Corona-Virus – Wie stärken wir unser Immunsystem?

Meinung von Robert Prosiegel

Der Virus ist neu und macht uns Angst. Schon oft in der Geschichte der Menschheit hat Neues Angst verbreitet. Im Neuen steckt viel Unbekanntes. Geht das für mich, meine Familie, meine Arbeit, meinen Wohlstand, gut aus? Oder droht Gefahr für Alles was ich mir aufgebaut habe?

Wie immer in unserem Dasein, gibt es zwei Möglichkeiten, gut oder schlecht, hell und dunkel, dafür und dagegen usw. Was ist dann das Gegenteil von Angst? Meiner Meinung nach ist es möglich, zumindest das Risiko zu verringern, indem wir unser Immunsystem als einen sehr wichtigen Faktor wahrnehmen und es gut versorgen, damit es leistungsfähig bleibt.

Wichtig dabei ist, auf die Übersäuerung zu achten und den Körper mit hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen. Denn viele industriell hergestellte Waren, enthalten viele schädliche Zutaten und werden oftmals durch Sauerstoffentzug haltbar gemacht. Was passiert mit lebenden Organismen, die keinen Sauerstoff bekommen? Sie sterben! Beispiel: Äpfel. Sie werden für viele Monate haltbar gemacht, indem ihnen der Sauerstoff entzogen und durch Gase ersetzt wird. Bitte denken Sie in diese Richtung, und achten Sie auf eine naturnahe und lebendige Nahrung. Ihr Körper und sein Immunsystem werden sich freuen…
Robert Prosiegel, 13.3.2020, Kontakt: metzgerei@metzgerei-prosiegel.de, Tel. 09146 – 233

Kongress StadtLandBio

Bericht von Dr. Werner Ebert

Die NürnbergMesse, Metropolregion Nürnberg und die Biometrople Nürnberg organisierten parallel zur BioFach 2020 wieder den Kongress STADTLANDBIO. Thema war „Mehr Bio, mehr Region, mehr Zukunft – kein Öko-Landbau ohne landwirtschaftliche Flächen“.

Das Umweltbundesamt hat festgestellt, dass die landwirtschaftlich genutzte Fläche schrumpft. Vom Jahr 2000 bis 2018 sank der Anteil landwirtschaftlicher Nutzfläche um 9.400 km² von 53,5 auf 50,8 % der Gesamtfläche. Diese Abnahme erfolgte besonders im Umland städtischer Verdichtungsräume. Ein wichtiger Grund dafür ist die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsflächen um 5.880 km² im gleichen Zeitraum. Wenn die Umstellungsziele im Öko-Landbau (Deutschland 20 %, Bayern 30 % bis 2030) erreicht werden sollen, braucht es in beachtlichem Umfang zusätzliche, ökologisch hochwertige Flächen. Die Frage, wie landwirtschaftliche Flächen erhalten und Flächenanteile für eine regionale Öko-Produktion gesteigert werden können und wie sich das Thema auf kommunaler Ebene auswirkt, rückte anlässlich des Kongresses STADTLANDBIO 2020 in den Fokus.

Für die Metropolregion Nürnberg wird diese Problematik gerade mit dem Projekt ReProLa untersucht. Das Projekt „Regionalproduktspezifisches Landmanagement in Stadt-Land-Partnerschaften am Beispiel der Metropolregion Nürnberg – ReProLa“ setzt Landmanagement in direkte Beziehung zur Produktion und Vermarktung regionaler Produkte. Grundannahme ist, dass Regionalprodukte, insbesondere dann wenn sie ökologisch erzeugt werden, einen positiven Beitrag zur nachhaltigen Flächennutzung, regionalen Kreisläufen und regionaler Wertschöpfung leisten. Erste Ergebnisse wurden vorgestellt. Siehe www.reprola.de.

