Mi, 27. April 2022, 18-20.00 Uhr: Führung in 91080 Marloffstein bei Erlangen: Wilde Pflanzen für Körper, Seele und Geist, Anmeldung bis 19. April bei Brigitte Addington, zertifizierte Wildkräuterexpertin, Tel. 09131 – 93 17 296, info@sonnetra.de, www.sonnetra.de
Die Wildkräuterexpertin bietet auch an: Jahresausbildung zum zertifizierten Heil- und Wildkräuterexperten von April-November 2022 und Online-Kräuterkurs, Einstieg jederzeit möglich
10:45 Uhr Meckenlohe, Feldweg vor der Kanalbrücke Meckenlohe, Abzweigung nach Schwanstetten
10:00 Uhr Feucht, Parkplatz vor der Realschule Feucht
10:30 Uhr Röthenbach b. St. Wolfgang, Kanalbrücke, Alte Salzstraße
10:50 Uhr Wendelstein, Kanal, Nürnberger Straße
11:30 Uhr Neuses, Neuer Kanal, Greuther Straße
ZIEL DER STERNFAHRT: Personenschifffahrtshafen Nürnberg, Europakai; dort Kundgebung zum alternativen Standort für das geplante ICE-Werk, Beginn: 13.00 Uhr; Redner am Hafen:
Prof. Dr. Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender BN
Klaus-Peter Murawski, 1. Vorsitzender BN
Albrecht Röttger, BN Nürnberg
Vertreter der Bürgerinitiativen, Feucht, Harrlach, Röthenbach b. St. Wolfgang
Ausschnitt aus einer Bioland-Podiumsdiskussion am 21.O1.2022
„Um die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen, wie 2015 in Paris von allen unterzeichnenden Staaten vereinbart, müssen auch die Treibhausgas-Emissionen im Agrar- und Ernährungssektor weitgehend und schnellstmöglich reduziert werden. Hierzu müssen auf allen Ebenen entlang der gesamten Wertschöpfungskette wirksame Maßnahmen zügig umgesetzt werden“, beschrieb Lotze-Campen, Abteilungsleiter Klimaresilienz am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sowie Professor für Nachhaltige Landnutzung und Klimawandel an der Humboldt-Universität Berlin, die Rolle der Land- und Ernährungswirtschaft. Eine Schlüsselrolle spiele dabei die Tierhaltung, die in ihrer aktuellen Ausprägung nicht mit den Klimazielen vereinbar sei. Man muss im Bereich Landwirtschaft beide Seiten zusammen denken: Einerseits Maßnahmen treffen, damit weniger Treibhausgase verursacht werden und zum anderem muss die Landwirtschaft widerstandsfähiger werden gegen Klimaveränderungen, die sie zweifelsohne immer häufiger vor Probleme stellen werden. Ganz konkret: Humusreicher Boden bindet besonders viel CO2 und er hat auch eine erhöhte Wasserspeicherfähigkeit. Die Förderung solcher Ansätze geht zwar schon in die richtige Richtung, muss aber unbedingt weiter ausgebaut werden.“
Anne Markwardt, Leiterin Team Lebensmittel der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), unterstrich: „Damit Landwirtschaft und Ernährung nachhaltiger und klimaverträglicher werden, braucht es vor allem eines: Weniger tierische Produkte auf dem Speiseplan und weniger Tiere in den Ställen. Eine Erhöhung der Tierhaltungsstandards und eine Begrenzung der Tierzahlen ist dabei ebenso notwendig wie eine verbindliche Kennzeichnung von Tierwohl und Nachhaltigkeitsaspekten auf Lebensmitteln.“ Die meisten Verbraucher*innen akzeptierten höhere Fleischpreise, wenn sich damit tatsächlich die Lebensmittelbedingungen für die Tiere verbesserten, so Markwardt. Damit aber jede*r die Möglichkeit habe, sich gesund und nachhaltig zu ernähren, brauche es parallel eine Entlastung in Form einer Mehrwertsteuersenkung auf Obst und Gemüse.
