Sorten untersuchen lassen. Die Qualitäts- und Preisunterschiede sind gewaltig. Die Schadstoffbelastung auch mancher kaltgepressten Marken lässt sie nicht empfehlenswert erscheinen. Mineralölbestandteile, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Fettschadstoffe 3-MCPD und Glycidol, Pestizide und Weichmacher wurden nachgewiesen und führten zu abwertenden Beurteilungen. Erste Anzeichen von Verderb wurden ebenfalls untersucht und berücksichtigt. Erstaunlich: Rapunzel Rapsöl mild, gedämpft ist schlecht und teuer. Hier die Übersicht über Testergebnisse und Preise:
Rapsöl, kalt gepresst, Bewertung Preis pro Liter in Euro
Moritz Raps Kernöl, kaltgepresst, nativ, sehr gut 7,58
K-Bio Rapsöl, nativ, kaltgepresst, gut 3,64
Purea Reines Rapsöl, gedämpft, gut 3,99
Bio Planète Rapsöl nativ classic, befriedigend 8,98
Bio Zentrale Öl Raps kaltgepresst, befriedigend 6,86
Dennree Rapsöl kalt gepresst, nativ, befriedigend 5,38
Die kleine Mühle Raps-Kernöl, kaltgepresst, nativ, befriedigend 13,98
Dm Bio Rapsöl kaltgepresst, nativ, ausreichend 3,70
Gut Bio Kaltgepresstes Rapsöl, ausreichend 3,70
Teutoburger Ölmühle Raps-Kernöl kaltgepresst, nativ, ausreichend 9,98
Alnatura Rapsöl nativ, mangelhaft 4,98
Rapunzel Rapsöl mild, gedämpft, mangelhaft 7,32
Rapsöl, raffiniert, Bewertung Preis pro Liter in Euro
Ja! Reines Rapsöl, sehr gut 0,96
Kunella Feinkost Rapsöl, sehr gut 2,58
Frisan Reines Rapsöl, gut 0,96
Gut & Günstig Pflanzenöl aus Raps, gut 0,99
Mazola 100% Reines Rapsöl, gut 3,97
Rapso 100% Reines Rapsöl, gut 4,21
Vegola Reines Rapsöl, gut 0.96
Vita D’Or Rapsöl, gut 0,96
Rapsgold Universelles Rapsöl pur & mild, befriedigend 3,99
Brändle Vita Rapsöl, ausreichend 3,59
Thomy Reines Rapsöl, ungenügend 3,99
Bericht Wolfgang Ritter; Quelle: ÖKO-Test Magazin 11-2020
„Mit dem Wind kommen die Pestizide“
„Es gibt kein Entkommen: Der Wind trägt Pflanzenschutzmittel in den tiefsten Bayerischen Wald ebenso wie auf die Spitze des Brockens im Harz“, titelte und schrieb Erik Stecher von den Nürnberger Nachrichten am 10.10.2020 auf Seite 23.
Unsere Partner, das Umwelt Institut München e.V. und das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft e.V. hatten die bisher umfangreichste Studie zur Frage, wie stark sich die Ackergifte über die Luft verbreiten, in Auftrag gegeben, weil Bio-Erzeuger oftmals ihre Produkte nicht als Bio verkaufen können, wenn sie Spuren von Pestiziden enthalten. Ergebnis der Studie: Pestizide sind überall in der Luft. Dem Ergebnis wurde, das war vorauszusehen, von der chemischen Industrie widersprochen. Es sei ja alles nicht so schlimm, weil es sich ja nur um sehr geringe Konzentration von Giften in der Luft handele, die gesundheitlich unbedenklich seien. Das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft e.V. antwortete auf einen Offenen Brief von Peter R. Müller, Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH am 23. Oktober mit einem mehrseitigen Schreiben von dem wir hier den ersten Absatz wiedergeben.