Fazit: Es ist eine wichtige Aufgabe, den Flächenverbrauch zu reduzieren, und landwirtschaftliche Flächen zu sichern. Dies kann dadurch geschehen, dass Vorrangflächen für Landwirtschaft über die Regionalplanung und über kommunale Allianzen ausgewiesen werden, die Gemeinwohlfunktion von Grund und Boden zur Grundlage für politische Entscheidungen gemacht wird, Flächen in öffentlicher Hand, auch bei Kirchen, nachhaltig genutzt bzw. verpachtet werden und Ausgleichsmaßnahmen so organisiert werden, dass Einkommensmöglichkeiten für Landwirte geschaffen werden und /oder Bio- bzw. Regionalprodukte einen höheren Stellenwert bekommen

Äußerst spannend war auch die Diskussion zur Frage „Was ist gesundes Essen“. Ulrike von Aufschnaiter, die Autorin des Buches „Deutschlands kranke Kinder“, kritisierte dabei eindrücklich, dass die DGE Empfehlungen nicht ausreichen, um Kindern gesundes Essen zu bieten. Die offiziellen Empfehlungen unterschlagen Mikronähr- und Zusatzstoffe und empfehlen industriell verarbeitete Lebensmittel. Dies führt zu Mangelerscheinungen und Krankheiten. Gesundes Essen sollte vielfältig, frisch (Frischküche), komplett (Vollkorn) pflanzlich, bio und intuitiv sein, wesentlich mehr aus alten Sorten bestehen und Zeit kosten. Letzteres in dem Sinne, dass Essenszubereitung und Pflanzenwachstum Zeit brauchen, wenn sie wirklich gut werden sollen. Die Landwirte sind natürliche Verbündete dabei. Die Ergebnisse werden demnächst ausführlicher unter www.stadtlandbio.de veröffentlicht.
Kontakt: Dr. Werner Ebert, Tel: 0911 – 231 4189, werner.ebert@stadt.nuernberg.de

Betrugslabor lieferte Industrie-Studien für die Glyphosatzulassung

Ein großes deutsches Labor, das Studien im Auftrag der Chemie- und Pharmaindustrie erstellte, steht unter massivem Betrugsverdacht. Für die Zulassung von Glyphosat hatte dieses Labor insgesamt 24 Studien geliefert. Studien mit großem Gewicht, denn sie erfüllten den international anerkannten Qualitätssicherungsstandard der „Guten Laborpraxis“ (GLP).

Im Oktober 2019 berichtete das ARD-Nachrichtenmagazin Fakt über Betrugsvorwürfe gegen ein großes deutsches Tierversuchslabor, das Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) in Hamburg. Nach der Sendung meldeten sich ehemalige Mitarbeiter, die die Vorwürfe bestätigten. Nach ihren Aussagen hat das Labor seit 2005 mehrfach Studien für Zulassungsverfahren gefälscht, indem Tiere ausgetauscht oder Daten abgeändert wurden. Das Pestizid Aktionsnetzwerk PAN, Global 2000 und Corporate Europe Observatory veröffentlichten in dieser Woche Recherche-Ergebnisse, wonach mindestens jede siebte der im Zulassungsverfahren für das Herbizid Glyphosat von den Antragstellern vorgelegten Studien von LPT erstellt worden war.

Es stelle sich „die grundsätzliche Frage, ob den Risikobewertungen für Arzneimittel, Pestizide und Chemikalien, die auf LPT-Studien basieren, vertraut werden kann“, schrieben die drei Organisationen zu ihrer Recherche. Noch bedenklicher sei, dass Laboratorien „trotz des vermeintlich fälschungssicheren GLP-Standards offenbar in der Lage sind, über Jahre und Jahrzehnte Studien zu fälschen, ohne dass es von den Kontrollbehörden bemerkt wird“. Dies sei besonders problematisch, weil GLP-Studien von den Behörden automatisch als zuverlässig eingestuft würden, während Nicht-GLP-Studien aus der universitären Forschung als unzuverlässig disqualifiziert würden. Als Beleg dafür führten die drei Organisationen die Glyphosat-Zulassung an: Von den 46 vorgelegten GLP-Studien der Industrie habe nur eine eine erbgutschädigende Wirkung ergeben. Bei den unabhängigen Studien ohne GLP-Standard hätten drei Viertel eine DNA-Schädigung gezeigt. Für den an der Recherche beteiligten Toxikologen Peter Clausing ist deshalb klar: „Die Tests müssen von unabhängigen Labors unter öffentlicher Kontrolle durchgeführt werden, während die Finanzierung der Studien von der Industrie getragen werden sollte.“
Quelle: https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33933 vom 14.02.2020

Unglaublich: Bio-Spaghetti im Test durchgefallen

Unter 20 getesteten Vollkornspaghetti fallen zwei durch – ein konventionelles und ein Bio-Produkt. Sie sind nicht die billigsten! Drei weitere wurden mit „mangelhaft“ bewertet – ein konventionelles und zwei Bio-Produkte. Warum? Sie sind stark mit Schimmelpilzgiften belastet. Schimmelpilzgifte können das Immunsystem schädigen. Am mit „ungenügend“ bewerteten Bio-Produkt erlebten die Sensorik-Experten einen „leicht dumpfem Geruch und Geschmack“. Das durchgefallene konventionelle Produkt enthielt außer den Schimmelpilzgiften „zwei besonders bedenkliche Pestizide“.