Wie bei der Umwelt und beim Klima, entständen auch im Gesundheitsbereich hohe Kosten durch die falsche – zum Beispiel zu fleischlastige – Ernährung. „Fehlernährung kostet das Gesundheitssystem jährlich Milliarden. Und sie verursacht großes individuelles Leid, weil sie chronische Erkrankungen zur Folge haben kann. Auch deshalb ist es dringend notwendig, gesündere Ernährungsumgebungen und ein ausgewogeneres Lebensmittelangebot zu schaffen.“
Kann 100 Prozent Bio die Weltbevölkerung ernähren?
Debattiert wurde auch über die Frage, ob eine Ernährung der Weltbevölkerung mit 100 Prozent Bio möglich ist. Lotze-Campen erklärte: „Wenn man die Verbrauchsmuster anlegt, die wir jetzt haben und die wachsende Weltbevölkerung mit einbezieht, dann kann Bio allein die Probleme nicht lösen. Aber das ist die falsche Betrachtungsweise. Man muss sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite handeln und daher muss man die Szenarien zur Reduktion des Fleischverbrauchs auch mit einbeziehen. Dann stellt sich das Thema Flächenknappheit schon ganz anders dar. Der Ökolandbau ist nicht die Patentlösung für alle Probleme aber er hat viele vorteilhafte Effekte, wie die Verbesserung der Biodiversität auf den Agrarflächen, die Erhöhung des Bodenkohlenstoffs und die Reduktion der Stickstoffüberschüsse.“
Bioland-Präsident Jan Plagge knüpfte an: „Der Ökolandbau, als Teil der Lösung des Problems, ist daher auch völlig zurecht im Klimaschutzgesetz, in den Klimaaktionsplänen der Bundesregierung und im 10-Punkte-Plan des Agrar- und Ernährungsministeriums als Klimaschutzmaßnahme verankert. Wichtig ist jetzt, dass seine Gemeinwohlleistungen mit konkreten Maßnahmen honoriert werden, damit die Klimaschutzziele und auch das 30-Prozent-Bio-Ziel bis 2030 in greifbare Nähe rücken. Dazu gehört an erster Stelle, dass die nationale Umsetzung der Europäischen Agrarpolitik in Deutschland eine hohe Attraktivität für den Ökolandbau sicherstellt. Das liefern die derzeit bekannten Maßnahmen noch nicht.“
Quelle: Pressemitteilung Bioland e.V. vom 28. Januar 2022, jan.plagge@bioland.de, Ausschnitt
Jan Plagge_Foto Bioland, Sonja HerpichHermann Lotze-Campen_Foto PIK, Klemens KarkowAnne Markwardt – Foto Gert Baumbach, vzbz.de
Stiftung Warentest hat 16 meist gekaufte Apfelsäfte aus Direktsaft untersucht, davon acht Bio-Produkte. Unser Firmenmitglied Voelkel gehört mit seinem Demeter-Apfelsaft zu den Besten. Ebenfalls „gut“ ist Van Nahmens Bio-Apfelsaft von Streuobstwiesen. Die Bio-Apfelsäfte von Aldi, Edeka, Lidl und Rabenhorst wurden mit „befriedigend“ bewertet. Zwei bekannte Apfelsaft-Anbieter enttäuschten: dm = „ausreichend“ und Alnatura = „mangelhaft“. Bei dm bemängelten die Tester einen geringen Gehalt an Aromastoffen, bei Alnatura einen hohen Gehalt an Ethanol, flüchtiger Säure aus Acetoin, was auf mikrobiologisch belastete Früchte und/ oder auf unsaubere Verarbeitung hinweise, so Stiftung Warentest.
Ich wechsle ab, mal gibt es Müsli, selbst gemixt, mal Brötchen mit Quark und Fruchtaufstrichen oder Nußmus mit Honig. Werden Brot oder Brötchen zu alt, gibt’s „Arme Ritter“ (zwei, drei Eier mit Milch, Zucker, Salz verquirlen, Brot oder Brötchen darin schwenken und in heißem Fett beidseitig goldgelb braten). Hier, wie ich mein reichhaltiges Müsli zusammenstelle:
Müsli – es muss krachen
Es soll bio, saisonal, regional und fair gehandelt sein, um möglichst lange Transporte zu vermeiden und kleinere Betriebe in der Region und Übersee zu unterstützen.