Die Studie »Pestizid-Belastung der Luft« hat für 138 Pestizid-Wirkstoffe aus landwirtschaftlichen Quellen, darunter auch den Feststoff Glyphosat, einen Ferntransport über weite Strecken vom Ausbringungsort hinweg nachgewiesen. An 163 Messpunkten in ganz Deutschland fanden sich Cocktails von im Mittel 17 Pestizid-Wirkstoffen pro Standort. Zwar erscheinen die gemessenen Konzentrationen der einzelnen Wirkstoffe in absoluten Zahlen gering. Doch die gesundheitlichen Langzeit- und Kombinationswirkungen beim Einatmen niedriger Dosierungen jener Pestizid-Cocktails in der Atemluft an praktisch jedem Ort in Deutschland sind gänzlich unerforscht. Die von Peter R. Müller vorgenommene Gleichsetzung dieser Forschungsfragen mit der Aufnahme bestimmter Konzentrationen von einzelnen Pestiziden über den Magen-Darm-Trakt ist fachlich falsch und irreführend. Dennoch nimmt das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft Herrn Müllers Gesprächsangebot an. Das Bündnis möchte den Dialog öffentlich führen – auf Grundlage der Fakten, die sich aus der Studie »Pestizid-Belastung der Luft« ergeben. Quelle: Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft, Mitglieder-Rundbrief Oktober 2020, www.enkeltauglich.bio, johanna.baer@enkeltauglich.bio, +49 (0) 170 7756656
Ernährungspolitik auf vollwertiges Bio-Essen ausrichten / NutriScore unzureichend
BÖLW zum NutriScore: „Gesund und nachhaltig essen muss einfach werden“
Mit dem Inkrafttreten der entsprechenden Verordnung, besteht seit November die rechtliche Grundlage, die Nährwertkennzeichnung nach dem französischen NutriScore-System freiwillig zu verwenden. Volker Krause, Vorstand für Lebensmittelverarbeitung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), kommentiert: „Wir begrüßen grundsätzlich Maßnahmen, die nachhaltig und gesund zu essen für die Menschen einfacher machen. Damit das klappt, ist es aber wichtig, dass Bundesernährungsministerin Julia Klöckner darauf drängt, dass die Schwächen des NutriScore-Systems dringend behoben werden.
Fatal ist die Benachteiligung von Bio-Lebensmitteln. Wie kann es etwa sein, dass ein Bio-Orangensaft im NutriScore schlechter wegkommt, als ein hoch verarbeiteter Saft mit Zuckerersatz? Der NutriScore honoriert das Schöntricksen von Lebensmitteln mit kritischen Inhaltsstoffen. Ernährungsphysiologische Vorteile, die beispielsweise nachweislich in Vollkornprodukten stecken, honoriert das Label nicht. Auch der Verarbeitungsgrad, eine sehr wichtige Eigenschaft für die gesundheitliche Wirkung von Produkten, wird nicht berücksichtigt.
Der NutriScore zeigt nicht, ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist. Das Label gibt lediglich an, ob etwa die eine Eiscreme eine günstigere Nährwertzusammensetzung hat als eine andere Eiscreme. Trotzdem suggeriert die Gestaltung des Labels dem Kunden unterschwellig eine ‚gesunde‘ Wahl. Wenn man drüber nachdenkt, muss aber jedem klar sein, dass viel ‚dunkelgrün‘ bewertete Eiscreme, Tiefkühl-Pizza oder Pommes frites nicht gesund sind. Die Produktkategorie-Logik des NutriScore ist deshalb für die Kundinnen und Kunden irreführend.
Damit sich eine Ernährung, die für Mensch und Umwelt gesund ist, in der Breite der Gesellschaft durchsetzt, muss noch viel passieren. Beim NutriScore und auch, was eine ganzheitliche Ernährungspolitik angeht. Halbgare, freiwillige Kennzeichnungen genügen nicht. Vielmehr braucht es eine Ernährungspolitik, die auf wirksame Ernährungsbildung setzt, auf einen hohen Bio-Anteil und frisch gekochtes Essen in Schulen, Kitas, Krankenhäusern oder Kantinen sowie Regeln, die dazu führen, dass Lebensmittel gesund sind.“
Der BÖLW fordert für die Überarbeitung des NutriScore…:
…den bestehenden NutriScore-Algorithmus zu korrigieren, vor allem bezüglich seiner Defizite in den Bereichen Vollkornanteil/Ballaststoffe, hochwertige essentielle Fette/Öle, und Kerne/Saaten.