Der Preis sagt nichts über die Qualität aus. Die durchgefallenen Nudeln gehören nicht zu den günstigsten. Günstige Produkte müssen nicht schlecht sein. Fünf sehr preiswerte erhielten die beste Beurteilung. Bio muss also nicht teuer sein.

Die gute Nachricht: Mit „sehr gut“ wurden nur Bio-Spaghetti bewertet und zwar die folgenden acht:

  • Bio Bio Vollkorn Spaghetti (Netto) 500 g = 0,79 Euro
  • Bioladen Spaghetti Vollkorn (Weiling) 500 g = 1,09 Euro
  • Combino Bio Vollkorn Spaghetti (Lidl) 500 g = 0,79 Euro
  • Edeka Bio Vollkorn Spaghetti 500 g = 0,75 Euro
  • K-Bio Vollkorn Spaghetti (Kaufland) 500 g = 0,79 Euro
  • Naturata Dinkel Vollkorn Spaghetti Demeter 500 g = 3,29 Euro
  • Nudelmacher Dinkel Vollkorn Spaghetti Demeter (Spaichinger) 500 g = 2,99 Euro
  • Zabler Paradiso Bio Spaghettini Integrale 500 g = 2,69 Euro

„Befriedigend“ sind folgende Bio-Spaghetti:
– Bio Rinatura Dinkel Spaghetti (Rila) 500 g = 3,38 Euro
– Dennree Spaghetti Vollkorn 500 g = 0,79 Euro
– Rapunzel Spaghetti Vollkorn 500 g = 1,49 Euro
– Rewe Bio Vollkorn Spaghetti 500 g = 0,99 Euro

„Mangelhafte“ Produkte:

  • Alnatura Vollkorn Spaghetti No. 3 500 g = 0,79 Euro
  • Bio Spaghetti aus reinem Bio-Vollkornhartweizen (Aldi Süd) 500 g = 0,75
  • Euro
  • 3 Glocken Vollkorn Nudeln Spaghetti (Newlat) 500 g = 2,38 Euro

„Ungenügend“:
– Biozentrale Vollkorn Spaghetti 500 g = 1,79 Euro
– Buitoni Integrale Spaghettini (Newlat) 500 g = 1,49 Euro
Quelle: Öko-Test Magazin 3-2020

Viele Mittel gegen Kleidermotten sind gesundheitsgefährdend

Mittel gegen Kleidermotten, die Transfluthrin, Prallethrin oder Tetramethrin enthalten, mögen zwar Motten töten, können aber auch das Nervensystem des Menschen schädigen. Symptome können Kopfschmerzen, Augenreizungen und depressive Verstimmungen sein. Die Europäische Chemikalienagentur ECHA prüft zur Zeit, ob diese Gifte auch „vermutlich krebserregend“ sind. Acht von 21 getesteten Kleidermottenmittel enthielten diese Gifte.

Kaufen Sie nicht

Aeroxon Mottenpapier, Nexa Lotte Langzeit Mottenschutz-Hänger, Profissimo Mottenschutz-Papier, Protect Home Formine X Mottenpapier, Raid Motten-Gel Lavendel-Duft, Reinex Insektenstopp Mottenpapier, Rubin Mottenschutzsäckchen

Es gibt Alternativen mit natürlichen Wirkstoffen

Pheromone locken die männlichen Motten auf den Leim. Die Vermehrung unterbleibt. Mittel mit ätherischen Ölen von Lavendel, Geraniol, Niembaum, Zedern und Zirben halten Motten fern. 13 getestete Mittel waren „sehr gut.“
Quelle: Öko-Test Magazin 3-2020

„Wer 20 % Öko will, muss in Öko-Forschung investieren“

Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), kommentiert das Öko-Forschungsbudget:

„Wer sich zu 20% Öko bis 2030 im Koalitionsvertrag verpflichtet, muss heute mindestens 20% in Öko-Forschung investieren. Leider investiert die Bundesregierung derzeit weniger als 2 % des gesamten Agrarforschungsbudgets in Öko.