Obst, z.B. im Winter und Frühjahr, Äpfel, Kiwis, Bananen oder Mandarinen (lassen sich schön mit der Hand schälen und zerteilen), im Frühjahr und Sommer Beeren, im Herbst Äpfel, Birnen, Aprikosen, Pflaumen, Weintrauben
Flockenmischung, z.B. Schwab‘s kerniges Müsli (91575 Windsbach). Es enthält neun verschiedene Zutaten, acht davon in Demeter-Qualität.
Verschiedene Nusskerne und Weinbeeren. Ich nehme nicht gerne Studentenfutter oder Nussmischungen, weil Haselnuss-, Walnuss-, Paranuss- und Pinienkerne in den Mischungen oft ranzig schmecken. Auch die kleinen Rosinen im Studentenfutter sind nicht nach meinem Geschmack. Ich bevorzuge die großen kalifornischen Weinbeeren.
Joghurt, Kefir oder Milch in Demeter-Qualität, z.B. von den Schrozberger Milchbauern (74575 Schrozberg); vegane Alternative: Mandel- oder Haferdrink
Cornflakes oder/ und ein Crunchy, z.B. von der Minderleinsmühle (91077 Neunkirchen)
Wenn ich Joghurt oder Kefir nehme, verdünne ich mit frisch gebrühtem Tee, den ich gerne zum Frühstück trinke. Damit wird das Müsli dann leicht flüssig und erhält eine angenehme Temperatur. Nach dem Umrühren aller Zutaten kommen die Cornflakes und Crunchy oben drauf, damit man etwas zu beißen hat, es beim Essen kracht. Auch die Nüsse sorgen für Biss.
In einer modernen aufgeklärten Gesellschaft entfremden wir uns zusehends von der Natur und letztlich von uns selbst. Wie die Philosophin in dem Podcast auf WDR 5 Erfüllend? – unsere Ernährung ausführt, sind und bleiben wir in erster Linie sinnliche Wesen. Und genau das verbindet uns mit all dem was lebt. Die geistige Trennung zur Natur kann überwunden werden.
Wenn Du Dein Depot betrittst, begegnet Dir die „Hülle und Fülle“ der Natur. Die Hülle zeigt Dir, was Deine Nahrung erlebt hat – Sonne, Wind und Wasser. Oder die Raupe im Salat, die dir zeigt, mit wem Du bereits die Nahrung geteilt hast. Die Fülle zeigt Dir die Großzügigkeit und den Überschwang der Natur. Wenn es mal weniger ist, bleibt der Respekt Dir gegenüber, das Wenige mit Dir zu teilen. Und mit dem Annehmen dieser Lebensgeschichten, auch der „krummen“ Anteile, lernst Du etwas über das „Krumme“ in Dir und über die Großzügigkeit gegenüber Dir selbst und anderen.
Indem Du Rücksicht nimmst und schaust, dass auch für diejenigen, welche nach Dir kommen, etwas übrig bleibt, lebst Du den Respekt, der eine direkte Gemeinschaft ausmacht.Du bist nicht allein, auch Dir wird Respekt, Gerechtigkeit und Anteilnahme zuteil.
Der Verein baut Dir eine Brücke von Deinem Alltag zu Deinen ursprünglichen Lebensgrundlagen. Als Organisation sorgt er für Ausgleich und geht mit Deinem finanziellen Beitrag verantwortungsvoll um. Dein Beitrag ist ein Teil Deiner Lebenszeit und es wird bestmöglich dafür gesorgt, dass dieser Beitrag für das Gesamtwohl ausgegeben wird. Wenn Du dazu bereit bist, lernst Du persönlich, wie die Dinge auf dem Acker zusammenhängen, wieviel Arbeit, Geduld und Geschick notwendig sind. Du lernst die Menschen dahinter kennen.
Deine Verantwortung, die Du als Erdenbürger*in trägst, wird sinnlich erfahrbar. Du kannst aktiv etwas tun und der Vorhang der Illusion fällt. Du erlebst Dich als einen Teil der Natur, Dir wird gegeben, Du darfst nehmen und Du lernst zurückzugeben – den Kreis zu schließen.