…in die NutriScore-Bewertung den Verarbeitungsgrad und die verwendete Art und Anzahl an Zusatz- und Ersatzstoffen einzubeziehen.
…die Voraussetzungen für eine bessere Transparenz und Überprüfbarkeit des NutriScore zu schaffen.
…Fach-Persönlichkeiten mit Expertise zu den speziellen Produktionsregeln in der Herstellung von Bio-Lebensmitteln im wissenschaftlichen Beirat einzubeziehen, der die Weiterentwicklung des NutriScore-Algorithmus vorbereitet und begleitet.
…Bio als eigenständigem Qualitätskriterium im Algorithmus anzuerkennen.
BÖLW-Pressemitteilung vom 03.11.2020, presse@boelw.de
Landwirtschaft in der Mitte der Gesellschaft 2
(Teil 1 in Info-Brief 64)
Eine alte Idee und neue Entwicklungen
Auch eine Ausbildungsfrage
Einen tieferliegenden Grund für unser gegenwärtiges Wirtschaftssystem findet Eisenhut (Aufsatz im Heft 5 der Zeitschrift Die Drei, die Red.) im Denken der bestimmenden Führungseliten: „Ein Denken, das sich nur auf das Äußere konzentriert, wird für die Gestaltung von Wirtschaftsprozessen im Allgemeinen als sehr praktisch angesehen. Daß es schleichend korrumpierend wirkt, wird nicht bemerkt. Genau diese Art des Denkens gibt Steiner . . . als Grund dafür an, warum es so schwer ist, Menschen zu finden, die einen Assoziations-Bildungsprozeß in Gang setzen können: Solche Leute sind heute außerordentlich schwer zu finden, aus dem einfachen Grunde, weil aus dem wirtschaftlichen Leben heraus sich die Usance gebildet hat, daß der junge Mensch sich eigentlich von außen her trainieren läßt. Er läßt sich irgendwo hineinbringen in ein Geschäft, und indem er eigentlich mit seinen Gedanken irgendwo anders bei einem geistigen Leben ist, manchmal bei einem sehr guten, trägt er aber den Geist nicht in sein Geschäft hinein. Da ist er mit seiner Seele nicht dabei, da läßt er sich trainieren von außen, da läßt er sich geschäftlich routiniert machen; dann läßt er sich schicken irgendwohin, nach Amerika oder London, und da wird er weiter trainiert. Nachher weiß er, wie man es macht, und dann geht er zurück, und dann treibt er dies oder jenes.“(GA 337b, S. 206). Eine eigentlich geniale Formulierung, die Steiner hier für das Ergebnis der Ausbildung findet: „Er treibt diese oder jenes“, das ist die Unverbindlichkeit, die Beliebigkeit, die heute angesichts der bevorstehenden globalen Katastrophen zur Verantwortungslosigkeit angeschwollen ist.
Die Landwirtschaft trägt alles
Zum Abschluss entwickelt Eisenhut als Gegenentwurf zum bestehenden Dreisektorenmodell der Wirtschaft ein Fünfsektorenmodell, wo diesmal die Landwirtschaft in der Mitte des Wirtschaftslebens steht. Dies erscheint zunächst als völlig realitätsfern und aussichtslos, ist es aber nicht. Bei den intensiven Verhandlungen am Runden Tisch in Bayern nach dem überwältigenden Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ konnten alle Beteiligten einschließlich des bayerischen Bauernverbandes es vor Augen sehen: Die Landwirtschaft steht hier mitten in der relevanten Verantwortung, nicht einige verschrobene Steingartenbesitzer, Kreuzfahrtteilnehmer oder Rasenmähroboterfetischisten, wie es der Bauernverband zunächst propagierte. Diese deutliche Wahrnehmung gilt es festzuhalten, diese erkannte Verantwortung in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext und Konsens einzubauen, so auch die Worte des Ministerpräsidenten, aber noch viel weiter darüber hinaus mit der entscheidenden Relevanz im Wirtschaftlichen, die dazukommen muss.