Die Bunderegierung finanziert Öko-Forschung im ‚Bundesprogramm Ökologischer Landbau‘. Im Startjahr 2002 investierte der Bund 36 Mio. € in Öko-Forschung. Heute sind es 20 Mio. € für Bio und 10 Mio. € für ‚andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft‘, für die das Programm im Jahr 2011 geöffnet wurde.

Wenn Bundesministerin Klöckner das 20 % Öko-Ziel des Koalitionsvertrages erreichen will, dann muss deutlich mehr in Öko-Forschung investiert werden. Seit Jahren fordern wir deshalb, das Programm zunächst mit mindestens 60 Mio. € auszustatten. Schließlich wachsen die Forschungsfragen der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft mit der Öko-Fläche mit und werden drängender. Und mehr Bio-Forschung sorgt für mehr Innovation im gesamten Agrar- und Ernährungssektor, der dringend nachhaltiger werden muss.

Die Bundesregierung kann das große Überlebensthema ‚Nachhaltigkeit‘ angesichts von Klimakrise und Artensterben unmöglich in einem kleinen Spezialprogramm abhandeln. Damit Landwirtschaft enkeltauglich wird, muss Nachhaltigkeit zwingend in allen Forschungsprogrammen adressiert werden. Daher ist es sinnvoll, wenn das Bundesprogramm Öko-Landbau wieder, mit einem klaren Profil, auf die Öko-Forschung fokussiert.“
Quelle: Pressemitteilung BÖLW vom 12.02.2020

Farmers for Future: Warum wir mitreden sollten

Fridays for Future ist in der Landwirtschaft durchaus umstritten – Farmers for Future auch. Das wissen wir – und sind trotzdem dabei. Wir wollen mitmischen …
Beitrag von Peter Schmidt, Biokreis-Landwirt in Gummersbach, NRW

Eines muss man den Jugendlichen von Fridays for Future lassen: Sie haben es geschafft, dass das Thema Klimaschutz dauerhaft in den Schlagzeilen gelandet ist, dass darüber geredet und diskutiert wird. Unabhängig von jeglicher politischen Meinung. Diese Leistung zählt.

Irgendwann im Zuge der Fridays for Future-Bewegung wurde auch Farmers for Future initiiert. Dahinter standen zunächst einige Bauern und der Demeter-Verband, der sich mit Biokreis, Bioland und Naturland aber schnell Partner suchte – und auch fand. Wir bei uns auf dem Hof haben durchaus länger überlegt, ob wir da mitmachen wollen. Letztlich haben wir entschieden: Ja, wir wollen. Denn wir müssen mitreden.

Zum Beispiel auf einer regionalen Fridays for Future-Demo im November. Nach dem Demonstrationszug gab es einige Redebeiträge, sogar Landrat und Bürgermeister äußerten sich. Aber auch wir als Landwirte von Farmers for Future waren eingeladen vor den Demonstrierenden zu reden. Das ist eigentlich genau die Szene, die sonst gerne die Landwirtschaft an den Pranger stellt: Rinder als Klimakiller, nur vegan rettet die Welt. So schallt es oft von den Bühnen.

Fünf Minuten waren mir gegeben. – ok, es dauerte ein wenig länger. So konnte ich erzählen, dass ohne Bauern kein Klimaschutz geht. Dass Grünland eine bessere CO2-Senke ist als der viel zu hoch gelobte Wald. Dass der Flächenverbrauch für Gewerbe- und Wohngebiete oder Straßen klimaschädlich ist und wir Grünland erhalten, während täglich hektarweise Grünland für Bauzwecke umgebrochen und vernichtet wird. Dass wir regionale Strukturen benötigen, Jugendliche, die ihr Wissen wieder auf dem Lande einbringen, die Bäcker, Sanitär- oder Energie-Experte vor Ort werden – oder eben Metzger.

Das mit dem Metzger hätte ich nicht so sagen sollen, fanden einige. Übrigens fast die Gleichen, die mit Windenergie die Welt retten wollen, aber nichts vom Energiesparen hören wollten. Verzicht und Verhaltensänderungen – nein, die bräuchten wir nicht.

Zurück zum Metzger: Da schallte es gleich aus dem Publikum, dass man doch vegan den Klimawandel aufhalten könne. Irgendwie gehen mir bei diesem Stichwort mittlerweile die Hutschnüre hoch. Denn wir Bio-Bauern wissen: Vegan rettet nicht die Welt. Weltweit sind rund 70 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Weideland. Also bleiben nur 30 Prozent ackerfähige Fläche. Ein echter veganer Anbau braucht rund ein Drittel der Fläche zur Produktion von Gründünger – wie man dann von 20 Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzfläche die Menschheit ernähren soll, das konnte mir bislang kein Veganer erklären. Natürlich gibt es noch andere Argumente, aber dieses kann man schnell und eindrucksvoll rüberbringen. So eindrucksvoll, dass mich der nachfolgende Redner – ein veganer Förster – regelrecht mit einer Lauchstange bedrohte. Was ihm nicht viel gebracht hat – nach der Rede kamen Teilnehmer der Demo zu mir und haben sich für diese Attacke entschuldigt. Die Punkte gingen an die tierhaltenden Bio-Bauern.

Warum ich dies alles erzähle: Zuallererst muss man mal feststellen, dass wir Bauern mit den Waldbesitzern zu den ersten gehören, die die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen. Zwei trockene Sommer bei uns im Bergischen Land zeigen, dass zumindest neue und besondere Herausforderungen auf uns zukommen. Die müssen wir bewältigen. Die wenigsten von uns gehören zu denen, die oft mit bestem Verdrängungsgeschick mal eben klimaschädlich von A nach B fliegen, den Kurztrip zum Einkaufen nach Paris oder London unternehmen. Stattdessen gießen die Gärtner unter uns den rissigen Boden, damit die Pflanzen den Trockenstress überstehen. Darum sind für uns die zentralen Forderungen von Farmers for Future gut zu unterschreiben.

Die Gefahr aber besteht immer, dass wir Landwirte wieder nur in die Ecke gestellt werden. Und zwar in die Ecke derer, die als Klimasünder markiert werden können. Dass Landwirtschaft auch Klimaschutz bedeutet, dass Grünland auch Weidetierhaltung braucht und vieles mehr, das wird schnell vergessen. Auch dafür ist eine Teilnahme am Netzwerk Farmers for Future sinnvoll – finden zumindest wir vom Klosterhof.

So wird in diesem Jahr bei uns auf dem Hof mindestens eine Veranstaltung zum Thema Klimawandel – Nachhaltigkeit – Landwirtschaft stattfinden. Gerne mit den jungen Menschen von Fridays for Future. Ein erster Lehrer hat sich mit seiner Klasse schon zum Thema angemeldet. Farmers for Future – das ist eben auch ein Weg, unsere Punkte in die Diskussion einzubringen. Denn die Wissenschaft ist ja durchaus auf der Seite der Bio-Bauern.
Kontakt: www.farmers-for-future.de, schmidt@biokreis.de
Quelle: Biokreis e.V., BioNachrichten, Ausgabe 1/ Februar 2020, S. 20 f

Originelle Rapunzel-Werbung
„Danke, liebe Rewe, Edeka, Lidl, Aldi, dm und Co, dass ihr so viel Werbung für Bio-Produkte macht. Wenn ihr Eure Bioprodukte mit der gleichen Begeisterung verkauft wie die 95 Prozent eures konventionellen Sortimentes, freut das unsere Umwelt sehr. Danke, dass ihr verstanden habt, dass Bio-Landwirtschaft die bessere und einzige zukunftsfähige Alternative ist.“ Echte Rapunzel-Bioprodukte finden Sie bei ebl-naturkost.
Wir machen Bio aus Liebe – seit 1974.
Quelle: ganzseitige Anzeige in der „ebl-Woche“ vom 19.-25. Februar 2020

Kann die Bundesregierung die die kleinbäuerliche Landwirtschaft retten?

Was die am Lebensmittelwirtschaftsprozess Beteiligten bisher nicht zustande gebracht haben, versucht nun die Politik zu richten. Sie lädt Bauernvertreter und Discounter-Chefs zu Gesprächen ein. Ist das der richtige Weg, um die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu retten?

Es ist ein Skandal, dass unsere Bauern nicht von ihrer Arbeit leben können, dass sie von den großen Discountern oft über den Tisch gezogen werden (diktierte Lieferbedingungen, verspätete Bezahlung, Androhung von Vergeltungsmaßnahmen, Rückgabe nicht verkaufter Ware ohne Bezahlung).

Ursache: Das Angebot der Bauern ist größer als die Nachfrage. Nach den Gesetzen der Marktwirtschaft lässt das die Preise purzeln. Der einzelne Landwirt kann mit 34 Cent pro Liter Milch oder 17 Cent pro kg Weizen nicht dauerhaft über die Runden kommen. Kann er sich wehren? Alleine hat er es schwer. Aber es geht: Er kann ökologisch wirtschaften, um höhere Preise zu erzielen, im eigenen Hofladen oder auf Wochenmärkten selber verkaufen. Das rettet aber nicht die Masse der Landwirte. Wie könnte eine umfassende die Lösung aussehen?

Staatlich verordnete Mindestpreise sind jedenfalls nicht die Lösung; Billigimporte würden den Markt komplett ruinieren. Im marktwirtschaftlichen System müsste das Angebot reduziert werden! Dazu müssten die Bauern Erzeugergemeinschaften bilden, die Mengen und Preise beobachten und ihren Mitgliedern leichte Mengenreduzierungen empfehlen, wenn das Angebot zu groß ist, um das Marktgleichgewicht wieder herzustellen, so wie es Dominik Herrmann für den Bundesverband der Milchviehhalter beschreibt (siehe Nürnberger Nachrichten vom 4.2.20, S. 3).

Die grundlegende Frage aber ist: Will man die landwirtschaftlichen Erzeugnisse wirklich den Marktgesetzen aussetzen, oder sollte dieser Wirtschaftszweig, der unsere Lebensgrundlage garantieren soll, nicht anders reguliert werden? Der Bio-Verbraucher e.V. vertritt das Modell einer assoziativen Zusammenarbeit aller am Lebensmittelwirtschaftsprozess Beteiligten: Erzeuger (Landwirte und verarbeitende Industrie), Handel und Verbraucher. Einen Interessenskonflikt der Beteiligten wird es immer geben. Aber in gemeinsamen Gesprächen entwickelt man Verständnis für die andere Position. Diese Erfahrung hat jeder schon in Auseinandersetzungen mit dem Partner/ der Partnerin gemacht. Übertragen auf die Misere der Bauern bedeutet das: Der Handel kann eigentlich nicht wollen, dass der deutsche Landwirt stirbt, denn er will ja auch morgen noch regionale Produkte von ihm anbieten können.

Wie könnte nun eine assoziative Zusammenarbeit aussehen? Alle Beteiligten entsenden Vertreter ihrer Organisationen in eine regelmäßig stattfindende Lebensmittel-Mengen- und Preisfindungskommission; man könnte sie auch Lebensmittel-Assoziation nennen. Am Runden Tisch sitzen sich nun gegenüber: Vertreter der Landwirte, der verarbeitenden Industrie, des Handels und der Verbraucher. Wenn ich eine solche Sitzung zu leiten hätte, würde ich u.a. auch beispielhafte Kalkulationen besprechen. Was braucht der Landwirt z.B. für einen Liter Milch, für ein Kilo Weizen? Die Landwirte nennen dann z.B. 45 Cent pro Liter Milch und 30 Cent pro Kilogramm Weizen. Dann nennen Molkereien und Mühlen ihre Aufschläge. Schließlich wird die Handelsspanne aufgeschlagen. Die Ergebnisse für die wichtigsten Grundnahrungsmittel könnten auf diese Weise ermittelt und als Richtpreise festgesetzt werden, die nur in Ausnahmefällen, die auch zu besprechen wären, unterboten werden dürften. Milch, Fleisch, Gemüse würden möglicherweise teurer, Brötchen kaum, weil der Rohstoffkostenanteil gering ist. Da Vertreter der Verbraucher bei der Preisfindung dabei gewesen sind, werden sie Verständnis für Preiserhöhungen haben und über ihre Netzwerke kommunizieren. Auch dem Verbraucher liegt nichts am Bauernsterben, denn auch er will morgen noch regionale Produkte kaufen können.

Es ist die Zusammenarbeit, nicht die Konkurrenz, die zur Erfolgsgeschichte der Menschheit führte.

Wenn wir Konsumenten mehr für Lebensmittel ausgeben, dienen wir damit nicht unbedingt dem Tierwohl und einer nachhaltigen Landwirtschaft

Liebe Leserinnen und Leser,
Matthias Wolfschmidt von foodwatch führt Gründe an, warum wir Konsumenten durch Mehrausgaben für Lebensmittel nicht unbedingt dem Tierwohl und einer nachhaltigen Landwirtschaft dienen.
• Als zentralen Fakt nennen Frau Klöckner und andere, dass wir in Deutschland nur einen geringen Anteil (etwa zehn Prozent) unseres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Das stimmt, und das ist – prozentual – weniger als etwa in Italien oder Frankreich. Das belegt jedoch nicht die These von einer scheinbar kollektiven Geiz-ist-geil-Mentalität: Die geringen Pro-Kopf-Anteile sind nämlich kein Zeichen für eine mangelnde Wertschätzung für Lebensmittel, sondern ganz einfach Ergebnis unseres Wohlstands und anderer ökonomischer Umstände. Denn wir müssen nur deshalb einen so geringen Anteil unseres Einkommens für Essen ausgeben, weil unser Einkommen so hoch ist (viel höher als in Italien oder Frankreich) – und weil die Lebensmittelpreise wegen des massiven Konkurrenzkampfs der Handelskonzerne deutlich niedriger sind als in diesen Ländern. Was uns hier als vermeintliche Logik verkauft wird, ist in Wahrheit ein Trugschluss. Denn wenn die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt 80 Prozent ihres Einkommens oder mehr für Essen ausgeben, so ist dies schließlich auch keine Frage ihrer Einstellung – sondern die blanke Not. Eigentlich ist es ganz einfach: Wer viel Geld hat, kann sich viel Luxus leisten und muss nur einen kleineren Anteil für Notwendiges wie Essen ausgeben.
• Besonders plump ist die Forderung, Verbraucherinnen und Verbraucher sollten doch einfach mehr Geld für Essen ausgeben – und damit den Eindruck zu erwecken, als würde dies die Probleme in Landwirtschaft und Tierhaltung lösen. Ohne Zweifel: Gerade Fleisch und tierische Lebensmittel werden oft viel zu billig angeboten. Erhält ein Bauer nur Dumpingpreise, kann er damit keine hohen Standards beim Umweltschutz oder in der Tierhaltung bezahlen. Doch meist haben wir das alles beim Einkauf gar nicht in der Hand: Kaufen wir das teuerste Produkt, heißt das nämlich längst nicht, dass zum Beispiel ein Bauer davon profitiert und dann plötzlich anders produzieren kann – den höheren Profit streichen vor allem die Supermärkte und Lebensmittelhersteller ein, ohne dass die Standards in der Produktion verbessert werden.
• Wer ehrlich ist, sollte auch sagen: Ein höherer Preis garantiert bei Lebensmitteln gerade keine höhere Qualität. Die teure Markenmilch stammt womöglich von denselben Kühen und aus denselben Bedingungen wie das billigere No-Name-Produkt, das im Regal daneben steht. Das teure Fleisch ist teurer – aber stammt es deshalb von gesunden Tieren? Das alles erfahren wir nicht. Zu den teuersten Lebensmitteln, gemessen an den Produktionskosten, gehören zum Beispiel kleine probiotische Joghurts mit haltlosen Gesundheitsversprechen, Limonaden oder Junk Food von Markenherstellern, oftmals hergestellt mit billigem Zucker, billigem Palmfett, billigen Zusatzstoffen – die Produkte sind also teuer, aber eben gerade nicht von hoher Qualität.
Quelle: foodwatch newsletter vom 18.01.2020

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Ritter

Kochtreff

Samstag, 28. März, 14.00 – 19.00 Uhr, Kochen im Sigena-Treff, Johannisstrasse 165, 90419 Nürnberg
Herzliche Einladung zum gemeinsamen Kochen und Essen. Wir kochen Gerichte mit Wintergemüse. Für unsere Rezepte verwenden wir ausschließlich frische, biologisch angebaute, regionale und saisonale Lebensmittel. Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen. Kosten 10€ pro Person einschließlich Getränken (Wasser, Tee, Kaffee)
Verbindliche Anmeldungen bitte per Mail bis spätestens 25. März an barbaraluber@web.de