In einer solidarischen Gemeinschaft, in die Du etwas reingibst, wird Dir viel zurückgegeben. Eine ursprünglicherer Form des Zusammenlebens – ein geschütztes „Reservat“ für Menschen. Die Solawi ist alles andere als perfekt, weder zufriedenstellend effizient noch ein Hort der Harmonie – aber eine Gelegenheit, wo viel Gutes seinen Ausgangspunkt hat.
seit 1.1.2022 muss die neue EU-Öko-Verordnung angewendet werden. Allein in Deutschland müssen sich über 50.000 Unternehmen sowie Kontrollstellen und Kontrollbehörden auf die neuen gesetzlichen Vorschriften einstellen. In Europa und weltweit sind es Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die direkt oder indirekt vom Gesetz-Update betroffen sind.
Das neue Bio-Recht sorgt für eine umweltfreundliche Landwirtschaft und schonende Lebensmittel-Herstellung. Denn die EU-Öko-Verordnung bleibt ihren bewährten Grundsätzen treu – und hat sich dort, wo es wichtig ist, weiterentwickelt. An allen Stellen, an denen die Ernährungswirtschaft in der Breite nachhaltiger werden muss, sorgt die Öko-Verordnung dafür: beim Anbau von Kulturpflanzen, in der Tierhaltung und bei der Herstellung von Lebensmitteln.
Bio bleibt eine Prozessqualität. Das heißt, dass nicht nur die hohe Qualität des Endproduktes im Fokus steht, sondern vor allem der gesamte Produktionsprozess vom Acker bis in den Einzelhandel geregelt und kontrolliert wird. So sichert das Bio-Recht beispielsweise, dass die Tiere Auslauf bekommen oder Gentechnik und chemisch-synthetische Pestizide tabu sind.
Auch mit dem neuen Recht bleibt Bio der strengste und umfassendste gesetzliche Lebensmittelstandard. Die Kontrolle bleibt in staatlicher Hand und überwacht die gesetzlich geschützte Bio-Kennzeichnung: das sehr gut bekannte Bio-Siegel.
Neu im neuen Bio-Recht:
Geltungsbereich erweitert: Auch „landwirtschaftsnahe Produkte“ wie z.B. Bienenwachs oder Leder können jetzt in Öko-Qualität zertifiziert werden.
Verarbeitung: Nanostoffe sind in der Bio-Lebensmittelherstellung verboten. Die Regeln für den Einsatz von Aromen wurden verschärft: Sie müssen nun wenig verarbeitet und stärker ökologisch sein.
Bodengebundener Anbau gesichert: Bio-Pflanzen müssen im gewachsenen Boden wachsen, das gilt jetzt auch für Unterglas-Anbau.
Saatgutregeln stärken Prinzip „Bio von Anfang an“: Regeln für heterogenes und öko-gezüchtetes Material und eine Saatgutdatenbank sorgen für mehr Öko-Saatgut und setzen Anreize für die Öko-Züchtung.
Neue Regeln in der Tierhaltung: Viele neue Vorschriften gibt es für die Bio-Geflügelhaltung. Elterntier-, Bruderhahn- und Junghennen-Haltung sind erstmals europäisch geregelt. Gänzlich neu sind Vorgaben für Hirsche und Kaninchen.
Paradigmenwechsel beim Import: Galt bisher das Prinzip der Gleichwertigkeit, wird künftig Konformität herrschen – die Bio-Regeln müssen eins zu eins angewendet werden.
Kontrolle weiter streng: Die Bio-Kontrolle findet weiter mindestens einmal jährlich statt, wird aber risikoorientierter gestaltet.
Vorsorgemaßnahmen in allen Betrieben: Auch Landwirte, Händlerinnen und Importeure müssen nachweisen, dass sie gegen nicht erlaubte Stoffe vorsorgen.
Beitrag von Engelhard Troll, Leitartikel „Landwirtschaftlicher Kurs und Demeter-Verbandsarbeit“, Ausschnitte
Zugegebenermaßen bringen Assoziationen Probleme mit Kartellvorschriften. Trotzdem, der heutige Verband stellt eigentlich den gesellschaftlich relevanten Bereich des Marktes mit den dafür notwendigen Vorschriften, Strukturen und Gestaltungen dar, und dieser Bereich ist sehr dominant. Stichworte Qualitätssicherung, Richtlinien, Markenschutz, Mitgliederaufnahme.
Die Reihe von Ideen, Initiativen, Modellen und Organisationen, in diese Richtung eine Gestaltung zu bringen, sprechen von einer geistigen Wirkmacht, die ankommen will und nicht richtig ankommen kann. Ganz am Anfang stand der Ansatz von Max-Karl Schwarz der Kulturstätten auf dem Lande, umfassende ländliche Gemeinschaften wie Inseln (im heraufziehenden Vernichtungssturm der Nazis). Das betont die überragende Rolle der Kultur, die Steiner nach dem Zusammenbruch der mitteleuropäischen Dynastien mit „Kulturräten“ neu begründen wollte. (siehe unten) Vieles erscheint vor diesem großen Bild der Assoziation als Partnerin der biodynamischen Landwirtschaft heute als „Ausweichbewegung“, wie Direktvermarktung, Abo-Kisten, SoLaWis, viele Runde Tische, Demeter-Verbraucher-Vereine.
Es gab Initiativen wie den Wirtschaftskreis an der Landwirtschaftlichen Sektion, das von Christof Simpfendörfer vorangetriebene Projekt „Gerechtes Wirtschaften“ und damit verbunden, die Entwicklung der Hofgespräche als Wahrnehmungsmöglichkeit der Bemühungen der Praktiker, der spirituellen Inhalte des Kurses und der gestalterischen Freiheit des Landwirts adäquat gerecht zu werden.
Vom intellektuellen zum lebendigen Denken
Steiner scheiterte mit seinen Wirtschaftsreformen, den Pilotprojekten „Kommender Tag“ und „Futurum“, nicht wegen organisatorischer Mängel, sondern wegen der mangelnden Beteiligung der Mitglieder und deren starren Denkens, das auf die eigenen Positionen fixiert ist. Diese Fixierung war vor 100 Jahren schon so stark ausgeprägt, dass Steiner von einer einmal möglichen „Impfung“ gegen Halsstarrigkeit sprach. Heute, in einer durch und durch intellektuellen Zeit stehen wir vor der Digitalisierung unseres Denkens, da gibt es nur 1 oder 0. Dazwischen: Nichts.
Assoziationen also brauchen eine Konsenskultur, eine Kultur der Einvernehmlichkeit, die nur mit „lebendigem Denken“ erreichbar ist. Zu einer wirksamen Assoziation gehört schließlich als Ergebnis dieser verlebendigten Denkarbeit, dass sich praktischer Gemeinsinn ausbilden kann, der die ganze Gemeinschaft wie eine (Engels-)Wesenheit durchwirkt.
Stephan Eisenhut führt hierzu aus in seiner neuesten Veröffentlichung in „Die Drei“, Heft 5/21, Seite 42. Der Aufsatz trägt den Titel „Rudolf Steiners Kampf gegen die Auslöschung des Geisteslebens“ und „Die Aufgabe der Kulturräte“. „Ein Austausch zwischen Menschen, die in ihrem leibgebundenen, mechanischen Denken verhaftet bleiben, kann höchstens im Hinblick auf ganz äußerliche, dem materiellen Leben dienenden Fragen gelingen, aber nicht, wenn es um geistige Erneuerung geht. Ebenso wird der Austausch stark gehemmt, wenn nur ein Einziger sich auf den Weg gemacht hat, sein Denken zu verlebendigen, und die Anderen entweder auf ihren Positionen beharren oder nur scheinbar in die Gedanken des anderen eintauchen. Wie oft kommt es vor, dass bloß die eigenen Vorstellungen in die Aussagen des Anderen hineingelegt werden! Es müssen schon zwei oder mehr im Namen des verlebendigten Denkens zusammenkommen. Erst dann werden sie die Verjüngungskraft des christlichen Geistes erleben, die ein neues Geistesleben erschafft.“ So erkennen wir, dass die Erübung „lebendigen Denkens“ durchaus in unsere tägliche Routine der Arbeitsgruppen, Gremien, Facharbeitsgruppen, Einführungskurse geholt werden sollte. Denn sonst bleiben unsere zahlreichen Bemühungen um neue Ansätze, z. B. in der Vertriebsstrategie, wer wieviel spenden muss, usw., lediglich isolierte Bausteine, Versatzstücke, Bruchstücke der ganz großen Idee.
Quelle: Demeter Bayern | Rundbrief Nr. 153, Dezember 2021
Ganz so neu, ist das Netzwerk „Bildung.Ökolandbau.Ernährung.“, kurz BÖE, nicht mehr. Bereits 2018 wurde es von engagierten Partnern unter der Leitung der Biometropole Nürnberg gegründet. Diese Partner stammen aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Landwirtschaft, Ernährungswissenschaft und verfolgen gemeinsam das Ziel: mehr ökologische Ernährungsbildung für Alle!
Warum ein reines Bildungs-Netzwerk?
Einige der BÖE-Beteiligten kennen sich schon aus der Zusammenarbeit in der Biometropole. Die Notwendigkeit von Ernährungsbildung wurde ihnen im beruflichen Alltag immer wieder deutlich und es entstand der Wunsch unter einem gemeinsamen Dach gezielt ökologische Bildungsarbeit zu machen. Die Biometropole Nürnberg ist mit Bildungsangeboten bereits seit vielen Jahren in Schulen präsent, dieses Angebot wird mit dem neuen Netzwerk deutlich erweitert und vertieft.
Die etablierten Veranstaltungen der Biometropole wurden ins BÖE-Netzwerk eingebettet:
Die Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit, ausgerufen vom bayerischen Kultusministerium, findet jedes Jahr im Oktober statt. Nürnberg greift das auf und bietet Schulklassen in der Kulturwerkstatt auf AEG Lerneinheiten an. Die Nürnberger Bildungswoche heißt „Bumberlgsund – Ernte Essen Energie“, die Lerneinheiten werden von BÖE-Beteiligten umgesetzt.
Die zweite große Bildungsaktion ist die Bio-Brotbox Verteilung in der Metropolregion Nürnberg an jährlich rund 10.000 Erstklässler. Mit Hilfe engagierter Sponsoren bekommen die SchülerInnen eine Box mit buntem Info-Heft und einem leckeren Bio-Frühstück geschenkt. Gemeinsam wird in der Klasse gevespert und ein Anstoß zum Austausch über gesundes Essen in Schule und Familie gegeben.
Gesundheit kommt von gesunder Nahrung
„BÖE fördert die Qualifizierung in einem ganz essenziellen Bereich des menschlichen Lebens und will dem Thema gesunde Bio-Ernährung mehr öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen“, so Dr. Werner Ebert, Projektleiter der Biometropole und Koordinator von BÖE. „Die Entfremdung von Nahrungsmitteln und deren Herstellung wird immer massiver. Menschen wissen nicht mehr, woher ihre Lebensmittel kommen und wer sie herstellt. Hier möchten wir ansetzen und wieder einen echten Bezug schaffen. Denn letztlich ist Bildung der Schlüssel zu mehr Verständnis und aus dem Verstehen entwickelt sich Handlungsänderung.“
Gesunde Ernährung ist naturbelassen, ausgewogen, bewusst
Bei den Angeboten verwenden die Partner nur naturbelassene Bio-Lebensmittel. Sie legen Wert auf faire Beziehungen zu den Erzeugern, regionale Wertschöpfung, Saisonalität und nutzen möglichst unverpackte Lebensmittel. Diese Einkaufskriterien geben sie an die Teilnehmenden weiter. Diese Nahrungsmittel versorgen den Mensch mit ausreichend Nährstoffen und fördern die Erhaltung einer gesunden Mikrobiota. Beim Essen kommt es darauf an, intuitiv zu spüren, was gut tut, sich bewusst Zeit zum Essen zu nehmen und abwechslungsreich zu genießen.
Ökolandbau ist ressourcenschonend, wertschätzend, ursprünglich
Auch die ökologische Erzeugung der Nahrungsmittel ist wichtiges Thema bei allen Bildungseinheiten: „Der Ökolandbau ist der einzige Weg, die Menschheit weiter gut zu ernähren, ohne unsere Lebensgrundlage, die Natur, zu zerstören. Mit dieser Message müssen wir viele Menschen erreichen, so kann ein echtes Umdenken einsetzen“, so Dr. Ebert weiter.
Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft setzt der Ökolandbau keine erdölbasierten, chemischen Düngemittel und synthetischen Herbizide, Pestizide und Fungizide ein. Er legt großen Wert auf gesunde Böden und fördert den Humusaufbau. Das verringert auch Folgekosten im Vergleich zum konventionellen Landbau. Der Ökolandbau ist wertschätzend gegenüber der Natur, den Tieren den Pflanzen und den Menschen. Ursprünglichkeit trägt in hohem Maße zur Artenvielfalt bei. Es geht darum, alte Sorten zu erhalten oder Zutaten naturbelassen handwerklich zu verarbeiten. Dies gilt es zu fördern und zu kommunizieren.
Rückenwind 2022
Zwei große Projekte unterstützen die Anliegen des Netzwerks derzeit: zum Einen die Projektwochen des bayerischen Kultusministeriums unter dem Titel „Schule fürs Leben“ und die Ernennung Nürnbergs zur Pilotstadt des europäischen Programms „SchoolFood4Change“. Die Projektwochen in Bayern haben zum Ziel die Alltagskompetenz von SchülerInnen zu stärken, dabei wird Ernährungsbildung als eines von fünf Kompetenzfeldern genannt. Schulen bekommen finanzielle Mittel für Projekttage, die sie mit besonderen Erlebnis-Bildungseinheiten füllen können. Hierzu bietet BÖE passende Programmeinheiten.
„SchoolFood4Change“ hat keinen geringeren Auftrag, als die Schulverpflegung auf „gesund und lecker“ umzustellen. Das ist eine große Aufgabe, die viel Bildungsarbeit, einen langen Atmen und große strukturelle Veränderungen erfordert. Die Verortung des Projekts im Schulamt der Stadt Nürnberg bietet der Biometropole Nürnberg die große Chance von Anfang an ökologische Aspekte in die neue Schulverpflegung einzubringen.
BÖE nimmt Kurs auf Ihre Köpfe
Die BÖE Beteiligten möchten erreichen, dass wieder sichtbar und erfahrbar wird, wie Lebensmittel erzeugt werden, wie Obst und Gemüse wachsen und wie man sich gut versorgen kann – mit allem, was Körper und Geist brauchen. Selbst ernten und kochen oder direkter Kontakt mit Nutztieren, sind Erfahrungen, die viele Kinder im Alltag nicht mehr machen. Aber auch Erwachsenen geht der Bezug zu Lebensmitteln und deren Erzeugung zunehmend verloren. Aber auch Unverträglichkeiten und Krankheit zwingen zum Umdenken beim Essen und Trinken.
Die BÖE-Angebote eröffnen neue Perspektiven in Einzelcoachings, Workshops, Exkursionen, Bildungsmaterial zum Ausleihen und Veranstaltungsreihen. Viele Beratungen und Workshops können auch in Einrichtungen vor Ort durchgeführt werden, die Exkursionsorte liegen verkehrsgünstig und in der „Bumberlgsund“-Woche stehen viele Referenten ganz kompakt für mehrere Tage zur Verfügung.
Read and meet
Das Programmheft finden Sie digital, jederzeit verfügbar auf der Webseite der Biometropole Nürnberg zum Download oder Sie fordern es per Mail an. Alle Beteiligten stehen auch immer gern für Rückfragen und Beratung zur Verfügung. Wenn Sie nun auf den Geschmack gekommen sind und mehr über BÖE erfahren möchten, schreiben Sie uns gern eine Mail: biometropole@stadt.nuernberg.de oder stöbern Sie durch die Angebote 2022 – Download: https://www.die-biometropole.de/bildung