Quelle: Engelhard Troll in: Demeter Bayern, Rundbrief Juni 2019
2021 – DIE ERSTE BUNDESWEITE VOLKSABSTIMMUNG
„ALLE STAATSGEWALT GEHT VOM VOLKE AUS. SIE WIRD VOM VOLKE IN WAHLEN UND ABSTIMMUNGEN […] AUSGEÜBT.“ GRUNDGESETZ ARTIKEL 20,2. Es gilt, das Grundgesetz auf Bundesebene zu verwirklichen.
Liebe Leserinnen und Leser,
gemeinsam mit anderen Initiativen will unser Partner, der Omnibus für direkte Demokratie e.V., in diesem Jahr (2021) eine erste bundesweite Volksabstimmung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland organisieren. Bürger*innen sollen über gesellschaftlich relevante Themen (z.B. Klimawandel, Freihandelsabkommen, Bienensterben, Plastik, Seenotrettung, Tierwohl, Altenpflege oder Wohnen) abstimmen können. Dafür bekommen die Bürger*innen neben den Wahlunterlagen auch ein Abstimmungsheft zugeschickt. Dieses informiert im Detail über die Themen und ermöglicht eine direkte Abstimmung. Die bewährte repräsentative Demokratie soll natürlich erhalten bleiben, aber durch Volksabstimmungen ergänzt werden. Das Instrument hat auf Länderebene bereits viele Nagelproben bestanden und gute Erfolge erzielt, wie beispielsweise das sensationell erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Bayern.
Um herauszufinden, ob so eine bundesweite Volksabstimmung für die Initiative machbar ist, wurde im Herbst 2020 eine Probeabstimmung durchgeführt. Mit durchschlagendem Erfolg. Warum also nicht auch bundesweit?
Ergebnisse der Probeabstimmung
An der Probeabstimmung haben 45.974 Bürger teilgenommen. Hier die acht Themen, die zur Abstimmung standen, und die Abstimmungsergebnisse:
1. Stimmen Sie einer gesetzlichen Verpflichtung zur Klimaneutralität bis 2035, zum Kohleausstieg bis 2030 und zur vollständigen Versorgung mit erneuerbarer Energie bis 2035 zu?
Ja = 81,47%
2. Stimmen Sie der Einführung eines deutschlandweiten Mindestlohns von 12 Euro brutto pro Zeitstunde zu?
Ja = 84,26%
3. Stimmen Sie für ein gesetzlich verpflichtendes Lobbyregister?
Ja = 93,72%
4. Stimmen Sie einer Grundgesetzänderung zur Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens zu?
Ja = 59,82%
5. Stimmen Sie einem Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung zu, das Supermärkte verpflichtet, ihre unverkäuflichen Nahrungsmittel zu spenden?
Ja = 92,23%
6. Stimmen Sie für umfassende gesetzliche Förderungen der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland und Europa?
Ja = 92,42%
7. Stimmen Sie der Aufnahme eines Frackingverbots ohne Ausnahmen in das Wasserhaushaltsgesetz zu?
Ja = 88,54%
8. Stimmen Sie der Einführung von bundesweiten Volksabstimmungen zu?
Ja = 88,54%
Fazit: Hätten wir das Instrument der direkten Demokratie auf Bundesebene, könnte also der Souverän wichtige Fragen selbst entscheiden, würde das Leben in Deutschland ganz anders aussehen als es die gewählten Abgeordneten unter dem Druck der Lobbyisten derzeit für uns gestalten. In 15 Jahren wären wir klimaneutral, Lebensmittelverschwendung würde drastisch reduziert, ein Grundeinkommen würde die Sorge um das tägliche Brot auslöschen, ein Lohndumping wäre nicht mehr möglich, denn jeder Arbeitnehmer bekäme mindestens 12 Euro Stundenlohn und der ökologische Landbau würde stärker gefördert als bisher. Letzteres ist seit langem auch die Forderung des Bio-Verbraucher e.V. Jetzt erhält viel Geld, wer viel Fläche hat, fast egal, wie er darauf wirtschaftet. Machen Sie mit bei der bundesweiten Abstimmung in diesem Jahr: https://abstimmung21.de/
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter